Frage von EisvogelEowyn, 94

Haben nicht die Wickinger Amerika entdeckt?

Hey Leute! Wer hat eigendlich WIRKLICH Amerika entdeckt? In der Schule lernt man, dass Columbus Amerika entdeckt hat und das steht auch auf Wikipedia, aber haben nicht eigendlich die Wickinger Amerika entdeckt? Liebe Grüße EisvogelEowyn

Antwort
von marcussummer, 41

Der Begriff des "Entdeckens" ist ziemlich relativ und zwingend auf die jeweilige Perspektive abzustimmen. Nach allem, was die Forschung herausgefunden hat, ist davon auszugehen, dass die Wikinger einige Jahrhunderte vor Columbus in Amerika waren. Auch da lebten allerdings schon eingeborene Stämme in Amerika, die bereits Jahrtausende zuvor mutmaßlich über die Inselbrücke bei Alaska aus Asien eingewandert waren. Man könnte auch diese indigenen Einwanderer als "Entdecker" bezeichnen...

Columbus hat allerdings mit der (Wieder)Entdeckung Amerikas (wenn auch irrtümlich als Indien bezeichnet) Amerika in das Bewusstsein der europäischen Großmächte gerückt. Erst ab diesem Zeitpunkt haben sich die damaligen Groß- und späteren Kolonialmächte um Amerika einen Kopf gemacht, sodass man von der sozio-kulturellen Bedeutung her zumindest aus mittel- und südeuropäischer Sicht durchaus von einer Entdeckung sprechen kann.

Antwort
von OlliBjoern, 7

Die ersten Menschen kamen wohl im Zeitraum von vor 15000 - 12000 Jahren aus Nordostasien nach Nordamerika (früher ging man von einer Besiedelung über eine Landbrücke aus, heute spricht auch recht viel für eine (Erst-)Besiedelung entlang der Küste unter Zuhilfenahme von Booten). Allein darüber gäbe es noch mehr zu schreiben.

Dass Wikinger - oder besser gesagt: eine kleine Gruppe von Isländern, die zuvor bereits auf Grönland gesiedelt hatten - in Neufundland waren, ist inzwischen recht gut belegt. In L'Anse-aux-Meadows, im Norden der Insel, fand man eine skandinavische Kleinsiedlung, die nur kurzzeitig in Gebrauch war. Inklusive einer Schmiede.

Dieser Fund passt durchaus zu den beiden schriftlich festgehaltenen Schilderungen der Isländer (wobei aber nicht alle Details klar sind; ob Leif Eriksson darunter war, weiß man nicht mit Sicherheit, ist aber gut möglich). Ältere Suchaktionen nach entsprechenden Funden in Süd-Neufundland waren nicht erfolgreich.

Die Klimaveränderungen (es wurde kälter) brachten die Nordmänner aber dazu, sowohl die Neufundland-Siedlung als auch die Häuser im Süden Grönlands aufzugeben. Von Kontakten mit Ureinwohnern ("Skraelinger" genannt) wurde von beiden Stellen berichtet.

Übrigens wusste man auch in Deutschland von diesen Reisen (Adam von Bremen). Größere Bedeutung maß man der Sache aber ansonsten nicht zu.
Im Prinzip hatte man lediglich ein paar große, aber ansonsten recht unwirtliche Inseln entdeckt. Schien nicht sehr relevant zu sein.

Dagegen erschien ein paar hundert Jahre später das, was Columbus zu erzählen hatte, wesentlich interessanter.

Antwort
von FragaAntworta, 67

Ja, das ist durchaus so. Allerdings steht in der Wiki auch warum:

Unter der Entdeckung Amerikas versteht man die erste Sichtung des amerikanischen Kontinents durch Seefahrer aus dem europäischen Zivilisationsraum. Obwohl bekannt ist, dass bereits um das Jahr 1000 Grænlendingar − unter Leif Eriksson – amerikanischen Boden betraten, gilt heute allgemein Christoph Kolumbus als Entdecker Amerikas, da erst nach seiner Entdeckung der Karibik am 12. Oktober 1492 die kontinuierliche Erkundung und schließlich Kolonisierung des Kontinents durch die europäischen Nationen begann, weshalb dieses Datum einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit markiert.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Entdeckung_Amerikas

Kommentar von EisvogelEowyn ,

Ok , vielen Dank☺️

Antwort
von Parnassus, 47

Dieses Thema wurde hier schon des öfteren besprochen... Ja ,es waren unter andrem auch die Nordmänner welche bereits vor Columbus mal vorbei geschaut haben..

Antwort
von lohne, 39

Die Wikinger sind in Amerika gelandet (Stichwort: Vinland) und haben  dort Siedlungen gegründet. Allerdings waren sie nicht dauerhaft dort. Sie sind von den Eingeborenen wieder vertrieben worden.

Kommentar von mineralixx ,

Nein, damalige Klimaveränderungen haben den Wikinger-Siedlungen die Lebensgriundlage entzogen. Es wurde für Anbau und Viehhaltung zu kalt und feucht. Als sie ankamen, war dort noch Weinbau möglich (daher ihre Bezeichnung "Vinland" für dies Gebiete). "Klimawandel" hat es schon immer gegeben.

