Frage von dupzi, 97

Hätte euer Sohn mehr erlaubnis als euer Tochter? Z.b wenn die in Partys / Clubs gehen möchten usw.?

Bei der Tochter weiß man ja nie ob jemand sie vergewaltigen würde.

Antwort
von Schattentochter, 57

1. Weiß man das auch bei Söhnen nicht. (Bitte mal recherchieren... -.-)

2. Wenn man sein Kind vernünftig erzieht, wird's auch wissen, wie's sowas bestmöglich vermeiden kann - und selbst dann ist man nie risikofrei. Auch nicht, wenn man sie zuhause einsperrt.

3. Die Erziehung vom Geschlecht abhängig zu machen, ist einfach nur sexistisch und nicht vernünftig.

4. Wenn man ein Kind einsperrt, züchtet man sich einen Ausreißer. Die Chance, dass man dann denkt, Töchterlein würde gemütlich schlafen, während sie in Wahrheit grade OHNE, dass man davon weiß, in irgend einem Club ist, steigen ins Unermessliche.
Als Elternteil ist es besser, die Person zu sein, die Kinder nicht belügen MÜSSEN. Von Extremen ist noch keiner vernünftig geworden.

Kommentar von Mojoi ,

1. Ist die Wahrscheinlichkeit, verführt zu werden (ich sprech jetzt gar nicht mal von Vergewaltigung aber auch dort gilt dies), bei Frauen tendenziell höher.

2. Wenn. Und bis dahin? Hat eine 13jährige genug Reife, sich aus Situationen, die sie später bereuen könnte, herauszuhalten?

3. Nein, ist angepasst. Frau und Mann sind unterschiedlich. Selbst Junge und Junge sind unterschiedlich und als Elternteil kann man das erkennen und muss in der Erziehung individuell drauf eingehen. Mein Sohn läuft eher nach Gehör, rummst an jeder Ecke an, folgt lieber der Schwerkraft als seinem Gleichgewichtssinn, während sein bester Kumpel ein wenig umsichtiger ist. Darum verbiete ich meinem Sohn auch Situationen, in der die Gefahr etwas höher ist als nur eine schmerzhafte Erfahrung. Bin ich darum ein Rabenvater?

Sexismus ist eine unangemessene, grundlose und benachteiligende Ungleichbehandlung verschiedener Geschlechter. Die geschlechterspezifische Ungleichbehandlung an sich ist es nicht.

4. Auch hier: Warum immer Extreme? Wenn ich Gefahren für meine Tochter erkenne (oder auch nur fälschlicherweise annehme), die ich für meinen Sohn nicht sehe, sollte ich dann nicht mit einem Mindestmaß diese Gefahr einschränken, BIS sie soweit ist, sich dem selbst zu stellen (gilt auch umgekehrt: Mein Sohn darf noch nicht mit scharfen Messern hantieren, Tochter darf - Bin ich sexistisch)? Meine Tochter ist jetzt sieben Jahre. Natürlich lasse ich sie nicht alleine zur Schule gehen - auch wenn ich ihr schon relativ erfolgreich einbläue, nicht zu Fremden ans Auto zu gehen etc. Gilt momentan auch für meinen Sohn. Später wird es für meine dann reifere Tochter nicht mehr gelten, für meinen Sohn aber immernoch = Ungleichbehandlung = Sexismus?

 

Kommentar von Schattentochter ,

1. Süß, eine Behauptung. Und worauf basierst du diese unsagbar großartige Information? Denn ganz ehrlich, auf offiziell faktisch verfügbaren Daten wohl eher nicht.

2. Weder ein männlicher noch ein weiblicher Mensch unter 16-17 Jahren sollte in Clubs herumlaufen. Davon aber abgesehen: Ja, wenn man's richtig macht. Ich konnte das schon mit 12.

3. Dass Menschen unterschiedlich sind, hat keiner angezweifelt, ergo ist dieses Argument sinnfrei.
Aber auf der Basis des Geschlechts jemandes Freiheiten einzuteilen, ist Sexismus. Denn Freiheiten gehören nicht zur Anpassung, sondern zu den Rechten.

4. Wenn man es auf dem Alter, der Persönlichkeit, etc. basiert, ist es vernünftige Erziehung. Wenn man es auf dem Geschlecht basiert, ist es absoluter Bockmist. Ganz einfach.
Kann doch nicht so schwer zu begreifen sein.
Töchterlein und Sohnemann sind aufgrund ihres Wesens entweder gefährdeter oder eben weniger, nicht aufgrund dessen, was sie zwischen den Beinen haben -> ergo: Wenn Töchterlein sich generell gerne mal verantwortungslos verhält und Sohnemann nicht, so ist's völlig legitim, ihr straffere Regeln zu setzen als ihm.

