Frage von halloschnuggi, 338

Hätten in Hitlers Deutschland Muslime leben können?

Eher nicht oder? Vielleicht nur deutsche Muslims?

Antwort
von Haeppna, 139

Einige Nazis - insbesondere SS-Reichsführer Heinrich Himmler - schwärmten geradezu für den Islam, weil sie in dessen fundamentalistischen Strömungen viele Ähnlichkeiten zur eigenen Ideologie erkannten, unter anderem in der Judenfeindlichkeit. Die 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS bestand fast ausschließlich aus Muslimen. Es gab mehrere solche Einheiten, die allerdings in vielen Fällen aufgrund ihrer Unzuverlässigkeit wieder aufgelöst wurden.

Im deutschen Bundesarchiv gibt es Bilder von muslimischen Mitgliedern der Waffen-SS beim Gebet (das BA hat die Bilder Wikipedia zur Verfügung
gestellt):

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bundesarchiv\_Bild\_146-1977-137-20,\_Bosnis...

Umgekehrt sah beispielsweise der Großmufti Mohammed Amin al-Husseini in Hilter einen "von der gesamten arabischen Welt bewunderten Führer". Husseini hat Hilter sogar in Berlin besucht.

Muslime konnten sich unbehelligt in Deutschland aufhalten und sogar Vereine gründen. Zitat Wikipedia: "1939 wird das Islam Institut (Ma’ahad-ul-Islam) zu Berlin e.V. gegründet. Am 21. September 1941 gründete der ägyptische Journalist Kamal Eldin Galal im Restaurant „Berliner Kindl“ am Kurfürstendamm das „Islamische Zentral-Institut zu Berlin e.V.“, das spätere Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland e.V. [...] 1942 erhielt das Archiv den Rechtsstatus eines eingetragenen Vereins."

(https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte\_des\_Islams\_in\_Deutschland)

Ein Deutscher, der zum Islam konvertiert wäre, hätte aus politischer Sicht vermutlich keine Probleme bekommen. Die Religionsfreiheit an sich gab es auch im Dritten Reich.

Ob Muslime in einem nationalsozialistischen Staat auf Dauer hätten leben können? Vermutlich nicht. Der Nationalsozialismus trat für eine Weltordnung ein, in der die sogenannten "Rassen" unter deutscher Führung getrennt voneinander existieren sollten. Vermischungen lehnten sie ab. Muslime sind zwar keine "Rasse" im Sinne der Rassentheorie, wohl aber die ethnischen Gruppen, aus denen sie überwiegend stammen. Diese wären den Nazis aus Sicht ihrer "Rassenhygiene" nicht gut genug gewesen.



Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 123

Ja.

Die SS hat z.B. auch Verbände aus bosnischen Muslimen aufgestellt.

Der Großmufti von Jerusalem, ein entfernter Verwandter und Vorbild Arafats, verbrachte den 2. Weltkrieg im Berliner Exil.

Hier kannst du dich ein wenig in die Verkumpelung von Nazis und fundamentalen Radikalislamisten einlesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini#Probleme_der_Bewertung

Antwort
von Geraldianer, 139

Der Hass auf Juden entstand nicht aufgrund rationaler Überlegungen oder tatsächlicher Verhaltensweisen dieser Gruppe. Die Basis des Antisemitismus ist Fremdenfeindlichkeit oder besser Feindlichkeit gegen Menschen die anders sind.

Hätten damals Muslime statt Juden in größerer Zahl in Deutschland gelebt, wären Argumente gegen diese konstruiert worden. Genau wie gegen Sinti, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und politisch Andersdenkende.

Bei der Familie Le Pen kann man ja sehen, wie innerhalb einer Generation das Hassobjekt Jude gegen Muslim ausgetauscht wurde. Bei uns in Deutschland und Österreich wird dieser Aspekt heute nur ausgeblendet, beispielsweise möchte die AfD die Zeit des Nationalsozialismus gern aus den Geschichtsunterricht raushalten.

Antwort
von HansH41, 111

Ja Schnuggi. Die beiden Ideologien passten sehr gut zusammen.

Wie in anderen Beiträgen schon geschrieben: Erst nach dem Krieg, wollten Alle gegen Hitler gewesen sein.

In Wahrheit gab es viele Sympathisanten und Unterstützer des Dritten Reiches und seiner Politik. Die Ungarn, die Rumänen, die Finnen, die Italiener als Staaten.

Dann kämpften in der Wehrmacht viele nicht-deutschen Soldaten. Zu den hier bereits genannten kommen noch die Bataillone der Flamen, der Elsässer usw.

Antwort
von hutten52, 154

HItler verachtete das Christentum ("zu weich, zu friedlich") und schätzte den Islam als "Kriegerreligion". Im Krieg verbündete sich der islamische Großmufti von Jerusalem, Amin al-Husayni, mit Hitler gegen die Briten und flüchtete nach Berlin. Schnell wurde er dort zu Hitlers wichtigstem Propagandisten in der muslimischen Welt.

