Frage von sunnyger123, 80

Hallo , es geht um die deutsche Geschichte , war eurer Meinung nach die Teilung Deutschlands eine historische Notwendigkeit , hätte es Alternativen gegeben?

Hi ,

Heute geht es um Geschichte. Die Frage ist , war die Teilung Deutschlands eine historische Notwendigkeit? Hätte es eurer Meinung nach Alternativen gegeben wenn ja welche?

Gruß Berndt

Antwort
von dataways, 40

Nichts ist alternativlos.

Rückblickend allerdings kann man sagen, dass das Angebot der Sowjetunion nicht zur Verbesserung der wirtschaftlichen und politischen Lage in Deutschland beigetragen hätte. Deutschland hätte strikt neutral bleiben müssen, hätte nicht der EWG beitreten dürfen und es hätte wahrscheinlich nach der Vereinigung eine schleichende "Finnlandisierung" Deutschlands eingesetzt.
Es hätte möglicherweise keine Londoner Schuldenkonferenz gegeben, bei der die Bundesrepublik so gut aus den Reparationsteufelskreis rausgekommen wäre. Folge: Eine wirtschaftliche und politische Instabilität wie zu Zeiten der Weimarer Republik.

Kommentar von 666Phoenix ,

hätte, hätte, hätte - sic!!

Hätte der Hund nicht...

Dein Kommentar ist wiedermal erbauend und "erfrischend"!

Hätten doch Deine bundesdeutschen Landsleute nicht die Teilung voran getrieben!

Kommentar von dataways ,

Hätte, hätte Fahrradkette!

Ich freue mich auf inhaltliche Kritik. Ich freue mich nicht über inhaltsleeres Gewäsch.

Meine DDR-deutschen Landsleute haben jedenfalls bis 1990 in die Röhre geschaut.

Kommentar von 666Phoenix ,

Welchen "Inhalt" bietest Du mir denn zur Kritik an? Oben stehendes Gefasel? Lachhaft!

Die "Fahrradkette" stammt von Dir, nicht von mir!

Du hattest "DDR-deutsche Landsleute"?? Die würde ich gerne kennen lernen!

Kommentar von dataways ,

Du hattest "DDR-deutsche Landsleute"?? Die würde ich gerne kennen lernen!

Dazu hast Du bis zum 2. Oktober 1990 genug Gelegenheit gehabt. Du vergisst immer gern, dass die Mauer von der Ostseite gefallen ist. Ich nehme mal an, der 9. November 1989 war der schwärzeste Tag Deines Lebens. Noch vor dem 3. Oktober 1990.

Antwort
von soissesPDF, 31

Im Focus der damaligen Zeit? Nein.
Die Nachkriegsordnung wurde bereits 1943 auf Jalta und 1945 bei der Potsdamer Konferenz vereinbart.
Im wesentlichen der damaligen Kriegslogik folgend.

- Russland brauchte Pufferstaaten zwischen sich und den Engländern, wie ebenso den Franzosen
- wäre es nach General Patton (USA) gegangen, dieser wollte gleich weiter
  marschieren bis Moskau...nach ihm aber ging es schlicht nicht

Man schaffte eine Demarkationslinie, entlang dieser später die Grenze verlief.
Die Grenze war mehr oder weniger eine Schlußfolgerung millitärischer Logik.

Ein neutrales Deutschland stand nie auf der politischen Agenda.
Stalin brachte das einst in Spiel.
Wie das so ist, es gab 4 Siegermächte, da hätte es Einstimmigkeit gebraucht, die es nicht hatte.

Kommentar von dataways ,

`43 war Casablanca. Jalta war `45.

Antwort
von NikiNyan, 47

Naja eine komplette Neutralisierung Deutschlands, so wie es Russland/sowjets eig vorhatten. 
ODer aber Deutschland komplett zu zerstören und zum Agragebiet umwandeln

Kommentar von Pr1nzAlbert ,

Deutschland komplett zu zerstören und zum Agragebiet umwandeln

was auch einige konkret vor hatten.

eine komplette Neutralisierung Deutschlands, so wie es Russland/sowjets eig vorhatten. 

"Neutralisierung" (bedeutet Vernichtung) hatte die Sowjetunion nicht vor. Im Gegenteil. Sie hatte bereits wenige Jahre nach Kriegsende den Westaliiierten angeboten, ein unabhängiges neutrales wiedervereintes Deutschland zu schaffen.

Diese frühe Wiedervereinigung wurde von Adenauer sabotiert, weil er in einem einigen Deutschland mit seiner Partei nicht nochmal Wahlsieger geworden wäre. Ohne diesen Verrat am eigenen Volk wäre unsere Geschichte viel früher eine gemeinsame gewesen.

Kommentar von dataways ,

Diese frühe Wiedervereinigung wurde von Adenauer sabotiert, weil er in einem einigen Deutschland mit seiner Partei nicht nochmal Wahlsieger geworden wäre.

Warum wäre Adenauer nicht noch einmal Wahlsieger geworden? Ich halte das für reine Spekulation. 1952 waren weder die Bundesrepublik noch die Deutsche Demokratische Republik souverän. Die Entscheidung über ein neutrales Deutschland lag in den Händen der drei Westalliierten.

