In baden-Würtemberg werde wohl in diesem Jahr die Landesbanken fusionieren. Haben Kunden davon Nachteile?
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In baden-Würtemberg werde wohl in diesem Jahr die Landesbanken fusionieren
Das ist so nicht richtig - tatsächlich wird die Landesbank von BW die von Sachsen übernehmen, weil diese wegen abenteuerlicher Spekulationen in die Pleite gerutscht war.
Da Privatleute üblicherweise nicht Kunden einer Landesbank sind, ergeben sich aus einer solchen Fusion für sie keinerelei Veränderungen - ausser vielleicht eine indirekte Steuerersparnis, weil es dann eine selbständige Landesbank weniger gibt, die vom Staat gestützt werden muss.

Direkt ist das wohl kein Nachteil ! Aber indirekt schon !
Erstens werden Filialen geschlossen, und zweitens ist ein Bankwechsel nicht mehr so einfach, weil es eine Bank nun nicht mehr gibt !
Die Richtung wird von der neuen Bank vorgegeben !
Vertraute Leute werden versetzt, der persönliche Kontakt bricht ab !
Jetzt nach der Fusion der Raiba und Volksbank kannst Du nicht einmal mit der Filiale telefonieren, man kommt in die Zentrale, wird nach seinem Anliegen befragt,und wenn man Glück hat weiter verbunden ! Das Personal in den Filialen wechselt ständig, selbst Filialleiter sind Tageweise auf anderen Filialen eingesetzt !
Entweder dein Konto ist im Haben, oder Du kannst Dich auf etwas freuen, es wird nur noch formal gehandelt ! Ob Du nun 3 Monate Kunde bist oder 30 Jahre bei der aufgelösten Bank spielt eine untergeordnete Rolle ! Einen zu sprechen der wirklich etwas zu entscheiden hat grenzt an Kunst !
Wir Kunden könnten uns ja mal fragen, warum Fusionen überhaupt notwendig werden. Gerade bei kleinen Genossenschaftsbanken (Raiffeisen- und Volksbanken, Spardabanken, PSD Banken) wirken an Fusionen die Bürger als Mitglieder oder Mitgliedervertreter unmittelbar und entscheidend (75% Zustimmung erforderlich!) mit.
Hauptgrund sind bei örtlichen Fusionen nicht Missmanagement, sondern ein knüppelharter Wettbewerb, wo oft genug "die 30 Jahre lang treuen Kunden" wegen kleiner Zinsunterschiede wechseln und "Ihre" Bank (und das stimmt sogar juristisch bei Mitgliedern von Genossenschaftsbanken!)nichts mehr verdienen lassen.
Und dann wundert sich der Kunde, dass der teure Service von Filialen an jeder Ecke, neusten und sichersten technischen Einrichtungen,Berater die immer und überall bereitstehen etc. einfach nicht mehr bezahlt werden kann!
Telefonzentralen gibt es bei jeder Firma; sie sortieren und bündeln die Anrufe und der Berater kann effektiv arbeiten. Ein Rückruf kurze Zeit später läßt die private Finanzwelt ja wohl nicht zusammenbrechen!
Bei jedem Frisör muß ich heute Termine machen, bei der Bank steht hochqualifiziertes und entsprechend teures PErsonal immer auf Abruf bereit? Personalwechsel sind in der heutigen Zeit, wo Schnelligkeit, Flexibilität und auch Mobilität gefordert werden doch wohl zwingend notwendig! Und wer kann es einem Mitarbeiter verdenken, wenn er in einem größeren fusionierten Institut neue Karrierechancen nutzen will?
Liebe Bankkunden, wenn Ihr einen lebenslagen Begleiter sucht, müßt ihr den auch bezahlen!
Bestimmt nicht. Meist wird sogar die Angebotspalette größer und man hat mehr Auswahl. Nachteile haben höchstens einige Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren oder umziehen müssen
Verträge gelten aber grundsätzlich immer bis zum Vertragsende, egal ob eine Bank fusioniert oder verkauft wird. Der Kunde kann auch nicht aus dem Vertrag ausscheiden, weil er heiratet
Richtig! Durch größere Einheiten ist eine Spezialisierung der Mitarbeiter möglich. So finden sich z.B. Vermögensberater oder Firmenkundenbetreuer mit Spezial-know-how, die zu einem größeren Instutut lieber gehen und sich dort auch rechnen. Vorteil Kunde: Ich habe einen kompetenteren Berater - aber nicht in jeder Filiale!

Kompliment und DH für Eddy21, der wesentliche Punkte erwähnt.
Bei Firmenkunden, die bislang bei den beteiligten Banken Kreditlinien hatten, werden nach der Fusion/Übernahme diese Kreditlinien zusammengerechnet. Dabei kommt es oft zur Überschreitung der zulässigen Höchstkreditgrenze je Bank und folglich zur teilweisen Kreditkündigung. Nachteil: die Firmenkunden müssen neue Kreditgeber suchen und finden.
Für alle Bankkunden gilt, daß sie entsprechend weniger Alternativen für ihre Bankgeschäfte haben.
Das bei einer Fusion Kreditlinien bei den fusionierten Banken nicht addiert sondern zusammengerechnet werden ist Quatsch und bestenfalls ein billiger Vorwand, um sich als Bank eines unerwünschten Risikos zu entledigen. Gerade eine fusionierte Bank hat durch ihr größeres Eigenkapital die Möglichkeit auch höhere Einzelkredite als bislang zu vergeben - wenn sie es will.
es fusionieren die LBBW und die WestLB! Die LB-Sachsen wurde nur gekauft
@Mismid:
gekauft oder übernommen bedeutet hier wohl (fast) dasselbe - oder?
Und falls die Fusion mit der WestLB jetzt perfekt sein sollte, dann würde auch das nichts an der Richtigkeit meiner Antwort auf die Frage ändern - oder?
weil du geschrieben hast "das dies so nicht richtig sei...". Privatkunden sind aber durchaus Kunden einer Landesbank
@Mismid 2:
Das hatte ich geschrieben, da es in BW nur eine Landesbank gibt, die wohl kaum mit sich selbst fusionieren kann.
Die entsprechende Behauptung hatte ich ja explizit zitiert.
Eine Fusion zwischen WestLB und LBBW ist derzeit äußerst unwahrscheinlich. Es laufen Sondierungsgespräche zwischen WestLB und LB Hessen-Thürigen.