Frage von trinity0275, 110

Haftungslage freilaufender Hund auf Freilauffläche?

Hallo!

Ich habe mal eine generelle Frage: da in der Zeit vom 15.2. bis 15.6. für Hunde wegen der Setz- und Brutzeit Leinenzwang auferlegt ist, dürfen Hunde derzeit nur auf der von der Stadt extra hierfür eingerichteten Freilauffläche ohne Leine rumtollen und spielen.

Die Freilauffläche befindet sich zwischen einem kleinen Wäldchen und Äckern und ist an drei Seiten von einem kleinen Trampelweg umgeben, also kein offizieller Weg, sondern durch die Hundehalter "zurecht gelaufen".

Nun ist es aber so, dass dieser Trampelweg auch von Radfahrern genutzt wird, die auch teilweise richtig schnell fahren (ich nenne diese Leute "Fahrradrowdys" mit Rennrädern, die meinen, die Welt gehört ihnen). Klingeln kennen die Radfahrer ohnehin alle nicht. Wir Hundehalter hatten schon eine ordentliche Debatte untereinander, wer denn da nun geradestehen müsste, wenn da etwas passiert.

Wie wäre in diesem Fall nun die Haftungslage, wenn hier irgendetwas passieren würde, also wenn ein Hund vors Fahrrad laufen würde, oder einfach den Radfahrer anbellen würde und dieser vor Schreck stürzt?

Habt schonmal vielen herzlichen Dank für eure Antworten.

Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Hund, 24

Hallo,

leider ist es völlig egal, warum und weshalb etwas passiert - die Hundehaltung beinhaltet die sogenannte Gefährdungshaftung. Bedeutet: der Hund, bzw. natürlich sein Halter, ist IMMER schuld und haftet IMMER für entstandene Schäden.

Dies ergibt sich aus § 833 S.1 BGB. Bedeutet: der Hundehalter haftet, unabhängig von seinem Verschulden, für alle von seinem Hund beziehungsweise auch von ihm mit verursachten Schäden.

Selbst, wenn sich jemand in einer ausgewiesenen Freilauffläche aufhält und es dadurch zu einem Zusammenstoß kommt, haftet der Hundehalter. Das gilt ebenso, wenn der Hund auf der Freilauffläche jemanden anspringt und beschmutzt oder zu Fall bringt, jemanden umrennt, oder was auch immer passieren mag.

Die Haftung ist immer gleich - der Hundehalter ist dran.

Und genau aus diesem Grund ist es so unbedingt notwendig, eine Hundehalterhaftpflichtversicherung abzuschließen.

Gutes Gelingen

Daniela

Expertenantwort
von Starciel, Community-Experte für Hund, 48

Klingt stressig. Gott sei dank stört sich bei uns keiner dran wenn wir die Hunde ganzjährig auch im Wald frei lassen...

Grundsätzlich haftet jeder Hundehalter für Schäden die sein Hund verursacht. Rennt der Hund von der vorgesehenen Spielwiese auf den Weg und bringt dort jemand zu Fall der den Weg wie vorgesehen nutzt ist der Halter verantwortlich.

Natürlich muss auch ein Radfahrer ggf. Verkehrsregeln einhalten und die erforderliche Vorsicht walten lassen aber da dürfte ggf. schon die Beweisbarkeit schwer sein. Selbst wenn er eine kleine Mitschuld bekommt bleibt der Großteil des Schadens beim Hundehalter.

GGf. mal die Stadt fragen ob man aus Verkehrssicherungsgründen die Freilauffläche zumindest entlang der Wege einzäunen kann wäre eine gute Idee.

Kommentar von inicio ,

auch wenn sich bei euch keiner dran stoert: generell ist freilauf von hunden waehrend der setzzeit in wald und feld verboten, der hund koennte wegen wildern vom jaeger erschossen werden!

wer seinen hund liebt, sollte solches risiko nicht eingehen!

Kommentar von Starciel ,

Hast du grundsätzlich recht, Sicherheit geht vor. Allerdings ist das konkrete Risiko bei uns gering. Alle drei Jagdpächter unserer umliegenden Reviere sind mit mir in meiner Gemeinderatsfraktion, auch die anderen Jäger kenne ich alle persönlich. Ich habe fast alle ihre Hunde mit ausgebildet und wir wissen sehr genau welche Hunde hier gerne mal stiften gehen.

Aber selbst die werden regelmäßig nur eingesammelt und abgeliefert statt erschossen. Manchmal sind sie mir mit Blick auf die Rehe die ja nun auch ein Recht auf Ruhe haben fast zu geduldig.

