Frage von Veitii, 86

Habt ihr auch so eine Angst vor dem Leben?

Jedes mal wenn ich irgendwas in der Schule über Universum höre und das es unendlich geht und das wir aus dem nichts entstanden sind stelle ich mir wieder vor das wir bald wieder nichts sind und dann werde ich heftig panisch und fange an zu schwitzen denn ich will nicht gehen... ich bin 19... und habe fast noch garnichts erreicht da meine ängste mir einen strich durch die rechnung ziehen... Der gedanke das wir eigentlich nichts sind außer gedanken macht mich kirre... insekten machen sich ja auch keinen kopf... wieso menschen ... wenn man nicht denkt weiß man nicht das man da ist... manchmal wünsche ich mir das sogar damit ich nicht solche panik vor dem nichts habe... hoffe das kann jmd verstehen..

Antwort
von PWolff, 20

Ist vermutlich stark persönlichkeitsabhängig.

Mit einer Persönlichkeit wie der meinen gewöhnt man sich im Laufe der Zeit daran. Irgendwann wird die Panik, Hoffnung, etc. von einer Resignation ersetzt, spätestens dann, wenn keine Kraft für Panik mehr übrig ist. (Vermutlich kann man ohne Hoffnung nicht leben (wobei "Leben" wesentlich mehr bedeutet als "biologische Existenz"), aber man kann existieren.)

Die Verwandten unserer Vorfahren ohne angeborenen Lebenswillen sind aller Wahrscheinlichkeit nach schon längst ausgestorben, sodass damit erklärt wäre, wieso wir so viel davon haben und den Lebenswillen nicht loswerden können.

Über Sinn, Unsinn und Pseudo-Sinngebung des Lebens ist hier schon genug diskutiert worden. Auch über den Sinn, Unsinn etc. des (vermutlich unendlich lang existierenden, aber nur endlich lang bewohnbaren) Universums.

Dann gibt es noch die Angst, der Ärger könnte "drüben" noch weitergehen. Das spielt aber eher eine Rolle, wenn man zum Schluss kommt, die Existenz hier wäre in der Summe negativ.

Vielleicht hilft nur, so lange in den bodenlosen Abgrund zu starren, bis man sich dran gewöhnt hat. Hat bei mir wenn auch nicht geholfen, so doch zu etwas mehr Ruhe geführlt.

Auch, wenn mich viele nicht verstehen werden, wenn ich jetzt, obwohl ich Christ bin, nicht auf den "Trost" der Religion hinweise: Die (m. E. logisch notwendige) intrinsische Sinnlosigkeit des Universums, des Daseins und des ganzen Restes ist kein Grund, sich irgendwelchen Gottheiten zuzuwenden; außerdem würde das nur der Meinung Vorschub leisten, Religion sei etwas für Schwächlinge, die mit der Realität nicht klarkommen.

Bleibt nur "Macht euch keine Sorgen um morgen - der heutige Tag hat schon genug Sorgen." (Manchmal hab ich das umformuliert zu "Mach dir keine Sorgen um die nächste Viertelstunde, diese Viertelstunde hat schon genug Sorgen. - Ging dabei manchmal um Stress im üblichen Sinn, manchmal um das Aushalten der Sinnlosigkeit.)

Antwort
von Philipp59, 14

Hallo Veitii,

warum sollten wir aus dem Nichts entstanden sein? Wenn man nach dem Ursprung des Universums fragt, dann sollte man sich über eines im klaren sein: Es gibt ein "Ursache-Wirkungs-Prinzip" , das auf unsere gesamte materielle Welt anwendbar ist: Aus dem Nichts kann auch nichts entstehen.

Viele Wissenschaftler sind der Ansicht, das Universum habe in einem Urknall seinen Anfang genommen, doch niemand kann mit Bestimmtheit sagen, was davor war. Es gibt zwar verschiedene Versuche der Wissenschaftler, den Ursprung des Universums zu erklären, doch stellen diese nicht unbedingt zufrieden.

Da gibt es z.B. das "Inflationsmodell" des Physikers Alan Guth, eine Theorie, die besagt, die gesamte Materie sei vor dem Urknall unendlich klein gewesen (Singularität) und sei dann mit Überlichtgeschwindigkeit expandiert. Dennoch erklärt diese Theorie nicht, was diesen Urknall bewirkt hat. Dr.  Andrej Linde drückte es in einem Artikel der Zeitschrift Scientific American so aus: „Eine solche anfängliche Singularität zu erklären, wie der Urknall sie darstellt, ist noch immer das widerspenstigste Problem der modernen Kosmologie.“ Das zeigt also, dass niemand wirklich sagen kann, was vor dem Urknall war.

Tatsächlich bewiesen ist, dass das Universum einen Anfang hatte. Doch kann die Wissenschaft nicht erklären, wie es zu diesem "Anfang" kam. Robert Jastrow, Professor der Astronomie und Geologie an der Columbia-Universität, schrieb:"Der astronomische Beweis für einen Anfang versetzt die Wissenschaftler in eine unangenehme Lage, denn sie glauben, daß jede Wirkung eine natürliche Ursache hat .  .  . Der britische Astronom E.  A.  Milne schrieb: ‚In bezug auf den Stand der Dinge [am Anfang] haben wir nichts anzubieten; bei dem göttlichen Schöpfungsakt ist Gott unbeobachtet und unbezeugt‘  “ (The Enchanted Loom—Mind in the Universe). Wie dieser Wissenschaftler selbst sagte, kann niemand ausschließen, dass die Entstehung des Universums letztendlich auf einenm Schöpfungsakt zurückzuführen ist.

