Frage von Nenai, 75

Hätte ich auf mein Bauchgefühl hören sollen?

Ich bin seit einigen Jahren mit einem Mädchen befreundet gewesen. Sie war mich sehr oft besuchen, ich war sie im Vergleich dazu, jedoch recht wenig besuchen. Sie sagte mir vor ein paar Jahren, dass sie in mich verliebt sei und ich sagte, dass man es versuchen könnte. Daraus wurde jedoch nichts. Wir bleiben weiterhin Freunde, ihre Gefühle für mich verschwanden aber nicht. Jedenfalls regte sie mich in der Freundschaft mit ihrem Verhalten immer weiter auf, da es oft egoistisch und teilweise narzistisch und herablassend war. So hatte ich oft das Gefühl, dass sie meine Meinung nicht akzeptiert oder mir Dinge, die ich mag, madig machte. Irgendwann reagierte ich dann mit Trotz. Nun trat der Fall ein, dass sie jobbedingt mehrere Tage am Stück frei hatte und fragte, ob ich sie besuchen kommen würde. Da ich zur Zeit keine Arbeit habe, müsste ich keinen Urlaub nehmen. Da sie aber sagte, dass es von einer Kollegin abhängig sei, wollte ich erst warten, ob es bei ihren freien Tagen bleibt. Am Abend fiel mir ein, dass mein Vater zu der Zeit Geburtstag hatte und ich jemandem beim Umzug helfen sollte. Also sagte ich ihr am nächsten Tag, dass ich nicht Freitag, sondern erst Sonntag kommen könnte. Da ging sie gleich an die Decke und sagte "Dann lassen wir es eben. Lohnt sich dann auch nicht mehr." (Wir reden hier von insgesamt 6 freien Tagen und ich würde etwa 4h mit dem Auto fahren.) Nach einem Gespräch mit meinem Vater, sagte ich ihr, dass ich Samstag komme, am Geburtstag meines Vater. Jedoch, dass ich ihm vorher noch persönlich und nicht über telefon gratulieren wollte. Da ging sie wieder hoch und sagte, dass wir es "lassen sollten", wenn ich eben nicht Freitag komme, weil ich einen auf "heile Familie" machen müsse. Dass sie hinter meinem Vater anstünde und mir nicht wichtig wäre. Ihre Mutter gab ihr in der Hinsicht übrigens Recht.

Das ganze ging 2 Tage und ich sagte ihr, dass sie mit mir auch in Ruhe darüber hätte reden können. Nun sagte ich ihr, dass ich sie nicht besuchen kommen würde, weil ich ihr Verhalten nicht gut finde und mich auch nicht mehr wirklich willkommen fühle. Auch sagte ich ihr, dass mich ihr Verhalten dieganze Zeit verletzt hätte. Nun meinte sie, dass sie es Leid sei, dass sie voller Vorfreude allen erzählt, dass ich komme und ich ihr dann absage. Auch, dass sie keine Lust mehr hat, dass sie immer zu mir kommt, ich aber selten bei ihr sei, weil ja immer etwas wäre. Sie sagte mir, dass sie den Kontakt abbrechen will. Ich sagte ihr, dass ich mich wirklich darauf gefreut habe und auch zu ihr gefahren wäre. Hatte mich aber am Ende gegen mein Bauchgefühl entschieden, dass mir sagte, dass ich fahren sollte und dass ich weiterhin Kontakt halten möchte.

Ob sie das wirklich macht und den Kontakt abbricht, weiß ich nicht. Ich kann es nicht einschätzen. Nun habe ich jedoch Zweifel, ob meine Entscheidung, trotz des Ausgangs, richtig war oder ob ich nicht doch lieber hätte fahren sollen. Da sie mir am Telefon "Leb wohl" sagte. Was meint ihr?

Antwort
von voruebergehend, 21

Ich glaube, dass seit der Sache damals (ihr kommt doch nicht zusammen, ihre Gefühle verschwinden jedoch nicht) ihr Urvertrauen dir gegenüber einfach gnadenlos erschüttert ist. 

Nach so einem "Schicksalsschlag", nach wahrscheinlich jahrelangem so tun als würde sie dich nicht wollen, nach dem Simulieren einer ja so gut funktionierenden Freundschaft - Kontakt kann dann nicht problemlos bestehen. Du hast ihr damals wahrscheinlich sehr weh getan. Und der ganze Kontakt, den ihr seit damals hattet, war nur Fassade - so tun, als wäre man gut befreundet, für dich ist alles gut, aber für sie? Sie hat dich doch geliebt, oder nicht? Du sagtest, man könne es versuchen. Hat nicht geklappt. Okay, du warst ehrlich und so weiter, aber es geht ja gerade darum, wie schlecht es ihr ging.

Dich "runterzumachen" und dir Sachen schlecht zu reden resultierte höchstwahrscheinlich genau daraus. Du hast ihr weh getan und bist in ihrem Leben geblieben (es wäre besser gewesen, du wärst gegangen), und dann wollte sie dir auch weh tun.

Dass du dann zwei Tage später kommen willst passt in das Bild, das sie von dir hat. Sie wundert es gar nicht, dass du sie wieder enttäuscht. Sie regt sich auf, um sich nicht einzugestehen, dass du ihr immer noch so weh tun kannst. Und JA, wir reden von so einer einfachen Sache wie 1-2 Tage später zu kommen!

Für euch beide wäre es besser, keinen Kontakt mehr zu haben. Und zwar wirklich. Ihr Stolz und ihre Gefühle sind unwiderruflich verletzt. Du bist genervt, weil sie so mit dir redet (was ich auch verstehen kann, der Text hier soll nichts gegen dich sein; ich versuche nur zu erklären wie ich es denke). Dann kommt es wieder zur Diskussion, weil du dann so tust, als wärest du das Opfer (als du sagtest, dass du verletzt bist). Das interessiert sie nicht. 

