Frage von InvestmentStar, 239

Habt ihr ein Beispiel für Manipulation von Menschen?

Antwort
von PlueschTiger, 97

Hallo InvestmentStar,

Manipulation setzt Absicht voraus und diese kann man nur erahnen oder Vermuten so lange man nicht von dem Manipulierenden es gesagt bekommt oder eben bestätigt bekommt.

Im Grunde werden wir in fast allen Bereichen Manipuliert und die bekanntesten sind die Architektur der auslagen bei Diskounter, Produktverpackungen und Werbung. Werbung und Verpackungen gauckelt etwas vor was nicht gehalten werden kann, sprechen aber unsere Gefühle oder andere dinge an. Der Aufbau der Läden ist so gestaltet, auch die Position der einzelnen wahren, das man dazu verleitet wird noch mehr zu kaufen (siehe Süßigkeiten an der Kasse - quengel Ware). Musik im Supermarkt.

Andere Manipulationen geschehen noch unterschwelliger, zum Beispiel von Seiten einiger Arbeitgeber. Sie loben den Mitarbeiter um ihn dazu zu bringen mehr Überstunden zu machen oder gar auf deren Vergütung zu verzichten. Man macht ihm Hoffnung auf einen Aufstieg im Unternehmen, etc., doch wie oft das der Fall ist kann niemand sagen und nicht jeder macht das absichtlich. Die Grenzen sind wie überall fließend.

Allerdings werden wir auch ohne wirkliche Absicht von anderen manipuliert oder tun das auch selbst ohne es zu wollen. Der Grund ist, wir Menschen Reagieren auf alles in irgend einer weise. Egal was, wo oder in welcher Stärke wir zu sehen, hören oder auf anderen Wege mitbekommen beeinflusst was wir tun und denken. Ob eine Ameise nach rechts oder links läuft ist für die meisten Menschen, als Faktor in Entscheidungen eine Witz, doch selbst das kann auf lange Sicht oder in bestimmten Situationen, großen Einfluss haben.

Gruß Plüsch Tiger

Antwort
von Grautvornix16, 126

Hi,- die meisten und wesentlichen psychischen Manipulationen üben wir selber an anderen und an uns selbst aus. Es handelt sich dabei i. d. R. um "Anpassungsprozesse" in Kommunikations- Deutungs- und Verhaltensmustern die wir vornehmen um entweder das Verhalten anderer in unserem Sinne zu beeinflussen (Kommunikation ist immer auch Manipulation) oder eigene Denk- und Selbstkonzepte an äußere Umstände, die wir als "übermächtig" empfinden im Sinne einer "Rechtfertigungs- oder Plausibilitätsoption im Denken und Fühlen anzupassen, um Empfindungen von Widersprüchen zu unserem ursprünglichen Selbstverständnis oder moralische Zwickmühlen als Spannungszustand aufzulösen. Stichwort hier ist der Begriff der "Kognitiven Dissonanz". Auf diese reagieren wir in der Regel mit einer Art mentaler Selbst-Korruption.

Ansonsten wäre für den Einstieg vielleicht noch das "Milgram-Experiment" interessant oder Studien über die Wirkung und Wirksamkeit von Nationalismus. Ebenso interessant wären Untersuchungen zu massenpsychologischen Effekten oder etwas kleiner von Gruppendynamik.

Kommentar von Pudelcolada ,

Hmm ja, kann man so sehen, muss man aber nicht.
An dieser Definition von Manipulation stört mich hauptsächlich die Aussage "Kommunikation ist immer auch Manipulation".
Dieser Schluss ist in Deiner Argumentation allerdings völlig legitim.

Allerdings halte ich es eher mit der Definition, dass Manipulation der Prozess einer gezielten und verdeckten Einflussnahme auf Einzelne oder Gruppen ist mit dem Ziel einer Wahrnehmungs- und/oder Verhaltensänderung. In diesem Moment beinhaltet nicht mehr jede Kommunikation zwangsläufig manipulative Anteile.

Aber wie gesagt: Deine Sichtweise ist legitim und sauber begründet, ich wollte sie nur um meine ergänzen.

