Frage von Yael20, 47

Hätte die Menschheit (WIR) jemals die Chance gehabt sich zu entfalten/entwickeln, wenn nicht die Religion und der Glaube wären?

Auch wenn viele der hier Anwesenden nichts von Religion halten (aus welchen persönlichen Gründen auch immer), aber war es nicht die Religion die uns soweit gebracht und zu dem gemacht hat, was wir heute sind ?

Antwort
von OlliBjoern, 9

Die Beobachtung sagt jedenfalls, dass nahezu jede ältere Kultur (und da denke ich nun nicht nur an die Kulturen, die unsere monotheistischen Religionen hervorgebracht haben) eine Form des Glaubens und der Mythologie kannte (oder immer noch kennt).

Ich denke, dass dies - zumindest in früheren Zeiten - einen Vorteil dargestellt haben muss (wäre es nicht so gewesen, müsste man eine ältere "religionsfreie" Kultur heranziehen können; es gab so etwas, aber nur punktuell, man kann hierbei nur von Ausnahmen sprechen). Hätten frühere "religionsfreie" Kulturen einen nennenswerten Vorteil gehabt, hätten sie sich stärker verbreitet. Aber dies war nicht der Fall (ich rede jetzt von Zeiten <1000 n.Chr.).

Die Abwendung von Religion ist ein recht "rezentes" Phänomen, also noch nicht sehr alt. Parallel dazu fand ein Aufstieg der Wissenschaften statt. Jedoch muss man diese 2 Dinge nicht zwingerdermaßen als "Kontrahenten" sehen, es ist durchaus möglich, eine gewisse Parallelität aufrechtzuerhalten.

Antwort
von Chaoist, 26

Es mag einst eine Zeit gegeben haben, in der der Glaube den Menschen beflügelte. Diese Zeit ist aber vermutlich sehr nahe in Lucys Umfeld zu suchen.

Auch die Religion spielt eine wichtige Rolle in der Menschwerdung. Ihre Zeit war wohl die aus der die heutigen Religionen stammen und etwas früher.

Den großen Wissenschaftlichen Fortschritt von heute, verdanken wir aber eher den Menschen, die die Religion hinter sich gelassen haben.

Einen Glauben, brauchen wir immer. Es ist aber schon lange an der Zeit, dass wir aufhören an einen Führer, und dafür mehr an uns selbst und an die Menschheit zu glauben.

Kommentar von Dummie42 ,

Diese Zeit ist aber vermutlich sehr nahe in Lucys Umfeld zu suchen

Naja... Lucy, wann hat die gelebt? Ich glaube vor über 3 Mio. Jahren. Wie alt sind Religionen, so wie wir sie verstehen? Vielleicht 10.000 maximal 12.000 Jahre, damals aus dem Ahnenkult entstanden.

Kommentar von Chaoist ,

Richtig. Genau da war Glaube besonders wichtig für die Menschheit.

Eine bestimmte Form von Glauben ist auch heute noch wichtig. Jede Technologie begann als Utopie. Schau mal wie das war als jemand die Idee äußerte eine Maschine zu bauen die rechnen könne oder gar logische Entscheidungen treffen. Dieser Mensch brauchte schon einen starken Glauben, nur eben nicht an Gott :)

Antwort
von kayo1548, 13

Es gibt Evolutionsforscher die der Ansicht sind, das Spiritualität (die man natürlich von Religion im Sinne einer Insitution unterscheiden muss) ein wichtiger Faktor war.

Was aber auf jedenfall klar ist, ist das es zumindest eine Wechselwirkung mit unseren geistigen Fähigkeiten gibt.

Interessant dabei ist, dass auch verwandte Primatenarten möglicherweise zu primitiven Formen der Religiosität möglich sind.

Eine Kausalität abzuleiten ist natürlich kaum möglich, da wir da nichts zum Vergleich haben.

Und auch gesellschaftlich  kann man kaum sagen was wie wo wann passiert wäre - sicher: es gab Kulturen und Situationen in denen man die Religion bzw deren Einfluss "fortschrittlich" und als weniger "fortschrittlich" empfunden hat

Aber die Entwicklung von Kulturen über so lange Zeit hinweg bei auch nur einer kleinen Änderung beschreiben zu wollen ist kaum möglich.

Antwort
von Meatwad, 24

Wie kommst du auf so einen Unsinn? Die Religion hat sich die letzten zweitausend Jahre gegen jede Entwicklung gestellt, die unser heutiges Leben ausmacht. Sie war immer ein Feind der freien, gesellschaftlichen Entfaltung.

