Frage von Kemet, 35

Haben Patienten kein Einsichtsrecht in die Krankenunterlagen?

Hallo allerseits. Meine Frage: ich habe eine Sehbehinderung (50%). Vor zirka 7 Monaten hatte ich eine Untersuchung beim Augenarzt. Das ist in regelmäßigen Zeitabständen für die Verlängerung meines Schwerbehindertenausweis notwendig. Außerdem hat es sich vor kurzem herausgestellt, dass meine Sehstärke für einen eingesränkten Führerschein eventuell reichen würde. Und ich wollte, dass die Arztin eine Untersuchung durchführt und (selbstverständlich gegen eine Gebühr) mir die Unterlagen aushändigt. Die Ärztin verhielt sich sehr seltsam. Erstmal sagte sie, meine Sehstärke ist stabil geblieben. Wenn ich sie dann auf Fahreignung angesprochen habe, weigerte sie weder diese Untersuchung durzuführen noch mir überhaupt ein schriftliches Gutachten aushändigen.

Begrüngung: meine Sehstärke ist doch um 10% gesunken und für einen Führerschein würde auf keinen Fall reichen. Was einen schriftliches Gutachten angeht, solle das Versorgungsamt dieses über meinen Kopf direkt bei ihr anfordern. Besteht es für mich tatsächlich kein Einsichtsrecht in meine Krankenunterlagen und medizinischen Gutachten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von user8787, 19

Natürlich hast du Anspruch auf Einsicht in deine Krankenakte. 

https://dejure.org/gesetze/BGB/630g.html

Antwort
von Buxtehuder, 6

Hallo Kemet,wenn Du ein Gutachten bei einem Arzt in Auftrag gibst (Achtung, kann sehr teuer werden), wird er Dir dieses Gutachten erstellen und aushändigen.Möchte dies diese Ärztin nicht erstellen, dann gehe zu einem anderen Arzt, der sich sicherlich deine Unterlagen bei ihr anfordern wird.Ich kann aber in deiner Frage nicht erkennen, dass Du einen Einblick in deine Krankenakte angefordert hättest. Normalerweise widersetzt sich dort kein Arzt, weil Du den Inhalt ja sowieso kennen solltest.Vielleicht möchte Dich die Ärztin aber auch schützen. Verändert sich Deine Sehkraft, so kann es sein, das Deine Schwerbehinderung aufgehoben oder der Grad der Behinderung reduziert wird. Das Versorgungsamt wird im Regelfall seinen eigenen medizinischen Dienst einsetzen (was schlecht für Dich ist) oder einen Facharzt mit der Prüfung beauftragen. Da geht es aber immer nur um Deine Schwerbehinderung. Ob Du einen Führerschein machen kannst, geht das Versorgungsamt nichts an.Dazu brauchst Du einen Sehtest oder wie eher bei Dir anzunehmen ist, ein Augengutachten. Sag Deiner Ärztin, dass Du den Führerschein machen möchtest und ein ein entsprechendes Gutachten für die Zulassung zur Fahrprüfung brauchst. Du wirst Dich dann aber wahrscheinlich in kürzester Zeit von Deinem Schwerbehindertenausweis verabschieden müssen. Denn Merkzeichen "Blind" verträgt sich nicht mit einem Führerschein.

Antwort
von Zuckerwatte47, 13

Hallo :) 


Also erstens du hast das Recht auf einsicht deiner Dokumente das stimmt schon.... Will die Ärztin dir diese nicht zeigen kannst du dich bei der Ärztekammer beschweren bzw. erkundigen was du dagegen unternehmen kannst .... 


Welche ärztekammer für dein Gebiet zuständig ist müsstest du mal googeln ....Ruf dort an ...die werden dir sicherlich weiterhelfen :) 


Ansonsten einfach den Arzt wechseln ...der neue Arzt wird dir sicherlich auch helfen und die alten dokumente anfordern 


Viel glück und alles gute

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