Mehr dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Stalin-Noten

Kommentar von dataways ,

ODer aber Deutschland komplett zu zerstören und zum Agragebiet umwandeln

Der Morgenthau-Plan war bereits vor Kriegsende 1944 vom Tisch. Ich habe keine Ahnung, warum der ständig in irgendwelchen ominösen Blogs auftaucht
https://de.wikipedia.org/wiki/Morgenthau-Plan

Kommentar von BjoernWilhelm ,

Der Plan von Morgenthau war vom US-Präsidenten tatsächlich kurzfristig in Betracht gezogen worden, ist aber nach 3 Wochen schon wieder im Papierkorb gelandet.

In Deutschland ist er dagegen von der Nazi-Propaganda zum jüdisch-amerikanischen Masterplan für die Nachkriegsordnung Deutschlands aufgeblasen worden, um die Bevölkerung ab 1944 zum Durchhalten zu anzuspornen. In Deutschland ist er dadurch bis heute sehr bekannt, wird in seiner Relevanz aber maßlos überschätzt.

Antwort
von 666Phoenix, 29

Die "Teilung" Deutschlands hat (West-)Deutschland selbst "verschuldet"! Erst durch den Weltkrieg (ich weiß, da gab es noch kein "West" - deswegen die Klammer), in dessen Resultat es zu den Besatzungszonen kam. Dann durch die Teilungspolitik der Westmächte und der westdeutschen Behörden.

Insofern gab es schon Alternativen. 

In der Weltgeschichte allerdings bringen diese "hätte" und "wäre" nicht viel. Die Geschichte ist gelaufen, wie sie gelaufen ist.

Ein schwarzhumoriger Gag ist folgende Feststellung: hätte AH´s Mutter abgetrieben oder hätte sie die Pille gehabt, hätte es keinen 2. Weltkrieg, keine NATO, keinen Warschauer Vertrag, keine Berliner Mauer, keinen "Kalten Krieg", keine ehemalige FDJ-lerin als Bundeskanzlerin, keinen ehemaligen DDR-Pfarrer als Bundespräsidenten usw., usf. gegeben.

Was wäre die Welt doch langweilig gewesen!

Man muss bei den historischen Ereignissen immer unterscheiden: war die objektive Situation so, dass die Geschichte genau so verlief, wie sie verlief. Das heißt, wenn nochmals die gleichen objektiven Umstände existieren würden, würde sie dann wieder so verlaufen?

Oder haben hier subjektive Faktoren die dominierende Rolle gespielt? 

Es gehört in das Reich der Spekulation, sich hier andere Szenarien auszudenken als die, die wir kennen und die tatsächlich abgelaufen sind!

Kommentar von dataways ,

Dann durch die Teilungspolitik der Westmächte und der westdeutschen Behörden.

1945 in Jalta waren keine westdeutschen Behörden anwesend, dafür aber die Sowjetunion. Die hast Du nämlich vergessen.

Ein schwarzhumoriger Gag ist folgende Feststellung: hätte AH´s Mutter abgetrieben oder hätte sie die Pille gehabt, hätte es keinen 2. Weltkrieg, keine NATO, keinen Warschauer Vertrag, keine Berliner Mauer, keinen "Kalten Krieg", keine ehemalige FDJ-lerin als Bundeskanzlerin, keinen ehemaligen DDR-Pfarrer als Bundespräsidenten usw., usf. gegeben.

Die "Bewegung" bestand nicht nur aus Adolf Hitler. Auch das sollte man nicht vergessen. Die Totengräber der Weimarer Republik standen an allen Ecken und Enden bereit.

Kommentar von 666Phoenix ,

Du kannst gerne versuchen, alle hier für doof zu verkaufen!

Die Teilung Deutschlands wurde nicht auf den Konferenzen der Alliierten beschlossen. Da wurden faktisch "nur" die Besatzungszonen markiert und Nachkriegsregelungen für ein entmilitarisiertes Deutschland und seine Entnazifizierung getroffen (die dann territorial auch wieder geändert wurden: siehe z. B. Thüringen - und inhaltlich von den Westzonen eh nicht eingehalten wurden). Im Gegenteil, Churchill dachte schon Ende ´45 über eine Invasion in der SU nach:

"Erst sehr spät wurde öffentlich bekannt, dass der britische Premierminister Churchill Ende des Krieges sogar ein Angriffskonzept zur militärischen Unterwerfung der verbündeten Sowjetunion unter dem Namen „Operation Unthinkable“ ausarbeiten ließ. Der Plan wurde Churchill am 22. Mai 1945 vorgelegt. Als Termin für den Angriff auf die Sowjetunion wurde der 1. Juli 1945 festgesetzt. Aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit der Sowjetarmee beabsichtigte man zusätzlich zu den britischen und US-amerikanischen Kapazitäten die Wiederbewaffnung von ca. 100.000 deutschen Soldaten." (Quelle: Wikipedia)


