Frage von xMirage95, 463

Habt ihr schon mal einen Menschen in eurem Leben aufgegeben?

Mich würde einfach interessieren, ob ihr mal einen Menschen aufgegeben habt, dem ihr sehr nahe standet. Einen Menschen den ihr vielleicht lange verteidigt habt und er sich nachher als ganz anders herausgestellt hat, einen Menschen bei dem ihr die Hoffnung verloren habt usw.

Wie seid ihr damit umgegangen? Was hat euch letztendlich dazu bewegt, dass ihr diesen Menschen aufgegeben habt und habt ihr es jemals bereut?

Danke für alle Antworten. :)

Antwort
von rotesand, 285

Ja, gibt es.

War eine Bekannte von mir. Wir haben uns seit der Grundschule gekannt, waren gut befreundet, sind gleich alt. Sie hat nach der Schule einige Probleme gehabt.

Ich habe sie daraufhin einige Jahre lang unterstützt, ihr u.a. eine Ausbildungsstelle organisiert & davor noch ein Praktikum (bei mir im Betrieb) ermöglicht.. auch wenn ich stets ihr einziger Fürsprecher gewesen bin, ich habe fest an sie geglaubt. War auch menschlich immer für sie da sofern ich Zeit hatte, aber sie hat mich immer und immer wieder enttäuscht oder sogar in peinliche Situationen gebracht, etwa wenn sie bei ihrer Lehrstelle nicht erschienen ist (sie lernte in einem Betrieb, mit dessen Chef ich privat gut bekannt bin).

Sie war nicht zuverlässig, extrem neugierig (udn betonte immer "ICH sag nix weiter... nee, ICH bin net neugierig!"^^) und hatte das Zeug dazu, jeden auf die Palme zu bringen.. gepaart mit chronisch aufmerksamkeitsgeiler Art und einem sehr großen Mitteilungsbedürfnis. Aber im Kern ist sie eine wirklich liebe und gute Frau und sehr intelligent, allerdings kommt sie mit ihrem Leben bis heute nicht klar & das schlägt sich immer wieder auch im Alkohol nieder.

Auf Partys hat sie oft die halbe Bar leergesoffen, dummes Zeug erzählt und gemeint alle fänden es cool, was sie von sich gibt. Dem war nicht so. Aber dann war sie einen Tag später wieder witzig, hilfsbereit, sehr charmant, belesen, höflich, intelligent & 'ne tolle Gesprächspartnerin. Man konnte ihr alles erzählen. Echt alles. Auch über anspruchsvolle Themen. War sie nüchtern, war sie eine tolle junge Frau.

Ich habe sie einerseits total gemocht, kannte ihren guten Kern und außerdem bin ich keiner, dem gleich die Hutschnur reißt. Ich bin ein Gemütsmensch, der keinen hängen lässt & dazu ein totaler Optimist --------> Ich dachte immer, die fängt sich schon irgendwann, spätestens mit Anfang 20 sollte sie mal Gas geben. Sie tat es jedoch nicht.. immer gelobte sie Besserung, strengte sich auch sichtbar an und bemühte sich alles gut zu machen aber sie hat es nicht gepackt.

Oft dachte ich mir, jap, die schmeißte jetzt auch bei Facebook raus & guckst sie nicht mehr an weil das echt absolut nicht (mehr) mein Niveau war und sich abzeichnete, dass das auf bald nix mehr mit ihr wird. 

Aber dann war sie mal wieder total nett, half mir bei i.welchen Dingen wenn ich sie fragte & das war bei ihr immer so der "Quotenspot".. wenn man es so sagen will.. ich dachte mir: Naja, okay, eigentlich ist sie so schlimm nicht & im Herzen ist sie gut und fähig, also lasse ich sie mal machen & kleineren Verfehlungen folgen sicher größere Taten. Aber sie hat mich eben immer wieder enttäuscht und andere auch. 

Dann hat sie begonnen rumzudrucksen & rumzulügen, weil sie sich vor mir so schämte. Irgendwann sagte ich mir und auch ihr, dass es jetzt reicht & ich mich nicht veralbern lasse. Es war ihr total peinlich, sie gelobte Besserung.. und nix passierte, es blieb bei dem Versuch. Das war Ende 2013. 

Ich fühlte mich richtig veralbert, weil ich merkte dass meine jahrelangen Bemühungen für sie überhaupt nicht fruchteten & für die Katz' waren. Das sagte ich ihr ziemlich genau so in dem Wortlaut. Ich merkte, es war ihr total peinlich... aber ich wusste genau, sie wird sich auch in Zukunft nicht im Griff haben.

Der Rest verlief dann so im Sande, sie hat ihre Lehre gerade so bestanden. Dann traf man sich wieder auf der Geburtstagsfeier eines meiner Nachbarn, wo sie nachts stockbesoffen unterm Tisch Mundharmonika spielte & dann im Wald sich ihrer Notdurft entledigte, sich dann auf der Rückbank des Citroen-Xantia meines Nachbarn übergab und in der Waldhütte randalierte und die Männer anmachte bis mein Nachbar die Polizei holen wollte. Das hat mich sehr erschrocken; ich habe das zum Anlass genommen mich von ihr zu distanzieren. Es fiel mir nicht schwer weil ich hier spätestens merkte, wie viele Welten uns doch trennen. Ich ging in meine Welt, sie ging in ihre Welt.

Inzwischen sehe ich sie zwar immer noch, weil wir nach wie vor hier wohnen und immer wieder "unterhält" sie ihre Facebookfreunde mit Fotos bei denen ich mir nur "Himmel hilf..." denke, aber ich grüße sie ganz locker & denke mir dabei immer -------> nee, sorry, das war's.

Kommentar von xMirage95 ,

Danke dir für das Teilen dieser Erfahrung. :) Sehr interessant, vor allem weil es über einen längeren Zeitraum ging.

Antwort
von Machtnix53, 239

"Aufgeben" klingt so endgültig. Ich habe mich schon öfters von Menschen zurückgezogen, die mich überfordert haben. Sich selbst aufzugeben und zu ruinieren hilft ja auch keinem.

Allerdings war es nie endgültig in dem Sinne, dass ich auf keinen Fall noch etwas mit ihnen zu tun haben will. Schließlich waren sie Teil meines Lebens.

