Frage von annniiee, 55

Haftpflicht. iphone 5s. Wird der Schaden bezahlt?

Gestern Abend habe ich einen 15/16 jährigen stark betrunkenen Freund Nachhause gebracht. Dabei hatte er seinen Arm auf meiner Schulter und ich meinen Arm um seine Schulter, damit er nicht hinfällt. Plötzlich ist er ruckartig zur Seite gekippt, ich wurde mitgezogen und wir beide sind hingefallen. Mein Handy das ich in meiner Hand hatte ist dabei auf dem Boden gelandet. Jetzt ist es verbogen, Displaytotalschaden und die leise laut Tasten gehen nicht mehr. Das Handy war 3 monate alt und ohne Kratzer...bezahlt seine Haftpflichtversicherung die Reparatur?

Antwort
von RudiRatlos67, 21

1. Dein Kumpel ist aufgrund des Alkoholkonsum vorübergehend nicht deliktfähig gewesen

2. Auf Grund des fehlenden Verstoßes gegen den §823 BGB kann er nicht haftpflichtig gegenüber Dir sein.

3. Wegen fehlender Grundlagen liegt hier eindeutig ein nicht versicherter Eigenschaden deinerseits vor (du hättest bei der ihm zuteil werdenden Hilfe deinerseits damit rechnen müssen das er euch beide zu Fall bringen könnte und das dabei sach und Personenschaden entstehen kann)

4. Wenn dein Kumpel eine moderne private Haftpflichtversicherung mit dem Einschluss "Schäden durch nicht deliktunfähige Personen"  besitzt,  sollte die Versicherung den Schaden bedingungsgemäß ersetzen müssen. Dazu ist jedoch der genaueste Wortlaut des Paragraphen in seiner privaten Haftpflichtversicherung bezüglich der Schäden durch nicht deliktunfähige Personen zu beachten und entscheident ob der Versicherer in diesem Fall leisten muss oder nicht.  Wie schon gesagt,  besteht keine Schadensersatzpflicht durch den betrunkenen Kumpel sondern ein nicht versicherbarer EIGENSCHADEN deinerseits

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Sorry..... An den Stellen in Punkt 4. soll es natürlich "nicht deliktfähig" statt "nicht deliktunfähig" heißen.

Morgens halb 7 in Seattle....  Noch nicht ganz wach

Kommentar von annniiee ,

naja ich hatte das Handy die ganze Zeit in meiner Tasche..musste meinen Freunden kurz Bescheid sagen wo ich bin..man ahnt ja nicht direkt das so etwas genau in dem Moment passiert 

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Das mag ja sein, ändert aber nichts an der Tatsache, dass du mit derartigen ausfallerscheinungen und den resultierenden Gefahren rechnen musstest. Einzig ein dir entstandener gesundheitlicher Schaden könnte über die gesetzliche Unfallversicherung in Leistung treten sofern du der betrunkenen (= hilflos) Person aus einer gefahrensituation geholfen hast. Sachschäden werden darüber jedoch nicht erstattet.

Antwort
von troublemaker200, 25

Du kannst Entschädigung von deinem Kumpel erwarten. Entweder zahlt er aus eigener Tasche oder eben seine Haftpflicht. Allerdings glaube ich nicht, dass die Haftpflicht bei Alkoholeinfluss das übernimmt

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Unsinn.....

Ein betrunkener ist überhaupt nicht deliktunfähig, Folge dessen kann er überhaupt keinen Schaden anrichten und wer nicht anrichtet kann auch nicht zur Kasse gebeten werden.

Kommentar von troublemaker200 ,

Dummes Zeug. Wer etwas kaputt macht, muss es ersetzen.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Nicht ganz.....

Wer etwas WIDERRECHTLICH kaputt macht ist zum Schadensersatz verpflichtet.....

Was soll daran widerrechtlich sein sich helfen zu lassen und dabei eine Person zu erwischen die der Hilfestellung körperlich nicht gewachsen ist?

Antwort
von beangato, 23

Das denke ich nicht.

Kommentar von annniiee ,

wieso den nicht ?

