Frage von michitinni, 29

Hallo ich habe da eine Frage, ich bekomme Grundsicherung sgb12 will gerne im geschützen Rahmen eine Umschulung machen. Oder welche Möglichkeiten gehen?

Sgb12 umschulung

Antwort
von Fitje, 9

Du brauchst zuerst einen Konsenträger.

Da gibt es eigentlich nur drei Möglichkeiten:

1. Du hattest einen Arbeitsunfall, dadurch bist du berufsunfähig, dann ist die Berufsgenosseschaft zuständig.

2. Du bist dauerhaft arbeitslos, nur durch eine Umschulung kann die Arbeitslosigkeit beendet werden, dann ist die Arbeitsagentur dran.

3. Du hattest einen so schweren Arbeitsunfall, das die LVA zuständig ist, also   die Landesversicherungsanstalt(Deutsche Rentenversicherung).

Fallstricke, die zu beachten sind:

Es werden in der Regel nur Ausbildungen mit 2 Jahren Dauer genehmigt und bezahlt. Dadurch fällt eine normale innerbetriebliche Ausbildung flach. Das heißt, dass die Ausbildung  nur in einem Berufsförderungswerk gemacht werden kann. Diese sind aber sehr sehr theorielastig, auf 4 Semester, also 4 Halbjahre der gesamten Ausbildung fallen nur 3 Monate Praktikum. Unter Umständen wirst du also auf einer PC-Software und oder an Sachgebieten ausgebildet, die du hinterher niemals brauchst. Das ist mir passiert, aber da könnte ich ein Buch schreiben, zu viel für dieses Forum. Man kann dir auch einen sogenannten REHA-Beruf andrehen, das sind Berufe, die als normaler Ausbildungsberuf in der freien Wirtschaft nicht angeboten werden, dazu gehört zum Beispiel Qualitätsfachmann für Längenprüftechnik. Ich wurde damals auf einer Zeiss-Messmaschine ausgebildet mit Software Calypso, bekam hinterher ab er  eine KMG-System von Renishaw mit PCDMIS-Software vorgesetzt. Die (beinahe) ganze Ausbildung für die Katz. Der Hacken dabei ist, du giltst als ausgebildet, kannst aber deinen Umschulungsberuf nicht brauchen, weil es den draussen gar nicht gibt. Aber nur wer einen "regulären Ausbildungsberuf", der draussen auch angeboten wird, also anerkannt ist absolvierte, hat hinterher ein Recht auf ALG I. Es kann passieren, das du durch alle Raster durchfällst und nicht mal Harz IV bekommst. Eine Faustregel sagt, wer nach etwa 6 bis 9 Monaten nach Ende der Ausbildung keinen adäquaten Arbeitsplatz findet, wird es auch nicht. Grundsätzlich würde ich mit meiner Erfahrung so was nur machen, wenn dir das Wasser absolut zum Hals steht damit du 2 Jahre weg bist von der Strasse. Ab 40 Jahren würde ich keinen mehr eine Umschulung empfehlen, ausserdem nur innerbetrieblich und nur dann, wenn aussicht auf Übernahme durch den Ausbildungsbetrieb besteht.


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