Frage von Mefista, 187

Haben wir Deutsche zu viele Schuldgefühle gegenüber Menschen, die ärmlicher leben bzw. Probleme haben?

Jeder hat doch eigentlich seine Herausforderungen im Leben - oder?

Der eine da, der andere da. Klar haben wir gegenüber anderen bessere Bedingungen, wo dann auch immer, aber müssen wir uns wirklich schuldig fühlen, weil es uns gut geht, weil wir was dafür getan haben?

An allem Elend sind wir auch nicht schuld - oder? Und bezahlt haben wir auch schon viel.

Oder dürfen wir doch auch die Früchte unserer Arbeit genießen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von BTyker99, 20

Ich als "Deutscher" habe auf jeden Fall Mitleid mit den armen auf der Welt, aber mir ist auch bewußt, dass ich daran nichts wesentliches ändern kann. Uns allen ist (u.a. durch den Erdkundeunterricht) klar, welche Mechanismen auch innerhalb der armen Regionen dafür verantwortlich sind, dass es den Menschen schlecht geht, aber wir können ihnen nicht vorschreiben, wie sie ihre Probleme angehen sollen (z.B. Geburten verringern).

Im Endeffekt sind wir zum großen Teil Egoisten in einer Ellenbogengesellschaft. Wir helfen nur um unser Gewissen zu entlasten, und um dafür zu sorgen, dass es keinen Aufstand der jeweils ärmeren gibt (sowohl im eigenen Land, als auch global gesehen). Abgesehen von unserer Moral profitieren wir aber auch davon, dass es arme Menschen gibt, so dass wir uns im Sinne von Darwin nur um die uns nahestehenden Menschen kümmern.

Zu dem Thema gibt es ein altes Head-Chala: "Wir werden nie vergessen was früher war; doch eine neue, harte Zeit beginnt und nur der beste gewinnt; das Chaos tobt doch unser Ziel ist zum greifen nah; wer an den Sieg und die Freiheit glaubt wird mit uns gehn"

Kommentar von Mefista ,

aber wir können ihnen nicht vorschreiben, wie sie ihre Probleme angehen sollen

Das stimmt, und sie wollen das ja auch gar nicht (annehmen).

Im Endeffekt sind wir zum großen Teil Egoisten in einer Ellenbogengesellschaft. 

Ja schon, aber vielleicht ist das so ein Aspekt des Lebens: Fressen und gefressen werden?

Wir helfen nur um unser Gewissen zu entlasten

Also Schuldgefühle. Ich finde, dass wir hier in Deutschland zu viele Schuldgefühle haben. Aber ich selbst habe es auch. Wollte mich damit mal auseinandersetzen.
Ich frage mich, ob Menschen aus anderen Ländern auch die Möglichkeit dazu haben, sich von Leid zu befreien.

Zu dem Thema gibt es ein altes Head-Chala: "Wir werden nie vergessen was früher war; doch eine neue, harte Zeit beginnt und nur der beste gewinnt; das Chaos tobt doch unser Ziel ist zum greifen nah; wer an den Sieg und die Freiheit glaubt wird mit uns gehn"



Das verstehe ich leider nicht soooo ganz. Hört sich aber ganz gut an irgendwie.  ;-)

Kommentar von BTyker99 ,

Naja, zugegeben: Das Lied hat eigentlich nicht wirklich viel damit zu tun, es ist aus dem Titelsong einer Dragonball-Serie.

Objektiv kann man die Frage sicherlich nicht beantworten, und ich bin auch selbst innerlich zerrissen dabei. Sieht man alle Menschen der Welt als Gemeinschaft und möchte, dass es allen gleichmäßig wohl ergeht? Warum macht man dann willkürlich bei den Menschen Schluss, und bezieht nicht Menschenaffen, oder alle Säugetiere, oder sogar alle Lebewesen in die Gemeinschaft mit ein?

Man könnte auch einfach in Anlehnung an Darwin an die Sache rangehen: Jeder versucht selbst zu überleben und die besten Voraussetzungen zu schaffen, um seine Gene weiterzugeben. Dazu unterstützt man in erster Linie seine Verwandten, und danach seine Freunde und direkte Umgebung, um im Endeffekt durch den sozialen Zusammenhalt der Gemeinschaft abgesichert zu sein. Dabei kann es sicherlich auch vorteilhaft sein, wenn man die Gemeinschaft nach außen hin abgrenzt, und sich gegenüber Außenseitern "unmenschlich" verhält.

Ich denke, dass es in dem Fall kein richtig oder falsch gibt, wir handeln einfach so, wie es uns durch unsere Erziehung und unsere Erfahrungen vorgegeben wird. Das moralische Denken ist in den meisten von uns tief verankert, ob wir es wollen, oder nicht, so dass wir keine rein logischen Entscheidungen treffen können.

Kommentar von Mefista ,

Vielen herzlichen Dank auch an alle anderen, für eure Zeit und wirklich sehr guten Argumente und Anregungen.
Ihr habt mir sehr gut geholfen.

Antwort
von Jerne79, 26

Wer ist denn "wir Deutsche"? Seit wann sind wir denn eine einheitliche Masse?

Ich fürchte, der Großteil der Menschen in diesem Land macht sich keine allzu großen Gedanken darum, wie andere Menschen leben, schließlich sind wir vor allem mit uns selbst beschäftigt. Das ist über weite Strecken auch völlig in Ordnung.

Allerdings tragen wir ein gutes Stück zum Elend in der Welt bei. Auf irgendjemands Rücken muss die Geiz ist geil-Kultur ausgetragen werden. Wer beispielsweise für 10 Euro eine Jeans kauft, nimmt das Elend derer, die sie herstellen, in Kauf. Elektroschrott, ökologischer Fußabdruck, Ressourcen-Verschwendung, die Zahl der Möglichkeiten ist grenzenlos.

Es ist heute kaum möglich, alles und jeden zu berücksichtigen, alles "richtig" zu machen, so zu leben, dass niemand davon einen Nachteil erhält, gerade, wenn man selbst keinen Goldesel hat. Trotzdem kann man auch dann ein Stück weit bewusst leben.

Niemand muss sich schuldig fühlen, weil er in Deutschland geboren wurde. Wir suchen uns unser Geburtsland schließlich nicht aus. Jeder darf froh sein, unter welchen Umständen er leben darf. Jeder hat das Recht, mit den eigenen Problemen beschäftigt zu sein. Nur finde ich, dass wir zumindest versuchen sollten, das Leid anderer nicht auch noch zu verschlimmern und nach unseren Möglichkeiten bewusst handeln sollten, wenn es um die Ausbeutung derer geht, die nicht soviel Glück hatten.

Kommentar von Mefista ,

Genau so ist es. Denke, was du beschreibst wäre ne gute Mitte dafür. Danke.