Nur ein paar Beispiele von Hunderten:

Wenn es nach der Kirche gegangen wäre

-würde sich die Sonne noch immer um die Erde drehen.

-hätten Frauen u.a. kein Wahlrecht

-kämen Homosexuelle immer noch ins Gefängnis

-kämen Unverheiratete, die miteinander Sex haben ins Gefängnis

-wäre u.a. Heavy Metal Musik verboten

-dürfte Wissenschaft (zB Evolution) nicht an Schulen gelehrt werden

-dürften Frauen wärend der Geburt ihrer Kinder keine Schmerzmittel nehmen

und und und.

Von den ganzen Kriegen, Völkermorden, Folterungen und anderen Unmenschlickeiten, mit denen Ungläubigen die Liebe Gottes beigebracht werden sollte, will ich hier gar nicht erst anfangen.


Antwort
von Hefti15, 21

Das steht außer Frage. Man braucht ja "nur" mal zu schauen, wie verbreitet die Religion (auch über die Zeitlinie) ist. Weltweit haben alle Kulturen über die gesamte Menschheitsgeschichte eine "Religion" gehabt.

Was aber auch logisch ist. Die Welt war "früher" viel bedrohlicher für die Menschen. Weiterhin waren diese nicht weniger Intelligent, als wir heute, sie hatte nur nicht soviel Informationen.

Es gab viele Gegebenheiten, Sachverhalte, Probleme, Naturereignisse... die die Menschen nicht erklären konnten. Und so hat sich dann der Glaube an übernatürliche Geschöpfe verbreitet, die man für diese Sachen verantwortlich machen konnte.

Der nächste Schritt, war dann, dass die Menschen dazu übergegangen sind, diese Wesen auch in ihr Leben einzubeziehen. Damit meine ich, diese Wesen waren nicht nun nicht mehr nur für die alltäglichen Sachen zuständig (ein Blitz hat in ein Baum eingeschlagen), man ging dazu über, diese Wesen dann auch persönlich zu erreichen (Unser Nachbarstamm bedroht uns. Wenn wir jetzt x opfern, wird uns dann dieses Wesen helfen? Lässt es beim verfeindeten Stamm einen Blitz einschlagen....).

Später (insbesondere im Christentum) hat es dann auch unsere Gesellschaft verändert. Heute glauben z.B. die Christen, dass Gott zwar in jedem Bereich jederzeit eingreifen könnte, er dies aber nicht "ständig" macht.

Die Menschen sind aus dem Paradies "geflogen" und hoffen, nach dem Tot dahin wieder zurückzukommen. Dafür müssen sie aber ein "gotttgefälliges Leben" führen. 

Der wirkliche "Vorteil" von Religion ist, dass diese i.d.R. keine Demokratie sind bzw. nicht verhandelbar. Das ist ja auch der große Unterschied zu den Atheisten.

Letztere müssen keine schlechte Leute sein. Aber sie haben immer die Wahl. Sie können sich von allen Lebensformen bzw. Arten immer die raussuchen, die ihnen ab besten gefällt (selbstredend z.B. durch staatliche Gesetzte beschränkt).

Religiöse Menschen haben diese Wahl nicht. Die Regeln sind i.d.R. vorgegeben. Daran hat man sich zu halten.

Zur Veranschaulichung: Ein Atheist kann z.B. sagen: Ich bin zwar Vegetarier, aber beim Grillen esse ich eine Wurst (Fleisch). Ein Muslime kann so einen Kompromiss (z.B. Grille und Schweinewurst) nicht machen.

Ich glaube trotz aller Verfehlungen der Kirchen, hat uns der Glauben in Europa sehr viel weitergebracht. Man muss ja nur heute durch die Welt gehen. Selbstverständlichkeiten im sozialen Umgang sind heute oft nicht mehr vorhanden.

Wir haben (überspitzt gesagt) eine Gesellschaft, in der ein absolut großer Teil der Menschen absolute Egoisten sind und viele nur gemacht wird, wenn man einen Vorteil davon hat. Das man z.B. den Staat bzw. die Kirche nicht mehr "würdigt", sich im jedem Bereich "eigene" Regeln macht, z.B. im Internet behauptet, man sei aber Wohltätig, aber in Wirklichkeit sucht man überall nur den eigenen Vorteil.. ist ja kein Geheimnis.

Antwort
von Dummie42, 26

Religion steht für Rückbindung, für Tradition, für ewige Wiederholung derselben Abläufe. Viel Entfaltungsmöglichkeiten sehe ich da nicht. Auch im Islam, Judentum und im Christentum sah und sieht man den größten Fortschritt und die meiste Freiheit immer dann, wenn die Religion in ihrer Macht eingeschränkt und im Zaum gehalten wird und diese Freiheit verschwindet wieder, in dem Maße, in dem die Religion an Boden gewinnt.