Kommentar von beangato ,

Weil das einfach nur dumm gelaufen ist. Es war eben Zufall, dass er zur Seite gekippt ist und Dein Handy so blöd gelandet ist.

Lass Dir den Schaden von ihm ersetzen.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Warum soll der betrunkene den Schaden ersetzen? KOPFSCHÜTTEL

Kommentar von beangato ,

Er war im Grunde genommen der Auslöser für die ganze Sache. Hätte er sich nicht so zulaufen lassen, hätte der/die FG ihn nicht nach Hause bringen müssen/wollen.

Deshalb ist es nur fair, wenn er für den Schaden aufkommt.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Rechtlich richtig muss nicht fair sein.... So sind die deutschen Gesetze nunmal.

Ich stimme dir natürlich zu, dass er moralisch durchaus ersatzpflichtig ist

Kommentar von flareb ,

Weil betrunken sein kein Grundrecht auf "Unzurechnungsfähigkeit" oder ähnlichem auwirft. Das wäre ja auch noch schöner.

Ob seine Versicherung zahlt, das hängt natürlich vom Bedingungswerk ab. Aber grundsätzlich ist die betrunkene Person voll haftbar.



II. Nicht deliktsfähige Personen

Ob Schadensersatz-Ansprüche gegen Minderjährige geltend gemacht werden können, hängt davon ab, ob sie für angerichtete Schäden überhaupt zivilrechtlich verantwortlich sind. Ihre Verantwortlichkeit ist nämlich nur dann gegeben, wenn sie deliktsfähig sind. Wer nicht das siebente Lebensjahr vollendet hat, ist für einen Schaden, den er einem anderen zufügt, nicht verantwortlich (§ 828 Abs. 1 BGB). Ein solcher Minderjähriger ist also auf Grund seines geringen Alters nicht deliktsfähig und somit nicht schadensverantwortlich.

Ebenfalls nicht schadensverantwortlich sind Personen, die im Zustande der Bewusstlosigkeit (z.B. bei einem epileptischen Anfall) oder in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustande krankhafter Störung der Geistestätigkeit gehandelt haben (§ 827 Satz 1 BGB).

Wer sich allerdings durch geistige Getränke (Alkohol) oder ähnliche Mittel (sonstige Drogen) in einen vorübergehenden Zustand dieser Art versetzt, ist für einen Schaden, den er in diesem Zustand widerrechtlich verursacht, in gleicher Weise verantwortlich, wie wenn ihm Fahrlässigkeit (§ 276 Abs. 2 BGB) zur Last fiele (§ 827 Satz 2 1. HS BGB). Die Verantwortlichkeit des Täters ist also bezüglich der Fahrlässigkeit nur dann gegeben, wenn die von ihm begangene schadensverursachende Handlung auch im Falle der fahrlässigen Begehung zum Schadensersatz verpflichten würde.

Die Verantwortlichkeit tritt aber nicht ein, wenn er ohne Verschulden in den Zustand des vorübergehenden Ausschlusses der freien Willensbestimmung geraten ist (§ 827 Satz 2 2. HS BGB). Wer also zum Beispiel gegen seinen Willen Alkohol oder andere Drogen "eingetrichtert" bekommen hat und dadurch geistig weggetreten oder geistig verwirrt einen Schaden verursacht, ist nicht schadensverantwortlich.


Kommentar von RudiRatlos67 ,

Die betrunkene Person hat normalerweise diese Hilfe nicht verursacht, daher kann man ihr keinen Vorwurf machen. Vielmehr hat die fragestellerin hier Eigeninitiative ergriffen und da sie scheinbar im vollbesitz ihrer geistigen Kräfte war, muss sie natürlich für die hilfsbedürftige Person mitdenken.  Hatte sie ein Taxi gerufen oder eine zweite Person zur Hilfe genommen wäre es wahrscheinlich nicht zu dem Sturz gekommen. 

Haftbar wäre die betrunkene Person nur wenn sie zb. Randaliert hätte oder ohne Begleitung einer deliktfahigen Person einen Unfall verursacht hätte.

Antwort
von annniiee, 24

Das Handy ❤️

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