Frage von sarahbarnes, 90

Hänge ich zu sehr an meiner Katze?

Schönen Abend allerseits :)

Ich habe mal eine Frage mit der ich mich schon seit längerem beschäftigte und ich hoffe ihr haltet mich nicht für verrückt. Ich liebe meine Katze extremst. Immer wenn ich im Urlaub bin oder sonst wo weg, sogar nur für ein paar Tage oder Stunden vermisse ich sie sehr, manchmal weine ich sogar deswegen. Wenn ich sie nicht finden kann, sogar schon für ein paar Stunden suche ich die ganze Straße und Haus ab, frage rum, rufe sie, bin dann immer halb am durchdrehen. Ich habe eine sehr starke Bindung zu ihr, ich rede mit ihr, sie ist eigentlich den ganzen Tag bei mir. Ich habe insgesamt nicht viele Freunde, dazu noch nicht die besten Verhältnisse zu anderen Leuten uns bin insgesamt lieber alleine. So eine enge Bindung ist doch nicht normal, oder?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Naiver, 34

Puh sarah...,
deine Frage ist so geschlossen gestellt, "ja / nein"
Dass ja kaum mehr zu antworten ist als: "egal!" ;- )
Ich weiß auch nicht, ob es mir wichtig wäre, ob mein Verhalten irgendeiner Norm anderer Leute entspricht. Aber, ich kann dich beruhigen , sarah, ich empfinde das auch oft so mit Tieren.

Manchmal habe ich zumindest einseitig von mir aus das Gefühl einer sehr tiefen Verbindung zu Tieren, andererseits bin ich baff, welche "Kontaktaufnahmen" von den Tieren wahrgenommen werden können. Und deshalb bin ich versucht zu sagen, doch-doch, das ist normal!

Na ja gut, wir wissen aber auch, dass das nicht alle Menschen nachvollziehen können. Ja, die sogar äußerst ablehnend dagenen stehen: "Das ist doch unsauber, geh weg mit dem Tier...!" oder "...iss doch nur'n Hund!"
Ich darf dir hier zwei Begegnungen beschreiben, einmal war ich früher mit meinen Eltern in einem privaten Gehegezoo mit Ziegen, Schweinen, Schafen, ein paar Affen- und Vogelkäfigen.
Ich stand lange vor dem Affenkäfig und beobachtete Rhesusjunge. Einer davon hatte mich(!) tatsächlich irgendwie registriert, jedenfalls kam er ans enge Drahtgitter. Ich war so um 9 oder 10, krabbelte unter das Besuchergeländer durch, an den Käfig heran. Ich war vorsichtig und wollte die Tiere nicht beunruhigen, ließ mir Zeit. Schließlich konnte ich den einen am Gitter durch die engen Maschen ein wenig kraulen, ganz zart. Das kannte er wohl, denn er räkelte sich hart ran ans Gitter. Es gefiel ihm! Das ging ne ganze Zeit lang.
Dann riefen meine Eltern verärgert "Komm da raus!" und ich beendete den Krauldienst. Dass da eine echte und ganz klar verständlich 'formulierte' Bedarfshaltung vom Rhesus und eine entsprechende Dienstleistung von mir vorlag, konnte ich später sehen, als wir auf dem Rückweg wieder an dem Käfig vorbei kamen. Ich wollte meinem Vater zeigen, was ich erlebt hatte und ging wieder ans Gitter. Jener, es war derselbe, kam spontan wieder ans Gitter und brachte sich in Servicehaltung! *lach* verstehst, ich hatte zu erstenmal scheinbar eine "ich+du"-Situation mit einem Tier. Mit unseren Katzen war das nie so direkt im Austausch, die wollten ja immer entweder gestreichelt oder in Ruhe gelassen werden.

