Frage von Symphonysoldat, 96

Haflinger motivieren?

Hallo,

Ich besitze einen 22-Jährigen Haflingerwallach, den ich seit nun vier Jahren reite. Seit einem halben Jahr haben wir mit Dressurarbeit angefangen (er wurde vorher fast ausschließlich im Gelände geritten) und es geht ihm seither viel, viel besser. Er hat ordentlich abgenommen und an Muskeln zugelegt, ist fitter und vielleicht noch ein bisschen frecher geworden.

Das Problem ist allerdings, dass er bis heute keinen Gefallen an der Dressurarbeit gefunden hat und es für ihn (und mich) mehr Quälerei als Spaß ist. Das äußert sich dann darin, dass er häufig im falschen Galopp anspringt, um die Galopparbeit zu unterbinden. Er ist da ziemlich gerissen, denn im Gelände und an der Longe funktioniert der Galopp auf beide Hände problemlos.

Oder er lässt die Hinterhand schleifen und reduziert sein Tempo auf ein Minimum (er ist natürlich - typisch Haflinger - extrem faul.). Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und eine Lösung für das Motivationsproblem gefunden?

Wir haben bereits Stangenarbeit ausprobiert, doch das war eher kontraproduktiv. Bedeutete ja für Herrn Hafi, die Beine "noch höher" heben zu müssen. Ich möchte nicht, dass er ein Dressur-Ass wird. Er soll lediglich Spaß an der Arbeit bekommen (und keine Sorge, gelobt wird er genug. :D)

Liebste Grüße

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von VeraLu, 52

also erstmal hübsches tierchen ;D

vermutlich hat er einfach keine lust auf dem platz zu arbeiten. ist ja auch verständlich wenn er vorher ständig ins gelände durfte. man muss den reitplatz bei einigen pferden sehr interessant gestalten um ihn nicht langweilig werden zu lassen. 

entweder er ist tstsächlich so gewieft und veräppelt dich aufm platz im galopp oder du gibst ihm falsche hilfen. da er wie ich denke ein ziemliches gelände pferd also daher nicht gar so schreckhaft ist, könntet ihr öfters gelassenheits übungen aufm platz machen. über planen laufen, durch luftschlangen reiten usw.dazu wäre ein trailplatz sehr gut. kann man aus ganz einfachen dingen basteln.

ich denke dein pferd ist jemand der viel interessante beschäftigung möchte ohne sich all zu groß anzustrengen. steigern könntest dub sein interesse evtl wenn du erstmal wenig intensiv aufm plstz arbeitest und danach auf dem platz trail ähnliche sachen machst. dass du ein vorheriges geländepferd nicht von 0 auf 100 zu einem motivationspferd im 45 minütigen platzarbeiten machst ist ja auch klar. 

wenn er die hinterhand "hinter sich her schleift" und extrem langsam wird, solltest du ihn allerdings trotzdem vorrantreiben. läuft er schön oder im V/A dann seeehr viel loben und es nach ner zeit auch gut sein lassen. ich denke man darf mit ihm nur nicht zu lange richtig arbeiten.

Kommentar von Symphonysoldat ,

Hallo!

Danke für deine ausführliche Antwort. :)

Ich sage immer scherzhaft, dass er nichts kann außer gut aussehen und frech sein. :D
Das mit der falschen Hilfe habe ich natürlich auch in Erwägung gezogen. Da es im Gelände jedoch immer und auch auf dem Platz ab und an funktioniert, gehe ich aber nicht davon aus. 

Gelassenheitsübungen werde ich mal ausprobieren. Mal sehen, wie ihm das gefällt. :D

Und wie schon gesagt, möchte ich nicht, dass er ein Dressurpferd wird. Lediglich ein wenig mehr Motivation soll dabei sein. Und länger als 30 Minuten auf dem Platz tue ich ihm auch nicht an. ^^

Das mit dem Loben bekommen wir bestimmt auch hin. Mal sehen, wie er sich so anstellt. :)

Liebste Grüße

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 29

Jetzt versuche ich es noch mal in Kurzversion :

Aussengalopp ist keine Frechheit, sondern ein Suchen nach Balance.  auf dem Platz ist das Gleichgewicht viel stärker gefordert  als im Gelände, und für ältere Pferde noch schwieriger als für junge, wegen der Gelenke.

Motivation natürlich schwierig für jemand, der sein Leben draußen verbracht hat. 

Viel Pausen, viel Loben: Immer, wenn etwas ansatzweise gut war, schritt am Langen Zügel; niemals denken :" Gleich noch mal, weil es grad so schön war." Sondern durch Pause belohnen.

Toll, dass er fitter wird und Muskeln aufbaut ! Mit Geduld , Verständnis und konsequent sein wird das bestimmt noch schöner.

Kommentar von Urlewas ,

Nach dem es jetzt geklappt habt füge ich noch was an:

Dass er schlau ist und versucht, wie er um anstrengende Arbeit herumkommt, ist nachvollziehbar. Ein Pferd ist ein Energiesparer, und auch Menschen verlieren im Alter eher an Vorwätrsdrang...

Dass er die Hinterhufe nicht gern schwingt, könnte  aber auch an beginnenden Altersbeschwerden liegen ( bei Gelegenheit Tierarzt fragen). 

Graderichtende Arbeit hilft, den Galopp zu verbessern. Wobei Du ihm auch zugute halten solltest, dass ein Haflinger sich ja schon vom Gebäude her nicht leicht tut mit Beizäumung und  Biegung.

Wenn Du Schultervor ( nicht gleich schulterherein) hinkriegst ohne den Hals vom Widerrist her rumzuziehen,  hilfst Du ihm sehr. 


Antwort
von cowgirl0204, 17

Ich reite auch einen Haflinger, der manchmal alles mögliche probiert, um die schwierigste Arbeit nicht machen zu müssen. Um ihm und mir etwas Abwechslung zu bieten, habe ich viel Bodenarbeit gemacht und mittlerweile mit Zirkuslektionen und Freiarbeit angefangen. Daran hat er großen Gefallen gefunden und ist seitdem auch beim reiten viiiiiel aufmerksamer. Wenn auch das nicht funktioniert, oder du es nicht machen möchtest, kannst du ja mal ausprobieren im Gelände zu üben :) Offensichtlich hat er ja viel Spaß daran, rausgzugehen. Dann suchst du dir zum Beispiel eine geeignete Galoppstrecke aus und dann überlegst du dir, ob du Links- oder Rechstgalopp möchtest und dann probierst du es. Das kann man natürlich auch mit anderen Sachen machen :) Ich hoffe, dass dir das ein bisschen geholfen hat :)

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 25

 Neuer  Versuch :Ich habe jetzt 2 ausführliche Antwort Versuche unternommen, jedesmal Problem mit Server 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten