Frage von Icecrystal666, 75

Haben wir eine Menschliche involution?

Es geht mir darum, der Mensch ist das was er heute ist aufgrund von Evolution. Er hat gelernt Werkzeuge und Feuer zu nutzen. Essen selbst anzubauen und zu verarbeiten.

Evolution basiert aber eigentlich darauf, dass "schwache Elemente" verschwinden damit "starke" Überleben. Ich rede nicht von körperlicher Kraft, auch Wissen ist eine Stärke.

Nun haben wir aber ein System geschaffen in dem man Dummheit fördert. Aktuellstes Beispiel: In Augsburg wurden Bodenampeln installiert in der Hoffnung, dass vertiefte Handynutzer diese sehen und nicht wegen WhatsApp Insta FB und Co vor die Trambahn laufen.

Von unzähligen Warnschildern die bei gesundem Menschenverstand unnötig sind mal ganz abgesehen. Denn ja auch bei Fastfoodketten ist ein frischer Kaffee heiß, Messer sind scharf und die Mikrowelle ist kein Haustiertrockner.

Somit also die Frage anders formuliert: Machen wir die Evolution kaputt weil wir intelligenter sind, oder führt das auf lange Sicht zu einem Rückschritt in der Evolution?

Achtung, das ist kein Aufruf gegen das soziales System! Ich will lediglich wissen wie ihr zu dieser Frage steht. Zudem bitte ich darum "Gott" bei dieser Frage nicht mit einzubeziehen.

p.s.: Ja ich kenne den Film "Idiocracy"

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MarkusKapunkt, 22

Aus Perspektive der Natur kann man die Entwicklung des Menschen nur als biologische Einnischung bezeichnen. Der Mensch passt sich Veränderungen an und entwickeln Fertigkeiten, um sich seine Welt nach seinen Bedürfnissen zu formen. Wo sich andere Spezies ihre eigenen Strategien angeeignet haben, um auf der Erde zu überleben, ist unsere Intelligenz die unsere. Der Koalabär hat sich zum Beispiel auf eine Pflanze als Nahrungsmittel spezialisiert, die außer ihm selbst kein anderes Tier frisst. Er selbst kann nun auch nichts anderes als Eukalyptus fressen. Das ist eine ökologische Nische, beim Koala bedeutet es sogar eine Art Sackgasse der Spezialisierung: verschwindet der Eukalyptusbaum, wird der Koala mit ihm verschwinden. 

Die Abhängigkeit von unserer Technologie könnte also unser eigener Eukalyptusbaum sein - doch ist sie tatsächlich eine Sackgasse? Ein Rückschritt ist sie keinesfalls. Wir konnten bislang immer wieder neue Technologien entwickeln, um unser Überleben zu sichern - so haben wir es durch die Eiszeit geschafft und sind zu eiber der erfolgreichsten Spezies geworden. Die Evolution und die Natur kennen außerdem keine Rückschritte. Sie kennen auch kein stark und kein schwach. Sie kennen aber auch keine Rücksicht, sondern lassen nur die Spezies überleben, die sich ihren Bedingungen anpassen. Nicht mehr und nicht weniger.

Wir machen nur allzu oft den Fehler, Beobachtungen aus dem Alltag als Hinweise auf die Evolution (oder Involution?) fehlzudeuten. Wenn auf Kaffebechern Warnhinweise stehen, ist das also kein Eingeständnis der Natur, einen Fehler in unserer Entwicklung gemacht zu haben. Es ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass in unserer Gesellschaft vielleicht auf die falschen Menschen Rücksicht genommen wird und denen keine Gelegenheit gegeben wird, aus ihren eigenen Fehlern zu lernen, sondern sie sogar noch mit Entschädigungen in Millionenhöhe für ihre eigene Dummheit belohnt werden. Daraus kann man aber nur einen Missstand in der Gesellschaft ableiten, nicht jedoch auf einen in der Natur.

Unsere Intelligenz war bislang unsere große Stärke in der Anpassung. Durch sie haben wir es fertig gebracht, an die Spitze der Nahrungskette zu gelangen - und zwar in allen Ökosystemen auf der ganzen Erde. Wir sind inzwischen so viele Individuen, dass wir für viele andere Spezies zu einem Problem werden. Ein Massenaussterben ist im Gange: Täglich sterben 300 (!) Arten mitunter unseretwegen aus. Im Moment sehe ich noch keine Anzeichen dafür, dass wir bald selbst eine davon sein werden. Und wenn es doch irgenwann einmal soweit sein sollte, glaube ich nicht, dass es daran liegt, dass wir alle an roten Ampeln überfahren werden. Auch wenn es ein paar wirklich dumme Menschen gibt, so sollte der Rest doch klug genug sein. Ob sie allerdings klug genug dafür sind, ihren eigenen Untergang irgendwann kommen zu sehen und rechtzeitig etwas dagegen zu unternehmen, kann durchaus angezweifelt werden.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Dankeschön!

