Habt ihr Erfahrungen/Tipps, wenn ein Straßenhund aus dem Ausland einzieht?

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4 Antworten

Ich habe sehr viele Hunde aus den südlichen Ländern selbst geholt, vermittelt und auch natürlich selbst gehabt. NIEMALS hatte ich Probleme mit ihnen. Selbst, wenn wir der Hintergrund nicht bekannt war, also die frühere Haltung oder Behandlung, es gab nie Schwierigkeiten, die es mit einem deutschen Hund nicht auch hätte geben können.

Daß Du schon mal kein Halsband sondern ein Geschirr kaufen willst, finde ich sehr gut, damit kommen die meisten viel besser zurecht, als wenn da irgendjemand am Halsband zieht, und sie können nichts damit anfangen. Wenn Dir ihr das Geschirr angelgst, sprich mit ihr, leg es ihr hin, damit sie schnuppern an, das dürfte nicht kompliziert sein.

In den meisten Fällen geht man davon aus, was diese Hunde nichts können und nicht wissen, wie ein erwachsener Welpe eben. Sie brauchen meistens nur wenige Tage, um sich einzugewöhnen, sobald sie aber an den Klang und die Bedeutung der Worte gewöhnt sind, geht es ganz schnell. Du mußt evtl. damit rechnen, sie nicht vorschnell von der Leine zu lassen, Du solltest Dich schon vergewissern, daß sie auf Dich hört.

Auch nach langen Transporten (Ich bin schon von einer griechischen Insel mit der Fähre, dann über das griechische Festland, dann wieder mit der Fähre nach Bari (in Talien) und dann Richtung Deutschland gefahren, In der Mittte Italiens konnten wir sie kurz raus lassen, ansonsten ging die Fahrt weiter. Das verpacken sie eigentlich sehr gut. Ob sie Autofahren allgemein mag, kann man nicht wissen, wenn sie aber nicht sofort hineinspringt, hab Geduld. Setzt Dich zuerst hinein, ich schätze mal Ihr habt einen Kombi, und locke sie dann. Selbst wenn es zwei oder 3 Tage dauert, was macht das schon? Sie hat jetzt noch einige Tolle Jahre bei Euch. Ich finde es super, daß Ihr einem älteren Tier die Chance gebt. Sie simd so liebenswert. Vielen Dank, viel Glück, und berichte doch mal, ja? LG

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Kommentar von Leopatra
28.07.2016, 14:30

Danke für deine Erfahrungen und deine Wünsche! Klar, ich werde, wenn ich mitreden kann ;-), hier noch mal einen kurzen Bericht abgeben. LG auch an dich

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Ich habe mittlerweile drei Straßenhunde gehabt.

Meine jetzige Hündin ist, wie die anderen beiden Hunde,  völlig unproblematisch, obwohl sie einen fast 24 stündigen Transport in einer Box hinter sich hatte. Sie schmiss sich förmlich in meine Arme, als sie mich sah. Auf den ersten Fotos wirkt sie noch etwas schüchtern, aber das gab sich bald. Sie ist alles, nur nicht schüchtern. Friedfertig, aber dominant.
Ich glaube aber, dass sie mal einem guten Menschen gehört haben muss, denn sie ist nicht ängstlich und sehr menschenfreundlich. Möglicherweise ist sie einfach abhanden gekommen, sie jagt nämlich, wenn man nicht aufpasst.

Mein erster Hund war ein span. Straßenhund. Sehr anhänglich, liebebedürftig. DAs Laufen an der Leine, Fahrrad, am Pferd hat er schnell gelernt. Er hatte leider ein Fütterungsproblem gehabt, da er sehr mäkelig war. Er war wohl auf Fast Food Rest geprägt, mochte am liebsten alte Fritten, alte Wurststücke. Man musste daher immer aufpassen, wenn er an einem Imbisstand vorbeiging. Anständiges Hundefutter mochte er nicht besonders.
Er hatte sein ca 17.j. Leben lang Angst, eine Küche zu betreten. Das durfte er bei mir natürlich, aber von sich aus hat er es nie getan. Und wenn ich ihn lockte, hatte er Angst. Ich nehme an, dass er aus vielen Küchen rausgetreten worden ist.

Mein zweiter Hund kam aus der Türkei. Ausgeglichen, freundlich bis aufs Mark. Stur, was er nicht wollte, wollte er nicht.  Er brachte es fertig, auf Ausflügen sich irgendwann einfach hinzusetzen und zu sagen: "ich hab keine Lust mehr, ich komm nicht mehr mit." DAnn musste man ihn an die Leine nehmen. Ansonsten war er die Freundlichkeit in Person.

Alle drei Hunde waren bereits stubenrein.

Ich würde immer wieder einen Straßenhund aus dem Süden nehmen. Tolle Hunde. Alle drei Hunde sind prima am Pferd mitgelaufen. Na ja, bis auf Nr. Zwei. Wie gesagt, wenn er keinen Bock mehr hatte, setzte er sich hin. Er brachte es auch fertig, sich fremden Reitern anzuschließen und mit denen zurück zum Stall zu laufen.

Bei meiner Hündin ist es schwieriger, sie mitzunehmen, da sie leider einen starken Jagdtrieb hat. Viele Monate im Jahr lasse ich sie daher im Stall zurück. Das klappt aber gut.

Alle Hunde sind/waren verträglich mit anderen HUnden und vertrugen sich mitm Katzen. Meine jetzige Hündin ist allerdings sehr selbstbewusst und verlangt Höflichkeit von anderen Hunden. Sonst wird sie sauer.

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Kommentar von Leopatra
28.07.2016, 14:36

Danke, dass du hier von deinen Erfahrungen berichtest! Ich resümiere daraus: alles wird gut :-D ("Eigenarten" hat schließlich jedes Individuum)

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Mein Hund kam aus Ungarn. Als er die Reise von Ungarn nach Stuttgart überstanden hat war er völlig zu gedröhnt und das hat ihm absolut nix gemacht er war nur generell nicht an Auto fahren gewöhnt. Wie lange die Eingewöhnungszeit benötigt kann man nur aus der Vergangenheit auslesen. Meiner wurde schonmal vermittelt aber wieder abgegeben deshalb hat er ca ein halbes Jahr gebraucht um genau zu wissen ob er da bleiben darf oder nicht. Tremännungsangst hat er auch, vermutlich auch deshalb. Die Hunde sie von der Straße kommen fressen Sachen von der Straße also bitte gut aufpassen und abtrainieren wegen Giftköder. (viele haben auch Angst bei Gewitter)
Aber alles in allem tust du damit was gutes und ich freue mich sehr das es doch einige gibt, die auch solchen Hunden helfen wollen. Hoffe ich konnte helfen :).

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Das kommt immer auf den Hund selbst an. Ich kenne ehemalige Straßenhunde, die haben sich innerhalb einer Woche so entwickelt und eingelebt, dass man meint, die wären schon immer in der neuen Familie.

Dann gibt es wieder andere, die haben selbst nach Jahren noch Probleme verschiedenster Art. Euch bleibt also gar nichts anderes übrig, als abzuwarten.

Wichtig ist vor allem, dass ihr ihm genügend Zeit lasst, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Und nicht frustriert sein, wenn das Eine oder Andere nie klappen wird :)

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