Frage von Imago8, 281

Haben Pflanzen einen Willen?

Wollen Pflanzen leben?

Viele Pflanzenarten wehren sich dagegen, dass sie gefressen werden, zum Beispiel indem sie sich mit Giftstoffen schützen, Nesseln oder Dornen ausbilden. Es gibt sogar eine Akazienart, die sich Ameisen als Schutz vor Fressfeinden "hält" und diese dafür mit Nahrung "belohnt".

Sind das Hinweise darauf, dass Pflanzen leben wollen? Hieße das, dass sie einen Willen haben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DiegoderAeltere, Community-Experte für Biologie, 102

Würden die Pflanzen über keine Vorrichtungen verfügen, um ihr eigenes Überleben zu sichern, wären sie heute schon lange ausgestorben. Reaktionen auf Umwelteinflüsse sind ein Merkmal, das alle Lebewesen, ob Tier oder Pflanze oder etwas anderes, gemeinsam haben. Die Fähigkeit, die Wuchsrichtung zum Licht hin zu ändern, durch symbiotische Verbindungen mit Raubtieren Fressfeinde abzuhalten oder bei verwandten Pflanzen durch Hormone Abwehrmechanismen gegen Parasiten auszulösen, stellt einen evolutionären Vorteil dar und bleibt deshalb für die folgenden Generationen vorhanden.

Einen Überlebenswillen würde ich Pflanzen dennoch nicht unterstellen, da dies bewusstes Handeln voraussetzt. Pflanzen haben aber im Gegensatz zu Tieren (bzw. nur Zweiseitentieren) kein zentrales Nervensystem oder etwas Vergleichbares, sondern verarbeiten die eingehenden Reize völlig dezentral. Ohnehin könnte ich mir nicht vorstellen, was einem immobilen Lebewesen wie einer Pflanze Planungs- und Abstraktionsvermögen, welches über ein simples Reiz-Reaktions-Schema hinausgeht, für Vorteile verschaffen sollte. So könnte sie z.B. auf Schmerzen durch Verletzungen überhaupt nicht angebracht reagieren.

Kommentar von Imago8 ,

Das heißt, du würdest einer Fliege auch keinen Überlebenswillen unterstellen? Oder Planungs- und Abstraktionsvermögen?

Das die Reizverarbeitung dezentral abläuft, sagt doch nur, dass die Reizverarbeitung dezentral abläuft. Warum schließt du daraus auf das Fehlen eines Willens? Vielleicht funktioniert Willen bei Pflanzen oder Tieren ohne Zentralnervensystem einfach nur anders?

Kommentar von DiegoderAeltere ,

Wieso schließt du von Pflanzen auf Fliegen? Letztere haben ein ZNS, nämlich das Bauchmark. Deshalb ist es durchaus denkbar, dass sie zumindest ein rudimentär ausgeprägtes Bewusstsein haben, mitsamt den dazugehörigen Fähigkeiten.

Aber nach allen Erkenntnissen der Neurobiologie ist es nun einmal nicht möglich, dass ein komplexes Lebewesen ohne ZNS seine sämtlichen Aktionen koordiniert und damit als ganzes handelt oder ein Bewusstsein ausbildet.

Kommentar von Imago8 ,

..

Kommentar von Imago8 ,

Ich wusste nicht, dass ein Strickleiternervensystem auch zum ZNS gezählt wird. Wieder was gelernt.

nicht möglich, dass ein komplexes Lebewesen ohne ZNS seine sämtlichen Aktionen koordiniert und damit als ganzes handelt


Was bedeutet denn "als Ganzes handeln"? Wie koordiniert eine Pflanze sonst Stoffwechselvorgänge, Wachstum, Fortpflanzung usw. wenn nicht "als Ganzes"? Verstehe nicht, was das Gegenteil dazu sein soll. Ist die Pflanze ein Konglomerat aus "autonomen" Teilen?

