Frage von Jules394, 68

Habt ihr Vorurteile gegenüber Personen mit psychischen Störungen?

Was denkt ihr über Menschen mit psychischen Störungen/Erkrankungen? Denkt ihr dann eher an "Irre" und hofft, dass ihr möglichst wenig mit so Leuten zu tun habt oder denkt ihr eher, dass man die Leute erst persönlich kennen lernen sollte, bevor man urteilt und jeder doch so seine Probleme/Ecken hat?

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo Jules394,

Schau mal bitte hier:
Arzt Psychologie

Antwort
von Seanna, 24

Ganz normale Menschen, aber je nach Diagnose rechne ich natürlich schon mit Besonderheiten.

Die erfrage ich dann aber auch bzw bekomme sie mit der Zeit mit, ich gehe nicht einfach davon aus, dass vorhanden ist (ohne Differenzierung und Unterschiede) was der ICD so hergibt.

Zusätzlich gibt es etliche Merkmale, die auf sehr viele davon zutreffen und von denen ich erst mal ausgehe... wie dass sie oft (längere) Ruhepausen brauchen, mal einige Wochen keinen Kontakt wollen oder plötzlich sehr viel, dass die Themen teils andere sind und dass es zu unerwarteten Reaktionen kommen kann.

Und grundsätzlich lehne ich Idealisierung, Schuldzuweisungen, Manipulation und diverse andere Pathologien ab bzw gehe nicht drauf ein oder spreche sie an. Das passt etlichen nicht, aber damit müssen sie dann leben. Ich lasse mich nicht instrumentalisieren - das gilt aber ebenso für gesunde Menschen.

Antwort
von Suboptimierer, 24

So etwas kannst du jemanden nicht direkt fragen, beziehungsweise es lohnt sich nicht, denn jemand hat nur Vorurteile von außen betrachtet. Subjektiv sind es keine Vorurteile.

Kannst du an dir testen. Welche Vorurteile hast du?

Antwort
von Woropa, 28

Ich glaube, man muss bei sowas differenzieren. Vorurteile oder Pauschalurteile helfen da nicht weiter. Jeder Mensch , auch jeder Mensch mit einer psychischen Störung ist anders, individuell, unverwechselbar.  Man muss so einen Menschen persönlich kennenlernen, um ein Urteil über ihn abgeben zu können.

Antwort
von Alica04, 28

Ich glaube wäre ich selbst nicht seit 15 Jahren psychisch krank, hätte ich auch größere Vorurteile und Annahmen über diese Menschen, vorallem süchtige. Aber durch meine mit der Krankheit verbundenen viiiiielen Klinik und Psychiatrie Aufenthalte, dürfte ich so viele (tolle) interessante Menschen kennen lernen und ihr Leid erfahren. "Otto Normalverbraucher " wissen garnicht, was für eine Qual ein psychisches leiden ist!! Stempeln einen schnell als irre, verrückt oder bekloppt ab, dabei habe ich zB schon die intelligentesten Menschen kennengelernt, welche zB gerade einer Sucht verfallen sind. Und das ist sogar meistens der Fall!

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 17

Grundsätzlich gibt es drei grosse Kategorien von psychischen Erkrankungen (neben Sucht):

  • affektive Störungen. Dazu gehören zum Beispiel Depressionen und Angststörungen. Diese Störungen betreffen die Emotionen, das kognitive Denken ist jedoch völlig intakt.
  • psychotische Störungen. Dazu gehört z.B. Schizophrenie. Diese Menschen werden als klassische Repräsentanten der Psychiatrie gesehen (von der Bevölkerung her), da sie in der Alltagssprache ausgedrückt "irre" sind. Bei psychotischen Störungen ist das Realitätsdenken gestört. Die Personen können nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden.
  • Persönlichkeitsstörungen. Dazu gehört z.B. Borderline. Es gibt jedoch eine ganze Pallette von Persönlichkeitsstörungen die sehr individuelle Sypmtome haben.

Ich persönlich sah vor allem die psychotischen Störungen immer als "irre" an. Also jene zumindest, von denen man von aussen ansieht, dass sie völlig wirr sind. Durch meine spätere Selbsterkrankung durch Depressionen und der damit verbundenen Klinikaufenthalte änderte ich meine Meinung ein wenig. Jemand mit einer psychotischen Störung ist nur in seinen schwersten Krankheitsphasen wirklich irre, ansonsten sind es normale Patienten.