Wenn man nach den Ursachen fragt, dann wäre es auch nicht schlecht, einmal über die im gesamten Universum herrschenden vier fundamentalen physikalischen Kräfte nachzudenken:

1. Gravitation
2. Elektromagnetismus
3. Die starke Kernkraft
4. Die schwache Kernkraft

Alle diese Kräfte sind so fein aufeinander abgestimmt, dass eine geringe Abweichung auch nur bei einer dieser Kräfte dazu geführt hätte, dass Leben nicht möglich wäre. Als Beispiel möchte ich einmal die Gravitation herausgreifen. Die Stärke der Gravitation ist entscheidend verantwortlich dafür, dass die Sonne überhaupt scheinen kann. Dr.  Reinhard Breuer schrieb in dem Buch Das Anthropische Prinzip: Der Mensch im Fadenkreuz der Naturgesetze : „Bei geringeren Schwerkräften würden die Sterne kleiner ausfallen, der Schwerkraftdruck in ihrem Innern würde die Temperaturen nicht genügend hoch treiben, um Kernverschmelzungsreaktionen in Gang zu setzen: Die Sonne könnte nicht scheinen.“

Man könnte sich nun fragen: Warum gibt es diese Feinabstimmung, die für das Leben im Universum unabdingbar ist? Könnte es einen "Jemand" geben, der diese Gesetzmäßigkeiten festgelegt hat? Das sind Fragen, auf die die Wissenschaft uns keine Antworten liefern kann. Somit hat der Gedanke an einen Schöpfer, der alles ins Dasein gebracht hat, noch immer seinen berechtigte Platz, selbst im heutigen 21. Jahrhundert!

LG Philipp



Antwort
von Werwertwas, 48

Ich habe da auch manchmal bisschen Angst davor irgendwann wieder nichts zu sein.

Aber ich glaube die größte Angst habe ich davor das mein Leben ,,gewöhnlich" wird, weil ich glaube das man die Zeit die man hat auch nutzen sollte, es geht mir nicht darum reich zu werden es geht darum das ich was gesehen, was gemacht, was nicht gemacht und was gedacht haben möchte was nicht alle schon haben.

Z.B möchte ich Schriftsteller oder Disigner werden da du das an jedem Ort machen kannst.

Antwort
von SunAndMoon3, 24

Du bist erst 19 und hast noch viel Zeit, was zu erreichen. Anstatt dir Angst zu machen, schreibe dir eine Liste von Dingen die du erleben oder erreichen möchtest, und arbeite darauf hin. LG

Antwort
von soissesPDF, 23

Nur langsam mit der Panik.
Das gewöhnliche Leben hat seinen Anfang und sein Ende, was danach sein wird, sehen wir dann.

So gering ist die Auswahl denn doch nicht, oder.
Im Islam warten 72 Jungfrauen, im Jenseits.
Wer im Jenseits auf eine Muslima wartet, ist eine andere Frage.

Bei den Hindus & Co gibts 'ne Reinkarnation.
Es macht schlicht pling und schwups bist wiedergeboren, als was auch immer.

Die Christen, naja, für die gibts nur 'nen langweiligen Job als Engel auf Wolke 7, auch besser als nichts.

Du bist 19, je mei, da hast noch strak 60 weitere Jahre vor Dir, Zeit genug, Dir das jeweilige Jenseits auszusuchen.

Antwort
von KuroKayo, 38

Ich kann dich sehr gut verstehen. Vielleicht kann dir ja ein Psychotherapeut helfen.

Kommentar von PWolff ,

Dass ein Psychotherapeut bei dieser Art von Problem helfen kann, halte ich nach meiner Erfahrung für sehr, sehr unwahrscheinlich. Dass ein Mensch nach dem leben will, was er für wahr hält, scheint in den üblichen Grundlagen der psychologischen Theorien nicht vorgesehen zu sein.

Wenn es nur um die Panikattacken geht, kann ein Psychodoktor natürlich entsprechende Medikamente verschreiben.

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Angst & Psychologie, 10

Hallo Veitii,

ich verstehe Deine Angst, sie hat mit unserem Bewußtsein zu tun. Etwas, was uns vom Tier unterscheidet.

Aber ich frage mich, was Du damit meinst:

Dass ein Mensch nach dem leben will, was er für wahr hält,

Was hälst Du für wahr? Wenn Du mir das verrätst, können wir vielleicht gemeinsam eine Lösung finden.

LG

Buddhishi

Antwort
von Geisterstunde, 7

Nein, ich habe keine Angst vor dem Leben. Allerdings bin ich auch einiges älter als Du. Das Leben finde ich einfach schön und lebenswert.

Antwort
von DelilahGirl, 31

ich raff nicht wieso wir nichts sein sollen....wir sind ein Körper der aus Haut, Knochen, Wasser usw besteht und eine Seele der dieser Körper gehört.......

Mein Gott was ist der Punkt der dich so in Panik versetzt? vielleicht solltest psychologische hilfe suchen

Kommentar von RabbytJ ,

Es gibt keine Seele

Kommentar von FelinasDemons ,

Ach und das weißt du, Rabbty....Warst du schon mal tot?

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