JackySmith am 23.05.2009 um 18:35 Uhr
Also, wenn man stirbt, setzen ja alle Funktionen des Gehirns aus und der Verwehsungsprozess setzt ein. Wir geraten für immer in Vergessenheit (zumindest, wenn auch die Generationen ausgestorben sind, die uns kannten und kein Grabstein mehr vorhanden ist.). Wir können dann nicht mehr denken, nicht mehr fühlen, haben keine Erinnerungen mehr, keinerlei SInne, kein Bewusstsein und was noch alles zu uns dazu gehört. Naja... Ganz verschwinden wir ja nicht. Unsere kleinsten Bestandteile finden dann noch woanders in der Welt Platz. Ich glaube davor braucht man keine Angst zu haben. Es ist alleine die Vorstellung davor, die Angst machen kann, aber nicht muss. Vielleicht haben wir auch einfach nur Angst vor dem Sterbeprozess. Aber wenn wir tot sind, ist uns das alles eh egal. Ich würde gerne wissen wie ihr das so seht. Ist Angst berechtigt bzw. habt ihr Angst davor, dass nichts mehr von euch übrig bleibt?
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Ich bin der Überzeugung, dass die Angst vor dem Tod etwas typisch Menschliches ist. Vor allem als Kind macht man sich darüber besonders viele Gedanken. Später lernt man, damit besser umzugehen. Aber es ist einfach so, dass es nach dem Denkvermögen unseres Geistes einfach unvorstellbar ist, nicht mehr zu existieren. Daraus resultiert die Angst vor dem Tod (nicht die Angst vor dem Sterben). Das ist wohl eine der Urängste des Menschen. Ich kann denen nicht so recht glauben, die sagen, sie hätten überhaupt keine Angst davor. Vielleicht haben diejenigen das nur besonders gut verdrängt. Aber ich will damit niemandem zu nahe treten….

...ich habe Angst, dass ich einfach verschwinde. Dass hat nicht unbedingt etwas mit den Erinnerungen der Menschen und einem Grabstein zu tun. Ich finde es nur eine schreckliche Vorstellung, dass mein "ich" nach dem Tod einfach weg sein soll. Ich kann nicht glauben, dass soetwas wie eine Seele weiterexistiert, denn was sollte diese Seele ohne Erinnerungen, Wissen und Sinne tun? Und vor allen Dingen wäre es dann vielleicht eine Seele (oder wie man das auch immer nennen möchte), aber bestimmt nicht meine. Und das wäre nicht das, was mich einmal ausgezeichnet hat. Vor dem Sterben selbst hab ich eigentlich nicht so viel Angst. Und mir ist auch bewusst, dass ich vor dem tot sein keine Angst haben müsste, denn wenn alles weg ist, dann werde ich es eh nicht merken, denn es gibt mich ja nicht mehr (außer meine Überreste, die sich wieder neu in die Weltgeschichte einordnen). Dennoch macht mir gerade das Angst. Und ich kann dem Valentin nur zustimmen, das war wesentlich schlimmer, als ich ein Kind war.