Aber ganz ehrlich - man kann seine Kinder nicht vor allem beschützen. Und wenn man's mit dem Schutz übertreibt, hat man am Ende unselbstständige Kinder, die eigentlich schon längst im Stande sein sollten, Verantwortung zu übernehmen.
Die Dosis entscheidet man auf der Basis von Persönlichkeiten, nicht des Geschlechts.

Kommentar von Mojoi ,

Deine Stellungnahmen triefen vor Ignoranz und unangebrachter Süffisanz.

Die Möglichkeit, durch sexuelle Erfahrungen verletzt zu werden (oder konkreter: Vergewaltigt), ist also bei Männlein und Weiblein gleich hoch? Weltfremd, einfach nur weltfremd.

Weder Männlein noch Weiblein sollten mit 16 - 17 in Clubs rumlaufen? Wie adult-chauvinistisch ist das denn? Ich kenne jemanden, die konnte das schon mit 12. Ich kenne genug, die können das noch nicht mal volljährig.

Selbstverständlich enthalte ich Halbwüchsigen Rechte vor, wenn dadurch eine Gefahr von ihnen abgewandt wird. Und die angepasste unterschiedliche Behandlung der Geschlechter pauschal als Sexismus abzutun ist femininer Chauvinismus.

4. Das selbe in grün. Nicht zu erkennen, dass - auch aufgrund der unterschiedlichen Geschlechter - unterschiedliche Schutzbedürfnisse bestehen und alles Gegenteilige als Bockmist abzutun ist weltfremd und unreif.

Ja, ich kann meine Kinder nicht vor allem schützen. Das ist wieder ein Extrem, dass du heraufbeschworen hast. Wo ich aber Gefahren abwendbar sehe, und die Einschränkung der Lebensqualität für vertretbar halte, da tue ich das doch als Vater.

 

Kommentar von Schattentochter ,

1. Ich wiederhole - do your research. Es gibt mehr als ausreichend Quellen.

2. Was genau haben Leute, die keinen Alkohol konsumieren dürfen und deren Gehör medizinisch nachgewiesenermaßen noch eine stärkere Empfindlichkeit auf Lärm aufweist (12-13) bitte in einem Establissement verloren, in dem bei ellenslauter Musik getrunken wird?

3. Die "Chauvi"-Keule zu schwingen, kommt ein bisserl blöd, wenn man offenbar nicht viel Ahnung davon hat, was das Wort bedeutet. ;) Den Duden gibt's übrigens online.

4. Wir sollten nicht daran arbeiten, Ungleichheiten aufrecht zu erhalten, sondern sie loszuwerden. Aber das geht einem, der den Status Quo supi findet (lass mich raten - weiß, männlich, hetero?^^) natürlich zu weit.

Antwort
von MrHilfestellung, 70

Nur, weil die Chance theoretisch höher ist, dass meiner Tochter eine sexuelle Straftat wiederfährt, so ist das kein Grund sie zuhause einzusperren.

Kommentar von Mojoi ,

Das heißt, es gibt nur diese zwei Extreme? Die Tochter alles machen lassen, was sie will, und Einsperren?

Kommentar von MrHilfestellung ,

Nö, aber die Tochter nicht in Clubs und auf Parties gehen zu lassen ist ja einsperren.

Kommentar von Mojoi ,

Also wäre es OK, meine siebenjährige Tochter in Clubs und auf Parties gehen zu lassen?

Oder erst mit 18?

Mit 9?

Mit 16?

Mit 11?

Mit 13?

Bis wann bin ich ein fürsorglicher Vater und ab wann bin ich ein herrischer Sexist?

Oder ist es OK, meine  in der Entwicklung befindliche Tochter peu á peu mehr Freiheiten zu geben, parallel zu ihrer persönlichen Entwicklung?

Kommentar von MrHilfestellung ,

Ich denke es ist uns beiden bewusst, dass meine Tochter und auch mein Sohn nicht mit sieben Jahren in den Club gehen dürfen.

Natürlich sollten solche Freiheiten erst mit fortschreitender Entwicklung gewährt werden.

Mir geht es aber eher darum, keinen Unterschied in der Behandlung zwischen Sohn und Tochter zu machen, den dieser ist nämlich sexistisch.

Kommentar von Mojoi ,

Nach Ihrer Meinung. Sei Ihnen belassen. Nach meiner Meinung ist es individuelle Erziehung.

