Frage von Kalla28, 20

Hallo, es geht um Anrechnung von ALGI bei Bezug von ALGII, in wie weit zulässig?

Meine Tochter bezog Arbeitslosengeld1 von 27.7. bis 6.9.15, das dann endete. Sie hat im September beim Jobcenter einen Antrag auf ALG1gestellt. Nun kam der Bewilligungsbescheid: ALG2 wird ab 1.9.15 bewilligt, jedoch wird das bezahlte ALG1 (f. 27.7. -6.9.15) komlett angerechnet, d.h. in sechs Monatsraten von der Grundsicherung von € 399,- abgezogen so dass für ein halbes Jahr lediglich € 249,- Grundsicherung bleiben. Begründung vom Jobcenter für die Anrechnung ist, weil die Überweisung im September (=Antragsstellungsmonat) stattgefunden hat. Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum der Zeitraum VOR der Antragsstellung anzurechnen ist, weil damit das Einkommen rückwirkend auf € 0,- gesetzt wird, d.h. für diesen Zeitraum noch nicht einmal eine Grundsicherung bleibt. Bitte dringend um Hilfe, da Rechtsanwaltskosten nicht bezahlt werden können.

Antwort
von Girschdien, 19

Wäre das ALG1 am 31.8. ausbezahlt worden, wäre es kein Problem. Da die Auszahlung im September erfolgte, gilt sie als Einkommen im September und wird folglich auf das ALG2 angerechnet. Inwiefern das fair/gerecht etc. ist, weiß ich nicht, aber ich würde euch empfehlen, in Widerspruch zu diesem Bescheid zu gehen.

Antwort
von atzef, 20

Verstehe ich richtig? Im September ist ihr auf einen Schlag das gesamte ALG 1 für den Zeitraum vom 27.7. bis 6.9 zugeflossen?

Und nun wird für die Zukunft der lebensunterhalt um 150 Euro für ein halbes Jahr gekürzt?

Das glaube ich so nicht. Bitte informier dich noch einmal genauer. Oder kläre meinen Denkfehler auf.

Kommentar von Kalla28 ,

Hallo, nein, da ist kein Denkfehler... die Agentur für Arbeit hat sich unendlich Zeit gelassen und dann auch noch auf ein falsches Konto überwiesen (wäre aber bei direkter ÜW trotzdem September geworden). Aber auch die sperren sich und fühlen sich nicht mehr zuständig:-( ...das kann doch nicht angehen, dass der Zeitraum davor nur vom Überweisungsmonat abhängt. Würde ja noch verstehen, wenn alles was über dem Grundsicherungsbetrag von 399,- liegt, angerechnet würde, aber so...

Kommentar von atzef ,

Also.... ich könnte verstehen, wenn die den Zufluss des ALG 1 mit dem Septemberanspruch auf ALG 2 verrechnen. Da die ALG 1 Summe für den gesamten zeitraum auf einmal zufließt hat deine Tochter eigentlich für September gar keinen Anspruch auf ALG 2, da die ALG 1 Summe ihren bedarf abdeckt.

Aber daraus folgt keine Anrechenbarkeit des ALG 1-Zuflusses für die nächsten 6 Monate!!!

Wenn ich keinen Denkfehler begangen habe, passt deine ganze Geschichte nicht so richtig. Schau bitte noch einmal in den bescheid, was da wie be- und verrechnet wird.

Kommentar von Kalla28 ,

Erstmal Danke, dass du dich da so reinhängst. ALG2 ist ab 1.9.15 bewilligt, da wäre nachvollziehbar, dass ALG1 von 1.9. -6.9. abgezogen wird. Aber es wird in VOLLER HÖHE auf 6 Monate abgezogen, das stimmt schon so wie ich es angegeben habe. Ist es denn überhaupt zulässig die Grundsicherung so weit zu unterschreiten? Ich denke, wir versuchen es mit  Widerspruch.

Kommentar von atzef ,

Natürlich könnt ihr es mit einem Widerspruch versuchen, aber bei so etwas macht die behörde normalerweise keinen fehler. Umgekehrt verstehen viele Betroffene nicht, wie die genau berechnen. Mituter istdas wirklich etwas schwer verstehbar, wenn man damit nicht tagtäglich zu tun hat.

Ich verstehe immer noch nicht, was da auf 6 Monate angerechnet werde soll...:-)

Oder...vielleicht jetzt doch! :-)))

Melde mich gleich wieder, muss gerade knechten...

Kommentar von atzef ,

Vielleicht fehlinterpretierst du den Bescheid...Der bewilligt ALG 2 erstmal für 6 Monate, berechnet aber konkret erstmal nur das ALG 2 für September unter Abzug des angerechneten ALG 1. Für Oktober und weiter müsste es dann aber normal 399 Euro Grundbedarf geben...

Antwort
von blumenkanne, 6

angerechnet wird im monat des zuflusses. das ist korrekt. nicht korrekt ist die aufrechnung in die folgemonate. immerhin sind ja für die vergangenheit sicher schulden aufgelaufen. deine tochter, sollte einen beratungsschein beantragen und einen anwalt für sozialrecht befragen zu der thematik.

oder sie schaut kostenfrei hier rein: www.elo-forum.org

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