Ich schließe mich dem an, was du als Zusatz zu deiner Frage ausgeführt hast. Jemand bedeutendes hat mal gesagt (ich kann mich momentan nicht erinnern wer): "Ich war Millionen Jahre tot, bevor ich geboren wurde. Warum sollte ich mich davor fürchten, wieder für Millionen Jahre tot zu sein." (Sinngemäß wiedergegeben)
Der Tod ist nicht ausreichend erforscht und somit noch weitesgehens unbekannt. Die sehr oft angesprochene Angst vor dem Tod ist unlogisch. Warum sollte man sich vor etwas fürchten, von dem man weiß, dass es Unausweichlich ist?
Für mich ist der Tod eine Art "Nichts" und dieses Nichts ist eher ein sicherer, friedlicher und beruhigender Zustand, welcher in mir eine kleine Sehnsucht entfacht. Was wir im Leben alles erfahren müssen, sind nicht nur schöne, befriedigende und emotionale Dinge. Das Leben ist ebenso ein Leidensweg, gepflastert mit Enttäuschung, Entbehrung und Schmerz, woraufhin dieses Nichts eine Art Genugtuung oder Belohnung darstellt. Ein endloses Weiterleben in einem „Jenseits“ oder „Himmel“, so schön es vielleicht auch klingt, wäre mir eher ein Gräuel. Das Einzige, was ein Mensch nach dem Leben braucht, ist Frieden. Da der Tod für einen Atheisten wie mich das Ende bedeutet, steht das Leben, dessen Erfüllung und das Streben nach einem Sinn, im Mittelpunkt.
JackySmith am 23. Mai 2009 23:53 Vor dem Leben war man war nicht existent. Nun lernt man das Leben kennen. Es steht dem Menschen eine begrenzte Zeit zu Verfügung. Ja im Leben leidet man, aber nicht ausschließlich und ununterbrochen. Jeder kennt auch die guten Seiten im Leben und genießt sie. Und plötzlich ist alles vorbei. Klar, wenn wir "wieder" tot sind, stört es uns nicht weiter. Aber wenn wir noch im Leben sind, würden wir am liebsten ewig weiter atmen. Na nicht immer. Manchmal ist ein Ende schon ganz gut oder der Wunsch nach dem Ende verständlich. Es wäre auch irgendwie komisch ewig weiter zu leben. Es hat irgendwie etwas Gruseliges an sich. Wie soll man den Tod erforschen oder weiter erforschen? Es ist schwer möglich und auch irgendwie unnötig. Nichts ist so sicher wie der Tod. Krieg gibt es garantiert keinen mehr. Aber beruhigend ist tot sein nicht. Es gibt nichts zu beruhigen. Der Tod ist in der Tat "Nichts". Es ist einfach ein Ende. Ich finde nicht, dass es eine Belohnung ist. Eine Strafe ist es auch nicht. Das Unausweichliche ist nicht angsteinflößend, aber die Vorstelung, die man sich ausmalt.
AntiUScout am 30. Mai 2009 22:36 Deine Beiträge sind zu meist recht gut, hier hätte ich aber einen Einwand:
Furcht ist eine Reaktion auf zukünftig (vermutetes) Unglück. Eine solche Reaktion ist also bei gegebenem Anlaß folgerichtig.
Warum die völlige Gewissheit bezüglich des Eintretens eines als negatv vermuteten zukünftigen Ereignisses die Reaktion "Furcht" unlogisch werden läßt, erschließt sich mir daher nicht.
playswithwolves am 31. Mai 2009 00:00 Diesbezüglich kann ich nur für mich sprechen. Der Tod wird allgemein als etwas Negatives oder vielleicht sogar Schreckliches dargestellt, was eine Furcht davor schon rechtfertigen täte. Aber obwohl niemand genau weiß, was der Tod ist, wird er ausschließlich negativ karakterisiert und man bekommt suggeriert Angst davor zu haben (das ist das, was ich als unlogisch erachte). Ich sehe den Tod aber nicht negativ und deshalb empfinde ich auch keine Angst davor.
Bei der Art des Sterbens hingegen bzw. den Sterbensprozess an sich und den damit evtl. verbundenen Schmerzen (Leiden), ist Furcht schon eher nachvollziehbar. Sich aber darüber Gedanken zu machen bzw. sein Leben von solchen Gedanken dominieren zu lassen, kann u.U. zu Phobien führen, was das Ganze zu einer nicht zu unterschätzenden Angelegenheit werden lässt.
AntiUScout am 1. Juni 2009 14:21 ...dass "Furcht" kein produktives Gefühl ist, ist sicherlich richtig. Diese Einsicht erlaubt jedoch wohl Niemanden, sich deswegen nicht mehr fürchten zu müssen. Die Ungewissheit, ob der Tod tatsächlich so negativ ist, wie allgemein angenommen, macht unsicher, was erneut "Furcht" entstehen lassen kann. Wir mögen die "Furcht" als unproduktives und die Lebensqualität verschlechternes Phänomen bedauern, die Reaktion bleibt aber logisch.
"Ich fürchte mich, weil etwas schlimmes passieren KÖNNTE."
Nur die völlige Gewissheit des nicht Eintretens von Negativem läßt keine Furcht aufkommen.
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Bin aber vielleicht auch nur ein wenig empfindlich, was die Verwendung des Begriffes "unlogisch" betrifft. Der Begriff steht für mich für das Synonym "folgerichtig", etwas logisches kann also durchaus "unwahr" oder zumindest "unvernünftig" sein. Dies ist dann Folge des Postulats, die Folgerung bleibt dennoch -bei logisch einwandfreiem Vorgehen- folgerichtig. Vielleicht könnte man deinen Gedanken wie folgt formulieren:
"Es ist unpraktisch, "Furcht" zu haben"
Diese Wortwahl zeigt zunächst, die von Dir angesprochenen Probleme des "Furcht-habenden", deutet aber auch an, dass dies "lediglich" eine verkopfte Analyse einer emotionalen Reaktion ist.
playswithwolves am 1. Juni 2009 15:16 Ich finde, Furcht ist ein nützliches Gefühl, welches uns davor bewahrt, unnötige Risiken einzugehen (Selbsterhaltungstrieb). Das Logische hinter etwas bestimmtem ist abhängig vom jeweiligen Standpunkt, basierend auf Erfahrung. Was den Tod angeht, so existieren keinerlei Erfahrungen, außer den negativen Empfindungen der Hinterbliebenen (Trauer). Ich denke, dass aufgrund dieser meist negativen Erfahrungen, der Tod für den Betroffenen selbst, von Außenstehenden ebenfalls als negative Erfahrung gewertet wird. Frei nach dem Motto: Wenn für uns Hinterbliebenen der Tod eines geliebten Menschen (oder auch Haustieres) eine negative Erfahrung ist, dann muss es auch eine negative Erfahrung für den Verstorbenen selbst gewesen sein. Dies ist aber reine Spekulation, da wie bereits erwähnt, keine Erfahrungen existieren. Menschen, die reanimiert wurden (Nahtoderfahrungen), haben den Zustand Tod nie erreicht.