Ich denke das viele Vorurteile gegenüber der Psychiatrie herrschen. Es ist absolut falsch alle dort einfach als irre zu klassifizieren.

Antwort
von Silvie11700, 22

Menschen mit psychischen Störungen sind so normal, wie Menschen normal sind, die zwei Beine haben.

Mag seltsam klingen, doch so ist es. Der ungemeine Druck, der heutzutage auf jungen Menschen lastet, fügt der Seele grosse Schaden zu.

In den USA ist ein Psychotherapeut ganz selbverständlich und wird so normal konsultiert, wie man zu Mittag etwas essen geht.

Was das Fitnessstudio für den Körper, das ist der Therapeut für die Seele.

Es scheint im erste Moment  nicht ganz die Antwort auf Deine Frage, doch wenn Du kurz nachdenkst, denke ich, dass Du erkennst, was ich meine. LG Silvie

Antwort
von RandomBeatzFF, 17

Menschen mit psychischen Störungen sind in erster Linie Menschen.

Wenn dir jemand vorgestellt werden soll, von dem du weißt, dass er psychisch krank ist, dann kommen die Vorurteile automatisch. Diese Vorurteile bilden sich aus dem, was du bisher über psychisch Erkrankte aufgeschnappt hast. Das ist ganz normal. Ich meine, du hast doch schon ein gewisses Bild von "solchen Menschen". Solche in Anführungszeichen, weil man mit diesem Begriff schon impliziert, dass man sie schon in eine gewisse Schublade gesteckt hat. 

Meine Meinung ein wenig zusammengefasst zu diesem Thema. 

Antwort
von Barney123, 12

Hallo Jules,

Möchte mich jetzt nicht auf eine genaue Zahl festlegen, aber so weit ich mich erinnere, haben ungefähr 3/4 der Menschen im Psychiatrischen Sinne eine Störung  --- ob die dann behandelt werden muss steht auf einem ganz anderen Blatt.

Und ja, meine Erfahrung sagt mir, es lohnt sich jeden Menschen persönlich kennzulernen. Es gibt auch viele Menschen, die keine Diagnose haben aber durchaus --- nein ich zitiere Barbara Berckhan: "Die Menschen mit ihren Seltsamkeiten" Sie ist Kommunikationspsychologin!

Und wie titelte doch Manfred Lütz eines seiner Bücher, der Gutste ist Chefarzt einer Psychiatrischen Klinik: "Irre, wir behandeln die falschen -- unser Problem sind die Normalen!" Ach ja, Theologe und Kabarettist ist er auch noch. Mit dem ist der sogar im Fernsehen aufgetreten. Gibt ein Video auf YouTube. Lohn sich mal anzusehen!

LG

Antwort
von o0bellaAnna0o, 20

Ich glaube, jeder Mensch hat irgendeine psychische Störung, nur bleiben viele erstens unerkannt und zweitens sind nicht alle Störungen medizinisch relevant. Es gibt so viele Begriffe wie “Borderline“ oder “Depression“ oder “Burnout“, die ganz logische Folgen von Einflüssen sind, die jeden treffen können. 

Ich persönlich halte sogar jede einzelne psychische Erkrankung, auch Schizophrenie etc. für ganz normale Reaktionen des Gehirns auf die Erlebnisse des Erkrankten. Und manche Menschen werden erst krank durch Fehlbehandlung (während Psychopharmaka ohnehin mit Vorsicht zu genießen sind)... 

Aufgrund extremer psychischer Belastung hatte ich selbst einen solchen Nervenzusammenbruch, dass ich unter Halluzinationen litt. Ich hab mich selbst eingewiesen und erlebte die Patienten. Schizophrene Mörder und Kinderschänder saßen genau so im Gemeinschaftsraum wie unschuldige Suizidale und Autisten. Jeder erzählte seine Geschichte. 

Man bekommt schnell den Eindruck, dass die Krankheiten eine Art Abwehrmechanismus des Gehirns sind, zum Schutz vor zu starken psychischem Leid. Jeder ist ein normaler Mensch. Mit teils unvorstellbaren Erfahrungen.

Und manche Menschen sehen die Welt einfach nur ein wenig anders. Das ist dann in meinen Augen kein Grund, denjenigen für krank zu erklären.