Antwort
von Unsinkable2, 20

Oder dürfen wir doch auch die Früchte unserer Arbeit genießen?

Die "Früchte unserer Arbeit" sind vor allem 

  • Kolonialisierung (auch heute noch), 
  • Ausbeutung der Dritten Welt bis heute, 
  • Rüstungsexporte, 
  • (völkerrechtswidrige) Kriege, um Widerstand zu unterdrücken und uns wohlgesonnene Regierungen einzusetzen, 
  • Missbrauch der Markt-Vormachtssstellungen auf fast allen Märkten,
  • Rechtsbeugung und Rechtsbruch, wenn uns einmal geschlossene Verträge nicht mehr gefallen, 
  • zunehmende Flüchtlingswellen, weil die Menschen in ihrer Heimat keine Perspektive mehr sehen oder von Bürgerkriegen gebeutelt werden,
  • zunehmender Terrorismus, weil sich die Leute anders nicht mehr zu helfen wissen,
  • ... 

Mich würde jetzt interessieren: Welchen Teil davon möchtest du besonders genießen, Mefista?

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Das klingt jetzt erst mal unglaublich, nicht wahr?! Wie kann der so einen Sche¡ß erzählen? Das ist doch gar nicht wahr! Die Länder können alle frei entscheiden, wem sie was verkaufen oder überlassen!

Doch denke selbst nach: Europa ist ein relativ rohstoffarmes Gebiet. Fast alles, was dich umgibt - vom Öl bis zum Metall - muss aus anderen Gegenden importiert werden.

Trotzdem gibt es nur wenige Länder, die diese Rohstoffe besitzen; und die daran verdienen können. Saudi-Arabien, beispielsweise. ... doch dann wird es schon sehr eng.

  • Im Irak hat der Westen mit Hilfe von Lügen einen völkerrechtswidrigen Krieg geführt, um sich die Ölreserven aneignen zu können. Nachdem das (einst von den USA eingesetzte) Regime gewaltsam abgesetzt und eine neue willfährige Regierung eingesetzt wurde, zog man sich auf die Ölgebiete zurück. Das ist das Einzige, was dort heute noch vor den Terroristen verteidigt wird. Dass jeden Tag Dutzende Menschen bei Anschlägen sterben, interessiert uns nicht.
  • In Brasilien beschäftigen europäische und amerikanische Unternehmen Einheimische zu Hungerlöhnen, damit sie hier ihre Produkte mit maximalem Gewinn absetzen können. Wann immer du also eine Tüte Kaffee für weniger als 10 Euro oder Kakao für weniger als 12 Euro kaufst, kannst du einen Strich in der Liste oben machen: Du beutest Kaffee- und Kakao-Bauern aus, indem du deine Marktvormachtsstellung nutzt. Und du hast auch keine Skrupel, 6-jährige Kinder für dich arbeiten zu lassen, weil das Einkommen der Eltern so niedrig ist, dass es nicht zum Überleben reicht.
  • In West-Afrika werden just in diesem Moment, da ich diese Zeilen schreibe, Tausende Tonnen "Hühnerabfälle" (Eingeweide, Beine, Köpfe, ... Abfälle eben, die sich in Europa und den USA nicht gut verkaufenlassen) regelrecht auf den Markt geworfen, und damit der einheimische Markt komplett zerstört.
  • In Asien lassen deutsche und us-amerikanische Konzerne für Hungerlöhne Kleidung und technische Geräte herstellen. Auch hier oft mit Kinderarbeit. Auch hier zu niedrigsten Löhnen (manchmal nur 1 - 2 Dollar am Tag), die nicht einmal ermöglichen, trotz 12-16-Stunden-Schichten jeden Tag satt zu werden.
  • Und auch, was die Rohstoffe in aller Welt angeht, sieht es kaum anders aus: Fast 80% der Rohstoff-Abbaugebiete in Afrika gehören nicht den jeweiligen Ländern, sondern ausländischen Konzernen. Oft haben sie sich diese Gebiete über Blutgeld (Geld für Waffen, um lokale Machtstreitigkeiten auszutragen) angeeignet, indem sie lokale Warlords unterstützten, die sich nach der Etablierung ihrer Macht (zumeist durch die Ermordung der politischen Gegner) dankbar zeigen und diese Gebiete gegen geringes Geld abtreten. 
  • ... (die Liste ist ziemlich lang) ...

All diese Länder besitzen theoretisch zwar Rohstoffe, doch eben nur theoretisch. Denn praktisch besitzt der Westen das Geld und damit kauft er sich einfach, was er will. Dazu unterstützt er Diktatoren, finanziert Aufstände, kauft Rebellen und Terroristen, lässt Staatschefs ermorden, installiert willfährige Regierungen, zerstört nach Belieben lokale Märkte, um die Einheimischen unter Druck zu setzen und noch abhängiger zu machen, ... 

kurz: Der Westen zieht alle - wirklich ALLE - Register, dass die "koloniale Abhängigkeit", die sich einst als Besatzung ausdrückte, nun in Form von Geld weiterbesteht. 

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Und das macht er nicht, weil er Spaß daran hat. Das macht er, weil DU aus Leibeskräften nach "Billiger! Billiger! Es muss billiger sein!" brüllst.

Denn dem Kaffee-Händler ist es egal, ob er den Kaffee für 20 Euro pro Pfund ins Regal stellt, von denen er 5 Euro an die Kaffee-Bauern abgeben muss; oder ob er ihn für 5 Euro pro Pfund reinstellt, von denen er nur 20 Cent an die Kaffee-Bauern abgeben muss. Für ihn ist einzig entscheidend: "Stimmt mein Gewinn?"

Und wenn DU NICHT ABGEBEN willst, dann holt er es sich eben bei den einheimischen Bauern und deren Kindern...

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Und jetzt noch einmal deine Frage:

An allem Elend sind wir auch nicht schuld - oder?

Glaubst du das wirklich immer noch? Glaubst du wirklich, es macht den Leuten nichts aus, wenn sie mit Waffen aus Deutschland, den USA, Frankreich, Großbritannien erschossen werden, damit sich ein dem Westen wohlgesonnener Warlord ausbreiten kann? Glaubst du wirklich, die Leute arbeiten freiwillig für 1-2 Dollar am Tag? Glaubst du, die Leute leben gern in Slums? Glaubst du wirklich, die Eltern schicken ihre 6-jährigen Kinder gern auf die Kaffee-Plantage?  

Wer hat also "Schuld" daran, dass sie, trotz 10, 12, 14, 16 Stunden täglicher Arbeit kaum genug haben, um jeden Abend satt ins Bett gehen zu können? Sie? Weil sie zu faul sind?

Und bezahlt haben wir auch schon viel.