Ich suche nicht mehr den Kontakt, aber würde mit ihnen reden, wenn es gewünscht wird. Eine Distanz würde aber bleiben und ich würde mich nicht wieder von ihnen ausnutzen lassen.

Antwort
von MissPunk, 175

Ja, das habe ich tatsächlich schon mal. Und zwar war das eine ehemalige sehr gute Freundin von mir. Wir standen uns sehr nahe, ich habe ihr total vertraut, habe sie immer unterstützt, egal, was war. 

Es ist nicht so, dass wir nicht schon öfters Streit hatten, aber anfangs wollte ich das nicht aufgeben, obwohl mir viele Leute damals schon gesagt haben: "Hey, sie wird sich nie ändern, was das angeht."

Aber gut, man glaubt ja trotzdem an das Gute, gerade wenn man mit jemandem so gut befreundet ist, will man das nicht hören. 

Irgendwann haben sich diese Streits allerdings angehäuft, sie hat mich echt nicht gut behandelt, hat sich mir gegenüber echt nur noch mies verhalten, und naja. Eines Tages kam dann der finale Streit, ich kann mich gar nicht mehr an den Auslöser erinnern, es war irgendeine Kleinigkeit, und sie ist daraufhin komplett ausgerastet.

Ich hatte versucht mich bei ihr zu entschuldigen, obwohl ich nicht mal wusste, was ich falsch gemacht habe, aber ich wollte die Sache einfach aus der Welt schaffen. Ich dachte, dass es vielleicht wieder gut werden würde, und das alles mit einem "Hey, wir haben uns beide irgendwie doof verhalten, lass uns das einfach vergessen!" endet.

Aber Fehlanzeige. Sie hat mir im Streit noch ein paar richtig verletzende Dinge an den Kopf geworfen, von wegen, dass ich super egoistisch wäre, nicht in der Lage Mitleid für irgendwen zu empfinden und es generell einem echt schwer machen würde, mich zu lieben. 

Es tat echt weh, dass von jemandem zu hören, mit dem man eigentlich so gut befreundet war, mit dem man so viele lustige und schöne Erinnerungen teilt. 

Ich kann mich an die Details nicht mehr so genau erinnern, wir hatten dann jedenfalls nochmal versucht das irgendwie zu klären, und irgendwann sagte sie dann zu mir: "Tja, wenn das so ist, sollten wir einfach keine Freunde mehr sein, ist vermutlich besser so."

Daraufhin war ich erstmal nur wütend. Sie hat alles weggeworfen wegen nichts. Und danach war ich nur noch enttäuscht.

Wir hatten daraufhin ein Jahr lang kein Kontakt mehr, ich musste noch oft an diese Sache zurückdenken. Die Freundschaft hatte mir schon irgendwie gefehlt. Nach einem Jahr habe ich dann nochmal einen Versuch gestartet, weil ich mir dachte, dass sie vielleicht auch eingeschüchtert war, weil meine beste Freundin (die ebenfalls sehr gut mit ihr befreundet war, wir waren so ein kleines Trio) mit involviert war. 

Wir hatten dann versucht, dass alles mit ihr persönlich zu klären, das hat geklappt. Doch ich habe schnell gemerkt, dass es komisch war mit ihr. Ein Jahr ist eine verdammt lange Zeit und ich hatte komplett vergessen, wie sehr sich Menschen verändern in so einem langen Zeitraum. Und naja, vermutlich habe ich das auch.

Wir haben uns noch ein paar Mal getroffen.. naja. Es wurde nie wieder so wie es mal war. Wir hatten dann irgendwann nochmal einen Streit, weil sie echt unerträglich wurde, dann haben wir uns zwar wieder vertragen, aber irgendwann wirds einem zu blöd.

Wir hatten dann ab und zu noch Kontakt. Hier und da mal ein bisschen geschrieben, aber das wars.

Mittlerweile hat sich das alles im Sand verlaufen, und weißt du, das ist besser so. Manchmal muss man Menschen die einen nur noch unglücklich machen, einfach gehen lassen, sonst geht man daran selbst irgendwann zu Grunde, vollkommen egal, wie lange man befreundet war oder was die Person einem bedeutet.

Ich habe daran zwar selbst nie geglaubt, aber man lernt neue Menschen kennen, und die wissen, was sie an einem haben. Die gehen gut mit einem um, egal, was kommt. Und auch wenn es schwer ist, jemanden aufzugeben, manchmal ist es einfach besser so. Manchmal muss man ein Kapitel einfach schließen.

Ich weiß deine genaue Situation zwar nicht, aber ich wünsche dir auf jedenfall alles Gute!! :)

Kommentar von xMirage95 ,

Vielen lieben Dank für das Teilen deiner Erfahrung! 

Das kann ich gut nachvollziehen, wie sehr das weh tut wenn einem ein nah stehender Mensch solche Vorwürfe macht, erst Recht, wenn sie unbegründet sind. Da gibt man sich Mühe, investiert viel Zeit, Geduld und Rücksicht und das ist dann all der Dank, der zurück kommt. Da fühlt man sich dann gleich doppelt verarscht. 

Dass du neue Leute kennengelernt hast die all das schätzen freut mich sehr!

Antwort
von NoHumanBeing, 156

Das kommt darauf an, was Du mit "aufgeben" meinst.

Ich weiß nicht, wie ich sexuell orientiert bin. Ich habe mehr als zehn Jahre lang eine emotionale (aber nicht sexuelle) Beziehung mit einem homosexuellen Mann geführt. Es gab Liebe, Vertrauen, Pläne für eine gemeinsame Zukunft. Er konnte mit seiner Sexualität allerdings niemals umgehen und fing irgendwann an, "abzustürzen" und diverse Probleme zu entwickeln.

Anfangs dachte ich, dass ich ihn dabei unterstützen könnte (oder sogar müsste), dass er mit sich selbst ins Reine kommt. Ich hatte die Hoffnung, dass er sich eines Tages selbst akzeptieren und wir vielleicht sogar gemeinsam glücklich werden könnten. Und natürlich dachte ich auch, wenn ich ihm helfen kann, dann wird mir das auch helfen, mich selbst zu finden. Das habe ich aber irgendwann aufgegeben und habe mich darauf konzentriert, dass ich zumindest meine eigenen Probleme in den Griff bekomme. Das bedeutet nicht, dass wir überhaupt keinen Kontakt mehr haben, aber ich bin eben ... auf ziemliche Distanz zu ihm gegangen, damit mich seine Situation emotional nicht mehr so stark herunterzieht.

