Pinje am 27.02.2009 um 19:22 Uhr
Und würdet Ihr abtreiben wenn es heisst behindert ? Eine Bekannte von mir hat mich gerade angerufen und ich weiss nicht was ich ihr raten soll ! Ich persönlich würde auch ein behindertes Kind behalten und es so gut wie möglich fördern und Ihr ?

Das ist eine Frage, die kann niemand für den anderen beantworten. Eine Fruchtwasseruntersuchung soll sie ruhig machen, dann , wenn sie das Ergebnis hat und es sollte negativ für sie ausfallen, dannn kann sie noch immer entscheiden und sich dementsprechend Gedanken machen. Es kommt dann ja auch auf den Grad der Behinderung an und ich denke im Einzelfall kann man dem Ungeborenen Wesen viel Leid und SChmerz ersparen, wenn man es eben vorher weiß und sich gegen ein Leben in der Welt da draußen entscheidet. Es kann aber auch sein, dass man es erst Recht nicht "hergeben" will und sich für das "behinderte" Kind aufopfert und alles mögliche tun will, dass es geboren werden kann. Aber auch dann hätte man die Gelegenheit, sich vorher darauf einzustellen. Niemand darf vergessen, dass sich das Leben mit einem behinderten Kind grundlegend ändern wird und je nach dem wie stark der Grad der Behinderung sein wird, man vielleicht auch nicht mehr weiter arbeiten gehen kann , oder eine rollstuhlgerechte Wohnung brauchen wird , eventuell eine Dauerpflegekraft Tag und Nacht bei sich haben muß, das Kind vielleicht von Geburt an beatmet werden muss usw...
Entscheiden können das alles nur die Eltern die betroffen sind.
Wenn man eine Fruchtwasseruntersuchung macht ist die logische konsequenz, das man bei einem schlechten Befund auch die Schwangerschaft unterbricht- ansonsten brauch man diese Untersuchung nicht machen. Die Entscheidung für oder gegen ein Kind muss jede Frau/Paar selber treffen- aber medizinische Untersuchungen helfen bei dieser Entscheidung nicht.

Auch wenn ich selbst nicht die Chance hatte, Mutter zu sein, habe ich doch eine Meinung dazu. Ich glaube, dass das Leben ohne Behinderung schon schwer genug ist. Deshalb würde ich versuchen, eine Behinderung zu vermeiden.
raubkatze am 27. Februar 2009 19:35 Das kann ich sehr gut nachempfinden! DH!

Mein jüngster Sohn kam gesund auf die Welt. Er hatte mit 6 Monaten einen Hirnkrampf und ist jetzt behindert. Ich empfinde sein und mein Leben dennoch als absolut lebenswert.
Pinje am 27. Februar 2009 19:25 genau so sehe ich es auch . Ich habe ja selber einen Sohn mit Handicaps und möchte nicht ohne ihn sein

Ich persönlich finde es vermessen, selbst zu beurteilen oder zu entscheiden, ob ein Leben lebenswert ist oder nicht.

Rate ihr, sich gemeinsam mit dem Kindsvater vor der Entscheidung Gedanken darüber zu machen, ob sie im Falle eines negativen Befundes darüber entscheiden könnten, das Kind nicht zu bekommen.
Wir hätten das nicht gekonnt bzw. auch ein behindertes Kind bekommen und haben aus diesem Grund gar nicht erst solche Untersuchungen machen lassen.
Die Fruchtwasseruntersuchung ist auch nicht ganz risikolos und der Frauenarzt kann heutzutage auch schon vieles per Ultraschall feststellen.

Habe ich! Wenn man älter ist und sich kein behindertes Kind zutraut, ist das auch besser.

Ich war mal in einer solchen Situation. Mein zweiter Sohn wäre ein Zwilling gewesen. (Er kam gesund auf die Welt). Das Mädchen wäre stark behindert gewesen und wir haben sehr lange überlegt, was wir machen sollen. Ich glaube, ich hätte es abgetrieben. Zum Glück hat uns dann aber doch die Natur die Entscheidung abgenommen und ich hatte einen Abgang.
Ich würde nie jemanden verurteilen, der ein behindertes Kind nicht haben möchte! Als Außenstehender tut man sich immer leicht mit solchen Aussagen wie "Ich würde nie abtreiben!". Das hatte ich vorher auch immer gedacht. Diejenigen, die so etwas sagen, müssen das Kind ja dann nicht großziehen und sich ein Leben lang darum kümmern.
Aber ich bewundere Frauen (und deren Männer), die sich bewußt für ein behindertes Kind entscheiden!
CrazyDaisy am 27. Februar 2009 19:47 Sehr gut geschrieben! Zumal ja immer noch die Sorge dazu kommt - was, wenn das Kind die Eltern überlebt, wer kümmert sich dann? Nicht immer ist das Geld für eine wirklich gute Heimbetreuung da, bzw. wurde schon zu Lebzeiten der Eltern verbraucht - schließlich kann man mit einem schwerbehinderten Kind nicht auch noch arbeiten gehen.
Das ist eine heikle Angelegenheit finde ich, da ist es wirklich schwierig die richtigen Worte für eine Freundin zu finden. Ich persönlich würde nie zu einer Entscheidung (ob nun behalten oder nicht) raten. Diese Entscheidung muss sie ganz alleine treffen. Das ist hart aber in meinen Augen der beste Rat. Denn Sie muss mit dem Kind klar kommen,auch alleine im Härtefall, darüber muss sie sich im klaren sein wenn sie es behalten will.
Sehr gute Antwort - mein DH für dich!