Frage von Tragosso, 82

Habt ihr Erfahrungen damit gemacht eine Phobie dauerhaft zu bekämpfen?

Huhu.

Bei mir handelt es sich z.B unter anderem um eine Phobie vor Maden, aufgrund einiger für mich schlimmer Erlebnisse. Es ist kein reiner Ekel, es ist ernste Panik, so dass ich als Reaktion auf den Anblick mit Starre, Schwindel und starkem Schwitzen reagiere, ähnlich wie jemand mit Höhenangst.

Auch logisch zu denken hilft mir in der Situation nicht. Mir ist klar, dass die Viecher mir nichts tun können und trotzdem empfinde ich diese Angst.

Aber davon abgesehen geht es mir allgemein darum eine Phobie zu bekämpfen. Seit ihr der Meinung, dass man das alleine schaffen kann oder geht das nur mit professioneller Hilfe? Wie genau sollte man eurer Meinung nach vorgehen? Das Endziel sollte sein, dass ich zumindest nicht mehr so extrem reagiere, ich muss sie ja nicht mögen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DottorePsycho, Community-Experte für Angst, Gesundheit, Hypnose, ..., 53

Üblicherweise verschwinden Phobien nicht von alleine. Im Gegenteil; sie werden schlimmer und es kommen oft noch welche dazu.

Deshalb: Umgehend professionelle Hilfe holen -> Psychotherapie oder Hypnosetherapie.

Je länger Du wartest, desto schwieriger wird es.

Kommentar von Tragosso ,

Das ist mir natürlich nicht neu, in Therapie bin ich schon längere Zeit.

Kommentar von DottorePsycho ,

Das war Deiner Frage leider nicht zu entnehmen.

Sprechen wir jetzt schon von einer generalisierten Angststörung oder welche Phobien hast Du denn? Wie lange bist Du schon in Therapie?

Kommentar von Tragosso ,

Ca. 2 Jahre bin ich in Therapie und ich habe generell eine Panikstörung und eine Soziale Phobie diagnostiziert, das mit den Maden ist nicht extra aufgeführt, aber mein Therapeut weiß davon.

Das Problem ist, dass es in den Sitzungen in der Regel eher um meine Hauptprobleme geht, und auf das Problem mit den Maden nicht weiter eingegangen wird, weshalb ich hier nach Menschen suche die es vielleicht irgendwie alleine hinbekommen haben. Ich denke, dass eine Angst vor gewissen Tieren leichter zu bezwingen ist, als eine Sozialphobie (z.B). Es gibt ja viele die als Beispiel Angst vor Spinnen haben.

Kommentar von DottorePsycho ,

Da liegst Du ganz richtig; eine isolierte "Tierphobie" ist ansich - aus der Sicht des Therapeuten - ein Klacks. Für Dich als Betroffenen natürlich nicht. Spinnenphobie ist für mich eine Sache von einer Sitzung zu max. zwei Stunden - normalerweise - mittels Hypnotherapie.

Grundlegend anders sieht das aus bei generalisierten Angststörungen; hier bräuchte es schon für die Anamnese einiges an Zeit. Desweiteren müsste man schauen, inwieweit die einzelnen Ängste zusammenhängen und wo man dann am besten ansetzt. Könnte sein, dass man die Madenphobie nicht als erstes heilen kann, weil es da ungünstige Verknüpfungen gibt. Gibt es die nicht, stehen die Chancen eigentlich ganz gut.

In jedem Fall solltest Du jetzt nicht einfach zum nächsten Hypnosetherapeuten rennen, ohne das mit Deinem Therapeuten abgestimmt zu haben. Sollte dieser nichts von Hypnose halten, dann ... hat er keine Ahnung von Hypnose. :-)))

Wenn es nach zwei Jahren noch keinen oder wenig Fortschritt gegeben hat, stellt sich die Frage, ob Dein Therapeut "talentiert" ist.

Kommentar von Tragosso ,

Kann man eine Hypnosetherapie denn 'zusätzlich' zur Psychotherapie machen oder sollte man so etwas nicht gleichzeitig?

Dass es keine Fortschritte gibt kann ich nicht behaupten, ich bin reflektierter und mache schon einige Dinge an die ich früher niemals denken konnte, wie z.B alleine Bus/Zug fahren, alleine irgendwo anzurufen/generell mit Menschen zu telefonieren, mit fremden Menschen frei sprechen zu können, selbst wenn es nur darum geht mir beim Bäcker ein Brötchen zu kaufen etc. Es ist zwar immernoch unangenehm, aber wenigstens möglich.

Ich habe halt zu oft Phasen in denen es mir so schlecht geht, dass es Rückschritte gibt, ich habe auch noch ein paar andere Diagnosen. Das macht es mir schwer vorranzukommen. Ich bin phasenweise sehr motiviert, dann geht vieles glatt, läuft dann etwas schief und funktioniert nicht, bin ich erstmal wieder in der 'Ich will absolut gar nichts mehr'-Phase.

Kommentar von DottorePsycho ,

Ok, inwieweit die Fortschritte den 2 Jahren Therapie entsprechen, kann ich nun wirklich nicht beurteilen - das ist auch nicht unser Thema.

Die Hypnotherapie kannst Du prima parallel machen, wie gesagt aber nur in Absprache mit Deinem Therapeuten.

Antwort
von Sternenhimmel21, 37

Wenn es sich um eine isolierte Phobie handelt (und in diesem speziellen Fall um die alleinige Furcht vor i.d.R. eher selten anzutreffenden Maden) dürfte die damit verbundene Problematik (Angstanfälle) und Einschränkung der Lebensqualität bei Dir ja eher gering sein. 

Falls Du aber Angst vor der Angst vor Maden entwickelst und Dich da immer weiter reinsteigerst, könntest Du Dir ja mal ne psychologische Fachmeinung einholen.

Kommentar von Tragosso ,

Es ist beides. Angst vor den Maden 'und' vor der Angst vor den Maden. Das äußert sich z.B so, dass ich meinen Teller nach dem Essen sofort wegbringen muss oder den Müll nicht lange stehen lassen kann, weil ich sofort Angst habe, dass diese Tiere auftauchen könnten. (was im Sommer gar nicht mal so abwegig ist, aber natürlich auch nicht innerhalb von Minuten geschieht)

Insofern schränkt es mich manchmal schon ein, aber natürlich nicht so extrem. Es ist eher etwas nervend.

Kommentar von Sternenhimmel21 ,

Na ja, so lange es nur etwas "nervend" ist und das Problem nicht allzu häufig auftritt, würde ich mir an Deiner Stelle nicht so große Sorgen machen. 

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