Bisher habe ich das nicht bereut. Ich hatte mir immer die Verantwortung für seine Situation gegeben, konnte sie aber letztlich nicht wirklich verbessern, schließlich ist er ein erwachsener Mensch, d. h. wenn er sich querstellt, dann kann ich seine Probleme auch nicht für ihn lösen. So war Distanz letztlich die einzige Option, die mir blieb. Er hat ja leider keine Hilfe angenommen. Und für eine Situation, die er letztlich selbstverschuldet aufrecht erhielt, wollte ich nicht länger verantwortlich sein.

"Wasch mich, aber mach mich nicht nass!" - Das funktioniert nunmal nicht.

Kommentar von xMirage95 ,

Ja, da sehe ich auch ein ganz großes Problem. Wenn die Leute keinerlei Verantwortung übernehmen wollen, alle Schuld auf andere wälzen und sich selbst als Opfer von allem fühlen kann ja nix bei rumkommen. Wie soll sich da was ändern?  

Kommentar von NoHumanBeing ,

Es geht ja nicht um Schuld. Ich kann verstehen, wie er in diese Lage gekommen ist, schließlich habe ich diese gesamte Entwicklung miterlebt. Aber irgendwann muss man eben "aufwachen" und dann muss eben ein Wille zur Veränderung da sein.

Ich bin ihm wirklich extrem entgegengekommen, weil er mir ja wirklich nahe stand. Ich habe ihm sogar angeboten, bei mir einzuziehen, damit er mal aus seinem (homophoben) Umfeld herauskommt. Es wäre alles kein Problem gewesen. Ich habe mir wirklich viel Zeit für ihn genommen und ihm auch viel Zeit gegeben, aber wenn er nichts draus macht ...

Ich verstehe, dass es nicht einfach ist, aber irgendwann muss man den Schritt nunmal wagen. Wenn man sich in einer scheinbar ausweglosen Situation befindet und jemand reicht einem die Hand, dann muss man eben auch mal danach greifen.

Kommentar von xMirage95 ,

Ja, das hast du sehr schön gesagt. Mit Schuld sehe ich das nur immer so: Wenn du alle Schuld anderen Leuten oder Umständen gibst, entmachtest du dich selbst, irgendwas an der Situation zu ändern. Man muss eben auch mal sehen, dass man selbst einige Dinge in der Hand hat. Man kann nicht bestimmen was einem passiert, wohl aber, wie man damit umgeht.

Ich denke das ist aber so ziemlich genau das, was du auch meintest. Finde es aber (auch wenn es nicht angenommen wurde) trotzdem sehr schön von dir, dass du ihm da so eine Hilfe angeboten hast. Ist ja auch nicht immer selbstverständlich. :)

Antwort
von Fotografin1958, 126

Ja, ich habe bereits Menschen "aufgegeben".

Extremstes Beispiel: Ich war etwa 25 Jahre mit einem Mann zusammen, der deutlich weniger verdiente als ich. Im Laufe der Zeit zog er sich von der Finanzierung des gemeinsamen Lebens immer mehr zurück, so dass ich letztendlich den Lebensunterhalt für uns beide ganz alleine wuppen durfte (incl. seiner Krankenversicherung). Seine Forderungen in jeder Beziehung an mich wuchsen immer mehr an. Er beschimpfte, beleidigte, erniedrigte, belog, betrog und bestahl mich immer mehr. Er behauptete beispielsweise, dass ich ohne ihn nicht lebensfähig sei, dass ihm alles gehöre (ihm gehörte nichts) Er machte mich vor allen Leuten schlecht. Als ich dann Schluss machte, war ich selbstverständlich die Böse. Alle, die ich aufklärte über unser Leben, waren völlig erschüttert.

Heute ist er mir vollkommen gleichgültig ... die meisten Menschen sind mir allerdings alles andere gleichgültig!

Kommentar von xMirage95 ,

Das ist heftig, das tut mir echt Leid. Sowas nach all den Jahren zu realisieren war sicher auch nicht leicht, aber im dem Fall war der Schlussstrich glaube ich auch das einzig Richtige.

Antwort
von TheTrueSherlock, 169

Ich habe sicherlich schon in Momenten der Schwäche und großer Depressivität mich selbst kurzzeitig aufgegeben. Nicht so schlimm, dass ich mich umgebracht hätte, aber dennoch habe ich an mir sehr gezweifelt und fast schon die Hoffnung bei bestimmten Themen wie meine Zukunft verloren.

Andere Menschen mhm.. was ist "aufgegeben"? Das würde ja heißen, dass man keine Hoffnung hat, dass sich der Mensch ändert. Das habe ich mal bei einem wirklich Depressiven gemacht, den ich über das Internet kennengelernt hatte. Ich wollte ihm helfen, aber er ließ sich nicht helfen. Dann hatte ich keine wirkliche Hoffnung mehr in ihn und habe geschaut, dass es mich nicht selbst zu sehr runterzieht (was schon passiert war).

Im Sinne von aufgeben, so dass sich der Mensch nicht mehr ändern wird.. ja da denke ich an meinen Vater. Naja ich habe ihn nicht aus meinem Leben verbannt, aber ich weiß, dass er sich in manchen Dingen nie ändern wird und habe andere Strategien gefunden, damit umzugehen.

Aber sonst habe ich keinen Menschen "aufgegeben". Und habe eigentlich nie wirklich jemand richtig lange verteidigt und am Ende hat sich dieser komplett anders herausgestellt.

Und du? :)

Kommentar von xMirage95 ,

Danke für deine ausführliche Antwort. :) Das trifft in etwa mein Problem.

Ich habe eine Person in meinem Leben die ich sehr in mein Herz geschlossen habe und wirklich mein Leben lang kenne und schon oft vor anderen verteidigt habe, die meinten derjenige wäre egoistisch, asozial usw. Ich kenne die Person aber besser und war daher immer fest davon überzeugt, dass das alles mehr eine "Hilfslosigkeit" als ein schlechter Charakter ist.