Und zum Bewusstsein: es gibt noch keine Methode, die Bewusstsein direkt messen kann. Mit wissenschaftlichen Methoden kann man nur beobachten. Aber wie das interpretiert wird, ist wieder vom Menschen und seinem Bild von der Natur abhängig. Also immer vollkommen anthropozentrisch. Deswegen ist der Begriff "unmöglich" in meinen Augen unangebracht, denn er gaukelt Objektivität vor. Es müsste eigentlich lauten: "für die Wissenschaftler, die die Messergebnisse interpretiert haben, nicht vorstellbar."

Kommentar von DiegoderAeltere ,

Die Nervensysteme von Gliederfüßern und ähnlichen Tieren sind zwar nicht so zentralisiert wie die von Kopffüßern oder Wirbeltieren, aber sie weisen trotzdem übergeordnete Nervenknoten auf, die die gleichen Funktionen erfüllen.

Meine Formulierung "als ganzes handeln" mag missverständlich sein. Damit meinte ich, dass das zentrale Nervensystem die höchstgeschaltete Steuerungseinheit des Körpers ist. Sämtliche Reize werden zum ZNS getragen, und sämtliche Aktionen und Reaktionen gehen von dort aus. Bei Pflanzen ohne ZNS erfolgt die Reizweiterleitung über chemische Signale ungerichtet von einer Zelle zu den Nachbarzellen.

Als Beispiel: Wenn du auf eine heiße Herdplatte fasst, registrieren die Sinneszellen in deiner Haut die Hitze und leiten diesen Reiz an dein Rückenmark weiter. Dort wird der Reiz verarbeitet und als Antwort an die Muskeln in deinem Arm der Befehl gesendet, die Hand von der Platte zu nehmen.

Wenn hingegen eine Pflanze, z.B. ein Strauch, an einer Stelle angefressen wird, wird durch die registrierten Reize beispielsweise die Produktion von Bitter- oder Giftstoffen angeregt. Während das im verletzten Pflanzenteil abläuft, ist der Rest der Pflanze aber völlig ahnungslos. Die Signale, die vom betroffenen Teil ausgesendet werden, erreichen nach einiger Zeit die benachbarten Pflanzenteile, die nun ebenfalls mit einer Produktion von Giftstoffen reagieren, während der Großteil der Pflanze immer noch keine Reizung wahrnimmt. Das meinte ich, als ich sagte, dass die Pflanze nicht als ganzes agieren kann, weil sie nicht von einem zentralen Nervenorgan aus gesteuert wird.

Wegen diesen beiden grundsätzlich verschiedenen Arten der Reizverarbeitung halte ich es also für sehr unwahrscheinlich, dass Pflanzen irgendetwas haben, was mit dem tierischen Bewusstsein vergleichbar wäre.

Aber mit deinem letzten Absatz hast du natürlich recht. Deswegen habe ich auch geschrieben "nach allen Erkenntnissen der Neurobiologie". Der Kenntnisstand kann sich immer ändern, aber alles, was darüber hinausgeht, ist reine Spekulation.

Kommentar von Imago8 ,

Ok. Jetzt verstehe ich, wie du darauf kommst, dass die Pflanze nicht als Ganzes handelt.

Nur noch ein Aspekt zur Gerichtetheit: bei einer Pflanze gehen die Signale zwar nicht hin zu einem Zentrum und von dort aus wieder weg, aber die Signale breiten sich ja trotzdem aus. Die Richtung könnte also "nach außen" lauten. Das geschieht natürlich viel langsamer als bei einem Tier. Aber nach einer gewissen Zeit ist auch so die ganze Pflanze "informiert".

Aber wie auch immer. Danke für deine nachvollziehbare Darlegung. Bin gespannt, was in Zukunft an Erkenntnissen dazukommt.

Kommentar von DiegoderAeltere ,

Danke für den Stern!

Antwort
von friesennarr, 96

Pflanzen wollen nicht leben, sie tun es bereits.