Und dann wird alles besser :))

Angst muss man vor dem Sterben haben, man weiß nicht, was auf einen zukommt. Nicht jeder schläft friedlich ein und wacht nicht mehr auf. Vor dem Tod dagegen muss man keine Angst haben.

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Nein. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass ich Angst davor gehabt hätte, nicht geboren zu sein.
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Sollte es die Wiedergeburt nicht geben, fände ich halt nur schade, dass meine chronische Neugier auf das Leben und auf diese Welt fortan ungestillt bliebe. Aber das sind ungelegte Eier ;-))
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JackySmith am 23. Mai 2009 19:17 Darüber bräuchtest du dir auch keine Sorgen mehr machen =) Denn von deiner "chronischen Neugier" wärst du geheilt und wenn du keine Neugier besitzt, brauch diese auch nicht gestillt werden ;-) Ist bei mir genauso.

Ich habe keinen Angst vor dem Tod, nur von dem Sterben.
ICH löse mich nicht auf, nur das, was ohnedies nicht überlebensfähig ist. Ich aber lebe ewig.
JackySmith am 24. Mai 2009 14:21 Und wo wirst du dann weiter leben?
nicht unglaubliche angst aber mehr als ein bisschen. es macht mich sehr traurig. mir macht das leben spaß.