Antwort
von priesterlein, 47

Äh, da ich nicht sehe, was die Religionen mit den menschlichen Entwicklungsmöglichkeiten zu tun haben, ganz egal davon abgesehen, dass Menschen ohne ein Wertegerüst, an das sie sich halten, dazu neigen, im eigenen Saft zu verrotten: Ja, sie hätte alle Chancen gehabt und hat sie auch weiterhin.

Kommentar von AnnnaNymous ,

Die Religion bringt aber kein Wertegerüst, sondern eher das Zusammenleben. s. Kreuzzüge und Heilige Kriege

Antwort
von BlackTee12, 32

Religionen gibt es seit es Menschen gibt. Viele unterschiedliche und diese hatten bestimmt Ihre Beiträge zur Entwicklung der Menschheit. Aber zB im Mittelalter wurde jegliche wissenschaftliche Errungenschaft von der Kirche unterdrückt und als gotteslästerei abgetan. Ohne die Kirche wären wir vielleicht schon viel weiter.. Aber im Grunde ist das reine Spekulation

Kommentar von Andrastor ,

Ich darf dich aufklären:

Menschen gibt es seit etwa 2.000.000 (2 Millionen) Jahren, beginnend mit dem Australopitecus.

Die ersten Naturglaubens-Richtungen entstanden aber erst vor etwa 120.000 (hundertzwanzigtausend) Jahren. Als erste richtige Religionen gelten die antiken Pantheons welche in Ägypten und dem griechischen Raum entstanden, das ist etwa 5.000 Jahre her.

Also sind Religionen, verglichen mit der Menschheitsgeschichte eine noch sehr junge Erfindung.

Antwort
von nowka20, 3

alle religionen sind übergänge, bis die selbsterkenntnis aufleuchtet im selbstbewußtsein

Antwort
von ThomasJNewton, 23

Natürlich hätte sich die Menschheit anders entwickelt, wenn es die Neigung zur Religion nicht gäbe.
Aber auf welche Weise anders, ist reine Spekulation.

Auf der biologisch/genetischen Ebene muss man mit solchen Überlegungen sehr vorsichtig sein.
Denn dass alles, was sich im Laufe der Evolution entwickelt und durchgesetzt hat, einen Überlebensvorteil bietet, ist eine viel zu starke Vereinfachung, so stark vereinfacht, dass es schlicht falsch ist.
Kein Lebewesen "ist perfekt angepasst". Eher ist der "Einäugige unter den Blinden König".

Auf der gesellschaftlich/historischen Ebene halte ich mich lieber ganz raus.
Wer weiß schon, wie unsere Gesellschaften aussähen, und wie sie sich entwickelt hätten.

Und was ist überhaupt Glaube und Religion?
Ob nun der König ein Gott war, gottgleich, von Gottes Gnaden oder der Parteivorsitzende wie ein Gott verehrt wird.
Da kannst du behaupten, dass auch gottlose Gemeinschaften viel schlechtes hervorbringen, oder du fasst die Führerverehrung mit zu den Religionen.

Ich hab jedenfalls nur eine Antwort auf deine Frage:
Keine Ahnung!

Antwort
von Andrastor, 29

NEIN

Genau im Gegenteil hat die Religion den Fortschritt der Menschheit bei jeder sich bietenden Möglichkeit behindert. Ohne die Religion wären wir unserer Zeit wahrscheinlich um gut 100-200+ Jahre vorraus.

Was uns zu dem gemacht hat was wir heute sind ist die Wissenschaft, die Forschung, die Neugier und der Erfindergeist der Menschen, welche neue Erkenntnisse und Fortschritt hervorgebracht haben.

Die Religion ist absolut konservativ, alles Neue ist ihr ein Dorn im Auge und sollte am Besten gar nicht existieren.

Selbst heute noch Behindert die Religion den menschlichen Fortschritt (oder versucht es zumindest), was man sehr schön sehen kann in:

Islamisch geprägten Ländern, der Stammzellenforschung, der Gentechnik und der Forschung am Klonen, der Gleichberechtigung Homosexueller, etc.etc.

Kommentar von Gotenks455 ,

!

Die Religion behindert nicht die Wissenschaft, sondern die irdische Vertretung der Religion!

Die Bibel  z.B. hat keine Angst vor der Wissenschaft, im Gegenteil, die Wissenschaft bestätigt sogar was in der Bibel drinsteht.