Gedanken-Experiment: Stellen wir uns mal vor, jemand bräche in dein Haus ein. Er würde alle Wertsachen und alles Geld, das sich im Haus und auf deinen Konten befindet, mitnehmen. Und den Nachbarn, die das bemerken, würde er erzählen, er sei Gerichtsvollzieher und müsste die von dir geraubten Sachen wieder ihren rechtmäßigen Besitzern zurückbringen.

Anschließend würde er dir 500 Euro aushändigen und sagen: "Hey, ich habe doch jetzt wirklich ziemlich viel bezahlt. Also stelle dich nicht so an! Schließlich musste ich bei dem Einbruch ja wohl auch hart arbeiten. Vor allem, als ich den großen Fernseher und das Klavier raustragen musste."

Frage: Wer von euch beiden sollte deiner Ansicht nach "Schuldgefühle" haben? Du? Der Dieb? Oder keiner von beiden?   

Kommentar von Mefista ,

Also meine Früchte meiner Arbeit sind das aber nicht, was du da so
aufzählst. Das fädelte doch ich gar nicht ein. Das machen große Firmen,
Unternehmen und Menschen mit viel Macht und Geld.
Aber um dieses Blutgeld geht es mir schon auch. Aber irgendwie kann ich nicht erkennen, dass ich es habe.
Ich arbeite fleißig hier und hab selbst Probleme, denen ich mich oft genug mutig stelle.
Ich lebe hier nur ein kleines Leben.
Und doch ist es so, dass es mir schon mal Schuldgefühle macht, wenn ich hier nicht im Vergleich zu anderen Deutschen, sondern im Vergleich zu anderen Menschen auf der ganzen Welt gut versorgt leben kann, weil ich mich frage, ob sie je die Möglichkeit dazu bekamen, zu erkennen, was es braucht, sich aus dem Leid zu befreien.

Und das macht er nicht, weil er Spaß daran hat. Das macht er, weil DU
aus Leibeskräften nach "Billiger! Billiger! Es muss billiger sein!"
brüllst.


Ich selbst sehe mich gar nicht so, dass ich nach billig brülle, weil all
die billigen Sachen meist Schrott sind und nicht lange halten. Von dem her denke ich mir eher, weniger ist mehr und dass ich mir billig gar nicht leisten kann, weil ich am Ende mehr bezahle, wenn ich billig
einkaufe, als wenn ich gleich Qualität kaufe.

Kaffee Kakao trinke ich überhaupt nie, auch meine Kinder nicht. Aber ich weiß, das ist eher eine Seltenheit. Aber gut, bei mir ist es halt so, mir schmeckt Kaffee überhaupt nicht.

All diese Länder besitzen theoretisch zwar Rohstoffe, doch eben nur
theoretisch.
Denn praktisch besitzt der Westen das Geld und damit kauft er sich
einfach, was er will. Dazu unterstützt er Diktatoren, finanziert
Aufstände, kauft Rebellen und Terroristen, lässt Staatschefs ermorden, installiert willfährige Regierungen, zerstört nach Belieben lokale Märkte, um die Einheimischen unter Druck zu setzen und noch abhängiger zu machen, ...

Bisher habe ich so etwas noch nie gemacht. Das werden, wie du ja schreibst, wohl andere des Westens sein. Ich bin nur normales Volk. Klar, ich kann bisschen einwirken, indem ich mir überlege, wo ich mein Geld reinstecke, wen ich damit unterstütze, was ich ja auch tue, aber mehr geht bei mir ja gar nicht.

Wer hat also "Schuld" daran, dass sie, trotz 10, 12, 14, 16 Stunden
täglicher Arbeit kaum genug haben, um jeden Abend satt ins Bett gehen zukönnen? Sie? Weil sie zu faul sind?


Ja also ich aber auch nicht. Also diese Last kann ich mir nicht aufbürden. Damit müsste ich mich ja gleich umbringen.
Einen Teil müssen wohl auch diese Menschen als Schuld annehmen, weil ja immer mindestens zwei dazugehören, damit so etwas überhaupt sein kann.
Vielleicht sind das auch alles so starke Verstrickungen, dass man gar nicht mehr genau sagen kann, wer nun Schuld hat oder es ist nicht einer allein. Also ich könnte es nicht, dazu kenne ich mich zu wenig aus, was man soweit unschwer an meiner Fragestellung erkennen kann.  ;-)
Aber allein der Westen kann dies auch nicht vollbringen, braucht er das Mitwirken anderer Länder / Menschen dazu.

Aber auch, wenn ich dir nicht komplett Recht gebe, so danke ich dir sehr für deine sehr ausführliche Antwort, weil sie mir sehr geholfen hat.


Frage: Wer von euch beiden sollte deiner Ansicht nach "Schuldgefühle" haben? Du? Der Dieb? Oder keiner von beiden?  

Der Dieb, weil er sich dafür an die falschen Personen wandte.

Kommentar von Unsinkable2 ,

DU hast es vielleicht nicht gemacht, aber es wurde IN DEINEM INTERESSE gemacht. Du bist also praktisch der Auftraggeber.

Damit DU "billige Fernseher" bekommst. Damit DU so viel Fleisch bekommst, dass du bedenkenlos den halben Teller wegwerfen kannst, ohne dich dabei zu verschulden. Damit DU alle paar Wochen neue Klamotten kaufen kannst.

DU bist der Motor all dieser Dinge. Ohne dich und dein Geld würden die Konzerne es nicht machen. Denn wenn du es nicht kaufen würdest, könnten sie keinen Gewinn machen.

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Der Dieb, weil er sich dafür an die falschen Personen wandte.

Dir ist klar, dass DU in dieser Geschichte den Dieb beauftragst, in deinem Namen zu handeln?

Ich bin nur normales Volk. Klar, ich kann bisschen einwirken, indem ich mir überlege, wo ich mein Geld reinstecke, wen ich damit unterstütze, was ich ja auch tue, aber mehr geht bei mir ja gar nicht.

Ohne dich und deine Habgier, immer die neuesten Geräte - und das auch noch möglichst billig - haben zu wollen, würden die Konzerne es nicht machen.

Wie ich bereits sagte: Wenn du bereit wärst 20.000 Euro für einen neuen Computer oder 20 Euro für ein Pfund Kaffee oder 50 Euro für ein neues T-Shirt zu bezahlen, würde der Hersteller auch Mindestlöhne zahlen und Kinder aus der Produktion heraushalten. 

IHM ist es egal, solange der Profit stimmt.

DU hingegen bestimmst durch deine Habgier die Arbeitsbedingungen. 

Nur weil DU es so billig haben willst, zwingst du den Hersteller zu Hungerlöhnen und Kinderarbeit.