Antwort
von Michipo245, 31

Eine sehr interessante Frage. Unter diesem Aspekt habe ich es noch nie gesehen. Ich denke du hast recht. 

Wir sind in unseren Technologien so weit fortgeschritten, dass wir uns alles erleichtern können. Dadurch verlieren wir aber auch nach und nach die Fähigkeiten etwas selber zu können. Also ein Rückschritt! 

Antwort
von Mark1616, 8

Die Meinung habe ich auch einmal vertreten, da hat mich dann ein anderer User darüber belehrt.

Die Evolution, im Sinne von "Überleben des am besten Angepassten" gibt es immer noch, nur ist der Selektionsdruck mittlerweile ein anderer als früher. Es geht bei der Evolution ja im Prinzip nur darum, dass die Merkmale die ein Mensch besitzt es ihm ermöglichen sich leichter bzw. öfters fortzupflanzen.

Beispiele hierfür wären:
- Große Männer sind attraktiver, sie finden in der Regel also auch leichter eine Partnerin. Große Männer können ihre Gene also leichter weitergeben als kleinere Männer. Diese großen Männer geben natürlich vor allem ihre Größe weiter, da dies das Attribut ist welche alle teilen.
- Eine Resistenz gegen Stoffe, mit denen wir unsere Luft verpesten. Das könnte z.B. auch durch stärkere Nasenhaare bzw. mehr Nasenhaare passieren, da dadurch diese Stoffe stärker herausgefiltert werden. Durch dieses Attribut ist eine Gruppe von Menschen weniger von den Folgen der Luftverschmutzung betroffen. Sie leben deswegen länger und gesünder und haben somit Vorteile bei der Weitergabe ihrer Gene und geben vor allem auch dieses Attribut der Resistenz weiter.
- Akademiker bekommen meist deutlich weniger Kinder als der deutsche Durchschnittsbürger. Somit geben diese Akademiker die Gene für ihre Intelligenz, sofern diese denn überhaupt genetisch bedingt ist, nur begrenzt weiter und man könnte sagen, dass die Menschheit immer dümmer wird.

Antwort
von abbyW, 20

Evolution bezieht sich auf die Merkmale und Fähigkeiten die eine höhere reproduktive Fitness also besseren Fortpflanzungserfolg ermöglichen und so durch vermehrte Fortpflanzung im genpool verankert werden. ob wir zb unsere Hamster Katzen und co versuchen in der Mikrowelle zu trocknen ist da irrelevant. man kann also nicht wirklich von irgendeiner Evolution sprechen

Kommentar von Icecrystal666 ,

Evolution ist aber auch eine Anpassung um zu überleben.

  • Farbwechsel beim Chamäleon
  • Muster von Rehen, Zebras
  • Falter die Aussehen wie Blätter

Evolution hat ja viele Gesichter auch abgesehen von Fortpflanzung. Wobei Überleben Grundlage der Fortpflanzung ist.

Wer nicht überlebt pflanzt sich nicht fort. Hier sind wir eigentlich wieder bei der Bodenampel :D

Antwort
von mychrissie, 5

Je gefährlicher und bedrohlicher die Umwelt ist, eine desto krassere "Kollektion" von Auswahlkriterien präsentiert sie, die eine in ihr lebende Spezies zwingt, sich evolutionär anzupassen.

Wir entschärfen unsere Umwelt an allen Ecken und Enden, wir haben die medizinischen Möglichkeiten erfunden, Individuen das Überleben und somit auch die Fortpflanzung zu ermöglichen, die in einer "wilden" Umwelt keine Chance hätten. Also muss sich dies logischerweise für uns auch in einer Abschwächung des Gesetzes von dem "survival of the fittest" auswirken.

Allerdings sind wir dabei, die Ausrottung unserer eigenen Spezies mit solche Effektivität und Energie zu betreiben, dass diese Abschwächung dabei nur eine geringe Rolle spielt. Vor einem Raketensprengkopf oder einer AKW-Explosion ist "the fittest" genauso machtlos wie ein künstlich am Leben Gehaltener, dem die Evolution vor ein paar hunderttausend Jahren keine Chance gelassen hätte.

Wir wollen es nicht wahrhaben, aber wir sind aufgrund der mangelnden Synchronisation unserer Intelligenz und unserer Strammhirnfunktionen eine evolutionäre Fehlkonstruktion. Die Saurier sind vor 65 Millionen Jahren ja auch nicht mehr klar gekommen – immer hin nach 500 Millionen Jahren Life Cicle. Wir werden noch nicht mal ein Hunderstel dieser Spanne schaffen. Oder glaubt etwa irgendwer, dass es uns in 5.000.000 Jahren noch geben wird?! :-)))

Antwort
von haufenzeugs, 28

ich glaube nicht das menschen dümmer werden, sie waren nie sonderlich intelligent. die masse ist nicht sonderlich klug, sondern es reicht für ein durchschnittliches leben. die wenigsten sind wirklich intelligent und klug. das war schon immer so und die masse war schon immer eine herde die mit dem lief was man ihr sagte.

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