Doch jeder, der krank geworden ist, braucht Hilfe, eine gute Therapie, von mir aus am besten einen Coach, der permanent zur Seite steht. Ohne Hilfe von außen schaffen es bestimmt nur die wenigsten. 

Kommentar von Skylanderr ,

natürlich sind das normale reaktionen auf unnormale erlebnisse. sagt ja keiner das gegenteil und sollte eigtl jeder wissen..

Kommentar von o0bellaAnna0o ,

So wird es in der Medizin nicht betrachtet, die Menschen gelten zumeist als unheilbar.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Bella,

Wie kommst Du denn auf den Schmarrn? Es gibt unheilbare Fälle, ja, aber die sind in der absoluten Minderheit, und die Störungen, die nicht, oder nur schwer bahandelbar sind, werden immer weniger!

LG

Kommentar von o0bellaAnna0o ,

Es geht nicht darum, dass sie nicht behandelt werden können, das ist schon klar, nur meistens wird lebenslang mit Medikamenten gearbeitet.

Kommentar von nnblm1 ,

Viele Psychopharmaka sind in der Behandlung unerlässlich, oft ermöglichen sie auch erst eine weitere Therapie.

Kommentar von o0bellaAnna0o ,

Hat jemand was anderes behauptet?

Kommentar von Barney123 ,

Hallo bella,

Ähm, welche Störung hast Du? Hochgradige Demenz? Wie hast Du noch in Deinem Kommentar zu Skylanderr geschrieben????????

die Menschen gelten zumeist als unheilbar.

Oder bist Du des Deutschen nicht sonderlich mächtig?

LG

Kommentar von o0bellaAnna0o ,

Lebenslange Medikation ist keine Heilung.

Was soll die respektlose Art?

Antwort
von nnblm1, 21

Selbstverständlich habe ich Vorurteile, si wie jeder andere auch.
Von jemandem mit Depressionen erwarte ich ein gewisses Stimmungsbild, bei jemandem mit einer bestimmten Persönlichkeitsstörung erwarte ich ein gewisses Verhalten.
Das sind Vorurteile.

Ich verurteile dies Menschen aber nicht, wäre wohl auch schlecht, da ich durch meinen Beruf tagtäglich mit solchen Menschen zu tun habe.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo,

Dass Du Vorurteile hast, merkt man daran, dass aus dem was Du schreibst, hervorgeht, dass Du keine Ahnung hast. Nehmen wir z.B. einmal die von Dir angesprochene Depression: Es gibt eine ganze Liste von Symptomen, die die Diagnose Depression rechtfertigen. Aber schon bei den Depressionen gibt es unterschiedliche. Es ist schlicht nicht möglich, dass jemand der die Diagnose Depression hat, auch alle Symptome zeigt. Deshalb sind das bei Dir tatsächlich Vorurteile! Und diese Vorurteile bewirken, dass Du auf diese Menschen mit einer ganz bestimmten Einstellung und Erwartung zugehst  --  und sie damit oft nicht wirlich kennen lernen wirst! Das Bild, das Du von diesen Menschen bekommst ist durch das, was Du von Anderen gehört hast (dieser Mench hat Depressionen) und dem was Du glaubst über Depressionen zu wissen geprägt. Nicht hauptsächlich durch ihr Verhalten, ihr wirkliches Ich. Deine unzulänglichen Vorkenntnisse, werden es Dir unmöglich machen, normal und unbefangen auf diese Person zuzugehen.

Was Du meinst, in mit dem was Du schreibst ist etwas anderes: Wenn jemand wirklich Ahnung hat, was eine Depression ausmacht, mit welchen Schwierigkeiten und Symptomen so jemand zu leben hat, wird er sich ganz normal verhalten und einfach beobachten, welche Symptome diese Person hat, und genau darauf reagieren. Das ist etwas völlig anderes!

Informier dich einfach einmal, was das Wort "Vorurteil" bedeutet!

LG

Kommentar von nnblm1 ,

Selbstverständlich gibts eine ganze Liste an Symptomen, die eine Depression ausmachen (können). Mir ist schon auch klar, dass Patienten mit Depressionen individuell verschieden sind und auch ihre Symptome nicht immer gleich. 

Dennoch gibts eine gewisse Erwartung, wenn ich vor dem Kennenlernen einer Person weiß, dass eine bestimmte Diagnose besteht. Das bedeutet auch nicht, dass ich anders und befangen auf diese Person zugehe - dadurch, dass ich mir dieser Erwartungen, die das Wissen um eine solche Diagnose eben erzeugen, bewusst bin, kann ich auch darauf achten, offen und unbefangen auf eine Person zugehen. 