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Ja also ich aber auch nicht. Also diese Last kann ich mir nicht aufbürden. Damit müsste ich mich ja gleich umbringen. 

"Umbringen" wäre ziemlich radikal. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, deine Schuld wenigstens ein Stück weit abzutragen und zu reduzieren.

Überlege dir SEHR GENAU, ob es immer das Billigste vom Billigen sein muss, oder ob du vielleicht auch bereit bist, "fair getradete Ware" zu kaufen. Das ist nämlich Ware, die wenigstens zum Teil mit halbwegs fairen Bezahlungen hergestellt wurde. 

Solche Waren bekommst du nicht für einen Appel-und-n-Ei. Da kostet auch ein einfaches und schmuckloses T-Shirt schon mal 20, 30 oder sogar 50 Euro; und nicht etwa 5 Euro. Doch du kannst es zumindest in dem ruhigen Gewissen tragen, dass die Näherin kein 12-jähriges Mädchen war, das du mit deiner Habgier um seine Kindheit bringst...

Und wenn du auch bei all deinen anderen Einkäufen daran denkst - etwa bei Bananen, Datteln, Rosinen oder Apfelsinen -, sie vielleicht sogar im Supermarkt gänzlich links liegen lässt, weil du nun WEISST, dass diese Bananen von 6-jährigen Kindern und deren Eltern geerntet werden; und diese Produkte stattdessen im "Dritte-Welt-Laden" kaufst, dann fängst du ganz allmählich an, mit deiner Behauptung Recht zu bekommen: 

Denn dann ist es ZUM ERSTEN MAL tatsächlich so, dass du weniger Schuldgefühle haben musst, weil du die Menschen am anderen Ende der Produktionskette ZUM ERSTEN MAL nicht mehr als deine Sklaven betrachtest, die dir so billig wie möglich zu dienen haben.

Kommentar von Mefista ,

Du hast schon recht mit dem, was du sagst und ich danke dir für deine Ausführlichkeit.
Aber es ist wirklich so, dass nicht alle Menschen so extrem sind und nur immer billig einkaufen. Wie gesagt, es gibt auch Menschen wie mich, die durchaus erkannt haben, dass Billiges nie gut und Gutes fast nie billig sein kann. Und dass man weiter mit dem Billigeinkauf am Ende teurer kommt.
Hallo!!!  Diese Menschen gibt es auch!!!
Hm, aber darauf bist du überhaupt nicht eingegangen. Aber gut...

Um was es mir eigentlich ging war, ob Menschen aus ärmlicheren Gegenden auch die Chance zu Erkenntnissen haben, die ihnen dabei helfen würden, ihr Leid durch Misshandlung und Grausamkeit zu mindern.

Mir geht es hier gut, aber andernorts werden junge Mädchen grausam misshandelt. Gut, das kann mir hier natürlich auch passieren....., aber haben diese Mädchen die Chance zu einem Wandel? Können sie sich ändern, so dass sie es besser haben?

Kommentar von Unsinkable2 ,

Wie gesagt, es gibt auch Menschen wie mich, die durchaus erkannt haben, dass Billiges nie gut und Gutes fast nie billig sein kann. Und dass man weiter mit dem Billigeinkauf am Ende teurer kommt.
Hallo!!!  Diese Menschen gibt es auch!!



Das ist eine Selbstschutz-Lüge. Und wenn du ein bisschen nachdenkst, erkennst du das auch selbst.

Nur allein "etwas teurer" einkaufen, ändert NICHTS am Prinzip. 

Denn rund 95 Prozent der Produkte, die du aus "Übersee" kaufst - von Bananen bis Klamotten, von Technik bis Autos - basieren auf (zum Teil brachialer) Ausbeutung der Arbeiter dort.

Auch dein iPhone, auch dein Fernseher, auch die "Marken-Klamotten", ...

Um was es mir eigentlich ging war, ob Menschen aus ärmlicheren Gegenden auch die Chance zu Erkenntnissen haben, die ihnen dabei helfen würden, ihr Leid durch Misshandlung und Grausamkeit zu mindern.

Wie denn? 

Ich sagte es bereits: In Afrika versuchte man beispielsweise lokale Märkte aufzubauen. Doch die werden mit den Abfällen der Ersten Welt so stark geflutet, dass sie regelmäßig zusammenbrechen.

Und wie sollen sie sich gegen ihre habgierigen Regierungen, die sich von westlichen Konzernen kaufen lassen, zur Wehr setzen, wenn der Westen diesen Regierungen Waffen frei Haus liefert?

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Aber es ist dir unbenommen, Mefista. Schließe die Augen. Gaukle dir vor, dass die Welt selbst Schuld an ihrem Elend ist. 

Doch sei nicht irritiert, wenn immer mehr Flüchtlinge den Weg nach Europa suchen, weil man NUR DORT "Wohlstand" zulässt...

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Mir geht es hier gut, aber andernorts werden junge Mädchen grausam misshandelt.

Dir geht es hier gut, weil MIT DEM WOHLSTAND auch die gesellschaftliche Veränderung kommt, Mefista. 

Dabei geht es noch nicht einmal um den Dritt-Fernseher in der Wohnung oder das Zweit-Auto in der Garage. 

Es geht um die Fundamente des Lebens, die einst die Sozis hier in Europa für dich erstritten; und die dir heute selbstverständlich erscheinen: Jeden Tag satt werden. Medizinische Versorgung. Ein Dach über dem Kopf. Und kein Krieg, der von irgendwelchen Leuten ausgetragen wird.

Dann - und ERST DANN - wirst du auch dafür sorgen können, dass es den "jungen Mädchen im Rest der Welt" besser ergeht. 

Doch dein Mitgefühl endet bereits, wenn du im Supermarkt anhältst und dort deine Einkäufe erledigst...

Insofern: Was soll's! Schließe weiterhin die Augen. Das passt schon...

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 17

Hallo!

Interessante Frage --------> DH! 

Zum Thema: Mit dem Wohlstand hat es nix tun; der Ansatz ist ein Anderer --------> Deutsche schieben immer noch die Bürde des Zweiten Weltkriegs vor sich hin, wärmen das Thema - obwohl immer weniger darüber reden & keiner mehr Deutschland für alles verantwortlich macht. Weil sich die Politiker aber immer noch schuldig fühlen, hat man entsprechend solche Komplexe & versucht deswegen, in aller Welt als barmherziger Samariter dazustehen der beweist, wie toll Deutschland ist & wie man sich um alle sorgt. Deswegen kam es zu der traurigen Lage, dass man alle Länder unterstützt, aber die Lösung der nationalen Probleme in Deutschland nicht auf die Reihe kriegt.

Die "Früchte der Arbeit zu genießen" hat damit also nichts zu tun.