Gleichzeitig rekrutierten Wehrmacht und Waffen-SS ab 1941 zehntausende moslemische Freiwillige – Bosnier, Albaner, Krimtataren und Muslime aus dem Kaukasus und aus Zentralasien. Man stellte eine SS-Division aus moslemischen Soldaten auf. Moslems kämpften für Hitler in Stalingrad, Warschau, und sogar bei der Verteidigung Berlins. Den Soldaten wurden zahlreiche religiöse Zugeständnisse gemacht: Islamische Rituale und Praktiken, wie etwa das Gebet oder das Schächten, wurden gestattet. Eine besondere Rolle in den Einheiten spielten Militärimame. Diese waren nicht nur für die religiöse Betreuung der Rekruten verantwortlich, sondern auch für deren politische Indoktrinierung. Heinrich Himmler erklärte 1944 in einer Rede vor Parteifunktionären:

"Ich muss sagen, ich habe gegen den Islam gar nichts, denn er erzieht mir in dieser Division seine Menschen und verspricht ihnen den Himmel, wenn sie gekämpft haben und im Kampf gefallen sind. Eine für Soldaten praktische und sympathische Religion!"



Kommentar von halloschnuggi ,

Danke erstmal. Hast du den Texten selber geschrieben? Was ist deine Quelle?

Antwort
von Ifosil, 192

Doch, denn viele muslimische Staaten der damaligen Zeit hatten ein gutes Verhältnis zu Nazi-Deutschland. Hitler hatte sogar versucht viele Muslime gegen die Alliierte aufzustacheln, was fehl schlug. 

Trotzdem dienten in der Wehrmacht auch eine Minderheit von Muslimen.

Kommentar von halloschnuggi ,

Krass, das wusste ich nicht!

Kommentar von Ifosil ,

Du glaubst nicht, was alles in der Wehrmacht drin war. Vom Franzosen bis zum Tschechen war alles vertreten. Sogar einige wenige US-Amerikaner waren in der Wehrmacht. Meist mit deutschen Wurzeln.


Kommentar von nooppower15 ,

Natenjahu hatte dem "Mufti von Jerusalem", Mohammed al-Husseini, am Dienstag die Hauptverantwortung für die Judenvernichtung gegeben. "Wenn
Sie die Juden vertreiben", habe al-Husseini zu Hitler gesagt, "dann
werden sie alle nach Palästina kommen." Was er denn mit ihnen machen solle, habe der "Führer" gefragt, worauf der Mufti geantwortet habe: "Verbrennt sie!"

http://www.tagesspiegel.de/politik/nach-rede-von-benjamin-netanjahu-wer-war-der-...

Kommentar von Karl37 ,

Es sollte aber bekannt sein, dass Netanjahu ebenso wie Donald Trump ein großer Lügner ist.

Sicher der Obermufti von Jerusalem hat in Berlin um Asyl nachgesucht und erhalten, er hat aber nichts mit dem Holocaust zu tun. Im Gegenteil, die Nazis haben die muslemische Welt gegen sich aufgebracht, da Tausende von ihnen erschossen wurden, weil die einfältigen SS-Mannen Araber mit Juden verwechselten. Es brauchte hier sogar einen Extrabefehl von Reinhard Heydrich Juden nicht an der Bescheidung festzumachen.

Kommentar von halloschnuggi ,

Danke für den Artikel, echt sehr interessant! Ich dachte mir in einen der Sätze nur " Dieser Moment wenn ein Kindermörder einen als Kriegsverbrecher bezeichnet."

Antwort
von DoktorSelstsam, 53

Mit wenigen Tausend schon. Millionen so wie im heutigen Deutschland nicht.

Aber wie bereits einige geschrieben Handschar. Hier nochmal. und mehr Infos. Auch Beziehung zu muslimischen Ländern und militräischen Aktivitäten des Deutschen Reichs.

Reinklicken bildet ;)

http://www.eslam.de/begriffe/t/trauerkranz\_fuer\_saladin.htm

http://www.zeit.de/2014/30/erster-weltkrieg-dschihad-kaiserreich

https://de.wikipedia.org/wiki/Niedermayer-Hentig-Expedition

https://de.wikipedia.org/wiki/Halbmondlager

Ältese Moschee Deutschlands - Von den Nazis instrumentalisiert

https://de.wikipedia.org/wiki/Wilmersdorfer\_Moschee#Zeit\_des\_Nationalsozialis...

Waffen-SS Division Handschar

https://de.wikipedia.org/wiki/13.\_Waffen-Gebirgs-Division\_der\_SS\_%E2%80%9EHa...(kroatische_Nr._1)

Die Moral war aber nicht sehr gut - waren oft unzuverlässig

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/GebirgsdivisionenSS/13SSGebD.ht...

Der Großmuffti von Jerusalem wurde seites der Briten als Kriegsverbrecher gesucht.

