Frage von FragenMeisterX, 153

Habt ihr Angst vor Diskrminierung?

Seit den letzten 2 Jahren steigen die Umfragen- und Wahlergebnisse der AfD immer mehr in die Höhe, was am Anfang nur eine Anti-Euro(pa) partei war deren Ziele und bedenken man irgendwie verstehen konnte hat sich als Deutschlands neue Rechte Partei entpuppt. Anschließend kam PEGIDA die langsam aber sicher ebenfalls immer mehr zulauf bekommt. Zwar gibt es offiziel kein Zusammenhang oder keine Zusammenarbeit, aber wer auf diese Demos geht, wählt auch die AfD.

Ich bin 20 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Bayern. Irgendwo "intergrieren" musste ich mich nie, ich hab das Wort anfangs nicht verstanden da das zusammen Leben von Türkischen und Deutschen Menschen das normalste auf der Welt ist. Habe eine guten Job und kann mir beim besten willen nicht vorstellen wo anderster zu leben als in Deutschland.

Dennoch werde ich ziemlich nervös wenn ich immer mehr Menschen im benachbarten Sachsen auf PEGIDA-Demos sehe und die AfD immer mehr an Zustimmung gewinnt.

Meine Frage, die sich an nicht-deutsche richtet, habt Ihr Angst, wenn es so weiter geht, das ihr in eurem eigenen Land nur wegen eurer Herkunft oder Religion diskriminiert zu werden?

Als Mensch 2.Klasse gesehen zu werden, obwohl ihr wie jeder andere auch euren Teil zur Gesellschaft beiträgt?

Antwort
von ThomasJNewton, 51

Auch ich melde mich zu Wort, obwohl ich nicht direkt gefragt wurde:

  • Ich bin urdeutsch mit einem urdeutschen Namen
  • Ich bin hellhäutig und blauäugig
  • Ich bin weder Jude noch Muslim
  • Ich bin heteroxexuell
  • Ich bin geistig gesund

Aber irgendeinen Grund wird der rechte Mob schon finden, falls er je an die Macht kommen sollte.
Und wenn es einfach meine Neugung ist, die Klappe aufzureißen.
Oder es trift meine Nachkommen.

Das bedeutet nicht, dass ich meine Sorge direkt mit deiner vergleiche.
Es soll verdeutlichen, dass die Ausländerfeindlichkeit dieser Leute nur der bequemste Weg ist, ihrer Menschenfeindlichkeit Ausdruck zu verleihen.
Leiden müssen und werden alle Menschen.

Im Übrigen gab es diesen Rechtsradikalen Anteil schon immer, und es gibt ihn vielen Europäischen Ländern.
Im Moment sind sie nur lauter, weil sie glauben, die Sorgen der Menschen für ihre Zwecke nutzen zu können.

Die Mehrheit lässt sich aber nicht ausnutzen.
Denn man sieht doch, dass Ausländer keine "Problemgruppe" sind.
Wenn ich auch nur die Länder aufzählen wollte, aus denen die Menschen kamen, mit denen ich beruflich oder privat zu tun hätte, wäre ich lange beschäftigt.
Nie war da Herkunft oder Religion ein Thema.

Deppen gibt es in allen Gruppen, ob rechtsradikale Deutsche, fanatische Christen oder Muslime.
Ich habe aber den Eindruck, dass zumindest die Mehrheit in Deutschland, in jeder "Gruppe", eigenlich nur in Frieden leben will.
Also leben und leben lassen.

Warum gibt es denn so viele Gegendemonstanten zu AfD und Pegida?
Weil das eben Menschenfeinde sind.
Und vor denen ist keiner sicher, und alle Menschenfreunde sollten Stellung beziehen.

Antwort
von OrakelBilly, 67

Man sollte sich vielleicht nicht nur als Moslem Gedanken machen, sondern auch als "offizieller politischer Gegner" der AfD, bzw. jeder der Deutschland so mag, wie es ist.. Lautstarke Forderungen nach Gewalt oder gar Tod von Linken und Grünen sind auf PEGIDA oder AfD Kundgebungen oder Seiten die Regel.

Abgesehen von denen, die schon blind vor Hass auf diese Partei fokussiert sind, kann man vielleicht etwas erreichen, indem man mehr über deren Inhalte aufklärt.

Diese Partei ist faschistisch-neokapitalistisch. Wollen auf Flüchtlinge schießen, feiern brennende Flüchtlingsheime mit Gesang und Tanz, bedrängen einen Bus mit Asylbewerbern, um kleinen Kindern Angst zu machen, haben jedes Verständnis für gewaltsame Übergriffe und Drohungen auf "Lügen-Reporter", Andersdenkenden usw. wünschen ihnen auch gerne mal direkt den Tod...