Kommentar von Mefista ,

Genau, das finde ich auch immer zu beobachten, ohne mich dabei sonderlich auszukennen, dass Deutsche immer noch so ihre und zu viele Schuldgefühle in sich mit rum schleppen.

Ich sehe Nachrichten. Junge Frauen werden vergewaltigt und misshandelt ohne Ende. Das trifft mich so tief. Also das nur als Beispiel. Alle Grausamkeiten halt....
Und dann frage ich mich, ob diese Menschen die Möglichkeit zu der Erkenntnis haben, wie sie sich daraus befreien können. Was denkst du? Haben sie diese?

Kommentar von Unsinkable2 ,

Mit dem Wohlstand hat es nix tun

Nein, es ist nur purer Zufall, dass die ehemaligen Kolonialmächte reich und die ehemaligen Kolonien arm sind. 

Es sind einfach alles faule Leute, die den ganzen Tag nur den Wanst in die Sonne halten, während die fleißigen Europäer - allen voran die Deutschen - alles mit eigenen Händen selbst aufbauen...

Antwort
von adabei, 83

Gerade weil es uns gut geht, dürfen wir ruhig auch über den Tellerrand hinausschauen und anderen, denen es weniger gut geht, helfen. Das kann man auch ohne Schuldgefühle tun.

Kommentar von Mefista ,

Stimmt, das tue ich auch. Danke.

Antwort
von luteka, 71

Haben wir Schuldgefühle? Ich denke nicht. Das wäre unlogisch, denn wir sind wirklich nicht schuld am Elend der Welt. 

Hingegen ist Verantwortungsbewusstsein und Gerechtigkeitssinn gefordert, um an der Situation - für die wir nichts können - etwas zu ändern, damit es anderen Menschen auch gut geht. Damit kann man es kaum übertreiben. 

Klar sind unsere eigenen Probleme nicht unwichtig und wir dürfen uns auch um uns selbst und unser Wohlergehen kümmern, aber in anderen Regionen der Welt geht es für Millionen Menschen täglich um Leben und Tod, und dagegen müssen wir meiner Meinung nach alle kämpfen und sie damit nicht allein lassen, im Sinn von "Das Leben ist unfair - die haben halt Pech gehabt."

Antwort
von Minischweinchen, 6

Hallo,

jeder kann aus seinem Leben was machen, doch viele wollen gar nicht, weil ja bei uns alles so bequem ist und der Staat ja einspringt.

Natürlich gibt es auch Menschen, die wirklich unverschuldet in eine Situation gerutscht sind und auch Hilfe vom Staat brauchen. Aber solche Menschen werden wieder aus dem "Sumpf" rauskommen, da sie nicht vom Staat leben wollen, ihnen dies unangenehm ist.

Ich weiß, was Du meinst mit Schuldgefühlen. Weil es Deutschland ja so geht , darum soll man auch für alle anderen Sorgen, egal von wo , wer usw.

Außerdem geht es Deutschland jetzt schon nicht mehr gut und das wird jeder noch sehr bemerken. Vor allem unsere "Gut-Menschen", die sich freuen, das hier Millionen von Flüchtlingen aufgenommen wurden - auch die, die gar keine Kriegs-Flüchtlinge sind.

Diejenigen, die Hilfe brauchen, das ist gar kein Thema, aber alle anderen, haben hier nichts verloren. Und warum leben viele nur in Schutt und Asche, weil sie aus ihrem Land nichts machen. 

Jeder sieht Deutschland als Paradies, weil er hier alles umsonst gibt, nur diejenigen, die hier leben, müssen alles selber berappen, ob das Zahnarzt ist oder sonstiges.

Hier in Deutschland gibt es auch arme Leute, auch sehr arme Rentner. Für die eigenen Leute wird hier nichts getan. Die arme Rentnerin oder der Rentner verdienen sich beim Flohmarkt ein paar Euros dazu, weil sie nicht über die Runden kommen und das mit 70 Jahren. Dann soll gearbeitet werden bis 76 oder 78, weiß es nicht mehr genau und warum....... liegt wohl auf der Hand. Das nur ein Beispiel von vielen.

Warum sollte ich Schuldgefühle haben, wenn ich mir selber was geschaffen haben , dadurch, das ich jeden Tag in die Arbeit gehe. Ich wüßte nicht warum?

Und von wegen.... bezahlt haben wir auch schon viel.

Wir haben schon viel zu viel bezahlt und bezahlen noch immer. Alle wollen hier her ins tolle Deutschland, weil alles bezahlt wird und das sind nicht nur Flüchtlinge. Man muss doch mal ganz ehrlich sagen, das die Leute dort weg sollen, wo sie verfolgt werden, das ist gar keine Frage, aber warum wollen alle anderen nach Deutschland? ...... ja, genau deshalb. 

Geh Du mal nach Amerika oder Australien o.ä., Du bekommst keinen Pfennig - bei uns gibt es schon mal Begrüssungsgeld, ob jemand Flüchtling ist oder sich als Flüchtling ausgibt-, dann musst Du innerhalb 1/2 Jahres Arbeit finden, sonst kannst Du wieder gehen- tja bei uns, da bekommst Du eine Wohnung gestellt, alles was dazu gehört, Strom usw., Ärzte, alles wird Dir hier bezahlt und wenn Du irgendwann arbeiten solltest, musst Du alles selber bezahlen, was bedeutet, das keiner arbeiten wird.

Deutschland wird zugrunde gerichtet durch die Politik. Diejenigen, die z.B. die Syrer verfolgt haben, wegen ihrer Religion, die sind schon längst auch hier im Lande, weil das überhaupt keiner mehr kontrollieren konnte.

Wer es noch immer nicht kapiert hat, wird es Bürgerkriege geben, was alles bereits passiert ist, spricht doch wohl Bände. 

Genies Dein Leben und die Früchte Deiner Arbeit, solange Du kannst, weil wir sind eh schon überflutet und es wird alles noch schlimmer werden.

Wer dies noch immer nicht kapiert hat - da mein ich jetzt nicht Dich - dem ist nicht zu helfen.

Liebe Grüsse und Du brauchst sicherlich nicht demütig und dankbar zu sein, wie Du unten scheibst,wofür? Schenkt Dir irgend jemand etwas? Du bist das , was Du Dir selber geschaffen hast!

So und nun lasst Eure Steine fliegen - vor allem die "Guten Deutschen"!

Kommentar von Mefista ,

Du bist das , was Du Dir selber geschaffen hast!

Da sagst du was. Ich glaube auch, dass dies so stimmt.

So und nun lasst Eure Steine fliegen

Bah, da blieb mir eben die Spucke weg.....  ;-)))

Kommentar von Minischweinchen ,

Weil es einfach oft so ist, wenn man etwas schreibt, agrat bei so speziellen Themen, dann wirst Du von vielen fertig gemacht , mit Worten. Ich steh aber zu meiner Meinung und die wird mir auch keiner nehmen.