Jetzt geht es der Person schon seit einer Weile sehr schlecht. Es ist keine Frage für mich, dass ich sie dabei unterstütze, das Problem ist nur, dass meine Hilfe absolut nicht ankommt. Sie wird nicht nur nicht angenommen, sondern grundsätzlich nicht registriert. Ich muss mir anhören dass keiner da wäre, obwohl dauernd "abrufbereit" bin. Ich muss mir anhören, dass alles was ich tue absolut nichts bringen würde. Und als ich mal einen kleinen Fehltritt gemacht habe war die Person auch direkt bereit, mich dafür aus seinem Leben zu streichen (ob es wirklich so wäre weiß ich nicht).

Ich bin noch nicht an dem Punkt wo ich den Glauben aufgegeben habe, dass sich hinter all dem eine liebenswürdige, offene Person verbirgt, aber es fällt mir in letzter Zeit einfach wirklich schwer. Und ich ertappe mich immer wieder bei dem Gedanken, ob ich nicht einfach falsch liege und die Person einfach wirklich so einen Charakter hat und ich mir Mühe für jemanden gebe, der mich in seiner Situation selbst schon drei Mal fallen gelassen hätte.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Mhm das ist schwierig. Um wen geht es denn? Eigentlich würde ich sagen "Folge nicht den Personen, denen du nicht wichtig bist." und "Wenn du gehst und niemand folgt dir, dann lauf einfach weiter.". Die Sprüche zeigen, dass man manchmal zu viel Energie in die falschen Personen setzt und diese einem nur daran hindern, den eigenen Weg zu folgen. Bei einem Familienmitglied würde ich noch eine kleine Ausnahme machen und nicht den Kontakt komplett abbrechen. Allerdings musst du auf dich achten und schauen was und wer dir gut tut und was nicht! Sonst gehst du daran zu Grunde.

Antwort
von supermarimbario, 185

Ja, um es kurz zu machen: ICh habe schon viele Menschen "aufgegeben". Vielleicht nicht nach einer langen Vorgeschichte, oder wegen eines Vorkommnisses oder sonst irgendetwas. Ich habe grade angefangen zu studieren. Und ich konnte jetzt endlich viele Leute, mit denen ich lange viel zu tun hatte, "aufgeben". In meiner Heimatstadt habe ich mich nie aufgehoben gefühlt, war mit meinem Freundeskreis nie so richtig zufrieden. Und habe mich mit Leuten abgegeben, auf die ich eigenltich keine Lust hatte. Niicht, dass ich keinen spass mit ihnen hatte. Aber nur dadurch, dass ich mein wahres ich und ihr wahres ich ignoriert habe und unsere komplett unterschiedlichen Weltanschauungen unter den Tisch gekehrt habe. Das geht als Schüler noch. Jetzt nicht mehr so sehr. Und ich bin froh darüber, dass ich jetzt komplett ich selbst bin. Dass ich mich nicht verstellen muss. Es ist ok, dass ich mit 90% meiner alten Freunde nicht mehr spreche. Ich brauche sie nicht mehr. Diese Zeit ist einfach vorbei.

Antwort
von Anonymvl15, 139

Ja ich hab schon sehr viele Menschen aufgegeben. Ich hab sehr viele dumme Fehler gemacht und auch sehr viele dumme Menschen dadurch kennen gelernt. Ich hab einfach den Kontakt vollkommen abgebrochen. Was mich dazu bewegt hat ? Mir ging es nicht mehr gut. Ich habe durch diese Menschen schwere Depressionen bekommen und trage andere psychische Schäden. Irgendwann konnte ich so nicht mehr weiter machen und habe mein Leben vollkommen umgekrempelt. Ja anfangs hab ich das bereut dass ich mich aus meinem Umfeld gerissen hab aber ein ganz lieber Freund hat mich dabei unterstützt und letztendlich bereue ich gar nichts. Ich würde es wieder so machen. Es war das beste was ich machen konnte und nun erhole ich mich langsam davon. 

Antwort
von reginarumbach, 90

ja, meinen exmann.

habe jahrzehnte meines lebens, meine ganze arbeitskraft und auch mein geld in ihn investiert, weil ich ihn immer geliebt habe und an ihn glaubte. es war dennoch nie genug für ihn. immer wieder hat er eine forderung nach der anderen gestellt, bis ich endlich realisierte, dass ich diejenige war in unserer beziehung, die lieb, gut, umgänglich und kooperativ, vor allem konstant ist. nun ja, habe einiges erlebt mit ihm, er nahm drogen, trank alkohol und ich denke er hatte borderline.

irgendwann wäre ich wohl selbst gestorben, hatte sogar einen burnout. habe ihn dann verlassen und unser gemeinsames, schwer behindertes kind großgezogen. er hat sich wenig bis gar nicht beteiligt, schon gleich gar nicht finanziell. bis zum heutigen tage nicht. erschreckend finde ich aber wie sehr er das alles verdrängt und mich auch noch bei unseren gemeinsamen freunden verhöhnt. er ist ein mensch ohne gewissen wie ich feststellen musste. jahre meines lebens sind dahin und bereut habe ich nur, dass ich an ihm festgehalten habe und nicht egoistisch genug war mich früher von ihm zu trennen. wie es aussieht, wird er wohl an krebs sterben
. ich weine ihm keine träne nach.

sein leben wäre wohl ähnlich verlaufen, auch wenn ich mich nicht geopfert hätte. dumm nur, dass mir das viel zu spät klar wurde.