Natürlich will auch eine Pflanze überleben, gibt auf Youtube eine super Dokumentation drüber, wie Pflanzen selbst richen können, wie sie um hilfe rufen und wie sie benachbarte Pflanzen warnen, Dornenschutz ausbilden usw..

Ist echt sehr interessant. Da gibt es noch mehr Teile davon.

Antwort
von Cherry565, 119

Das ist eine schwere Frage. Einen richtigen Willen, so wie ein Tier haben sie nicht. Das heißt, sie können keine eigenen Endscheidungen treffen. Andererseits erstreben sie, so wie alle anderen Lebewesen, das überleben. Es ist ihnen wichtig zu leben, aber trotzdem haben sie keinen Willen.

Antwort
von Roderic, 36

Alle Lebewesen besitzen Instinkte und Mechanismen, um sich vor Gefahren zu schützen - selbst die weniger komplexen.

Der Unterschied zu uns Menschen ist der, daß wir uns dessen bewusst sind. Die Pflanzen nicht.

Zu einem Bewusstsein gehören mehrere Sinne, um seine Umwelt wahrzunehmen, eine komplexes Zentralnervensystem und die Fähigkeit, kausale Zusammenhänge aus der Umwelt zu erkennen, zu verarbeiten, zu abstrahieren und vor allem die Ergebnisse seiner Umwelt mitteilen zu können.

Ein Willen setzt ein gewisses Maß an Bewusstsein voraus, über das die Planzen nicht verfügen.

Kommentar von Imago8 ,

Danke für die Antwort. Ich frage mich allerdings, warum sich viele so sicher sind, dass Pflanzen kein Bewusstsein haben.

Woher nimmt man diese Sicherheit?

Kommentar von Roderic ,

Ich spreche nur für mich. Ich jedenfalls bin mir sicher.

Kommentar von Imago8 ,

Okay, aber warum?

Weißt du wie es ist, eine Pflanze zu sein?

Kommentar von Roderic ,

Lies nach bei Descartes.

Bewusstsein bedeutet (für mich), daß man seine Umwelt mit einem komplexen Sinne (vorzugsweise dem Sehsinn) wahrnimmt

UND

seinen eigenen Körper darin. Und in der Lage ist, beides voneinander zu unterscheiden und daraus die eigene Existens als eine abstrakte Eigenschaft seines Körpers und seines Wesens abzuleiten.

Pflanzen haben keinen solchen komplexen Sehsinn.

Und wenn sie es mit ihren anderen Sinnen trotzdem schaffen eine Form von Bewußtsein in diesem Sinne zu entwickeln, dann ist es ein völlig anderes als das, was wir Menschen darunter verstehen.

Dafür wäre in meinen Augen der Begriff Bewusstsein dann nicht mehr gerechtfertigt. Es wäre etwas komplett anderes.

Aber darum ging es ja primär in deiner Frage nicht. Es ging um den Willen.

Kommentar von Imago8 ,

Das würde bedeuten, dass ein blinder Mensch kein Bewusstsein haben kann? Wie würdest du das dann nennen?

Kommentar von Roderic ,

Nein. Das bedeutet es nicht.

Degradiere diese Debatte bitte nicht zu einer rhetorischen Rabulistikschlacht, indem du mir Aussagen in den Mund legst, die ich nicht gemacht habe.

Ein blinder Mensch hat noch andere Sinne, die das Fehlen des Augenlichtes kompensieren.

Kommentar von Imago8 ,

Ganz ruhig...sind doch nur Fragen.

Kommentar von Imago8 ,

Danke übrigens für das Wort Rabulistik! Kannte ich noch nicht.

Kommentar von Roderic ,

Gerne geschehen.

Findest du übrigens zuhauf hier bei GF.

Zumeist gar nicht mal in bewusster oder gar böswilliger Absicht.

;-)

Antwort
von Chaoist, 135

Pflanzen sind zwar Lebewesen aber keine bewussten, denkenden, planenden, etc.