Und wenn ich meine Kinder individuell geschlechterspezifisch erziehe (ja, das kann auch unterschiedlich geltende Verbote bedeuten), heißt das nicht, dass ich meine Tochter in ihre Kammer einsperre, in eine Wolldecke wickle und mit zwölf beschneiden lasse.

Herrgott, muss denn alles immer in Extreme hinauslaufen?

Die Frage war, dürften Jungs mehr (oder weniger) als Mädchen.

Kommentar von MrHilfestellung ,

Richtig. Und die Frage beantworte ich mit einem "nein". 

Kommentar von MrHilfestellung ,

Natürlich sollten Kinder individuell erzogen werden, aber diese Individualität ist nicht am Geschlechtes des Kindes festzumachen, sondern am Charakter des Kinder.

Das führt hier aber alles schon viel zu weit weg von der Frage.

Kommentar von Mojoi ,

Das ist konkret die Frage: Kinder aufgrund ihres Geschlechtes unterschiedliche Freiheiten geben.

Ich sage ja - nicht pauschal aufgrund des Geschlechtes (du Frau, du nix dürfen), sondern individuell aufgrund geschlechterspezifischer Gefahren (der Bub darf halt mit 14 aufs Dorffest, das gleichaltrige Mädel nur, wenn ihre Freundinnen dabei sind - tendenziell. Wenn der Reifestand der Kinder mir was anderes sagt, kann das umgekehrt sein).

Und umgekehrt, der Junge dürfte auf Parties wo Alkohol ausgeschenkt wird nur, wenn er mich mit seiner Reife davon überzeugt hätte, während ich bei meiner Tochter in diesem Punkt früher ein vernünftiges Verhalten erwarten dürfte.

Der Sohn darf noch keine Schere unbeaufsichtigt handhaben, weil er in seinem knabenhaften Rowdytum Kabel kaputtschneidet. Die Tochter ging in dem Alter schon verantwortungsvoll damit um. IST geschlechterspezifisch, ich Sexist Ugu Aga!

Antwort
von claubro, 51

Nein würde ich nicht.

Gegen solche Risiken kann man sich schützen bzw. der Tochter erklären, wie man sich schützt  (nicht allein nach Hause gehen, mit mit Freundinnen...). Jungs können ja auch in eine Schlägerei geraten....

Antwort
von Tragosso, 50

Ich würde da keinen Unterschied machen.

Antwort
von loema, 12

Eigentlich müßte ja der Sohn weniger Erlaubnis haben.
Bei ihm wüßte man ja nie, ob er jemanden vergewaltigen würde.

Antwort
von Mojoi, 44

Ich muss zugeben, mein Sohn dürfte mehr.

Er wäre halt mit dem Schlüssel unterwegs, während meine Tochter mit dem Schloss unterwegs ist.

Nur bezogen auf meinen Sohn (wenn mir der Rest der Welt egal wäre), wäre es weniger heikel, wenn er mit seinem Schlüssel Schlösser öffnen würde (gleichwohl ich versuche, ihn zu einem verantwortungsvollen Menschen zu erziehen).

Wenn aber meine Tochter mit ihrem Schloss unterwegs wäre, hätte ein "versehentliches" Öffnen etwas dramatischere Folgen.

Kommentar von Schattentochter ,

Um Gottes Willen, ich hoffe, Sie haben keine Kinder.

Von Schlüsseln und Schlössern zu schwadronieren, ist ja himmelschreiend unreif - nennen sie's doch beim Namen: Sie könnte schwanger werden.

Sollte aber keinen Einfluss haben - denn wenn man sie zu intelligenten, selbstständig denkenden Wesen erzieht, passiert's nicht.
Ach übrigens, ob ER schwängert, oder SIE schwanger wird, ist völlig scheißegal -> es sei denn, man fällt dem absoluten Irrglauben anheim, dass ER nicht exakt so viel Verantwortung zu übernehmen hätte, wie sie.


Wenn man um's Thema Sexualität aber mit Behelfsmetaphern herumeiert, kann ich mir das Verhütungsgespräch schon vorstellen: "Naja, also, man muss halt schon schauen, dass der Schlüssel von Sicherheit umhüllt ist. Sonst gibt's da natürlich auch Zuckerln, also, aus der Apotheke..."

Kommentar von Mojoi ,

Das haben Sie sehr schön belehrt.

Kommentar von Huflattich ,

Ach ja , wie beneidenswert "jung" und unbeschwert  doch so mancher noch ist ......

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