Kommentar von Andrastor ,

Das sind Haarspaltereien. Wenn du das so siehst, dann hat die Religion weder Vorteilhaftes noch Unvorteilhaftes hervorgebracht, denn alles ist dann auf die irdische Vertetung zurückzuführen.

Außerdem hat die Wissenschaft bisher fast alles was in der Bibel steht widerlegt, nicht bestätigt.

Kommentar von Hamburger02 ,

Da hast du Recht. Eine Religion, die keine irdischen Vertreter hat, ist harmlos, also schaffen wir die irdischen Vertreter von Religion ab. Weg mit dem Klerus und religiösen Organisationen, Glauben ist Privatsache, fordere ich schon lange.

Der Rest ist allerdings nur eingeschränkt auf die Theologie zutreffend. Zumindest die Naturwissenschaften widersprechend er Bibel direkt und bestätigen ihre religiösen Interpretationen keinesfalls.

Kommentar von Andrastor ,

Ganz meine Meinung, weg mit der Religion aus dem öffentlichen Raum!

Antwort
von FouLou, 23

Wir wären sogar schon viel weiter. Ich sehe es genauso das Religion und eher aufhält als uns anzutreiben.

Glaube an sich richtet sich schon gegen den neuerwerb von wissen. Leute die herausgefunden haben woher blitze kommen und wie dinge funktionieren sind eben gerade die die ebend nicht wirklich daran lauben das es gott x,y,z war.

Warum sollte man auch hinterfragen wenn man die antwort schon kennt.

Dinge zu hinterfragen ist der grundstein von fortschritt. Glaube war mit sicherheit das erste ergebniss vom hinterfragen der welt. Nur ist das problem das glaube oft keine alternativen zulässt oder zulassen will. Denn in vielen Religionen ist das hinterfragen des gelehrten unerwünscht.

Nach meiner meinung hat religion schon seit einiger zeit seinen eigentlichen nutzen verloren und ist eigentlich nur noch ein anarchonismus der nur noch so wirklich am leben ist weil die leute zwar neugierig sind aber eigentlich nur ne einfache antwort auf ihre fragen wollen.

Antwort
von AnnnaNymous, 41

So rein aus dem Bauch würde ich genau das Gegenteil behaupten - wenn wir der katholischen Kirche Glauben schenken würden, dann hätten wir bis 1992 geglaubt, dass die Erde eine Scheibe ist. Erst dann wurde Galileo rehabilitiert.

Kommentar von priesterlein ,

Galileo: Seine Lehre war schon weit vorher etabliert, auch in kirchlichen Kreisen.

Kommentar von AnnnaNymous ,

etabliert aber nur, weil die Kirche nicht mehr anders konnte, ansonsten hätte sie sich lächerlich gemacht.

Kommentar von priesterlein ,

Du könntest duch ja mal damit beschäftigen statt nur zu vermuten.

Kommentar von AnnnaNymous ,

Für mich geht von Religion und Glaube zu viel Gewalt aus, so dass ich mich gerne mit Menschen beschäftige, aber nicht mit einem für mich "sorry" Irrglauben.

Antwort
von warehouse14, 7

Eigentlich sind es ja nur wir Menschen, die uns zu dem machen, was wir sind.

Auf welchem Wege wir uns in welche Richtung entfalten entscheiden wir jeden Tag aufs neue.

Und ich persönlich sehe nicht, daß wir es sonderlich weit gebracht haben.

Egal, ob man von "nur" 6000 oder milliarden Jahren der Existenz unserer Spezies ausgeht: wir sind allesamt immer noch Idioten, die nicht imstande sind, miteinander friedlich auszukommen. ---->>>>>>XD

warehouse14

Antwort
von oxygenium, 41

na, da sehen wir doch was die Religion und der Glaube aus der Menschheit gemacht hat?

Mord,Totschlag,Verbannung und Krieg.

Mehr fällt mir dazu erst einmal nicht ein.

Oder doch?

......das war sicherlich nicht in Gottes Sinn.

Kommentar von Yael20 ,

Na klar, wenn du dein Hauptaugenmerk nur auf die negativen Dinge richtest. Die aktuelle Lage ist doch eher der Gottlosigkeit zu verschulden. 

Kommentar von Meatwad ,

Was wären denn im Vergleich die "positiven Dinge"? Und die Behauptung, die "aktuelle Lage" (was auch immer du damit meinst) sei dem Atheismus zu verdanken, ist natürlich lächerlich und in keinster Weise zu belegen.

Antwort
von chrisbyrd, 6

Der Glaube an Gott wird vor allem dafür verantwortlich sein, was nach dem Tod mit uns geschehen und aus uns werden wird (Joh 3,16; Joh 5,24; Röm 6,23; Jes 65,17)...

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