In der Brut und Setzzeit gilt für mich das selbe Prinzip wie sonst auch. Nur Hunde die sicher kontrollierbar sind können von der Leine.

Antwort
von 2016Frank, 60

Sieh es doch einfach so:

Die Freilauffläche ist für die Hunde freigegeben. Bewegt sich der Hund von der Fläche und verursacht einen Schaden, ist der Halter dran.

Kommt dagegen ein Radfahrer auf die Freilauffläche und ein Hund läuft vor sein Rad, hat er das falsche Revier genutzt und dürfte entsprechend haftbar gemacht werden.

Kommentar von Berni74 ,

Da wäre ich mir nicht so sicher. Wenn der Hund einen Schaden verursacht, muß ich als Halter dafür haften - egal, ob das auf einer ausgewiesenen Freilauffläche passiert oder woanders.

Kommentar von 2016Frank ,

Ist zwar jetzt alles etwas hypothetisch, Berni, aber ich denke, wenn es sich um eine ausgewiesene Freilauffläche für Hunde handelt, dann erwarte ich auch entsprechende Hinweistafeln.

Sollten die da sein und ein Radfahrer fährt mit seinem Rad auf die Wiese während dort Hunde frei laufen, sehe ich das als mißbräuchliche Nutzung der Fläche an wobei er im Schadensfalle mit Sicherheit gefragt wird, was er auf der Hundespielwiese mit dem Rad wollte.

Hoffen wir, dass der Ernstfall nicht wirklich eintritt. :-))

Kommentar von inicio ,

egal wo der unfall passiert: ein hundehalter bzw. seine haftpflicht haftet fuer schaeden, die durch den hund passieren!

Kommentar von 2016Frank ,

Aber zuvor würde die Hundehalterhaftpflichtversicherung die Haftungsfrage klären. Und was ist, wenn nun keine solche Versicherung besteht? Wer würde dann in die Pflicht genommen werden? Ich denke, es geht wirklich nur um die Haftungsfrage.

Kommentar von trinity0275 ,

Habt vielen Dank für eure Antworten. Also bei dem Thema scheiden sich hier offenbar auch die Geister.

Ich gehe ja mal davon aus, dass jeder vernünftige Hundehalter eine Haftpflichtversicherung für seinen Hund hat. Unsere Hunde haben bzw hatten jedenfalls immer eine, auch wenn wir sie bisher noch nie in Anspruch nehmen mussten.

Der Hundefreilauf ist beschildert und ich hatte in der Tat auch schon mal bei der Stadt nachgefragt, ob man das Gelände umzäunen könnte. Mir wurde allerdings gesagt, dass hierfür kein Geld da ist.

Nur Sorgen macht sich halt jeder wegen der Radfahrer, auch deswegen, weil unsere Stadt sehr schnell dabei ist, einen Hund zum Wesenstest zu verdonnern, wenn eine Anzeige vorliegt. Das wäre natürlich sehr misslich.

Moralisch gesehen ist meine Meinung ja diese: wir als Hundehalter nehmen Rücksicht auf andere, besuchen Hundeschulen, um unsere Hunde gut zu erziehen. Und während der Setz- und Brutzeit ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man den Hund angeleint lässt. Und für den ebenso wichtigen Freilauf nutzt man den offiziellen Hundefreilauf. Aber hier sollten andere auch ein wenig Rücksicht nehmen, vor allem heizende Radfahrer, damit die Hunde dort ungestört spielen können und die Hundebesitzer keine Angst vor Repressalien haben müssen, wenn spielende Hunde mal ein paar Zentimeter die Grenze übertreten.

Zudem nehmen viele Hundebesitzer, wir auch, die Kinder mit, die dann dort spielen. Auch hierauf sollte man Rücksicht nehmen, denn so schnell wie so manche Radfahrer da langheizen, könnte auch ein Kind verletzt werden.

Deswegen wäre es sicherlich auch nicht Zuviel verlangt, woanders Rad zu fahren, da es für Radfahrer viel viel mehr Platz gibt, als für die Hunde für den Freilauf.    

Antwort
von Flauschy, 46

Also rein vom Gefühl her würde ich sagen, dass man seine Hunde auch in einer Freilaufzone "unter Kontrolle" behalten muss und dass der Hundehalter haftet wenn einem Fahrradfahrer etwas passiert.

Kommentar von Berni74 ,

Sehe ich genauso.

Kommentar von inicio ,

so ist es!

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