Frage von stuttgart21geil, 75

Haben vor Gericht einige Beurfe einen höheren Stellenwert als andere?

Wenn eine Person A zu einer Person B sagt "Du Nuttte", dann handelt es sich dabei ja um eine Beleidigung oder? Wie sieht die Sache aus wenn Person B in der Tat Prostituierte ist?

Wenn eine Person A zu einer Person B sagt "Du Bundespräsident" oder "du Feuerwehrmann", obwohl Person B keine dieser Tätigkeiten ausübt. Ist das dann eine Beleidigung?

Lg

Antwort
von Dxmklvw, 14

Ich meine, die gestellte Frage gewinnt erheblich an Bedeutung, wenn man sich andere Formen hinzudenkt, die möglicherweise als üble Nachrede ausgelegt werden können.

Das bloße Äußern einer Vermutung gegenüber Dritten könnte da leicht zum Anlaß einer Klage werden, beispielsweise, wenn jemand gegenüber Dritten äußerst, daß er aufgrund des Kleidungsstils oder einer sonstigen Nebensächlichkeit vermutet, daß Frau X als Prostituierte arbeiten könnte.

Käme es in einem solchen Fall zu einer Klage und zu einer Verurteilung, dann wären gleichzeitig mindestens zwei Dinge wirksam: Die persönliche Negativbewertung des Berufs einer Prostituierten durch Frau X und ebenso die persönliche Negativbewertung dieses Berufs durch den Richter, obwohl ein solcher Beruf einer wie jeder andere auch ist, zumindest immer dann, wenn sich Politiker darüber äußern oder Finanzbeamte bei der Steuererhebung.

Es gibt aber auch einige andere Berufe, die so manche Behauptung diverser Leute "alle Berufe/Menschen sind gleichwertig" heucheleiverdächtig machen, auch wenn dies dann nicht so krass ins Auge fällt wie beim Beruf einer Prostituierten. Derartiges zeigt sich auch auf diverse Weise innerhalb von Behörden, wo dann z. B. während der Mittagspause Richter oder Staatsanwälte alleine oder auch mit anderen Volljuristen an einem Tisch sitzen, ggf. auch noch mit einem Rechtspfleger, aber mit größter Wahrscheinlichkeit nicht mit einem Justizwachtmeister oder einer Putzfrau.

Auch an solchen "Kleinigkeiten" zeigt sich, daß Gesetze oder Beteuerungen bzgl. Gleichwertigkeit und Gleichbehandlung einerseits und den tatsächlichen Gegebenheiten andererseits zwei völlig verschiedene Dinge sind.

Aus dieser Betrachtung heraus ist dann auch die Vermutung naheliegend (weil psychisch entsprechend vorgestrickt), daß dies auch direkten Einfluß bei Richtern auf die Urteilsfindung oder recht allgemein bei Beamten auf die Fallbearbeitung hat usw.

Antwort
von AriZona04, 33

Das Wort "Ntte" ist und bleibt abfällig. Wenn Du jemanden - auch eine Prostituierte - damit ansprichst, ist sie bestimmt nicht begeistert. Also lass es doch einfach.

Bei Deinen anderen Beispielen wird derjenige wohl nur dumm aus der Wäsche gucken.

Antwort
von Hupfdohler, 22

Auch rechtlich gilt hier: Der Ton macht die Musik. "Du Nttte" ist normalerweise eine Beleidigung, in lustiger Runde mit entsprechender Hintergrundgeschichte vielleicht auch mal keine, aber auch gegenüber einer wirklichen Prostituierten dann eine Beleidigung, wenn sich aus dem Zusammenhang, Tonfall usw. ergibt, das Du sie damit herabsetzen wilst.

Ähnlich ist es mit "Du Bundespräsident", normalerweise zwar nicht beleidigend, aber im entsprechenden Zusammenhang (vielleicht in einer Runde von Leuten, die alle den Bundespräsidenten nicht mögen und das auch wissen) kann es beleidigend sein - sogar den Bundespräsidenten selbst kann man dann mit entsprechendem Tonfall so beleidigen. Es gibt ein altes Urteil, in dem "Sie Ehrenbürger" als strafbare Beleidigung angesehen wurde.

Antwort
von FunnysunnyFR, 37

Zur zeit ist Vielleicht "Du Kanzlerin" eine Beleidigung.

Aber ich denke es hat wirklich etwas mit dem schlechten oder guten Image eines Berufes zu tun.

Und ich glaube Nuttte ist auch für eine Prostituirte ein Schimpfwort. Genau wie Rechtsverdreher für einen Anwalt.

Antwort
von Jawafred14, 38

Im ersten Fall ist es eine Beleidigung, da es eine abwertende Bezeichnung ist. 

Im zweiten Fall nicht, da es sich nur um einen Beruf handelt.

Eine Beleidigung hat vor allem das Merkmal, abwertend zu sein. Berufe gehören nicht dazu, außer es ist eben eine abwertende Bezeichnung für diesen Beruf (Bsp. Saftschubse statt Flugbegleiterin) 

Kommentar von stuttgart21geil ,

Sprich wenn ich zu jemandem sage "Du hast echt mit jedem Geschlechtsverkehr du bist eine echte Prostituierte" (alternativ "Sexualdienstleisterin" oder "Phallusbefriedigungshandwerkerin") dann ist es da auch keine Beleidigung?