Antwort
von LebenderToter, 52

"Wir Deutsche" ist lediglich ein Sammelbegriff für Menschen die innerhalb der Staatsgrenzen mit einem gültigen Personalausweis leben oder / und hier in diesen konstruktiven Grenzen aufgewachsen sind. Nicht für das jeweilige Individuum, dass sich nach sozialen sowie finanziellen Status, Beruf, Dogmen, Weltanschauung und Wertesystem unterscheidet.

Daher wird wohl die moralische "Schuld"-Frage von jedem anders definiert.



Moraltheorie von Richard Rorty


Nach Auffassung Rortys ist es nicht der Zuwachs an Rationalität und moralischem Wissen, der die moderne demokratische Kultur befördert,  sondern vor allem die Sensibilisierung der Menschen für das Leiden anderer. Dieser Kultur helfe nicht so sehr die Frage „Was ist der  Mensch?“, sondern die Diskussion darüber, wie wir eine humane Welt für unsere Nachkommen schaffen. Die freiheitlich-liberale Utopie erfordere eine entsprechende moralische Einstellung der Solidarität, der Vermeidung von Grausamkeit und des gegenseitigen Respekts.

Wenn es  gelinge, die moralischen Empfindungen der Menschen so zu manipulieren, dass sie sich in die Verachteten und Unterdrückten hineinversetzen könnten, werde sich, so Rortys Hoffnung, die Menschenrechtskultur immer weiter ausbreiten. Moralphilosophisch setzt er dabei mit Annette Baier auf Hume gegen Kant.

Er betont die Bedeutung der Gefühlserziehung, der gegenüber die Rationalität als moralische Instanz zurücktritt. Dabei führt er ins Feld, dass sich eine Entscheidung zwischen verschiedenen Wertsystemen nicht allein durch Rationalität treffen lasse und dass normative Orientierungen wohl nicht aufgrund von rationalen Argumenten aufgegeben würden.


Kommentar von Mefista ,

Empathie habe ich sicherlich. Mir tut es so leid, dass manche Menschen nicht selbige Chancen wie ich habe. Oder haben sie sie doch und nur ich sehe es nicht?

Antwort
von 1988Ritter, 41

Ich halte es so, wenn in meiner Nachbarschaft ein Mensch in Not ist, oder aufgrund nicht eingehaltener Rentenversprechungen dauerhaft in Not gerät, dann helfe ich selbstredend.

Geraten Staaten und Personenkreise in Drittländern in Not, dann helfe ich generell nicht, da ich der Ansicht bin, dass die Weltengemeinschaft in solchen Fällen zuständig ist, und die UN dafür das geeignete Instrument darstellt.

Private Hilfsaktionen in Drittländern sehe ich zudem sehr kritisch, da die tatsächlich verantwortlichen Stellen sich zunehmend auf die Spendenfreude von Privatpersonen verlassen, wodurch sie dann bestehende Hilfsfonds erst gar nicht in Anspruch nehmen.

Wenn wir schon Einrichtungen wie die UN haben, dann muss diese auch maßgeblich und zwingend tätig werden. Dafür kassiert die UN entsprechend auch die Beiträge von den Mitgliedsstaaten.

Ich darf in dem Zusammenhang auf die UN-Charta verweisen, Kapitel IX, Artikel 55 - 60.

Kommentar von Mefista ,

Ja genau. Stimmt eigentlich. Danke.

Antwort
von Nordseefan, 29

Ich sags mal so: Der Großteil der arbeitenden Bevölkerung darf seinen Wohlstand durchaus ohne schlechtes Gewissen genießen. Ärzte verdienen nun mal oft recht viel ( auch nicht alle, die in Krankenhäusern in gehobener Position), der Anwalt kann auch ein gutes Einkommen haben. So weit so gut.

Was allerdings so manche Vorstände fürs mehr oder weniger nichtstun bekommen geht allerdins auf keine Kuhhaut.

Kommentar von MonkeyKing ,

Es ist ja nicht so, dass die Vorstände nichts tun. Von einem Meeting zum anderen fahren, endlose Gespräche und Telefonate führen, Lobbyarbeit und Klinkenputzen ist ja nicht "nichts tun". Das ist schon harte Arbeit, der Lohn dafür ist allerdings wirklich absolut unrealistisch.

Kommentar von Nordseefan ,

Ich sage ja nicht das die für lau arbeiten sollen. Aber dieser jahresverdienst ist oft völlig ungerechtfertigt. Denen passiert ja noch nicht mal was wenn sie die Firma letztlich in den Sand setzen.

Kommentar von Mefista ,

Ich sags mal so: Der Großteil der arbeitenden Bevölkerung darf seinen Wohlstand durchaus ohne schlechtes Gewissen genießen. 

Genau, das sehe ich mittlerweile auch so. Die Mächtigen machen ja die heftigen Geschäfte und nicht ich.

Ob Menschen aus ärmeren Ländern und schlechteren Bedingungen auch die Möglichkeit zu der Erkenntnis, wie sie ihr Leben wohl verbessern könnten, bekommen?, frage ich mich schon mal.

Antwort
von TobyScience, 68

Ich denke dadurch das die Schere zwischen Arm und reich immer größer wird interessiert sich die eine Hälfte für die andere kaum noch weil man sich immer weiter entfernt.

Ich glaube das ist nicht gut. Und man merkt auch das heute die Gesellschaft einen immer mehr dazu drängt nur noch an sich und sein Leben und seinen Erfolg zu denken. Das ist ein Kreislauf der nicht aufhört.

Man brauch gute Maßtstäbe die einem helfen das wichtige im Leben nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn man lernt bescheiden zu sein wird man automatisch nicht nur an sich denken sondern auch an andere. Es kommt auf die Einstellung an!

Kommentar von Stricher007 ,

Schön geschrieben ;)

Kommentar von Mefista ,

Ich denke dadurch das die Schere zwischen Arm und reich immer größer wird interessiert sich die eine Hälfte für die andere kaum noch weil man sich immer weiter entfernt. 

Ja, das stimmt schon. Vielleicht liegen ja gerade darin die Herausforderungen der Zukunft, wer weiß.

Ich glaube das ist nicht gut. Und man merkt auch das heute die
Gesellschaft einen immer mehr dazu drängt nur noch an sich und sein Leben und seinen Erfolg zu denken. 

Ja, also viel Platz für anderes hätte ich gar nicht mehr, sonst würde ich uns selbst schwächen. Ich leben ja nur im Vergleich mit armen Ländern gut.....  ;-)

Man brauch gute Maßtstäbe die einem helfen das wichtige im Leben nicht aus den Augen zu verlieren.