Antwort
von howelljenkins, 85

ja, eine frau, mit der ich lange eine recht intensive beziehung hatte.

nach meiner einschaetzung litt sie unter einer persoenlichkeitsstoerung, moeglicher weise narzisstisch/histrionisch oder borderline. behandelt wurde sie unter der massgabe "posttraumatische belastungsstoerungen".

aber wie dem auch sei. sie hatte eine menge gute seiten, spielte aber vorwiegend rollen, die nicht wirklich ihrer persoenlichkeit entsprachen. sie war grosszuegig, wenn es fuer sie passte und konnte sehr intelligent und witzig sein.

aber in unregelmaessigen abstaenden drehte sie einfach durch wegen einer kleinigkeit, insbesondere dann, wenn sie das gefuehl hatte, ich interessierte mich auch noch fuer andere menschen. sie war eifersuechtig auf eine art, mit der ich absolut nicht umgehen konnte und wir waren nicht einmal wirklich zusammen.

das ging einige jahre so. die psychiatrische behandlung brachte nicht wirklich was und irgendwann hatte ich genug, zumal sie nie einsichtig war, dass sie ueberreagiert hatte.

ich habe dann den kontakt beendet. nicht im streit, einfach so. sie ist dann noch mal richtig ausgeflippt und hat dann ihrerseits gesagt, sie wuerde den kontakt jetzt beenden. was exakt ins bild passte, weil sie sich selbst als jemand gesehen hat, der nicht verlassen wird, sondern andere verlaesst.

das war mir egal und es ist dann dabei geblieben. 

ich hab' sie aufgegeben, weil ihr offenbar nicht zu helfen war und ich nicht die geduld und die nerven habe, mich mit einer tickenden zeitbombe zu befassen.

Kommentar von xMirage95 ,

Das kann ich gut nachvollziehen. Sowas zehrt ja extrem an den Nerven. Und wenn dann bei der Person null Einsicht da ist fehlt auch jeglicher Grund für die Hoffnung, dass sich das irgendwann bessern würde.

Antwort
von ManuelaLange, 30

Vielleicht interessiert dich mal die andere Sichtweise. Normalerweise bin ich ein relativ loyaler und zuverlässiger Mensch, es sei denn, ich kriege Angst. Dann kommt es schnell zu Rückziehern.

Hier die Vorgeschichte:

Ich habe mich mit einigen Leuten aus meiner Ausbildungsklasse gut verstanden, darunter eine ältere Umschülerin. Wir sind mit noch einem Kerl und meiner Banknachbarin eine kleine Clique gewesen. Im zweiten jahr der Ausbildung habe ich mein Praktikumsplatz (Drei Tage die Woche Schule/zwei Tage Praktikum) unbedingt wechseln müssen. Meine Chefin damals hatte sich einfach zuviel aufgehalst, sie steckte in einer Scheidung, ihre Tochter war in der Pubertät, sie ist gerade umgezogen und hat mich dann (aus Mitgefühl???) als Praktikantin angenommen. Sie als überengagierte Person, mit einer Direktheit, die mehr Schlagkraft besitzt als die KlitschkoBrüder und soviel Feingefühl wie ein Holzstumpf und ich als pragmatische, sozial verängstigte Person hatten ziemliche Schwierigkeiten. Und mit ihrer (nicht immer sachlichen) Kritik wurde es immer schlimmer. Ich hatte am Ende Angst auf Arbeit zu gehen. sie selbst hat mir sogar dann noch ans Herz gelegt, eventuell zu wechseln. Das war aber nicht besonders leicht, die besagte Klasskameradin hat mir dann bei ihrer Chefin einen praktikumsplatz besorgt.

Und es war fantastisch. ich bin aufgeblüht. Sehr sogar. Beste Chefin der Welt. Und es war toll mit meiner Klassenkameradin zusammen zu arbeiten. Dann kam der Fehler und ich habe ihr angeboten, wenn sie mal jemanden braucht, würde ich gerne für sie arbeiten. Meine Zweifel an der Ausbildung wuchsen und ich wollte dann zwar noch in dem Beruf arbeiten, aber auch mein Abitur nachholen. Und sie hat in einer Nachbarstadt eh schon angefangen eine Zweitfiliale zu eröffnen.

Nun bin ich nach der Ausbildung zu meiner Familie zurück gezogen und habe das Abitur begonnen(300km entfernt). Der Plan sah also so aus: ich würde sobald die Zweitfiliale offen ist zurück kommen und auf das Abendgymnasium in der anderen Stadt wechseln. Doch das ganze zog sich ein Jahr hin und in mir wuchsen langsam Zweifel. Als schließlich die Nachricht kam, wurde mir eine Halbtagsstelle angeboten. Ich hätte grob überschlagen, 600€ verdient, sobald die Kundenstamm voll gewesen wäre, hätte ich ja voll verdient und wäre für 35 oder 40 Stunden eingestellt worden.

Doch meine Angst wurde eben immer stärker, wie hätte ich mein Auto mit 600 Euro halten können? Hätte ich einen Nebenjob gefunden? Hätte ich mein Abitur noch geschafft? Wollte ich das ganze überhaupt noch? Meine Eltern weigerten sich ja durchaus zu Recht, dass sie mich nicht finanziell unterstützen würden, wenn ich schon wegziehe wegen eines Jobs. Dann kam auch noch dazu, dass meine Chefin zwei Praktikanten angenommen hatte und ich hätte welche Unterweisen müssen. ICH! Die Personifikation der Schüchternheit! Ich bekam ein paar Tage Bedenkzeit und sagte den Job ab, einen Tag bevor sie den kreditvertrag unterschrieben hatte.

Das wars. Ich habe die Reißleine gezogen. Verlor eine Chefin und eine Freundin (sie hatte sich ja auch auf mich verlassen). Das alles erfolgte auch nur schriftlich und nicht einmal hatten wir nochmal persönlich miteinander gesprochen, vielleicht wäre es dann anders gekommen. Keine Ahnung. Die Unterredungen mit anderen haben nichts gebracht. 24 Stunden am Tag habe ich das für und wieder überlegt. Und alle haben nur gesagt 'es ist deine Entscheidung'.

Mich belastet es teilweise immer noch. Die beste Unterredung nach dieser Entscheidung hatte ich mit meiner besten Freundin. Sie sagte "Akzeptier einfach, dass du es versaut hast. Du kannst es eh nicht mehr ändern. Mach es in Zukunft anders." Seitdem lebt es sich mit der Schuld leichter.

Falls du die Schuld auch bei ihr siehst: Bedenke das ich ein Jahr Zeit hatte, um zu sagen 'nein, ich will nicht mehr'. Und das ich sie einfach mal hätte persönlich anrufen und ihr von meinen Zweifeln erzählen können, vllt wäre es anders gekommen. Oder ich hätte es meiner Freundin sagen können. Vllt hätte auch sie mal anrufen können, aber fakt ist, sie stand am Ende mit einem neuen Laden und einem fette Kreditvertrag da (ist ein Zitat). Und in unserem Beruf findet man nur sehr schlech Ersatz. Vielleicht hat sie einen gefunden, würde mich freuen.