Kommentar von lohne ,

Klimaveränderung in so wenigen Jahren? Unglaublich!

Antwort
von berieger, 27

Sagt man,  stimmt und macht auch Sinn. Aber keine Beweise. Wenn du welche finden würdest wärst du ein wissenschaftlicher Held/in und man würde dir in Skandinavien Denkmäler setzen und Strassen und Schulen nach dir benennen.

Antwort
von Worf3333, 46

Exakt das mit den Wikingern habe ich auch mal im TV gesehen.

Warum das geschichtlich nicht mal geändert wird, keine Ahnung.

Kommentar von Halbammi ,

Weil die Wikinger dort keine Forschungsarbeit und keine Besiedlung durchgeführt haben. Wenn es danach geht müsste man sagen das die Indianer irgendwann Amerika entdeckt haben.

Kommentar von woflx ,

Was genau soll denn "geändert" werden?

Daß die Reisen des Columbus eine Entwicklung in Gang gesetzt haben, die bei den Wikingern nicht stattgefunden hat, ist nunmal Fakt und kann nicht nachträglich revidiert werden.

Kommentar von Worf3333 ,

Ich finde nicht wichtig wer Amerika damals einfach in Besitz genommen hat und dort Kollonien angesiedelt hat, sondern wer der erste war der es entdeckt hat.

Es geht ja um die Entdeckung!

Aber ich denke das ist Machtgehabe und wer will sich schon den Titel wegnehmen lassen.

Kommentar von marcussummer ,

Wenn es nur um die Erstentdeckung geht, wären es irgendwelche Jahrtausende zuvor eingewanderte Indianer. Die man dummerweise genausowenig benennen kann wie die "Entdecker" von Europa oder Australien. Eriksson und Columbus sind dagegen schön griffige Namen, dass man damit konkretes Wissen vortäuschen kann. Die Bezeichnung als Entdecker ist aber ziemlich egal. Wichtiger ist, was für konkrete historische Entwicklungen dadurch in Gang gesetzt wurden. Und da war Columbus wohl wichtiger als Eriksson...

Kommentar von Worf3333 ,

Na ja, ich finde das ist Ansichtssache und wer sagt das die Indianer eingewandert sind. Warum soll es gerade auf diesem Kontinent vorher keine Menschen gegeben haben?

Kommentar von moreblack ,

https://de.wikipedia.org/wiki/Out-of-Africa-Theorie

Man geht davon aus, dass der Moderne Mensch sich in Afrika entwickelt hat und dann von dort aus die Kontinente besiedelt hat.

Kommentar von OlliBjoern ,

Inzwischen weiß man mehr über die Erstbesiedlungen (Plural) als früher. Die ältesten Funde, die auf Menschen hindeuten, in Nordamerika, sind aus der Zeit 15000 - 12000 vor heute.

Sie finden sich in Alaska, aber auch entlang der Pazifikküste (Funde an der Atlantikküste kommen erst zu einem späteren Datum; als Ausnahme kann man ein Rockshelter in Pennsylvania nennen, wenn ich das recht im Gedächtnis habe).

Funde in Sibirien sind zum Teil älter. Die ältesten Funde findet man ohnehin in Afrika (allein darüber kann man Bücher füllen).

Nicht nur das, es gibt auch vielfältige andere Beziehungen zwischen Sibirien und den Bewohnern Nordamerikas, sowohl in genetischer Hinsicht, als auch in sprachlicher Hinsicht.

Wahrscheinlich waren zuerst Menschen gekommen, die die Pazifikküste besiedelt hatten, bis weit in den Süden (Mittel- und Südamerika eingeschlossen). Eine spätere Einwanderungswelle, entlang des Yukon River, durch Zentralalaska, bis Nordwest-Kanada, und von dort bis in den Süden der USA.

Schließlich kamen Menschen derjenigen Kultur, die man heute als Inuit kennt, sie blieben im Norden, und besiedelten die dortigen Küsten, nach Osten, und bis Grönland (Dorset- und Thule-Kulturen).

Es gibt Symbole, die man sowohl in Indien findet, als auch in den heutigen USA (Hopi) und auch in Südamerika (Mapuche).

Es gibt zwar archäologische Funde aus Sibirien, leider sind diese (riesigen) Gebiete archäologisch deutlich schlechter erschlossen als Gebiete in Alaska oder Kanada. Aber überall wird noch einiges unter der Erde (oder unter Wasser) liegen, was noch nicht entdeckt ist.

Kommentar von woflx ,

Ob man aus der Erstentdeckung eine Art sportlichen Wettkampf machen will, ist ziemlich belanglos, dieser "Titel" hat nur symbolischen Wert und dient allenfalls der Heimatstadt des Entdeckers als touristische Attraktion.

Kommentar von mineralixx ,

Den Wikingern war (im Gegensatz zu den Entdeckungsreisenden des 16. Jahrhunderts) überhaupt nicht bewußt, dass sie sich in "Vinland" auf einem anderen Kontinent befanden. Sie haben es also nicht "gesucht und entdeckt".

Antwort
von hilfeman2, 13

Erinnert mich Grad voll an jarow xD aber ich denk die vikinger waren davor schonmal in Amerika jedoch hat Kolumbus den ganzen fame auf sich gezogen .

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