Ja, das sollte jeder für sich festlegen.

Antwort
von LienusMan, 23

Also Schuldgefühle sehe ich keine, du meinst wahrscheinlich Verantwortung.

Ja ich würde sagen, "wir Deutschen" haben eine Verantwortung gegenüber bestimmten Werten. Würde das aber nicht unbedingt auf unsere Geschichte zurückführen.

Sondern eher darauf, dass wir uns als Staat dem Solidaritätsprinzip verschrieben haben, dank dessen es uns als Ganzes deutlich besser geht als den meisten Staaten, auch den europäischen.

So gibt es z.B. den Länderfinanzausgleich und im Grundgesetz ist die Sozialpflichtigkeit des Eigentums ("Eigentum verpflichtet") festgeschrieben. Diese Haltung überträgt sich sowohl auf jeden einzelnen Bürger, als auch auf den Staat als ganzes.

Kommentar von Mefista ,

Sondern eher darauf, dass wir uns als Staat dem Solidaritätsprinzip
verschrieben haben, dank dessen es uns als Ganzes deutlich besser geht
als den meisten Staaten, auch den europäischen. 

Genau. Das stimmt. Und ich bin so froh darüber. Danke.

Antwort
von MightyM01, 72

Schuldgefühle muss man zwar nicht haben, man sollte aber etwas Demut und Dankbarkeit zeigen das es einem gut geht. Zum Großteil ist es nämlich gar nicht der eigene Verdienst wenn man es gut im Leben erwischt hat. Zum einen ist es Glück, zum anderen die anderen Menschen die einem auf dem eigenen Lebensweg unterstützt und gefördert haben. Das was man dann noch selbst zum eigenen Glück beigetragen hat ist dann eigentlich gar nicht mehr so viel.

Kommentar von Mefista ,

Ja, also Demut und Dankbarkeit trage ich in mir, was mir auch gut tut. Danke.

Antwort
von JBEZorg, 36

weil wir was dafür getan haben?

Gegenfragen:

1.Was hast du persönlch dafür getan? Und bist du sicher, dass du die Verantwortung dafür willst was "ihr" getan habt?

2.Ihr habt diese Länder ausgeraubt und macht weiter. Oder denkst du die Banane würde im Supermarkt unter 5 Euro das Kilo kosten wenn die menschen drüben menscenürdig entlont werden würden. Aber sie haben keine Wahl, weil ihr dahingekommen seit und dortige Jjahrausendealte Gesellschaftsstrukturen vernichtet habt, Völkermord und Vertrebung und Sklaverei betrieben habt und alles dafür tut damit die Länder arm und ohnmächtig bleiben. Ich denke die Frage ob dir klar ist was die Grundlage eures Wohlstands ist ist rhetorisch. Das weisst du nicht aber schlägst grosse Töne an auf die Europäer bzw. Deutsche, die "es geschafft haben".

Ihr dürft die Früchte eurer Arbeit geniessen. Aber dann gehe mal Äpfel pflücken und eine Kokosnuss kannst du dir dann wahrscheinlich nicht mehr leisten wenn sie das kostet was sie kosten sollte. Ausserden denke ichkann eine Afrikaner auch ohne dicke Mercedes-Karosse glücklich sein. Ob du ohne diesen erschwindelten Wohlstand klarkommst bezweifle ich aber. Bezahlt mal die, die für euch arbeiten so wie es sich gehört und genisset dann die viel weniger gewordenen "Früchte eurer Arbeit".

Kommentar von Mefista ,

Was hast du persönlch dafür getan?

Also ich war mein Leben lang sehr fleißig, arbeite viel und bin zuverlässig, pünktlich und genau.
Weiter achte ich auf die und meine Umwelt und musste schon oft sehr mutig sein, um nun so leben zu können, wie ich es gerade tue.
Ich führte so einige Kämpfe, ob nun mit anderen oder mit mir selbst.....

Kommentar von JBEZorg ,

Und? Das tut jemand in einem armen Land auch und kregt einen Bruchteil dessen was du kriegst? Hat er das verdient oder du?

Kommentar von Mefista ,

Ja stimmt. Aber ich fühle mich deshalb jetzt nicht mehr schuldig dafür, weil ich mich nun damit auseinandergesetzt habe und hier wertvolle Anregungen dafür erhalten habe.
Jeder hat nun mal seine eigenen Herausforderungen im Leben und ich kann nichts für die anderer.

Weiter bin ich weniger extrem, als du annimmst.

Antwort
von Kurpfalz67, 48

In der Weltgeschichte war es schon immer so, dass es immer Regionen und Länder gab, in denen es den Menschen gut ging und Länder, in denen es den Menschen schlechter ging.

Momentan gehören wir eben zu denen, bei denen es besser läuft.

Aber deswegen muss ich keine Schuldgefühle haben. Wem es gut geht und wer helfen möchte, kann das doch tun.

Als Staat muss sich Deutschland nicht verstecken, da sind wir sicher unter den Ländern, die viel ins Ausland abgeben.

Natürlich kann man immer darüber streiten, ob das genug ist oder ob es zu viel Hilfe ist, die wir als Staat leisten. Aber diese Diskussion wird es immer geben, da es darüber eben auch immer unterschiedliche Ansichten geben wird.

Schuldgefühle halte ich aber für unangebracht!

Kommentar von KimWebi ,

Europa gehörte schon immer zu dem Teil der Welt dem es besser ging, und seit dem es Globalisierung gibt impertiert der Westen den Rest der Welt,

also... interessante Einstellung aber irgendwie haltlos!!!

Kommentar von Kurpfalz67 ,

@KimWebi Ja, Europa war insgesamt immer ganz gut dabei.

Aber Deutschland war nicht immer die reichste Nation in diesem Gebilde.

Es gab durchaus Zeiten, in denen es im sogenannten Nahen Osten blühende Kulturen gab und diese Länder, im Verhältnis zu europäischen Ländern, nicht wirklich arm waren.

Auch in Asien gab es große, machtvolle Dynastien.

Aber selbst wenn Europa stets ein "führender"  Kontinent war und noch ist, sehe ich keinen Grund, deswegen Schuldgefühle haben zu müssen.


Kommentar von Mefista ,

Momentan gehören wir eben zu denen, bei denen es besser läuft.

Das finde ich eigentlich auch. Das ändert sich immer wieder....

Ok. Danke!

Antwort
von adianthum, 60

Kollektive Schuldgefühle sind ungefähr so sinnvoll wie Nationalstolz.

Für beides hat der Einzelne wenig bin garnichts beigetragen.

Ich kann nichts dafür, dass ich hier im Überfluss geboren und aufgewachsen bin.