Wollen den Spitzensteuersatz auf 25% senken, den Mindestlohn abschaffen, Erbschaftssteuer abschaffen, bezuschusste Arbeitsplätzen durch eine sog. "Einkommensbeihilfe" in großer Masse einführen und so den Niedirglohnsektor gewaltig ausbauen (Altersarmut inklusive), Einfluss auf Medien nehmen, Überwachung ausbauen, die Wehrpflicht (für Männer) wiedereinführen, den Atomausstieg rückgängig machen und Abtreibung verbieten....

Lobbyismus extrem.

Außerdem die Religionsfreiheit einschränken, den Rechtsstaat umkrempeln, das Gleichheitsprinzip abschaffen, bestimmte politische Richtungen unter Gewaltandrohung verbieten und am arlamierensten finde ich den stetige Wunsch nach Selbst- bzw. Lynchjustiz....
 
Wer sich das anlacht muss auch für TTIP sein.

Kommentar von FragenMeisterX ,

Klasse Antwort, Danke.

Tatsächlich überlege ich der Jungen Union beizutreten (CSU) mit der Absicht etwas gegen die AfD zumindest in meinem Landkreis auszurichten. Vieleicht sollten sich mehr menschen zusammen tun um was gegen die AfD zu machen. Schließlich sind wir AUCH das Volk.

(Irgendwann werd ich dich finden und dir ein Bier ausgeben.)

Kommentar von carnival ,

Hallo OrakelBilly, was hast du denn geraucht? Soviel Blödsinn zuverbreiten über die AfD. Hast du überhaupt eine Ahnung was für ein Parteiprogramm die AfD hat ? Erst lesen dann schreiben. Im übrigen ist die AfD gegen TTIP. LG Carnival

Kommentar von OrakelBilly ,

Ich hab doch über ihre Inhalte ausführlich geschrieben. Ich kann ewig so weitermachen, denn die AfD ist nun einmal eine unsoziale neokapitalistische Partei. Sie ist gegen beitragsfreie Kitas und gegen eine Mietpreisbremse, für die Beibehaltung der Hartz IV-Sanktionen und für die Privatisierung der noch verbliebenen öffentlichen Krankenhäuser.

Und ich behaupte ja nicht, sie sei für TTIP. Aber angesichts dieses lobbygesteuerten Programmes spielt das keine große Rolle. Beides ist gegen Bürgerinteressen und dient nur den Großverdienern, der Finanzelite und den Großkonzernen auf Kosten der Geringverdiener und Mittelschicht.

Antwort
von Aaraupanda, 75

So etwas wird nicht passieren, so etwas darf nicht passieren. Zuvor müsste schon das Gefenteil eintreten und die Asylanten würden benachteiligt werden.

Antwort
von LittleLolly96, 70

Ich bin gar nicht gemeint mit deiner Frage, ich antworte trotzdem. 

Pegida fand erfolgreich nur in den bevölkerungsärmsten Bundesländern Deutschlands statt, Bundesländern mit der wohlgemerkt niedrigsten Rate an Ausländern, Muslimen, etc. Dagegen in Gegenden, in denen man Menschen mit einem etwas dunklerem Hauttton gewöhnt ist, lässt man sich viel weniger von der ganzen Angstmacherei beeinflussen.

Zwar glaube ich nicht, dass Deutschland schon so weit am Abschuss steht, Menschen anderer Herkunft als Menschen zweiter Klasse zu bezeichnen, allerdings beunruhigen mich die Werte bezüglich der AfD auch immer mehr.

Kommentar von FragenMeisterX ,

Du hast schon Recht, aber ich habe vor wenigen minuten erst folgende Schlagzeile gelesen auf der Seite der Hessenschau

"Erste Trends weisen auf ein starkes AfD-Ergebniss hin"

Schonmal in Frankfurt/Main oder Wiesbaden gewesen? Da leben sehr viele "Ausländer"

Klar regt sich der eine oder andere über die Assis vom Hauptbahnhof auf die versuchen einem den Geldbeutel zu klauen aber eine Starke AfD in Hessen???

Kommentar von LittleLolly96 ,

Stamme aus Frankfurt, lebe inzwischen aber in Bayern. Habe gerade mal die Schlagzeile gesucht. 

Du meinst diese Wahlen? http://wahlergebnisse.hessenschau.de/wahlen/kommunalwahl2016/index.html

Da wird die AfD gar nicht aufgeführt. Ich bin verwirrt.

Ich glaube es geht weniger um die Leute am Bahnhof sondern mehr um die Flüchtlingsdebatte. Die Menschen fürchten, man könnte ihnen etwas wegnehmen. Aber damals bei der Rentenreform hat niemand protestiert... Ach herrje. 