Pflanzen halten sich keine Ameisen. Sie produzieren einen Stoff, den Ameisen zufällig mögen. Dadurch dass die Ameisen da sind, wird es potenziellen Feinden der Pflanze schwerer gemacht, der Pflanze zu schaden. Darum überlebt diese Pflanze und pflanzt sich Jahr für Jahr fort.

Pflanzen die den selben Feind haben aber nichts produzieren was diese Ameisen mögen, werden / wurden gefressen. Das hat aber alles nichts mit einer bewussten Haltung von Wachhunden zu tun.

Kommentar von Imago8 ,

Ja, das Wort "halten" passt da nicht. Stimme dir zu.

Kommentar von friesennarr ,

Contra. Pflanzen können sogar Insekten zum Schutz rufen, siehe meine Antwort.

Kommentar von Chaoist ,

Sehr faszinierend welche Mechaniken sich im Laufe der Jahrmillionen gebildet haben. Nur das mit dem "Rufen" ist so eine Sache. Die Pflanze macht keinen Unterschied zwischen einem Menschen, der sie einmal anritzt und einem Tier das droht die gesamte Pflanze zu vernichten.

Es gibt keinen Lerneffekt bei Pflanzen zu beobachten, so wie man ihm bei Tieren beobachten kann. Eine Pflanze reagiert eher wie ein Roboter. Der Rest ist Evolution.

Kommentar von kalle10041990 ,

Aber rein evolutionär ist bei Pflanzen ja auch ein Gewisser "Lerneffekt" eingetreten, genauso wie bei allen anderen Arten. Ein Affe hat sich ja auch nicht bewusst dazu entschieden auf Bäume zu klettern, die die das am besten beherrschten überlebten halt und vermehrten sich, genau wie die Pflanzen die gewisse Eigenschaften besassen....Und das Wort "Bewusstsein" ist wirklich schwer zu definieren, nur weil Pflanzen nicht das besitzen was wir unter Bewusstsein verstehen muss das ja nicht zwingend bedeuten das sie keines haben....

Kommentar von Imago8 ,

@ Chaoist: anscheinend machen bestimmte Pflanzen diesen Unterschied doch. Tabak reagiert z.B. auf besondere Weise auf den Speichel der Raupe des Tabakschwärmers. Und "ruft" damit Raubwanzen, die die Raupen nur zu gern fressen.

http://www.welt.de/wissenschaft/article9218531/Pflanzen-schlagen-Alarm-bei-Raupe...

Kommentar von Chaoist ,

Ich bin kein Chemiker, aber ich verstehe das so, dass der Speichel der Raupe mit den Inhaltsstoffen der Pflanze rein chemisch reagiert. Es dauert ja wie beschrieben über eine Stunde bis das Ergebnis erreicht wird.

Auch hier ist es sicherlich sehr faszinierend, welch Technik die Evolution hervorgebracht hat, aber in keiner Sekunde sehe ich hier ein Anzeichen dafür, dass die Pflanze die Bedrohung erkennt und bewusst entscheidet was nun zu tun ist.

Kommentar von Imago8 ,

Welchen Lebensformen würdest du denn überhaupt einen Willen zugestehen?

Kommentar von Chaoist ,

größeren Tieren auf jeden Fall. Bei Insekten wird es schwierig. Ameisen ganz schwer. Aber auch diese sind vorstellbar für mich. Also allgemein Tiere. Absoluter Grenzfall sind dann aber Seeanemonen, die sich verhalten als ob es Pflanzen wären, biologisch gesehen aber Tiere darstellen.

Ich denke dass der Wille die Sache ist, die das Wesen eines Tieres zum Wesen einer Pflanze abgrenzt.

Kommentar von Imago8 ,

Vielleicht sind Pflanzen ja sowas wie "extrem langsame" Tiere? Ich meine, sie reagieren ja auf Umwelteinflüsse, nur eben viel langsamer als ein Tier. Vielleicht entscheiden sie sich auch, eben nur kaum oder nicht (für Menschen) wahrnehmbar?