Antwort
von Brunnenwasser, 30

Ein Kindergartenfreund, mein wichtigster Freund in meiner ganzen Jugendzeit. Nach knapp 30 Jahren haben wir uns aus den Augen verloren. Er zog in die große Stadt, machte Karriere. Ich war immer derjenige der anrief, ihn besuchte, Aktivitäten plante.

Daß er heiratete und Kinder bekam, erführ ich nur noch über Dritte. Solche Menschen darf man aufgeben.

Ist mir übrigens auch ein zweites mal passiert. Irgendwann hatte er eine andere Telefonnummer, geriet an eine Frau die ihn total für sich vereinnahmte. Als sie mir mal begegneten, hat er sich nicht mal getraut sie mir vorzustellen. Steht total unterm Pantoffel, die arme S..

Lebbe geht weider

Antwort
von LordofDarkness, 32

Ja, ich habe schon mehrmals in meinem Leben mir nahestehende Menschen fallen gelassen. Zum Beispiel eine gute Freundin, die es für notwendig hielt, mich grundlos über ihre Lebenssituation zu belügen. Oder einen Kollegen & Kumpel, der meinte, seine arbeitsbedingte Frustration an mir auslassen zu müssen. In beiden Fällen habe ich mich ein-, vielleicht zweimal ungerecht behandeln lassen, aber dann war Schluss.

Bereut habe ich diese Entscheidungen nie, auch wenn sie mir manchmal nicht leicht gefallen sind. Aber ich war schon immer ein eher einzelgängerischer Typ, und wenn ich merke, dass mich ein Mensch in meinem Umfeld 'runterzieht und unglücklich macht, dann zieh ich die Reißleine - mit allen Konsequenzen.

Antwort
von Mybrainisamess, 124

Ich persönlich bin sehr optimistisch und will immer jedem helfen, weshalb ich noch nie einen Menschen aufgegeben habe. zwar ging es Mir manchmal dadurch ziemlich schlecht, doch ich habe es bis jetzt immer geschafft mein Ziel in die Tat um zuzusetzen. wahrscheinlich hatte ich dadurch leider mehr schlechte Tage als gute, da viele Leute es einfach nicht verdient hatten, doch ich habe immer gedacht sie könnten sich ändern...

Antwort
von altgenug60, 112

Ach, so etwas kommt durchaus vor. Besonders, wenn man es mit Psychopathen oder Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung zu tun hat. Da ist es einfach am besten, wenn man sich diese Menschen für den Rest seines Lebens so weit wie möglich vom Hals hält.

Antwort
von Pfauenlilie, 45

Ja ist mir schon passiert.

War eine alte Freundin, ich hab sie immer verteidigt egal was war, sogar als sie nicht so nett zu mir war (um das mal gelinde auszudrücken). Ein paar Tage später hat sie mich verraten und mit dem Ars* nicht mehr angeguckt. Natürlich hab ich sie aufgegeben und hätte ich vorher gewusst dass sie so link ist, hätte ich sie nie verteidigt. Bereuen tu ich es nicht.

Antwort
von TimeosciIlator, 29

Mit einem jahrzehntelangen Freund geriet ich mal in einen Disput. Er schrie mich förmlich in aller Öffentlichkeit an, weil ich nicht der gleichen politischen Überzeugung wie er war. Ich habe ihn dann auf dem Absatz kehrtmachend verlassen und wollte nie wieder mit diesem ungehobelten Schreihals etwas zu tun haben.

Als ich ihn dann Monate später wiedersah (er sah mich nicht dabei), ging ich ihm extra aus dem Weg.

Es verstrich wiederum einige Zeit und dann begegnete ich ihm erneut. Irgendwie kamen wir ins Gespräch und bemerkten beide, dass der damalige Zoff gar nicht mehr zur Debatte stand. Wir unterhielten uns genau wie früher und trafen uns von da an ebenfalls immer wieder erneut sehr gerne.

An diesem Beispiel lässt sich mindestens eines glasklar erkennen:

Zeit kann wirklich alle Wunden heilen ! :)

Kommentar von Ebse2010 ,

Zeit existiert nicht ! Sie ist nur eine Illusion.
Wo ist denn diese Zeit, von der fast jeder behauptet,
dass es sie geben müsste ?

Kommentar von TimeosciIlator ,

Das nennt man wohl einen Bumerang ! :-)

Antwort
von Kitharea, 103

Ein paar ja ... was mich dazu bewegt hat ? 1. gings mir meist irgendwann nicht mehr gut damit und 2. bin ich nicht die Mama von denen ...
Letztendlich waren zwar alle sauer aber haben sich dann selbst geholfen

Antwort
von Prisonofmind1, 49

Ja, das ist mir einmal bisher passiert bei einem Mädchen aus meiner Klasse, das ich für sehr nett und vor allem nicht so oberflächlich hielt. Als sich dann herausgestellt hat, dass sie doch gerade das ist und irgendwie auch nicht den Charakter hatte, den ich als lobenswert bezeichnen würde, habe ich dann erstmal eine Weile die Eifersuchtskeule im Haus stehen (wofür ich mich jetzt auch hasse).

Als mir dann klar wurde, dass es einfach nicht sein soll und dass ich meine Zeit mit sowas eher verschwende, habe ich sie blockiert und seit dem blende ich sie aus (oder versuche das zumindest).

Bereut habe ich es gewiss nicht. Die ganze Sache war schlicht Zeitverschwendung und ich nutze meine Zeit jetzt für sinnvollere Dinge als die Suche nach "der Einen". Ich bereue eher noch, dass ich das nicht früher gemacht habe und es überhaupt zu so einer Situation kommen konnte.

Antwort
von pingu72, 182

Ja sogar oft. Freunde die keine waren und mich nur ausgenutzt haben, und meine Schwester die mich psychisch fertig gemacht hat. Mir fiel es zwar schwer, aber danach ging es mir besser, ich habe es keine Sekunde bereut und würde bzw werde es immer wieder tun. 