Weiter liest man da (Lesen können vorausgesetzt!):"Wie nach dem ersten Weltkrieg räumten die Westmächte Deutschland, das gerade erst durch gemeinsame Anstrengungen besiegt worden war, schon wieder einen wichtigen Platz im antisowjetischen Kampf ein. In dem Stimson-Memorandum hieß es, dass „die gesamte Konzeption (der Potsdamer Konferenz – A.L.) falsch sei und unsere wahren Interessen verlangten, Deutschland so schnell wie möglich als 'Bollwerk gegen den Kommunismus' wiederherzustellen“. (J.E. Dubois, Generals in grey Suits, London 1953, S. 361)

Die Teilung Deutschlands wurde durch die bi- und trilaterale Zone, die Einführung einer separaten Währung, die Ablehnung diverser Vorschläge der Sowjets zur Einheit Deutschlands durch die Westalliierten und die w-deutschen Behörden, durch die schon krankhafte Aversion gegen alles, was sowjetisch oder nach eigenem primitiven Verständnis "kommunistisch" war, uvam. vollzogen! 

Kommentar von dataways ,

Churchill dachte schon Ende ´45 über eine Invasion in der SU nach:

Ende 45 konnte Churchill denken, soviel er wollte, er hatte selbst in Großbritannien keine Macht mehr, der Premierminister hiess Clement Attlee.

Die Teilung Deutschlands wurde durch die bi- und trilaterale Zone, dieEinführung einer separaten Währung, die Ablehnung diverser Vorschlägeder Sowjets zur Einheit Deutschlands durch die Westalliierten und diew-deutschen Behörden, durch die schon krankhafte Aversion gegen alles,was sowjetisch oder nach eigenem primitiven Verständnis "kommunistisch"war, uvam. vollzogen!

Das sahen 3,8 Millionen Menschen, die in der SBZ und der DDR wohnten, wohl ähnlich.
https://de.wikipedia.org/wiki/Flucht_aus_der_Sowjetischen_Besatzungszone_und_der...

Kommentar von 666Phoenix ,

Churchill Ende 1945 keine Macht mehr? Na, dann wurde er wohl 1951 aus Versehen das zweite Mal Premier!

Aber meinerseits ein kleiner Druckfehler: ich meinte natürlich nicht Ende 1945, sondern Ende des Weltkrieges. Das ist allerdings noch schlimmer, denn da galten ja eigentlich noch die Alliierten-Vereinbarungen (etwas, was auch die USA im Rahmen der Eröffnung der 2. Front tunlichst vergaßen!).

Was haben die 3,8 Mio. mit der vom Westen initiierten Teilungspolitik zu tun? Ich vermute mal, wenn diese Teilung nicht vorangetrieben worden wäre (eben vom Westen), wäre der Großteil dieser 3,8 Mio. geblieben. Damals spielten politische Überlegungen so gut wie keine Rolle, da ging es nur (wie mehrheitlich auch 1989) um einen vollen Bauch, um Glimmer, Bananen und irgendeine ominöse "Freiheit"! Im Übrigen, die wirtschaftliche Mangellage in der SBZ nach dem 2. WK kam u. a. deswegen zustande, weil die BRD irgendwann die Reparationszahlungen an die SU einstellte, von ihrem "großen Bruder" als Bollwerk gegen den Kommunismus gehätschelt wurde, die USA als Besatzungsmacht während des Krieges mehr Verkehrstote als gefallene Soldaten hatten, nie wirtschaftlichen Schaden erlitt (im Unterschied zu den Sowjets) und deswegen natürlich mit allen möglichen "Gaben" herumbranzen konnte.

__________

Auch wieder nur "Geschichtsrevision"??

Kommentar von dataways ,

Was haben die 3,8 Mio. mit der vom Westen initiierten Teilungspolitik zu tun? Ich vermute mal, wenn diese Teilung nicht vorangetrieben worden wäre (eben vom Westen),

Ich erinnere mich nicht, dass die Sowjetunion gegen die Spaltung war:

"Gegen den in Vier-Mächte-Gesprächen aufgetauchten Vorschlag, eine gemeinsam kontrollierte Währung in der geteilten Stadt einzuführen, votierte am 22. Juni 1948 die sowjetische Seite."
https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreform\_1948\_(Westdeutschland)#W.C3.A4hrungsreform_in_Berlin.

Ich erinnere mich auch nicht, dass die Sowjetunion den Marshall-Paln der USA unterstützten. Sie nahm stattdessen wieder mal die Spalt-Tablette:
"Interesse an einer Beteiligung bekundeten unter anderem Bulgarien, die Tschechoslowakei, Polen und Ungarn. Stattdessen initiierte die Sowjetunion die Gründung des Kominform und im Januar 1949 des RGW als politisch-wirtschaftliches Gegenstück zur Eindämmungspolitik und dem Marshallplan."
https://de.wikipedia.org/wiki/Marshallplan#Reaktion\_der\_Sowjetunion\_auf\_den\...

Was ich Dir damit mitteilen will, ist, dass zum Teilen immer mehrere Teilchen im Puzzle der Weltgeschichte gehören.

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