(Ich meinte damit übrigens nicht, dass mir irgendein Bekannter über eine Dritte Person was erzählt, sondern ich ging von Menschen mit klinischen Diagnosen aus.)

Antwort
von Lucky234, 8

das mit den psychischen Störungen kann man auslegen wie man will. man könnte die so darstellen, dass alle oder keiner gestört ist.

wenn man allerdings von den Diagnosen ausgeht : nein da habe ich keine Vorurteile man ist mit Krankheit genauso vielfältig wie andere ohne

Antwort
von Yiugana, 10

Es gibt so viele verschiedene psychische Störungen und es sind so viele Menschen psychisch gestört die keine Diagnose haben.
Wenn alles was ich weis ist das er in psychiatrischer Behandlung ist lohnt es sich auf jeden Fall diesen Menschen erstmal kennen zu lernen!

Kommentar von stevengrey ,

Ne psychische Störung ist es erst wenn es einen selber belastet oder man andere belastet oder gefährdet.
Ansonsten ist es keine psychische Störung. Und wenn es irgendwann nicht mehr geht geht man zum doc. Das heißt das die meisten sich nicht trauen zum doc zu gehen oder sie einfach kaum ne Störung haben

Antwort
von kleinefrechemau, 7

Vorurteile würde ich es nicht nennen, denn erst nachdem ich Erfahrungen mit Menschen gesammelt habe, die Wahnvorstellungen/Psychosen/Persönlichkeitsstörung haben, bin ich dich der Meinung, dass es besser ist, bei solchen Menschen auf Abstand zu gehen. Echte Freundschaften sind aufgrund der Störungen nicht möglich gewesen. Oft gehen diese auch mit einer unglaublichen Rücksichtslosigkeit tlw. sogar Boshaftigkeit Hand in Hand.

Andererseits gibt es geistig behinderte Menschen, die ich sehr nett finde, die haben dann aber eine andere Art psychische Erkrankung.

Antwort
von kleinesbiest85, 16

Ja, denn wenn man von einem Menschen, den man noch nicht kennt, erfährt dass er psychisch Krank ist, stellt man sich meist erstmal extreme Ausmaße vor.
Das schlimme sind allerdings nicht die Vorurteile, sondern die Chance, die einem oft genommen wird, einen erstmal kennen zu lernen.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Kleinesbiest,

Das schlimme sind allerdings nicht die Vorurteile

Doch, genau das ist das größte Problem! Denn genau die verhindern nämlich überhaupt

einen erstmal kennen zu lernen

zumindest so, wie er wirklich ist.

LG

Antwort
von barbarinaholba, 13

Gåbe es die " Schwåcheren" nicht....wåren wir nur halb so stark. Dazu fällt mir dann der Film - 'Einer flog über's Kuckucknest'- ein. Respektvollen Menschen sei es gestattet,... ein Vorurteil zu spüren,...sie haben den menschlichen Umgang mit diesen - mit Verlaub gesagt-, " angebl. Schwåcheren"...begriffen/gelernt. Ein Vorurteil..ist ein "Urteil"...welches der Mensch sich - vorher -macht,.....ohne vorher zu prüfen/zu überlegen. Ein menschliches Werkzeug...ist uns dabei behilflich: unser Gespür! Dir steht es frei! ...Du kannst weggehen,....dich umdrehen,,....du kannst kurz stehenbleiben,...kannst kurz lächeln.(vllt lächelt dir derjenige zurück) .../all das steht Dir frei!.. ....... Aber eins solltest Du vermeiden; vorschnell ein Urteil abzugeben! Überlasse das lieber Kompetenteren! Lerne aus diesen Begegnungen, dass nicht jeder gleich ist.....und geh deines Weges...... Sieh es als Erfahrung! Und hier noch ein Spruch: In jedem Gesicht'e.... ..steht des Menschen Geschichte............sein Hassen ...sein Lieben....steht da geschrieben...... .........

Antwort
von marina2903, 13

nein, denn das kann jeden treffen

Antwort
von Blackoutd, 14

Das sind ganz normale Menschen. Sie können nichts dafür, dass sie so eine Krankheit haben -.-...... !

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community