Wie gesagt, das kann nicht mehr funktionieren. 

Kommentar von Nenai ,

In den meisten Diskussionen stellte sie sich als Opfer hin und mich als die Böse. Es ging im Grunde nur um sie und wie sie sich fühlte, wenn ich eine ihrer Reaktionen ruhig hinterfragte, weil ich sie nicht nachvollziehen konnte. Wie es mir dabei ging schien sie nicht zu interessieren. Dass wir weiterhin befreundet bleiben, war ihre Idee. Als ich ein oder zwei Jahre nach der "Trennung" bei ihr zu Besuch war, kamen auch keinerlei Signale, die darauf hingedeutet hätten, dass sie in dem Moment mehr als nur Freundschaft empfand.
Mir liegt nach wie vor sehr viel an der Freundschaft und ich würde es wirklich schade finden, würde der Kontakt wirklich abbrechen. Denkst du, dass es besser gewesen wäre, wenn ich gefahren wäre?
Da ich ihr sehr oft nachgab oder mich für mein Verhalten entschuldigte. Es mir dieses Mal jedoch einfach zu viel war, da sich, nie etwas änderte. Obwohl sie Besserung gelobte. Nicht mal ein Ansatz war zu erkennen.

Kommentar von voruebergehend ,

Dass sie sich immer als das Opfer dargestellt hat, liegt daran, dass sie für sie das Opfer IST. Wie schon gesagt. Seit der Sache damals kann es nicht mehr werden wie früher.

Ich glaube, es wäre besser gewesen, wenn du gefahren wärest. Jetzt bist du es nicht, und dieser Streit ist anscheinend nur einer von vielen. Mit  Streit meine ich übrigens auch einfach nur eine Meinungsverschiedenheit, genervt sein, sich anzicken und  so weiter. Halt alles, was nicht gut ist. Das ist doch auch keine "Freundschaft", oder? 

Dass sie nicht den Eindruck machte, mehr als Freundschaft zu wollen, muss nichts heißen. 

Ich würde es beenden. Das hat doch keinen Sinn. Ihr verletzt euch gegenseitig. 

Kommentar von Nenai ,

Aber hätte sie dann am Ende mit ihrem Verhalten nicht eher das Gegenteil von dem erreicht was sie wollte? Ob Beziehung oder Freundschaft, wenn einer den anderen niedermacht, dann kann doch keine stabile Verbindung entstehen. Wollte sie es nicht verstehen, was sie da tat und anrichtete oder konnte sie es nicht? Dass sie, dadurch, dass sie mich runtermachte, als dumm bezeichnete oder dergleichen, eher alles zerstörte. Sie ist ja auch kein Kind mehr sonden über 25.

Ich habe ebenfalls Fehler gemacht, keine Frage. Das gestehe ich auch ein. Und ich denke auch nicht, dass es etwas bringen würde, würde ich nun nachträglich zu ihr fahren. Ich möchte hier auch nicht stur wirken, ich frage mich halt nur, ob man, wenn man schon am Ende sagt, dass man die Person eben nur für sich wollte. Das man mit diesem Handeln eigentlich das genaue Gegenteil erreichte. Sie mochte es nicht, wenn ich etwas mit Freunden unternahm oder gar, wenn ich mit meiner Schwester etwas unternehmen wollte. Wohingegen sie von mir natürlich Verständnis einforderte, wenn sie etwas unternehmen wollte. Man könnte auch sagen, dass sie an zweierlei Maßstäben misste. Für sie war es lang, wenn sie 2 Wochen eine Freundin nicht sehen konnte und es wurde vorrausgesetzt, dass ich dafür Verständnis habe, dass sie diese Freundin dann besucht, die sie sonst jede Woche sieht. (Das Verständnis hatte ich.) War dies aber bei mir der Fall und ich wollte ein paar Stunden mit meiner Schwester verbringen, die ich 3 Wochen nicht sah, kam es einer Todsünde gleich. Das ist für mich total widersprüchliches und verwirrendes Verhalten.
Sprach ich sie aber darauf an, bekam ich keine direkte Antwort. Sondern nur das Gefühl: "Ich darf das. Du nicht." (Grob gesagt.)

Kommentar von voruebergehend ,

Ich glaube, ihr Gefühlszustand war so eine Art "Hassliebe" - einerseits braucht sie dich, aber andererseits hasst sie es, dich zu brauchen und projiziert ihre Wut (auf sich) auf dich. 

Antwort
von BoombaGum, 22

Ich sag es mal gerade raus. Schieß sie in den Wind. Bitte such dir eine Frau die Verständnis zeigt! Die Familie steht vorne an und fertig. Sie ist egoistisch, egozentrisch und führt dich zu alle dem noch vor.
Du hast richtig gehandelt, gib dir doch mal wie sie dich behandelt!

Bitte bitte tu dir den gefallen und lass sie, du findest 100% jemanden für den du Gefühle hast und der dich auch wertschätzt

Viel Glück dabei 🍀

Antwort
von ElettraXXX, 16

Hey, boah, dass ist richtig fiess von der. Ich finde, dass es besser ist den Kontakt abzubrechen, denn das ist keine Freundschaft, sry. Ich haette an deiner stelle genau das selbe getan, schon aus trotz, weil sie dich herum kommandiert. Aber es war falsch, dass du nachgegeben hast. Na klar war es nicht richtig von dir, dass du nicht so oft gefahren bist wie sie, aber darueber haette man in ruhe reden koennen. Vielleicht bist.du ja auch nicht so oft gefahren, weil du tief in dir gar keine lust hattest sie zu sehen.... Lg und viel Glueck E.

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