Ich finde es schwierig, da eine Grenze zu ziehen. Zumal ja erstmal geklärt werden müsste, was wir eigentlich genau mit Willen meinen.

Kommentar von Chaoist ,

Schwierig ist das absolut. Ich will auch gar nicht behaupten die absolute Wahrheit zu kennen. Wir können auch noch den Begriff der Seele mit hinein nehmen, damit es noch viel verwirrender wird, weil ich davon aus gehe dass fast alles beseelt ist, was aber nicht zwingend zu einem Bewusstsein führen muss. Das würde jetzt aber absolut zu weit führen.

Irgendwie muss ich jetzt grade an Baumbart denken der mit den anderen Ents konferierte. Wenn es wirklich so ist, dass Pflanzen nur extrem langsame Tiere sind, dann war dieses Gespräch viel zu schnell :)

Aber möglicherweise hast du recht. Was geht dann in einer Blume vor sich die von einem 3jähringen Kind beim Ballspiel zertrampelt wird? Wie weit gehst du mit dieser Theorie? Hat ein Gänseblümchen einen Willen? Ein Grashalm?

Zum Wille gehört für mich unbedingt ein Ich-Bewusstsein. Also ein "Ego" ( = Selbstbild ) / ein Wesen welches sich in einer von sich getrennten Umgebung wahrnimmt.

Kommentar von Imago8 ,

ein "Ego" ( = Selbstbild ) / ein Wesen welches sich in einer von sich getrennten Umgebung wahrnimmt

Dann bleiben wohl nicht viele Wesen bzw. Arten übrig, denn für ein Selbstbild benötigt ein Lebewesen schon einen hohen Grad an Abstraktionsfähigkeit.

Ich weiß es nartürlich auch nicht. Für mich sind Pflanzen schonmal keine Roboter, die streng mechanisch funktionieren. Dann wären sie auch keine Lebewesen.

Was bedeutet Willen oder Entscheidung? Eine Pflanze "entscheidet" sich vielleicht, in welche Richtung sie wächst, um an möglichst viel Licht zu kommen. Sie nimmt ihre Umwelt war, anders als ein Tier, aber sie reagiert ja auf Außenreize wie Licht, Berührung, Temperatur oder Verletzung ihrer Körpersubstanz.

Vielleicht wächst eine Pflanze nicht einfach nur. Vielleicht "will" sie wachsen? Vielleicht reagiert eine Pflanze nicht einfach nur. Vielleicht "sucht" sie nach den für sich idealsten Bedingungen? Vielleicht "will" sie ja tatschlich blühen und Insekten anlocken, um sich fortpflanzen zu können?

Ich glaube mit üblichen wissenschaftlichen Methoden und Beschreibungsversuchen kommt man da nicht wirklich weiter. Denn die moderne Wissenschaft hat die Tendenz, eben alles auf mechanistische Reiz-Reaktionsmuster herunterzubrechen. Das geht so weit, dass sogar der freie Wille des Menschen angezweifelt wird (teilweise wird sogar von "bewiesen" gesprochen). Aber was hat das mit unserer Lebenswirklichkeit zu tun und wie wir unser Leben empfinden? Sehr wenig. Am Ende findet die Wissenschaft heraus: doch alles nur Roboter. Eigentlich alles nur tote Materie, die sich aus irgendeinem Grund bewegt. Super.

Was bleibt dann noch übrig von den Fragen: Was ist Leben, was ist Bewusstsein, was ist Willen, was ist Seele, was ist Leid?