Kommentar von Grautvornix16 ,

Hi,- du hättest recht wenn es Kommunikation ohne Absicht gäbe. Das ist allerdings nur für einen sehr begrenzten Teil von K. der Fall. Dabei geht es um "technische" Kommunikation. -  Beispiel: wenn ich am Servicepoint nach einem Fahrplan frage und die entsprechende Auskunft erhalte oder in einem Labor mit einem Kollegen ein Testergebnis austausche habe ich diesen Fall der "Technischen Kommunikation". Mindestens 80% unserer Kommunikation beziehen sich aber auf psychologische Momente wie "verstanden" werden wollen, Nähe oder Abgrenzung herzustellen, herausfinden zu wollen was mit wem geht oder wie meine Situation / Position in einer Gruppe ist etc. etc.. In diesem Sinne ist "Manipulation" noch nicht einmal negativ gemeint sondern nur die Beschreibung eines Sachverhaltes: wir nehmen Einfluß oder versuchen es im Sinne unserer Absichten und Bedürfnisse; meistens ohne es bewußt zu machen. Kommunikation ist immer "konstruktivistisch, d. h. selektiv wahrgenommen und wieder zusammengebaut, wobei die hierbei wirksamen Filter und Relais unsere Lern-, Erfahrungs- und Interessensstrukturen sind. Dies gilt eben nicht nur für das was wir selbst aufnehmen,  sondern wir richten auch unsere eigene Kommunikation an unserer Wahrnehmung des Anderen aus "was wir wie sagen könnten oder sollten um auf der Grundlage der Einschätzung des Anderen unsere Botschaft plazieren zu können. Aber wie gesagt: das passiert i. d. R. - vor allem bei Spontankommunikation unbewußt aber so passiert es. Das ist aktuell gültiger Stand psychologischer Betrachtungen zum Thema "Kommunikation". - Einfach erstmal ein Sachverhalt ohne moralische Wertung.

Kommentar von Pudelcolada ,

"Das ist aktuell gültiger Stand psychologischer Betrachtungen zum Thema "Kommunikation". - Einfach erstmal ein Sachverhalt ohne moralische Wertung."

Genauso hatte ich Deine Antwort verstanden:
Darstellend und wertfrei!
Danke dafür, das ist bei einem solchen Thema nicht selbstverständlich.
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Prinzipiell stimme ich Dir ja zu, dass Kommunikation grundsätzlich auch beeinflussende Elemente enthält, da sie ein Ausdruck sozialer Interaktion ist und deshalb auch immer emotionale Anteile transportiert.
Darauf können wir uns gerne einigen und ich setze es mal als Konsens voraus.

Dazu verweist Du ja zurecht auf (selektive) Wahrnehmung und indirekt auf Schulz von Thun, damit rennst Du bei mir ja offene Türen ein.

Allerdings gehe ich von der genauso aktuellen Definition von Manipulation als zielgerichteter und verdeckter Einflussnahme aus, also von einer bewussten Handlung.
Mein Ansatz dabei ist, dass der grösste Anteil von Emotion in der Kommunikation sich unbewusst ereignet und deshalb keinen manipulativen Eingriff i.S. einer bewussten Handlung darstellen kann.

Ich trenne also auf emotionaler Ebene zwischen einer unbewussten, nicht absichtlichen Beeinflussung und einer bewussten, verdeckten und zielgerichteten.

Das bewusste Zulassen und Ausagieren von Emotionen in der sozialen Interaktion kann allerdings m.M.n. durchaus als versuchte Manipulation beurteilt werden, da dieser Teil von Emotion den reflektiven Prozess durchlaufen hat und damit in diesem Moment als Kommunikationswerkzeug eingesetzt wird. Der Sender setzt bewusst z.B. implizite oder Doppelbotschaften ein mit dem Ziel, seinen Interaktionspartner zu beeinflussen.
Das allein beurteile ich als Manipulation, da dem Gegenüber bewusst Möglichkeiten zu einer eigenständigen Einschätzung und Entscheidungsfindung genommen werden sollen.

Kommentar von Grautvornix16 ,

N'Abend,- ja, es macht natürlich aus Gründen einer gewissen "Diskursdisziplin" und einer "kontrollierbaren" Analyse und ggf. auch und vor allem wenn es daran geht, kausal-empirische Daten zu gewinnen, Sinn, die begrifflichen Gegenstände über die man spricht einzugrenzen. Allerdings ist der Preis i. d. R. ein gewisser "Laborcharakter" - soll heißen: man gerät schnell in die Gefahr, die Komplexität eines Sachverhaltes zugunsten der analytischen Handhabbarkeit in einen hermetisch-artifiziellen Untersuchungsgegenstand zu verwandeln, der so in der Realität nicht vorkommt.

Beim vorliegenden Thema wäre es m. E. z.B. wichtig, zwischen Manipulation und M.-Strategie zu unterscheiden sowie zu klären ob Bewußtheit nur "an" oder "aus" besteht oder in fließenden Übergängen. Beispiel für letzteres: wenn ich seit langem Auto fahre nehme ich nicht mehr jedes Schild und jede Ampel "bewußt" i. S. von "hellwach" wahr. Aber ich habe das Schema der Gebote internalisiert und verhalte mich trotz "unterbewußter" Fahrweise danach.