Antwort
von arevo, 35

Ich bin kein Deutscher aber mit Deutsch als Hauptsprache aufgewachsen.Deutschland von vor 45 Jahren und jetzt ist ein Unterschied wie Tag und Nacht und mit Händen zu greifen, dass in diesem Land etwas nicht stimmt.Ich habe also keine Angst bezüglich PEGIDA oder AfD.Ich habe allerdings Ansgt, was die Altparteien anbetrifft.

Ich mache mir viel mehr Sorgen, wie es wohl in der Türkei weitergehen könnte.

Vielleicht nur ein paar Hinweise zum Nachdenken.   

 Die AfD war von Anfang an, dies kann man nachlesen im Bundesprogramm der alten AfD, nie eine Anti-Europa-Partei.Lucke und Starbatty ging es um den EURO und die Schuldenkrise, der Umgang der EU mit Griechenland und die Ausserkraftsetzung eines wichtigen Artikel im Lissabon-Vertrag, nämlich die bail out-Klausel.

Was ist schon Rechts oder Links?. Die sogenannten NAZI waren genaugenommen NATIONAL-SOZIALISTEN. Also nationale Sozialisten. Waren sie jetzt Rechte oder Linke ?.Diese Etikettierung taugt heutzutage für die Beschreibung heutiger politischer Parteinen und Strömungen nicht mehr. Hier wird nur nachgeplappert, ohne selbst nachzudenken.

Diese Zuschreibung von LINKS oder RECHTS hängt mit der Sitzordnung in der Nationalversammlung in Frankreich nach der Franzöischen Revolution zusammen und wurde dann auch in anderen Parlamenten übernommen.

Ist es rechts oder ist man deswegen ein Rechter, wenn man Themen anspricht, die mit dem deutschen Staat, der deutschen Kultur oder deutschen Geschichte etwas zu tun haben ?.Ziemlich kurz gedacht, wie ich meine.

Oder wenn ein Türke sich Gedanken macht um den türkischen Staat, seiner Kultur, sein Sprache etc.?.Ist er deswegen ein Rechter ?. Ist Oman Pumak ein Rechter, frage ich ?.

Und der Hinweis auf die Geschichte oder angeblichen Rassismus ist so abgedroschen und gedankenlos, dass man fast glauben kann, dass viele ohne Großhirn herumlaufen.

Ich werde nervös, wenn ich mir unsere mittelmäßigen Politiker auf Bundes-und Landesebene ansehe.




Antwort
von carnival, 65

Hallo zusammen ich bin zwar nur Deutscher aber ich würde an deiner Stelle mehr Angst davor haben daß Deutschland komplett durch die Überforderung durch die Flüchtlingskrise Destabiliert wird und dadurch die Stimmung gegen über Ausländern in der Bevölkerung kippt. Dabei ist es egal ob jemand die AfD wählt oder eine andere Partei. Ich beobachte bei meinen ausländischen Kollegen auch, das diese mit der Flüchlingspolitik nicht einverstanden sind weil sie um ihren eigenen Status den sie sich mit Arbeit und Integration erkämpft haben besorgt sind. Das Problem scheint mir hier eher die jetzige Regierung zu sein deren Politik zu der instabilen Situation geführt hat als die AfD. Die AfD hat auch eingebürgerte Mitglieder. LG Carnival

Antwort
von Omnivore08, 12

Wir haben SPD, Grüne, FDP und die Spinner von der CDU überlebt....jetzt schockt mich die AFD mit ihren kruden Ideen auch nicht!

Antwort
von Garfield0001, 31

Ich bin Deutscher Bürger mit schlesischen wurzeln. Auch bin ich Christ.
Und ich merke - selbst hier - wie Christen diskriminiert werden a la wie man nur an so einen quatsch glauben kann und man ein "Hirni" ist etc.
Um Diskriminierung zu kennen muss man nicht Ausländer oder Moslem sein.

Kommentar von Garfield0001 ,

und ich bin nicht "rechts" nur weil ich meine Heimat (nicht: Rasse oder so) liebe.

Kommentar von FragenMeisterX ,

Nein quatsch, ich denke einigen deutschen mangelt es an Nationalbewusstsein.

Nur so interesse halber, wer bzw. wie diskriminiert man einen Christen in deutschland die über 90% der Bevölkerung ausmachen?

Kommentar von Garfield0001 ,

das schrieb ich bereits - in dem man ihre Denkweisen, ihren Gott, ihre Vorstellung von Schöpfung durch den Kakao zieht, die Bibel als Märchenbuch hinstellt etc.
Nix gegen ein "ich kann mir nicht vorstellen dass es einen Gott gibt" etc. Das ist selbstredend jedermans Recht. Aber dabei sollte es auch stehen bleiben.

Antwort
von nachhilfenoetig, 5

Ich habe einen Migrationshintergrund und kann mir gut vorstellen in ein anderes Land zu ziehen sollte die AfD jemals die Regierung übernehmen.

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