Kommentar von Chaoist ,

Ein schönes Schlusswort über das wir alle nachdenken können :)

Kommentar von AlphaundOmega ,

Zum Wille gehört für mich unbedingt ein Ich-Bewusstsein.
Also ein "Ego" ( = Selbstbild

ein Wesen welches sich in einer von sich getrennten Umgebung wahrnimm

Genau das ist aber unser Problem " Das Wesen was denkt, es wäre unabhänig von der natur ,...dabei gehören wir dazu...und ein Ego-bewusstsein ist eine Erfindung vom Gehirn , das nur denkt ; Ich denke also bin Ich , " ICH" ...Ausgeklammert und selbstüberlistet ;) Jetzt kann man alles persönlich nehmen , was zur weiteren Illusion einer verfremdeten Welt führt, in der wir die fremde Spezies geworden sind...

Kommentar von AlphaundOmega ,

Um unsere Natur zu beschreiben ,...was "leben" an sich bedeutet, müsste man es als Weiterentwicklungsprozess ansehen , denn was das nicht tut oder macht, ist dem Untergang geweiht... ( siehe Menschen )

Nehmen wir das beispiel, wie sich Lebenwesen ( Pflanzen inbegriffen ) anpassen , so nutzen sie natürliche Recorcen , in der Menge wie sie gebraucht werden ...Die "Anpassung" der Lebenformen, ist das Gegenteil gegenüber einer direkten Gegenmaßnahme, in der die Feinde geziehlt alle vernichtet werden,... Daher   umschreibe ich den natürlichen Vorgang auch mit "Sowohl als auch" , was die Artenvielfalt erhält und in dem Vid. von @Caoist sehr schön wiederspiegelt, das die Natur sich nicht wirklich bekämpft, sondern sich im großen und ganzen arrangieren  kann, wenn neue Strategien erforderlich werden...

Der Respekt, vor allen Lebenwesen,  bleibt somit bewahrt...

Kommentar von AlphaundOmega ,

Ups ...ich meinte das Vid von @friesennarr

Kommentar von Imago8 ,

Ich verstehe einige Teile deines Kommentars nicht.

denn was das nicht tut oder macht, ist dem Untergang geweiht

Was nicht tut oder macht? Und warum Untergang?

Und was meinst du mit:

einer direkten Gegenmaßnahme, in der die Feinde geziehlt alle vernichtet werden

Und:

Sowohl als auch

Sowohl was als auch was?

Kommentar von AlphaundOmega ,

"Was nicht tut oder macht? Und warum Untergang?"

Ich meine das in der Natur, alle ausnahmslos dazu lernen müssen , aus den Erfahrungen die gemacht werden ..., denn es könnte sein , das sie keine zweite Chance bekommen ...um dann wieder nicht richtig zuhandeln

Oder hier ein weiteres Beispiel;

Der Mensch ist an einem Punkt angekommen, an dem er sich nicht weiterentwickelt , wenn er meint " es ging uns doch die ganze Zeit  gut" , also machen wir immer so weiter, die anderen werden schon wissen , wie es weitergeht ... Wenn wir hier nicht bewusst umdenken , kann das alles ruckzuck zuende sein und wir wären nicht mal darauf vorbereitet...Das bedeutet auch , das genauso schon viele Kulturen und hohe Zivilisationen vor uns einfach ausgestorben sind , und zwar auf die gleiche Macht und Kapitalorientierte Weise.,.. so als gäbe es noch eine 2.te Erde im Kofferraum...

"ist das Gegenteil gegenüber einer direkten Gegenmaßnahme, in der die Feinde geziehlt alle vernichtet werden,.."

Beispiel ; Wenn der Mensch sich in den Kopf setzt, das Kängurufleisch lecker ist und man nicht darauf verzichten sollte , würde er alle jagen, verfolgen und töten.,..aber soetwas gibt es nicht in der Natur oder Ein Hai frist auch nicht alle Fische im Meer auf usw.

Der Mensch allerdings, wird die meere noch vor der Verseuchung leerfischen...daher nennt man ihn auch das bösartigsteste Raubtier der Erde...

Sowohl was als auch was?

Sowohl leben, als auch leben lassen...