Antwort
von MeGusta97, 38

Ob ich je einen Mensch in meinem Leben aufgegeben habe? Jein. Ich habe noch nie einen Menschen im Sinne von "ich kann ihm nicht mehr helfen..." hängen gelassen. Ich habe bisher aber auch nur wenigen Leuten wirklich helfen wollen, weil ich dass Gefühl habe dass die meisten einfach gar keine Hilfe von mir annehmen wollen und sich mir überlegen fühlen. 

Das liegt wahrscheinlich an meiner zurückhaltenden und eher höflichen, teilweise niederträchtigen Art. Beispielsweise sind bis heute alle meiner alten Klassenkameraden (mit denen ich immer noch relativ gut befreundet bin) der Meinung sie könnten mich in irgendeiner Art und Weise belehren, auch wenn diejenigen selbst zugegebenermaßen nicht viel auf dem Kasten haben. Es herrscht also eine relativ deutliche Eitelkeit gegenüber mir, auch weil ich immer der jüngste der Klasse war womöglich.

Ich arbeite jetzt schon seit 2 Jahren und trotzdem denken zwei meiner Freunde, einer arbeitslos, einer "ewiger" Schüler sie könnten mich was dass Arbeitsleben betrifft belehren. Einer meiner damaligen Freunde ging mir mit dieser pseudo-altklugen und frechen, beinahe dreisten Art so auf die Nerven, dass ich letztendlich keine Lust mehr darauf hatte, wie Klein-Doofi mit Plüsch-Ohren behandelt zu werden, dass war dann auch der Grund dafür dass ich den Kontakt mit ihm abgebrochen habe.

Im Grunde genommen behandeln mich beinahe alle meiner Freunde so in gewisser Art und Weise wie einen kleinen Jungen, der von nichts eine Ahnung hat. Andere hingegen deutlich weniger, und meine besten Freunde sowieso nicht. Wozu ich sagen muss das ich wirklich nur wenige Leute als meine Freunde ansehe, da bin ich schon relativ wählerisch.

Um auf deine Frage einzugehen: Ich würde gern einige meiner Bekannten aufgeben, aber bringe es nicht übers Herz. Wenn es nur nach mir ginge, hätte ich mit vielen dieser Leute schon lange nichts mehr zu tun, aber ich bin doch immer noch zu gutmütig und lasse mich schamlos ausnutzen, auch wenn ich weiß dass es primitiv von mir ist. 

Antwort
von Rocker73, 42

Ich dachte einmal, ich hätte einen guten Freund aufgegeben.

Aber wir haben unsere Meinungverschiedenheiten geregelt und viel darüber gesprochen, was früher war und sind jetzt wieder sehr gute Freunde.

Ich gebe keinen Menschen auf, das liegt nicht in meiner Natur, wir gehen kurz getrennte Wege, bevor wir wieder aufeinander treffen.

LG

Antwort
von Feuerherz2007, 120

Nein, ich stand vor der Entscheidung im Berg, ich habe aber dann uns beide retten können, lieber wäre ich mit abgestürzt, als sie aufzugeben, sie ist meine Geliebte, zum Glück noch immer!

Kommentar von BleibMensch ,

Schön, aber hier ging es nicht um Probleme in der Beziehung, hoffe ich!

Kommentar von Feuerherz2007 ,

Es ging um aufgeben, somit völlig OK.

Antwort
von Yoshi1990, 153

Ich bin selber so ein Mensch der sich nie hat Helfen lassen da er es im Leben nicht leicht hatte und als Kind immer geschlagen und verarscht wurde. Mir fällt es schwer Leuten zu vertrauen und habe auch Negative Träume gegen die ich nichts machen kann. Ich weis jetzt nicht wie es bei dir und er Person ist, wenn es bei ihr genauso ist Zeig ihr am besten das sie dir Vertrauen kann und gib sie bitte nicht auf. Rede mit ihr unter 4 Augen und versuch ihr klar zu machen das du ihr nur Helfen willst, vllt lehnt sie deine Hilfe ab, aber dann musst du sie dazu überzeugen das du es nicht Böse meinst und ihr nur helfen willst. Wenn du einen Menschen aufgibst ist das wieder etwas Negatives in Ihrem/Seinem Leben und wenn du diese Person aufgibst tun das vllt auch andere dann ist diese Person möglicherweise eines Tages sehr einsam und alleine.
Hoffe ich konnte dir Helfen.

Kommentar von xMirage95 ,

Danke. Ja, das hilft mir sehr.

Ich bin noch nicht an dem Punkt, an dem ich sage, dass ich die Person aufgeben würde. Aber tatsächlich wird es immer schwerer, wenn man merkt, dass jegliche Hilfe weder gesehen, noch angenommen, noch in irgendeiner Weise als positiv registriert wird wo man sich anfängt zu fragen, ob es der Person einfach nur so extrem schlecht geht oder ob deren Charakter so mies ist und man sich eigentlich zum Deppen macht, weil man so viel Energie in so etwas "Sinnloses" steckt.

Kommentar von Yoshi1990 ,

Diese Person hat in Ihrem Leben vllt etwas schlimmes erlebt oder wurde von ihrer Familie oder Freunden wie Dreck behandelt. So war es bei mir, mir wollten auch immer alle Helfen und haben mit mehreren Personen auf mich eingeredet was mir Peinlich war. Mittlerweile habe ich mit vielen keinen Kontakt mehr und traue mich auch nicht sie anzuschreiben und meine Fehler zuzugeben da ich immer versucht habe alles alleine hinzubiegen und mich Alleine gefühlt habe. Jetzt wo ich weis das sie mir nur Helfen wollten ist es vllt schon zu spät. Ich hätte mir gewünscht das ich einen Freund hätte der mit mir unter 4 Augen spricht so dass es nicht jeder mitbekommt. Ich wurde schon mal in der Öffentlichkeit beim weggehen vor Lauter fremden dumm angemacht da sie zu mir gesagt haben worin ich mich ändern muss. Mittlerweile traue ich mich kaum noch raus und habe mich zurückgezogen. Habe heute sogar einen Beitrag gemacht wegen Depressionen. Sprich mit der Person unter 4 Augen mach ihr klar das du ihr nur Helfen willst und wenn jemand etwas gegen sie sagt halte zu ihr und setz dich für diese person ein um zu zeigen das sie dir vertrauen kann. Das hätte ich mir zumindestens von meinen Freunden gewünscht. 