Was kaum bekannt ist, die Wehrmacht war auch im Irak und Syrien aktiv, wenn auch mit sehr wenigen Soldaten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderstab\_F

https://de.wikipedia.org/wiki/Brandenburg\_(Spezialeinheit)#Eins.C3.A4tze_im_weiteren_Ausland  [Einfach den gesamten Link makieren, kopieren und in die Leiste einfügen. Keine Ahnung warum nur ein Teil des Links blau ist]

https://de.wikipedia.org/wiki/Kampfgeschwader\_200#Geschichte

https://www.bundesarchiv.de/oeffentlichkeitsarbeit/bilder\_dokumente/00863/index...

Erst im weiteren Verlauf des Krieges richtete sich der deutsche Blick auf die arabischen Ölfelder des Irak und Iran. Die Wehrmacht sollte zunächst Baku einnehmen und dann weiter in den Orient maschieren in den Irak und den Iran. Und das deutsche Afrikakorps von Süden über Ägypetne, den Sinai, Palästina und dann Irak.

http://www.lasalle.edu/~mcinneshin/303/wk06/ME/mapGERdrivesonoil.jpg

https://books.google.de/books?id=gJqqCgAAQBAJ&pg=PT148&lpg=PT148&dq=...&q=Division%20brandenburg%20Syrien&f=false

http://www.changingthetimes.net/resources/iran\_in\_world\_war\_two.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Persischer\_Korridor

http://www.ccis.edu/courses/hist102mtmcinneshin1/week15a/zcaucasusoil.jpg

http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Irak/deutsch.html

Um Aufstände anzustachlen wurden deshalb Brandenburger und das KG 200 in den Orient entsandt um die Aufständischen zu beraten und mit Waffen zu beliefern. Es gibt Fotos von deutschen Flugzeugen mit irakischen Hoheitsziechen

https://de.wikipedia.org/wiki/Milit%C3%A4rputsch\_im\_Irak\_1941

Und allgmein - Ausländische Freiwillige der Waffen-SS

https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4ndische\_Freiwillige\_der\_Waffen-SS




Antwort
von Juli277di, 27

Hass ermöglicht die seltsamsten Koalitionen – nach dem Prinzip "Der Feind meines Feindes ist mein Freund".

So hatten deutsche Nationalsozialisten und Araber gewiss denselben Gegner: Juden und das, was beide das "internationale Judentum" nannten. Intensiver als bei NSDAP-Anhängern und radikalen Arabern ist der Antisemitismus wohl nie gewesen. Und jedenfalls bei Letzteren hat sich das bis heute nicht geändert.

Interessant ist es dennoch, die Rolle des Islam für den Antisemitismus vor und im Zweiten Weltkrieg zu untersuchen. Denn in verschiedenen eroberten Ländern trafen deutsche Truppen während des Zweiten Weltkriegs auf islamische Einheimische. Eine Karte in Motadels Buch illustriert das: Im besetzten Jugoslawien gab es Muslime, vor allem natürlich in Bosnien; außerdem im vorwiegend italienisch besetzten Albanien. Auf der Krim lebten ebenso Muslime wie im Kaukasus. Im verbündeten Bulgarien gab es kleinere islamisch geprägte Gruppen. Allerdings hatte der deutsche Versuch, islamische Verbündete zu finden, regional sehr unterschiedlichen Erfolg. Auf der Krim beispielsweise wurden sogar zuvor von den atheistischen Sowjetfunktionären zerstörte Moscheen wieder errichtet; sogar Koranschulen entstanden neu. In Afrika dagegen waren die Einheimischen schon seit Jahrzehnten von europäischen Kolonialherren, Italienern und Franzosen, unterdrückt worden. Die Deutschen erschienen ihnen nur als weitere Kolonialherrschaft.

LG

Antwort
von priesterlein, 132

Nein, auch wenn sie von den Nazis umworben wurden, weil sie als kämpferische Religion mit einem Hang zu Selbstmordattentätern wahrgenommen wurden, wären sie nie direkt in Deutschland geduldet worden. Ohne den Kriegsdruck wären die wegen der Muslime ignorierten Bedenken und Rassengedanken wieder hochgekommen.

Antwort
von Modem1, 35

Gut verstanden haben die Nazis sich mit den Großmufti von Jerusalem : Er schlug Hitler vor alle Juden zu verbrennen.Denn.. die Nazis wollten alle Juden aus Deutschland zunächst ausweisen.Die sogenannte "Endlösung der Judenfrage" wurde auf der Wannseekonferenz in Berlin beschlossen ,da war schon der Krieg gegen Russland.(In etwa die Aussage des israelischen Ministerpräsidenten)

Antwort
von hummel3, 75

Wenn Hitler sein Ziel erreicht hätte, auf Dauer gewiss nicht! - Aber auch schon während seiner tatsächlichen Regierungszeit hätten allein schon die ständigen Sonderwünsche und -forderungen unserer "deutschen Muslime" von heute, seinen Zorn auf sich gezogen. - Und Hitler konnte sehr zornig werden! 

Antwort
von Matermace, 105

In der Waffen-SS gab es die Division "Handschar", in der Wehrmacht die "Legion Freies Arabien", diese bestanden aus Freiwilligen vom Balkan und aus arabischen Ländern, größtenteils Muslime. Himmler war begeistert vom Islam, ich könnte mir also denken dass das schon geklappt hätte.

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