Wenn ich mich also dazu "entscheide", mich in unterschiedlichen Situationen und Rollen unterschiedlich zu verhalten, z.B. um Konflikte zu vermeiden oder Nähe/Distanz zu gewinnen steckt darin sehr wohl eine Entscheidung auf der Grundlage einer Absicht,- die zwar ggf. intuitiv/emotional ausgelöst wurde und deren Umsetzung auch nicht unbedingt einem kühl kalkuliertem Plan auf der Grundlage von psychologischem Fach-/Detaillwissen folgen muß; aber es wird in jedem Fall eine Strategie sein entlang der Interessens-, Empfindungs- und Ereignismuster,-unabhängig von der Frage wie ausgeprägt der "Bewußtheitsgrad" ist.

Ich muß eine Absicht oder Strategie nicht in jeder Sekunde als "ausgefuchsten Plan" umsetzen um sie anzuwenden. Zum anderen funktioniert umgekehrt geplante Manipulation nur solange bis ich weiß, dass ich manipuliert werden soll. Insofern wird z.B. mit Werbung m.E. auch jede Menge Geld verbrannt und der Versuch, "strategisch" auf Basis von diversen psychologischen "Erkenntnissen" Kaufentscheidungen zu beeinflussen überbewertet.

Auch kenne ich bislang keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass die Redeübungen Hitlers vor dem Spiegel explizit die Zahl seiner Anhänger erhöht hätte. - Gleiches gilt für die absurden "Tschacka-Veranstaltungen" von Vertriebsfirmen, die so versuchen, in Gruppenveranstaltungen ihre Mitarbeiter zur Selbstausbeutung zu bringen.

Ebenso fehlt jeder Nachweis,  dass sich über den unsinnigen Aufwand der Kampagnenstäbe von Parteien durch die Gestaltung eines Plakates eine Verhaltensentscheidung tatsächlich determinieren läßt.

Die Legende von der angeblichen Macht "psychologischer Strategien" bleibt meiner Ansicht nach eine Legende solange die Menschen diese nicht für "bare Münze" nehmen und wissen, dass es Leute gibt, die das versuchen.

Aus meiner Sicht greifen da andere grundlegende Mechanismen in welche ggf. als Randbedingung psychologisch geplante Interventionen einwirken könnten..

Gruß

Antwort
von Neugierigoffen, 62

Ein besonders tückisches Beispiel für Manipulation sind Vorannahmen. Vorannahmen sind Sätze, deren Aussage auch gilt, wenn man den Satz verneint. In dem Satz der reaktionäre Politiker X war zu Besuch, ist die Vorannahme, dass der Politiker reaktionär ist. Ein Beispiel für Manipulation mit Vorannahmen: ich schaue mir in einem Geschäft eine Uhr an. Der Verkäufer fragt mich, ob ich mit Scheck oder bar bezahlen will. Dass ich die Uhr kaufen will, setzt er voraus. Martin R. Mayer NLP Lehrtrainer DVNLP Autor von "Neue "Lebensperspektiven", eine Einführung ins NLP und in die Lebenskunst.

Antwort
von Arxoz, 90

Ein weiteres Beispiel wäre Propaganda bzw. Hetze im Internet.

Wenn es etwa um bestimmte Themen oder Menschen geht, über die wenig Fakten aber viele Vorurteile bekannt sind, und durch Internetseiten/Gruppen/Organisationen/usw. bewusst mit unseriösen Informationen, negativen Klischees, Extrembeispielen mit Schock-Effekt, manchmal auch Lügen ein falsches Bild davon vermittelt wird - dann ist das auch Manipulation. Weil sich viele Menschen sehr leicht von solchen Dingen beeinflussen lassen, und es sie daran hindert sich eine eigene Meinung darüber zu bilden.

LG.

Antwort
von warehouse14, 68

Kindererziehung.

Man übt gezielt Einfluss auf die Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes aus.

Später als Erwachsene werden diese Menschen weiterhin manipuliert. Durch Gesetze, die ihnen bestimmtes Verhalten vorschreiben... Bei Nichteinhaltung der Gesetze droht Strafe. o.O

Und wer kennt es nicht? Wenn man verliebt ist tut man die seltsamsten Dinge... Unter anderem sich mehr oder weniger "freiwillig" den Wünschen des Wunschpartners unterordnen.

Es gibt kein wirklich manipulationsfreies Leben.