Das zweite Erleben war mit einem Kater. Er starb an CNI, Nierenversagen. Ich wusste, dass er bald 'dran' sein wird. Er war stark abgemagert und natürlich sehr kraftlos aber schmerzfrei und gut beieinander. Wir schmusten viel in der zeit. Dann krabbelte er nachts mühsam aus dem Bett heraus, ich half ihm dabei, und er verkroch sich wieder ins Wohnzimmer unter die Couch. Das machte er fast jede Nacht. Und diesmal kam er auch morgens nicht wieder heraus. Ich suchte erst oberflächlich, wollte den vielleicht gerade sterbenden Kater aber nicht mit meinem Möbelschieben stören. Ich ging ins Arbeitszimmer und schrieb ein paar Sachen. Ich wusste ja, dass Katzen sich "zum Sterben" verkriechen müssen, das ist ein triebbedingtes Verhalten. Dann kam vormittags ein Freund und wir suchten dann gemeinsam, weil der Kater nun wohl schon tot war. Wir fanden ihn erst später ganz woanders: Er hatte sich zum Sterben ins Arbeitszimmer in meinen Schreibtischschrank verkrochen...! Verstehst'd? Katzen müssen sich in Sicherheit verkriechen und er suchte dabei die Nähe zu mir, er saß ja sonst oft bei mir am Schreibtisch. Da war er mir so unerhört nah als, er zusammengerollt wohl in Ruhe unten im Schreibtisch starb...!

Nein - du hängst ganz bestimmt nicht "zu sehr" an deiner Katze und du wirst auch spüren wie sehr sie sich mit dir verbunden fühlt! So häufig sind solche Liebesmomente nicht! :- )


Kommentar von Naiver ,

Ich freue mich sehr über deine Anerkennung - Danke, sarah! :- )

Antwort
von drea67, 44

Das ist schon etwas mehr als normal, denke ich. ABER: es ist doch kein Grund zur Sorge. Jedes Lebewesen braucht Liebe und du kannst soo viel Liebe geben. Das ist schön. Sei froh, dass du so bist.

Antwort
von Gargoyle74, 24

Oh doch,das ist sie....Ich habe ebenso eine grosse Bindung zu meinen Katzen und auch zu dem Hund. Es ist sehr schön von Dir zu lesen,das es von uns mehrere gibt. Ich liebe Tiere eh mehr als Menschen und auch MEIN Freundeskreis ist sehr überschaubar. Ich finde daran überhaubt nichts verwerfliches oder unnormales.

Antwort
von Lilly11Y, 21

Du hast dir deine Frage beinahe schon selbst beantwortet.

Es ist ganz normal, daß du dich dermaßen an die Beziehung zu deiner Katze klammerst, da du wenig Freunde hast und viel alleine bist. Aber gut ist es nicht für dich.

Es ist schön, daß du dein Tier sehr liebst. Du solltest dich aber trotzdem darum kümmern, mehr Kontakte zu knüpfen.

Hast du schon einmal über einen Sportverein oder Ähnliches nachgedacht.

Es gibt ganz sicher Menschen, die zu dir passen.

Alles Gute

L. G. Lilly

Kommentar von sarahbarnes ,

Das Problem iat, dass ich mir immer wieder neue Freunde suche, aber dann immer irgendwas passiert, dass sie nicht mehr mit mir befreundet sein wollen. Ich habe ietzt dreimal hintereinander die Schule und viermal hintereinander die Klasse gewechselt wegen Mobbing oder weil ich keine Freunde hatte. Im Moment mache ich einen Sprachkurs, aber meine Mutter setzt sich mitrein weil ich zu sehr Angst davor hab mit anderen Menschen zu reden. Im Sportverein war ich auch schon in verschiedenen, auch nur Mobbing oder Ausgrenzung, ich weiß leider einfach nicht was ich falsch mache

Kommentar von Lilly11Y ,

Mobbingopfer werden oft nach ihrem Auftreten ausgesucht. Mag sein, daß du ein etwas unsicherer Mensch bist.

Wenn du aber nach all den Ereignissen schon so weit bist, daß du Angst hast, mit anderen Menschen zu sprechen, dann denk doch einmal über eine Therapie nach. Mehrere Male ein Mobbingopfer zu sein, ist für einen jungen Menschen nur sehr schwer zu verarbeiten.

Du könntest dich an deinen Hausarzt wenden, der hat die richtigen Adressen für dich.

Eins ist sicher, es wird nur besser, wenn du selbst die Initiative ergreifst. Dabei wird deine Katze dir bestimmt eine Stütze sein, aber in einem gesunden Maßstab.

Alles Gute für dich

Lilly

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