Man hat Angst vor dem Sterben selbst, also vor Schmerzen, vor Leiden, die man nicht beeinflussen kann, aber die man auch nicht absehen kann. Wer aber Angst vor dem Tod selbst hat, der hat sich nur durch Religion verrückt machen lassen. Aber: Religion sucht Daseinsberechtigung – die Funktionäre der verschiedenen Glaubensrichtungen machen bewusst Angst vor dem Tod.
Am Ende bleibt immer nur dieses: Du lebst fort im Gedenken der Lebenden.
annakonda am 24. Mai 2009 11:16 Das sehe ich genau anders herum. Vor dem Sterbeprozess habe ich nicht wirklich Angst. Ich habe Angst vor dem, was danach kommt. Nicht durch Religion, wie du es vermutest. Sondern eben durch die Vorstellung, die man vom Tod haben muss, nämlich die, dass das "ich" einfach verschwindet...
playswithwolves am 24. Mai 2009 11:34 @frederick Ich schließe mich dem was du schreibst an. Wer wünscht sich nicht, zum Lebensende friedlich ‚einzuschlafen’, anstatt sich krankheitsbedingt zu quälen? Wer hat sich nicht schon Gedanken gemacht, wie es wäre zu ertrinken, aus großer Höhe zu Tode zu stürzen, zu ersticken oder lebendig zu verbrennen?
JackySmith am 24. Mai 2009 13:59 Wenn ich glauben würde, hätte ich erst recht keine Angst vor dem Tod, denn ich wüsste ja das ich mich nicht vollkommen auflöse. Das ich irgendwie weiter bestehen bleibe. Das kommt vielleicht auch darauf an wie man glaubt. Ich war mal bei einem Gottesdienst. Ich wollte auch einmal schauen wie es da so abläuft. Der Pfarrer predigte, dass alle die getauft sind zu Gott gehen und die die nicht getauft sind zu Staub zerfallen. Ich fand es total Schwachsinnig, ein Leben nach dem Tod davon abhängg zu machen, ob einem ein bisschen Wasser aus einem Fluss bzw. Bach über den Kopf gegossen wurde (+ Segen) oder nicht. Ob ich vorm Sterben Angst habe, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Wenn ich beruhigt einschlafen kann, habe ich keine Angst vor dem Sterben. Aber wahrscheinlich würde ich nicht einschlafen wollen, da ja dann die Befürchtung da ist nie wieder aufzuwachen. Vor dem Sterben habe ich Angst, wenn ich (wie playswithwolves es gerade beschrieben hat) z.B. lebendig verbrenne oder ersticke. Weil es unvorstellbare Qualen sind, dann würde ich mir wünschen, dass es gleich vorbei ist bzw. könnte mich die letzten Sekunden darauf freuen, dass es gleich vorbei ist. Andererseits würde ich vielleicht auch darauf hoffen, dass mich jemand rettet.
ich habe keine echte angst davor, aber manchmal finde ich es doch etwas schade, dass alles was ich tue und bin irgendwann verschwunden ist.
Jetzt habe ich keine Angst davor. Allerdings heißt das nicht, dass ich in einer lebensbedrohlichen Situation keine Angst hätte.
Schmerzlich wird vielleicht das Sterben und der Abschied - und der vielleicht besonders für die Hinterbliebenen.
Gruß wiele
schon zu anfang des menschlich-philosphischen denkens über den tod hat epikur erkannt: „der tod geht mich eigentlich nichts an. Denn wenn er ist, bin ich nicht mehr, und solange ich bin, ist er nicht.“





Warum Sorgen machen. Wenn du in Erinnerung bleiben willst, dann amch etwas großartiges und werde berühmt. Aber meine Kinder, Enkel, Urenkel ... werden immer ein Stück vin mir in sich tragen.
JackySmith am 23. Mai 2009 18:55 Selbst wenn ich etwas Großartiges machen würde oder ich berühmt werde, würde ich trotzdem irgendwann in Vergessenheit geraten. Das ist ja normal. Nur weil wir nach 2000 Jahren noch wissen, dass es damals Jesus gab, heißt das ja nicht, dass wir es in Millionen Jahren auch noch wissen. Wir wissen nicht einmal, ob es uns in ein paar Millionen Jahren noch geben wird und wenn nicht, wird der Rest von dir auch in keinem Nachfahren mehr von dir sein, außer im Letzten.
Lolalela am 23. Mai 2009 18:59 In einer Millionen Jahren wäre mir das glaub ich ziemlich egal ob die Leute mich noch kennen!^^
JackySmith am 23. Mai 2009 19:06 Jo, geht mich auch so =) Mir reicht es wenn meine Verwandten und Freunde mich jetzt kennen.




Nach mir die Sintflut! Ich hatte niemals den Anspruch unsterblich zu sein! Werde es hier durch GF aber wohl bleiben! lol




Zudem glaub ich nicht an ein Leben nach dem Tod.
JackySmith am 23. Mai 2009 22:19 Da haben wir ja was gemeinsam. Ich auch nicht.

vor allem auch vor dem sterben und dem tod.

Aber ich nehme mein Handy mit, ebenso die Fernbedienung fuer mein TV.
JackySmith am 24. Mai 2009 14:22 Ich glaube nicht, dass du das denn noch brauchst =)

Hi JackySmith. Wenn dich das so sehr interessiert, hier ein guter Buchtipp:
Sogyal Rinpoche: 'Das Tibetische Buch Vom Leben Und Vom Sterben' Ein Schlüssel zum tieferen Verständnis von Leben und Tod
Diese Buch kann ich nur empfehlen.
Lieber Gruss - Noona

Wie oft warst Du denn schon tot? So genau, wie Du zu wissen meinst, was dann kommt.
JackySmith am 24. Mai 2009 15:27 Einmal war ich schon tot oder sagen wir ich habe nicht exestiert. Aber das sind keine Erfahrungen. Genau weiß ich es nicht, aber diese Theorie ist einleuchtend und logisch. Alles Andere klingt nach einer ganzen Menge Fantasie und Hoffnung. Keiner von uns kann mit Gewissheit sagen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt auch wenn viele meinen, dass sie es können.