Kommentar von xMirage95 ,

Danke dir. 4 Augen Gespräche führe ich schon seit langem mit der Person, an Vertrauen sollte es da eigentlich nicht scheitern. Ich bin mit der Person groß geworden. Kenne also ein bisschen das Umfeld und die Vergangenheit. Kann aber schon sein, dass da noch Dinge sind von denen ich nichts weiß.

Was mir das Ganze so schwer macht ist dass ich merke, dass die Person extrem egozentrisch wirkt/zu sein scheint/ist - das weiß ich eben nicht. Alles was ich merke ist dass ich mir Vorwürfe anhören muss obwohl ich wirklich tue was ich kann. Mein Dasein wird nicht geschätzt, mein Zuhören nicht, meine Ratschläge nicht, gar nichts.

Ich erwarte nicht mal ein Danke oder eine Rückfrage, wie es mir geht. Ich möchte mir nur nicht anhören, dass "niemand" für ihn da wäre weil es einfach nicht stimmt. Und ich merke halt wie ich mich immer mehr frage, ob das wirklich an der aktuell miesen Situation liegt oder ob ich da einfach auf einen Charakter hoffe, der gar nicht existiert.

Kommentar von Yoshi1990 ,

Es fühlt sich gerade an als ob du über mich redest. Das hab ich mir alles auch schon anhören müssen. Wie gesagt mir wollten auch oft Leute helfen was ich aber irgenwie als Beleidigung angesehen habe. 

Einer meiner Freunde war sogar mal bei mir vor der Türe und woltle mit mir reden, da ich aber keine Lust hatte mir das alles wieder und wieder anzuhören habe ich ihm die Türe vor der Nase zugeschlagen was mir heute richtig leid tut.

Ich kann der Person auch nicht böse sein da ich Mittlerweile weis das ich mich ihm gegenüber richtig Scheise verhalten habe und nicht weis ob eine Entschuldigung noch was bringt. Ich werde wohl oder übel einen Psychologen um Hilfe bitten der mir hilft.

Vielleicht solltest du auch mal zu einem Psychologen gehen und über deine Freundin reden und sagen wie sie sich verhält und was sie für Probleme hatte aber sag der Person nichts davon. Der Psychologe kann dir dann vllt Tips geben wie du dich verhalten sollst. 

Mittlerweile habe ich gemerkt wie ich mich gegenüber meinen Freunden verhalten habe und ein richtiger Arsch war. Ich dachte immer die ziehen mich nur Runter um sich selber Besser zu fühlen und das da manchen die Lust vergeht immer für eine Person dazusein die sich nicht Helfen lassen will kann ich mittlerweile auch verstehn. 

Finde es gut das es Menschen wie dich gibt.

Kommentar von xMirage95 ,

Das ist schön sowas zu hören. Mir tut es Leid dass du in so einer Situation warst, aber irgendwie macht es mir Mut - du sagst ja auch, dass du in der Zeit nicht wirklich begriffen hast was du da gemacht hast, vielleicht ist das ja hier auch so.

Naja, so schnell werde ich nicht aufgeben, ich versuche dran zu bleiben. :)

Vielen Dank für deine Hilfe! Und was deine Freunde angeht, würde ich dir raten, dich ruhig mal bei dem einen oder anderen zu melden (die, mit denen du am besten klargekommen bist / wo am meisten Vertrauen da war). Ich glaube sehr, dass sie da Verständnis für haben. Und vielleicht tut es ihnen auch mal gut was von dir zu hören, evtl. kamen sie sich damals nämlich auch dämlich vor (so wie ich das grade manchmal tue) und dann ist es bestärkend zu hören, dass sie damals nichts falsch gemacht haben, sondern dass du einfach nicht in der Verfassung warst zu sehen, was sie alles Gutes getan haben. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, nachher bereust du es nur, es nicht getan zu haben. Wünsche dir alles Gute. :)

Antwort
von AmyDu, 16

Ja, meine Mutter.
Ich bereue es echt gar nicht.

Antwort
von Tragosso, 58

Schon mehrmals. Manche Fehler wiegen schwerer als die positiven Anteile. Da ist es für einen selbst das beste mit diesen Personen abzuschließen. Ich habe es nie bereut.

Antwort
von wollyuno, 81

ja einen langjährigem freund hab ich den laufpass gegeben.er wurde immer seltsamer und hat ringsum mit jedem gestritten.hat sich mit jedem angelegt auch freunde von mir oder in seiner nachbarschaft.hab mir durchaus gedanken dazu gemacht ob es richtig oder falsch war.hab nur eine erklärung dazu er starb 3 monate später,vielleicht war er krank das er sich so verändert hat

Antwort
von Nashota, 94

Narzissten und Egoisten habe ich aufgegeben. Hoffnung braucht man bei solchen Charakteren nicht zu haben, dass sie was merken, einsehen und ändern.

Federn wurden genug gelassen, dumm genug war man lange genug. Bereuen tut man nur die Zeit, die man den falschen Leuten geschenkt hat, aber nicht den Schritt, der schon länger fällig war.

Antwort
von Korni1989, 8

Eine sehr interessante Frage. Ich habe auch einige Menschen aufgegeben. Ich kenne mein Kumpel seit kleinauf. Größtenteils verstehen wir uns gut. in der Schulzeit ist aber dann was passiert was ich mir nicht erklären kann. Er verbreitete Lügen über mich und machte mich zum Gespött der Schule. Alle in der Klasse waren auf einmal gegen mich. Es wurde so schlimm das meine Zensuren drunter litten und ich war auch immer so einer der alles in sich reinfrisst. Wir hatten nach der Schule jahrelang kein kontakt mehr. Dann Jahre später redeten wir und ich hab ihm verziehn. Er meinte wenn ich sowas ihm angetan hätte, hätte er mir nicht verziehn. Es gibt ja das Sprichwort: "Vergebe aber vergesse nicht" Einige Freunde meinen ich soll ihn fallen lassen. Ich weiß bis heute nicht was richtig und falsch ist und warum er das getan  hat weiß ich bis heute auch noch nicht...

Gruß

Antwort
von kiniro, 60

Ja, habe ich.

Und zwar, als mir bewusst wurde, dass ich von besagter Person auf gut Deutsch hinten herum verar***t wurde.

Bereut habe ich es nicht.

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