Frage von nobdyR, 63

Habt ihr Erfahrungen mit Psychiatrien gemacht?

Nein ich hab noch nicht nachgefragt ob ich in eine Klinik gehen kann, trotzdem ist es noch ein aktuelles Thema für mich.
Erzählt mir von euern guten und schlechten Erfahrungen

Antwort
von Benutzer97, 35

Hallo,

ich habe teils gute, teils schlechte Erfahrungen mit der Jugendpsychiatrie gemacht.

Zuerst das Schlechte: Anfangs wurde ich dort überhaupt nicht passend behandelt, das Personal schien nichts von meinen Problemen zu verstehen und ist entsprechend unpassend mit mir umgegangen. Zum Beispiel wurde ich für Dinge bestraft, die ich auf Grund meiner damals schweren Depressionen unmöglich hätte schaffen können. In der Schule war es ähnlich, beides hing auch zusammen.

Dann gab es dort einige Monate lang eine Gruppe Mitpatienten, die mich nicht leiden konnten; deren Verhalten könnte man eigentlich schon als Mobbing bezeichnen, was sehr schlimm für mich war, weil das eins meiner Probleme war. Das ging über einige Monate, Gespräche mit Personal haben nur bedingt was gebracht. 

Außerdem gab es dort, wenn man zum Beispiel suizidal war oder die Gefahr bestand, dass man sich selbst verletzte, besondere Regeln; ich hatte lange Zeit fast keine Privatsphäre deswegen, keinen Ausgang etc. Zwar war es nötig, das weiß ich, aber schön ist anders.

Allerdings gibt es natürlich auch die guten Seiten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Unsicherheit  ging es mir langsam besser; zwar hat das lange gedauert, aber langsam, aber sicher ging es bergauf. Nach der Patientengruppe, die so sehr gegen mich war, kam ich auf eine Station, auf der es mir sehr gut gefiel, die Patienten waren nett und den Betreuern schien mehr am Wohl der Patienten zu liegen als denen auf einer anderen Station. Dort konnte ich Kontakte knüpfen, die teilweise sogar jetzt, nach mehreren Jahren, noch bestehen.

Aber vor Allem hat das sehr bei meinen Problemen geholfen. Zwar wurde es zeitweise sehr schlimm wegen den schlechten Erfahrungen, aber die Guten, die ich mich den netten Mitpatienten machen konnte, haben mir geholfen, langsam aus den Problemen rauszukommen. Nicht komplett, es ist über ein Jahr her und ich habe noch immer Probleme, aber so gut, wie es jetzt ist, hätte ich es nie für möglich gehalten. 

Fazit: Wenn man auf die richtige Station kommt, kann ein Aufenthalt unglaublich viel bewirken, es kann das ganze Leben verändern. Man muss halt bei Problemen mit dem Personal sprechen, aber wenn man Glück hat, ist das gar nicht erst nötig. Eine Therapie ist anstrengend, kann aber so viel verändern, dass man es einfach versuchen sollte.

Wenn du sonst noch Fragen hast, frag ruhig. :)

Antwort
von Mimi33394, 6

Ich war schon in mehreren Psychiatrien. Die offenen Stationen waren alle gut und ich konnte viel lernen. Klar gab es hier und da auch Dinge, die ich nicht in Ordnung fand, aber es kann ja auch nicht alles perfekt sein. Zu einigen meiner früheren Mitpatienten, habe ich noch immer ein sehr gutes Verhältnis.

Auf geschlossenen Stationen war ich in zwei unterschiedlichen Psychiatrien. Die eine war richtig gut und es fühlte sich überhaupt nicht so an als wäre das eine geschlossene Station. In der anderen Klinik war das anders..
Ich habe da sehr krasse Sachen erlebt. Tagelang dauerfixiert. AufToilette
gehen war nicht drin; musste in eine Bettpfanne machen. Aber manchmal wurde mir selbst das verweigert und ich musste ins Bett machen. Obwohl das bemerkt wurde, hat man sich erst Stunden später darum gekümmert. Als ich dann mal duschen durfte in Begleitung von 2 Pflegern und ohne Vorhang.
Man hat mir auch alle meine Sachen weggenommen und ich musste jedes
Kleidungsstück erbetteln. Ich wurde von einer Pflegerin mal zwei Stunden
lang zur Sauna gemacht, bis ich nur noch ein heulendes Häuflein Elend
war. Sowas Ähnliches ist mit zwei anderen Pflegerinnen auch passiert.
Und ich wurde als Bestrafung öfter einen Tag länger fixiert, weil ich
mich gewehrt habe. Zwangsmedikamentiert wurde ich auch. Auch Abmachungen wurden nicht eingehalten. Ich habe meinen Teil eingehalten, aber die nicht. Die Gurte der Fixierung waren so eng, dass ich starke Ödeme bekam. Ich kam nicht mal mehr in Hausschuhe rein.

Deshalb habe ich inzwischen eine unheimliche Angst...Ich träume da immernoch von und oft sind morgens meine Armbänder zerissen, wenn ich vergessenhabe sie abzunehmen.

Antwort
von Lalala1718, 37

Ich hab nur schlechte Erfahrungen gemacht genauso wie eine bekannte Person von mir. Wie bereits ein anderer beschrieben hat wird man nur depressiver umso länger man da einsitzt. War man vorher nicht krank ist man es danach schon. Ich würde mir eher wünschen in keiner gewesen zu sein.
Aber die Entscheidung kannst am Ende nur du treffen

Antwort
von michelli2209, 48

Ich persönlich finde Kliniken eher schwierig, da man viele Gruppentherapien macht und sich auch noch auf die Schicksale der anderen einlassen muss und mich hat das belastet . Ich gehe lieber zur einzel Stunde einer Therapeutin / Therapeuten .
Aber jeder ist unterschiedlich das muss man für sich selbst entscheiden , ob und wie man damit um geht.
Außerdem fühlt man sich eingesperrt  ,irgendwie . Ausgänge anfangs gar nicht und dann nur bis 20 Uhr (?) . Ich würde nicht mehr in eine Klinik gehen .
LG

Antwort
von schokocrossie91, 46

Kliniken variieren sehr. Ich war in einer schlechten, eine Freundin war in einer guten.

Antwort
von Youareme, 63

Je nachdem variieren die Kliniken, deswegen kann eine Klinik in deiner Nähe besser oder schlechter sein. Akutstationen sind manchmal ok, manchmal doof. Therapiestation bin ich am ausprobieren

Antwort
von Fiddi, 31

Am besten siehst Du Dich mal auf der Webseite von Kriminalstaat(punkt)de um, was das Thema Psychiatrien angeht. 

Ich kann persönlich sagen,  das Pyschiater, Psychiatrien und alles was sich mit Psyche schimpft. Dein Leben ganz schön kaputt machen können. 

Antwort
von Alanbar33, 30

Also meine Erfahrung am Anfang war ok aber dann wird man dort Depressiver je länger man da bleibt !
Bei mir waren es 12 Wochen

Kommentar von nobdyR ,

Ging es dir danach besser?
Haben dir die Medikamente geholfen?

Kommentar von Alanbar33 ,

Nein besser wurde es nicht müsste Zicht Medikamente nehmen und wieder absetzen wegen der Nebenwirkungen an einem Tag habe ich gesagt Schluss ich will hier nur weg seit dem geht es mir besser mein Hausarzt hat mir Escitalopram verschrieben und seit dem fühle ich mich ok

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