Kommentar von AlphaundOmega ,

aber in keiner Sekunde sehe ich hier ein Anzeichen dafür, dass die
Pflanze die Bedrohung erkennt und bewusst entscheidet was nun zu tun ist.

Also , ich wette das gute Chemiker das nicht so schnell innerhalb Einer Std. hinkriegen , wobei hier ja ebenfalls analysiert und entschieden wird , das dies der Stoff aus ihren nächsten Träumen sein wird ;)

Kommentar von AlphaundOmega ,


Die Pflanze macht keinen Unterschied zwischen einem Menschen, der sie einmal anritzt und einem Tier das droht die gesamte Pflanze zu vernichten.

Warum sollte sie das ? Eine Bedrohung ist es allemal abzuwenden oder soll sie vllt. so einen Spass verstehen ;)

Es gibt keinen Lerneffekt bei Pflanzen zu beobachten, so wie man ihm bei Tieren beobachten kann

Und was ist mit den Bäumen die einen Waldbrand gerade so entkommen sind ? ,...sie legen sich eine dicke Borke als Schutzmantel an, die das nächste Feuer überstehen kann...

Oder wenn Pflanzen immer wieder auf einer Seite beschnitten werden , setzen sie nur noch auf die Seite , auf der sie   noch wachsen kann...Es gibt da unzählige Beispiele, denn die Evolution ist darauf aufgebaut...

Kommentar von Ahzmandius ,

Das stimmt so nicht

Kommentar von Chaoist ,

Was stimmt so nicht und wie stimmt es denn?

Antwort
von hussel2000, 21

Dazu hilft es, sich philosophische Theorien anzuschauen, die sich mit dem Begriff des "Wollens" oder "Willen" auseinandersetzen. 
Findest du eine davon plausibel, gut argumentiert, der Schluss macht Sinn, denke doch mal darüber nach, ob die vorgebrachten Prämissen und Argumente auf Pflanzen anwendbar sind.
Aber ich denke aus verschiedenen Gründen eher nicht, dass man bei Pflanzen von einem Wollen sprechen kann.
Lies dir doch einfach mal was dazu durch :-) 

Antwort
von herja, 121

Sind das Hinweise darauf, dass Pflanzen leben wollen?

Ja. Das ist genetisch bedingt.

Hieße das, dass sie einen Willen haben?

Nein, ein Wille bedeutet eine freie Entscheidung treffen zu können und das können Pflanzen nicht.

Kommentar von Imago8 ,

Also haben Tiere (außer Menschen) für dich auch keinen Willen?

Kommentar von herja ,

Wie kommst du darauf? Tiere können sich doch frei entscheiden und ihren Willen durchsetzen!

Pflanzen können das nicht!

Kommentar von Imago8 ,

naja, üblicherweise wird ja ein freier Wille höchstens noch dem Menschen zuerkannt...dachte du siehst das auch so. Falsch gedacht ;-)

Kommentar von herja ,

üblicherweise wird ja ein freier Wille höchstens noch dem Menschen zuerkannt..

Wie kommst du denn darauf? Und wieso üblicherweise?

Du hast wohl noch nie einen Hund oder besser eine Katze gehabt. Die würden dir dann ihren Willen schon mal zeigen!

Kommentar von Imago8 ,

Nicht ich denke so. Es ist das, was ich üblicherweise so im Umfeld wahrnehme. Dass Tiere einen Willen haben steht für mich mittlerweile außer Frage.

Kommentar von Imago8 ,

wobei ich mich frage, ab wann denn ein Wille frei ist? Was ist der Unterschied zwischen Wille und freie Entscheidung?

Kommentar von herja ,

Definiere doch mal das Wort "Wille"


Wịl·le Substantiv [der]
Kommentar von herja ,

Definiere doch mal das Wort "Wille"

Wịl·le
Substantiv [der]

1.
Fähigkeit, sich für oder gegen etwas zu entscheiden.
"einen schwachen/starken/unbeugsamen Willen haben"

2.
Entscheidung für etwas.
"Es ist mein fester Wille."

3.
die Absicht, etwas zu tun.
"Ich konnte es beim besten Willen nicht machen."

