Ein klares "Ja!" wirds von den meisten Menschen geben. Aber weniger Bürokratie heißt auch weniger Sicherheit, da viele Dinge dann nicht geregelt sind und wenn es zu einem Streit kommt ist der Ausgang vor Gericht unklarer. Rechtsberatungen würde aufgrund des erhöhten Aufwandes teuerer werden. Ist es das wirklich wert?

Zweifellos viel zu viel.

Natürlich haben wir zuviel Bürokratie. Aber wir Deutschen wollen das ja auch so. Denn bei uns muss alles geregelt sein. Siehe nur die Fragen hier in GF. Kann ich den Ast von Nachbars Baum abschneiden. Kann der Vermieter das Verlangen. Wieso kann ich nicht meinen Anzug als Arbeitskleidung absetzen (obwohl auch privat genutzt). Speziell im Steuerrecht braucht jeder eine Ausnahme weil er glaubt er wird sonst benachteiligt. Außerdem prozessieren die Deutschen auch gerne. Das sieht man an den überfüllten Gerichten. Um das abzustellen, bräuchten wir eigentlich noch mehr Bürokratie -oder :-)
Hinzu kommt noch die Regelungswut der EU. Die sogar den Krümmungsradius der Bananen vorschreibt. Wenigsten das wird sich bald ändern nach dem wir unseren Edmund nach Brüssel schicken solche Auswüchse zu reduzieren. Ein Schelm wer das nicht glaubt.
Super! DH!!
Eben!

Zuviel ist sogar noch leicht untertrieben. Mehr Sicherheit bringt sie auch nicht, sondern eher mehr Kontrolle (was nicht unbedingt Sicherheit bedeutet) und derart viel Kosten und Einschränkungen, daß ich manchmal schon schier verzweifeln möchte...!

"Von der Wiege bis zur Bahre, Formulare, Formulare"... Wenn es auch mir schon lange klar ist, ist des den Beamten dann aber noch lange nicht, wenn es auch einfach geht (oder ginge)...

Viel zu viel!!! Hab´s bei meinem Sohn nach Beendigung seiner Lehre vor kurzem erlebt.Er wurde nicht vom Betrieb übernommen,da der Zivildienst noch anstand mußte er sich erstmal arbeitslos melden. Daraufhin hab ich die Kindergeldkasse informiert u. wir bekamen zig Formulare zum ausfüllen zugeschickt u.a. auch eins das vom Arbeitsamt ausgefüllt werden mußte (kann ich ja noch nachvollziehen) dann aber auch eins, auf dem der ehemalige Arbeitgeber bestätigen musste, dass er meinen Sohn nicht übernommen hatte (was soll das???)und ich weiß nicht, was die noch alles wissen wollten. Dauerte rund 2 Monate bis die Kindergeldkasse das alles bearbeitet hatte.Nun hat mein Sohn den Zivi-Dienst begonnen, also hab ich wieder die Kindergeldkasse informiert, denn solange mein Sohn Zivi ist, bekommt man ja kein Kindergeld. Jetzt wollen die schon wieder alle möglichen Bestätigungen haben.Da hat man glaub ich keine Fragen mehr.

Dem, was dazu bereits gesagt wurde, ist nichts mehr hinzu zu fügen.

Der Bürokrat ist jemand, der sich genau an die gesetzlichen Vorgaben hält und stets den Dienstweg beschreitet. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, wenn an der Spitze dieses Apparates Fachleute säßen. An der Spitze sitzen aber Parteimitglieder, die dafür sorgen, daß weitere Genossen ihrer Partei in Spitzenämter gelangen. Diese Wasserköpfe blähen den Apparat so weit auf, daß dieser Verwaltungsapparat sich letztendlich selber verwaltet. Da dieses Ziel noch nicht ganz erreicht ist, haben wir jetzt schon zu viel Bürokratie und dieses "Viel" wird immer mehr.

wenn man Tag für Tag liest, was so an Papieren herumgereicht wird...ohne Zweifel, und wenn sogar der Rentenversicherungträger feststellen muss, dass selbst hochgebildete Menschen nicht in der Lage sind Rentenanträge, sei es auf Alters-, Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrente ohne fremde Hilfe auszufüllen..dann ist das wieder ein beitrag der Bürokratie und so könte man tausende von Beispielen anbringen..

Ich möchte einen neuen Bürokratismus vorschlagen: Ein Bundestagsabgeordneter könnte (auch künftig?) eine garantierte (Brutto-) Aufwandsentschädigung in Höhe des Zwanzigfachen eines Empfängers von Arbeitslosengeld Zwo erhalten.
Allerdings müsste er sie - das wäre wirklich neu - beim gleichen 'Arbeitsamt' beantragen und überwachen lassen.
http://www.bundestag.de/mdb/mdb_diaeten/1333.html

Hamurabi kam mit einer einzigen Steinstele aus, um alles aufzuschreiben, was es an Gesetzen gab.
Deutschland wird nicht ver- sondern zerwaltet.

....und wenn es zu einem Streit kommt ist der Ausgang vor Gericht unklarer
Leider sind die meisten Gesetze und Vorschriften, die wir haben, ja gerade NICHT klar, sondern so unklar und widersprüchlich, dass viel zu viel vor Gericht landet.
Wenn wir weniger Bürokratie hätten, dann wären die Regeln eindeutiger und es gäbe weniger Anlass zu Prozessen.
Aktueller Fall bei uns: Der Schwiegervater ist verstorben und die Schwiegermutter muss nun Witwenrente beziehen. Die Sterbeurkunde wurde schon ganz selbstverständlich eingereicht. Warum muss nun dieser zig-Seiten lange Antrag ausgefüllt werden. Alles nur Angaben, die ohnehin schon vorliegen!

Am schlimmsten finde ich es, dass der Staat sich in Privatangelegenheiten (z. B. Rauchverbot in Gaststätten) der Leute einmischt, anstatt sich um echte Probleme (Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung usw.) zu kümmern. Da wird jeder Sch... mit formularen und langen debatten auseinanderklamüsert, und keinen Menschen auf der Strasse interessiert es.
Das is keine Privatangelegenheit, solange Raucher auf Bitten, das Rauchen in Gegenwart "mitrauchunwilliger" Menschen zu unterlassen, nicht eingehen. DAS is endlich mal einer derwenigen pos. Effekte von Bürokratie.
tinchen44 am 12. Oktober 2007 13:16 Ja, es ist schade, wenn sich die Raucher nicht um ihre nichtrauchenden Mitmenschen scheren. Bin selbst so ein Nichtraucher;-)...aber muss man denn wirklich dem Staat die Handhabe geben, dass er sich in solche zwischenmenschlichen Sachen einmischen darf? Ich finde, es ist schon ein Armutszeugnis für die Gesellschaft in Deutschland, dass man so etwas nicht untereinander regeln kann...was eine neue Frage aufwirft: gibt es zuwenig Rücksicht oder hat die Rücksichtnahme der Leute generell abgenommen in den letzten Jahren?

Von der Wiege bis zu Barre: Formulare, Formulare
solf1 am 7. Oktober 2007 17:11 Was ist Barre?
RolfHoegemann am 7. Oktober 2007 18:26 Bahre natürlich... :-)