Selbst das eigene Gehirn manipuliert einen oft genug. Immerhin wählt es un(ter)bewußt schonmal aus, was wir bewußt wahrnehmen sollen. o.O

warehouse14

Kommentar von Pudelcolada ,

Kindererziehung beinhaltet zwar manipulatives Verhalten, ist aber deshalb nicht per se und pauschal eine Manipulation.

Im Gegenteil: Das Bild vom Kind, wie es inzwischen vermittelt wird, geht von einer eigenständigen Persönlichkeit aus, die selbstaktiv ihre Umwelt erkundet und sie sich altersangemessen sinnhaft erschließt.

Gleichzeitig ist es die Aufgabe von Erziehung und Erziehenden, diesen selbstaktiven Prozess möglichst transparent zu unterstützen. Das moderne Bild vom Kind führt also weg von manipulativem Verhalten und hin zu Offenheit, Erklärung und Nachvollziehbarkeit.

Dadurch, dass erzieherisches Verhalten also untertützend, wertschätzend, offen und nachvollziehbar gestaltet werden soll, wird soweit wie möglich (altersangemessen) das Gespräch gesucht, um dem Kind die Möglichkeit zu lassen, eigene Entscheidungen treffen zu lernen. 

Dass dabei auch immer pädagogische Ziele verfolgt werden, liegt in der Natur der Sache - und ja, das könnte als Manipulation bezeichnet werden, da Erziehungsziele immer die (eigenständige) Entwicklung von (erwünschten) Gedanken- und Verhaltensmustern umfassen.

Das völlige Fehlen einer solchen aktiven Auseinandersetzung mit der kindlichen Persönlichkeit führt m.M.n. zu einer passiven, abgewandten Grundhaltung dem Kind gegenüber und damit ziemlich sicher zu einer Laissez-faire-Erziehung, die ich ablehne.
Außerdem sind auch in einer solchen bewussten Abgewandtheit und Nichtbeeinflussung durchaus manipulative Elemente enthalten.

Es bleibt also schwierig, in der Kindererziehung möglichst wenig zu manipulieren.

Antwort
von Sauperle, 106

Werbung enthält doch alle Variationen von Manipulationen. Der ungeprüfte Glaube hilft sogar, mit Werbung ein unbekümmertes Leben zu leben. Zumindest so lange das Geld nicht ausgeht.

Kommentar von Pudelcolada ,

Auf jeden Fall ist Werbung ein Paradebeispiel für Manipulation, allerdings auch ein sehr offensichtliches.
Richtig spannend wird es ja bei der Gestaltung von Verkaufsflächen, der Beeinflussung von Kundenlaufwegen, der Präsentationshöhe (Impuls- und Quengelware), durchgestrichenen Preisen als Suggestivmaßnahme einer Preissenkung, sogar der Bodenbelag.

Allein der Wegfall von Fachverkaufspersonal und Verkaufsthresen zugunsten der Selbstbedienung kann als Manipulation verstanden werden, weil in der Selbstbedienung der Kunde einfach mehr kauft.

Antwort
von Jeally, 63

Werbung (Verhalten / Handeln = Motiv * Motivation)

Antwort
von Affectusvitae, 90

Das Bavoharische Prinzip ;)

Antwort
von MikeDH, 78

In Japan haben die einen Helm erfunden wo du mit einem Controller andere Menschen bewegen kannst.

Antwort
von knox21, 79

Werbung ist ein klassisches Beispiel dafür.

Antwort
von realistir, 55

witzige Frage, die Geschichtsbücher sind voll davon und beginnen im Garten Eden mit Adam und Eva.

Die Methoden haben sich nur verfeinert wie alles sonstige auch. Sogar mehr Wissen verhalf und verhilft zu klügeren Methoden.

Verstehst du Spaß? Wenn ja sage ich mal spaßeshalber die raffiniertesten Manipulateure der Menschheit sind und waren Frauen. Anfangs Eva. ;-)

Antwort
von HelpToGo, 76

Die Medien. Sie erzählen uns Lügen, um auf ihrer Seite zu sein.

Kommentar von MatthiasHerz ,

Tun sie nicht.

Sie vermitteln das, was sie zu wissen glauben.

Jeder, der das unkritisch als absolute Wahrheit erachtet, ist oft nur zu bequem, andere Quellen zu Rate zu ziehen.

Antwort
von gercraluja01, 63

Die Strategien der Supermärkte: Geruchsstoffe, Musik, usw. Außerdem Werbung (z.B. im TV).

Antwort
von lizard2771, 60

Gib mal CIA und MK Ultra ein (Google)....Gehirnwäsche vom feinsten

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