4.
das, was man sich sehr wünscht oder haben will.
"seinen Willen bekommen/durchsetzen"

Glaubst du, das man auch nur eine Definition auf ein Pflanze anwenden kann?

Kommentar von Imago8 ,

herja, denkst du, man kann diese diese Definitionen auf einen Blutegel anwenden?

Kommentar von kalle10041990 ,

Naja, dann würde aber sogar der Mensch nicht so wirklich in dieses Raster Fallen, es ist ja belegt das auch unser "freier Wille" nicht so frei ist wie wir alle glauben. Der Unterschied ist nur das wir unsere Triebe im Nachhinein Analysieren können und sagen können warum wir in diesem Moment nicht wirklich "frei" gehandelt haben (denken wir zumindest). Denk nur an so Sachen wie Liebe, Trauer, oder Hass. Zu etwas entscheidet man sich in den wenigsten Fällen frei.....

Kommentar von Imago8 ,

Dieser "Beleg" für den unfreien Willen anhand eines Experimentes, wo Menschen einen Arm heben sollen, halte ich für sehr fragwürdig.

Und nur weil man einen Willen besitzt, heißt das ja nicht, dass man über alles die Kontrolle hat.

Antwort
von Amtsschreck, 107

Es gibt sogar Pflanzen, die über Wurzeln miteinander kommunizieren.

Insofern würde ich die Frage bejahen.

Also sind Vegetarier schlimmer als Fleischverzehrer. Sie essen Pflanzen UND nehmen den pflanzenfressenden Tieren auch noch die Nahrung weg. Schlimm ;-)

Kommentar von Imago8 ,

Wusste garnicht, dass sich omnivor ernährende Menschen nur Tiere essen und auf Pflanzen verzichten. ;-)

Kommentar von Chaoist ,

Dazu gibt nur zu sagen, dass es zehn mal so viele Pflanzen braucht um Fleisch zu "produzieren", wie es Pflanzen bräuchte um davon satt zu werden.

Antwort
von voayager, 35

Nein den haben sie nicht, denn alles läuft bei ihnen völlig unbewußt ab.

Kommentar von Imago8 ,

Weil sie keine Augen haben, oder warum?

Kommentar von voayager ,

sie besitzen kein Gehirn

Kommentar von Imago8 ,

das stimmt! Und was hat das mit Willen zu tun?

Kommentar von voayager ,

Wilen beinhaltet etwas zu wollen oder es nicht zu wollen. dies geschieht dabei mehr oder minder bewußt.

Kommentar von AlphaundOmega ,

Wilen beinhaltet etwas zu wollen oder es nicht zu wollen. dies geschieht dabei mehr oder minder bewußt.

Wir tun mehr unterbewusst, als du denkst , bewusst zutun ;)

Kommentar von voayager ,

Da geb ich dir recht, doch bedenke, dass das Unbewußte mal einst bewußt war, dann aber unbewußt wurde bzw. wird.

Kommentar von voayager ,

xxxxx

Antwort
von AlphaundOmega, 62


Sind das Hinweise darauf, dass Pflanzen leben wollen? Hieße das, dass sie einen Willen haben?

Nicht nur das, sie besitzen auch Bewusstsein um ihre Existens zu schützen ...

Bewusstsein kann immer ohne Denken existieren, aber Denken nicht ohne Bewusstsein...

Antwort
von Soeber, 122

Ja auch Pflanzen besitzen den Willen zu leben. Sie sind auch Lebewesen.

Gruß

Kommentar von Imago8 ,

Denkst du, dass Pflanzen auch Entscheidungen treffen?

Kommentar von AlphaundOmega ,

Aber ist denn nicht alles eine Entscheidung ? Flüssigkeit oder Nahrung aufzunehmen , zu laufen oder zu sitzen ?

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