Schuldgefühle habe ich keine, aber manchmal schäme ich mich dafür, da mir sehr bewußt ist, dass der Reichtum der "ersten Welt" auf der Ausbeutung der sogenannten "dritten Welt" beruht.

So einige EU Staaten verdienen auch derzeit sehr gut an der Ausbeutung und vor allem auch an den bewaffnete Konflikten, die gerade- nicht zuletzt in den arabische Ländern- ausgetragen werden.

Schlimm ist nur, dass diese Konzerne gewiefte Steuerberater (Steuerverräter!) beschäftigen, die dafür sorgen, dass hier so gut wie nichts davon versteuert werden muss.

Schuldgefühle sollten all diejenigen haben, die durch Ausbeutung zu Geld gekommen sind und deren größten Probleme darin bestehen, ob die nächste Schönheits-OP wohl gelingt, und ob der neue Auspuff für den Ferrari in matt oder glänzend sein soll!

Kommentar von Mefista ,

Ja, gebe dir recht. Danke.

Antwort
von CBA123ABC321, 44

Keiner hat Schuldgefühle gegenüber mir gehabt, auch nicht als man mich gemobbt hatte als Produktionshelferin seit der 1. Sekunde auf einen Arbeitsplatz. Wieso sollte ich dann Schuldgefühle haben? Aufgrund der Vergangenheit der Deutschen habe ich keine, weil da habe ich noch nicht gelebt, als z. B. der 2. Weltkrieg stattfand. Natürlich ist nicht alles was auf der Welt geschieht gerecht, aber dafür kann ich als Einzelperson nichts/ nichts ändern. Außerdem finde ich auch, dass diese Verallgemeinerung bei der Frage unpassend ist, weil du eigentlich bzw. vermutlich von deinen Schuldgefühlen schreibst.

Antwort
von atzef, 24

Nein.

Das ist ein albernes Scheinproblem. Ich kenne auch niemanden, der "Schuldgefühle" hätte, weil er besser lebt als 4/5 der Menschheit. Schuldgefühle hülfen auch nicht weiter. Allenfalls Verantwortungsbewusstsein.

Antwort
von CaptnCaptn, 52

Warum sollte ich Schuldgefühle haben? Weil ich das Glück hatte in Deutschland geboren zu sein, was ich mir ja nicht aussuchen kann? Sicher nicht. Bezahlt haben wir eindeutig genug aber den anderen Ländern werden wir deutsche immer als Nazis und Buhmann in Erinnerung bleiben, gerade auf meiner Amerikareise habe ich gegen Ende nicht mehr sagen wollen "I'm from Germany" sondern sagte nur noch "I'm European" einfach weil ich nicht mehr dieses ewige "Aaaaahhh Hitler, Nazis, ....!" hören konnte. Wir haben es schön hier, das stimmt. Aber wir haben auch genug dafür getan um es uns zu verdienen, also dürfen wir uns auch ruhig mal auf unseren Lorbeeren ausruhen. Da ist mir dann auch egal was ein anderer sagt.

Kommentar von Mefista ,

Ja, sehe ich eigentlich auch so. Aber immer wieder schleichen sich Schuldgefühle bei mir ein. Danke.

Kommentar von CaptnCaptn ,

Das sollten sie aber nicht. Die Vergangenheit war nicht schön das ist wahr, aber es ist nun 70 Jahre her wir sind eine völlig andere Nation und es gibt kaum noch Menschen aus dieser Zeit. Es ist immer komisch wie man sich nur an die Gräueltaten der deutschen erinnert, nicht aber an die der anderen Nationen. Warum erinnert sich keiner an den Genozid an den Armeniern im ersten Weltkrieg? Die Massaker in Vietnam der Amis? Der Atombombenanschlag der Amis? Der Irak-Krieg? Afghanistan? Die Morde an Ureinwohnern in Amerika? Sind wirklich wir deutschen die schlimmen? Wir haben verglichen mit anderen Nationen noch eine harmlosere Vergangenheit und trotzdem büßen wir am meisten dafür.

Kommentar von Mefista ,

Doch, doch, mir ist durchaus bewusst, dass viele Länder was auf der Kappe haben und so.
Das nervt mich auch, dass wir so viel büßen dafür und finde ich nicht richtig.
Ich weiß nicht, es ist so, dass es mir hier normal gut geht und ich auch auf einige Sachen achte, wie z.B. auch Umweltschutz und helfen würde ich auch.....
Aber wenn ich dann andere Menschen leiden sehe, dann bekomme ich plötzlich Schuldgefühle, weil ich hier so gut lebe und diese vielleicht nie die Chance dazu haben werden.
Allerdings sehe ich auch, dass ich und viele andere natürlich dafür auch ordentlich was tun.

Kommentar von CaptnCaptn ,

Das ist mehr als lobenswert, aber Schuldgefühle finde ich unangebracht. Du kannst dir ja nicht aussuchen in welchem Land du geboren wirst.

Kommentar von Mefista ,

Ja, stimmt. Das macht mir Mut. Danke.

Antwort
von kunibertwahllos, 48

Wir können Schuldgefühle haben weil wir die ganze Euro Zone Verschulden und Drohnen töten dulden etc etc

Antwort
von Hardware02, 55

Pauschalaussagen nerven mich, und wenn etwas mit "wir Deutsche" beginnt, kann es nur eine Pauschalaussage sein!

Also ICH habe keine Schuldgefühle - was nicht heißt, dass ich nicht gerne helfen möchte. Deshalb spende ich manchmal etwas z.B. für Ärzte ohne Grenzen oder für die Christoffel Blindenmission.

Aber lass es dir ja nicht einfallen, mir deshalb "Schuldgefühle" einzureden oder mich unter "wir Deutsche" in eine Schublade zu stecken!

Antwort
von voayager, 36

Haben sie nicht, wen juckt es schon weiter, dass es zahlreiche Bettler und Obdachlose, H-4 Empfänger und Armutsrentner gibt.

Antwort
von soissesPDF, 38

Haben die Deutschen nicht, Schuldgefühle.

Deutschladn ist Exportweltmeister, die Handelsüberschüsse der Deutschen sind die Defizite (Schulden) der anderen.
Richtig jedoch auch ist, Rekordgewinne für die Wirtschaft und Niedriglöhne für die Bürger schafft keinen Wohlstand.

Antwort
von Marshall7, 19

Ich denke schon ,das Leute sich durchaus besser fühlen können ,als welche die nur auf Kosten anderer leben.

Antwort
von DerKleineRacker, 32

Hm also ich habe keine Schuldgefühle...

Antwort
von 1900minga, 11

Wer sagt denn, dass wir uns schuldig fühlen ( sollen ).

Wir leben aber nicht mehr in einer Welt, in der jedes Land national und konservativ denkt, sondern gemeinschaftlich

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