Kommentar von Jawafred14 ,

Das kann man so pauschal nie sagen. Eine Aussage ist beleidigend, wenn sie dem Opfer den Respekt als gleichwertige Rechtsperson aberkennt. Es hängt maßgeblich von den Umständen ab. Unter Umständen kann auch diese Äußerung als Beleidigung gewertet werden. Wenn du darauf abzielst dein Gegebüber herabzuwürdigen, was du damit ja eindeutig tust, handelt es sich im allgemeinen um eine Beleidigung. 

Übrigens, es handelt es sich hierbei auch um eine Verleumdung, solltest du wissen, dass die Person in Wirklichkeit nicht mit jedem Geschlechtsverkehr hat und du dies trotzdem in der Öffentlichkeit verbreitest. 

Kommentar von Jawafred14 ,

http://www.strafrechtskanzlei.berlin/docs/beleidigung-verleumdung.php

Lies dir das mal durch, da steht das eigentlich recht gut erklärt. 

Antwort
von Hegemon, 6

Das hängt sehr vom jeweiligen Richter ab und davon, ob er zu der Überzeugung gelangt, daß der Ausspruch als Beleidigung gemeint war. Aber bevor sich ein Richter damit befaßt, muß ein Staatsanwalt erst mal Lust und Laune haben, ein Verfahren zu eröffnen, zu ermitteln und Anklage zu erheben. Daran scheitert's oft schon. Die haben nämlich eigentlich wichtigeres zu tun.

Ich hab z.B. mal zu einem halbseidenen Abmahn-Anwalt gesagt, was er ist (fängt mit "A" an und hört mit "och" auf - und ich bereue nichts), und der Staatsanwalt hat die Anzeige des feinen Herrn prompt abgebügelt, nachdem sich mein Anwalt mal eben mit ihm kurzgeschlossen hat.

Antwort
von DasWissen42, 1

Meiner Meinung nach ja, auch wenn es natürlich nach GG nicht erlaubt ist. RichterInnen gehen natürlich vor - andere Beamte - öffentlicher Dienst - staatliche Betriebe (z.B. Bahn) - normaler unbescholtener Bürger - jemand gegen den verschiedenen Verfahren laufen (bzw. eingestellt wurden) - schon mal wegen Straftat verurteilt.

RichterInnnen sind wohl auch nur Menschen auch wenn sie das selber gar nicht wahrhaben wollen und denken daher gerne in Steorotypen. Leider in ihren Entscheidungen frei schwebend und keinerlei Qualitätsmangement unterliegend (wie z.B. Klinikärzte) - keinerlei Transparenz und Vergleichsportalen unterliegend (wie z.B. Ärzte) - wo kommen wir denn auch hin, wenn der Pöbel - äh, das Volk oder jegliche andere Instanz - sich erdreisten dürfte Urteile oder die Urteilenden zu bewerten oder zu beurteilen.....

oder die Fehelrhäufigkeit eine Rolle spielen darf. Die Krankenkassen als Zahler unterstützen Patienten beim Gelten machen von Behandlungsfehlern - RichterInnen machen nie Fehler - deswegen braucht es weder Qulitätsberichte noch externe Hilfe bei soetwas - nur wenn du über ausreichend Finanzmittel verfügst kannst du dir die Revision leisten - die, wenn erfolgreich keinerlei Konsequenz für die RichterInnen die in der Vorinstanz eine andere Auffassung vom Recht hatten und möglicherweise haben - weshalb auch?

Sind ja RichterInnnen - wenn ein Arzt pfuscht oder gegen Guidelines verstößt und es nicht gutgeht ist der natürlich schuldig - wenn da das Recht persönlich uminterpretiert wird - so what? Der Gesetzgeber hat ja den Rahmen vorgeben wie zwischen nichts bis 5 Jahren - reine Entscheidungsfreiheit des Unabhängigen - die es in quasi keinem anderen Beruf mehr gibt.

Also ein klares ja, Berufe und auch Herkunft, etc. spielen mitunter auch im Unterbewußtsein bei subjektiven Bewertungen eine Rolle - oder es kommt aufgrund des Wissens darum zu einer Überkompensation.

Antwort
von Gehoergaeng, 12

Nuttte ist definitiv eine abwertende Bezeichnung für ein Prostituierte. Genau wie Bulle für einen Polizisten. Wenn ich jemanden aber als du Bauer oder du Opfer bezeichne erfüllt das keinesfalls den Tatbestand einer Beleidigung, weil diese Begriffe als Beleidigung nur zweckentfremdet wurden und in der Regel nicht abwertend gemeint sein müssen.

Antwort
von martinunfall, 39

bei seriösen richtern nicht.

ist gesetzlich verboten.

aber schwachmattenrichtern bin ich 20 jahre lang mehr als genug begegnet.

benimm dich ordentlich und dann geht das schon gut.

greetz

der alte stinkende sack

Kommentar von stuttgart21geil ,

Vielen dank. Ich gebe mir Mühe!

Kommentar von martinunfall ,

welches gericht rund um stg ist zuständig?

Kommentar von stuttgart21geil ,

Keines, ich stelle die Frage aus reinem Interesse. Ausserdem erwarte ich spannende Antworten von kreativen Köpfen!

Kommentar von martinunfall ,

axo, theorie also. naja ich bin bzw. war halt praktiker.

Kommentar von stuttgart21geil ,

Anwalt?

Antwort
von martinunfall, 9

yes.

wenn dir theoretisches liegt:

lese einen stgb-kommentar zu 185 stgb durch, da steht viel zeugs drin ...

das in der praxis niemand braucht, weil beleidigungsfälle fast immer eingestellt werden.

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