Frage von Rocco2014, 125

Haben Hunde verletzte Gefühle?

Es heißt ja Hunde hätten nur rudimentäre Gefühle. Ich frage mich aber, ob ein Hund der von bestimmten Personen oder Hunden nicht begrüßt oder beachtet wird darunter leiden kann. Wenn ja wie könnte sich das auf den Hund auswirken und wie könnte Herrchen oder Frauchen dem entgegenwirken?

Bitte nur ernste Antworten, am besten mit Beispiel und kein "ich denke ..."

Danke sehr

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von YarlungTsangpo, Community-Experte für Hund, 30

Hallo Rocco2014,

das ist eine wirklich gute Frage, genau wie ich solche Fragen wichtig finde. Das hilft modernes Wissen zum Hund zu einem Allgemeinwissen zu machen.

Nun zu Deiner Frage:

Hunde welche ignoriert werden können darunter auch leiden. Ja selbst das Bevorzugen beim Leckerchen geben kann einen Hund kränken. Er zieht sich zurück und stellt seine Bemühungen ein.

Woher ich das weiß? 

Es gibt heute sehr viel moderne Forschung zum und am Hund. Speziell auch um dessen Verhalten besser mit dem des Menschen vergleichen zu können. Das dient der Erforschung des Gehirns, des Sozialverhaltens, von Erkrankungen (Gehirn) und dient auch wieder dem Menschen.

Der Hund war lange Zeit, weil er dem Mensch so nahe steht kein interessantes Wissensobjekt. Das hat sich heute geändert. Um den Menschen besser verstehen zu lernen bietet es sich an das Lebewesen, welches diesem am Nöhesten steht genauer zu erforschen.

Mensch und Hund haben sich in der Evolution gemeinsam, in Symbiose entwickelt.

Hunde haben Emotionen, wie Angst, Panik, Freude, Glücksgefühl, Wohlfühlgefühle, kennen Ressourcenverteidigung und zeigen eine hoch entwickelte soziale Fürsorgebereitschaft.

Ohne Emotionen würde das nicht gehen, deswegen wird das seit Kurzem auch erforscht. Viele Forschungen sind in dem Buch:

Forschung trifft Hund, Autor: U.Gansloßer u.a.

Hunde lügen nicht, Die großen Gefühle unserer Vierbeiner, Psychologie, Emotionen, Verhalten, Autor: Jeffrey M.Masson

Hier findest Du neues Forschungswissen gebündelt. Aber, kaum ist ein Buch gedruckt, ist wieder Neues zum Supergehirn und Funktionieren des Hundes erforscht. Du bekommst hier von mir zwei Links (einen als Kommentar) Beide erforschen wo und wie Emotionen beim Hund im Vergleich zum Menschen funktionieren.

http://www.faz.net/aktuell/wissen/natur/hirnforschung-bei-hunden-horch-hasso-das...

Emotionale Lauterkennung im Gehirn, im selben Areal wie beim Mensch. und der folgende Link zeigt, dass Hunde Emotionen an der Mimik des Menschen (einer anderen Art/zweiter Link) erkennen und wie das funktioniert.

Es wäre ja völlig unsinnig einem Bewegungseher, wie dem Hund der noch dazu eine Mimik und Körpersprache, neben der Lautsprache kennt, die Emotionen dann abzusprechen.

Einen sehr interessanten Ausschnitt einer Tagung zu diesem Thema habe ich auch noch für Euch gefunden.

All dieses moderne Wissen zum Hund sagt uns heute auch wie abscheulich solche Starkzwang und Angstverhalten fördernde Methoden, welche im TV von "dogwhisperern" und "Hundebezischern" oder "Hunderangeinreduzierern" propagiert werden in Wahrheit für Hunde tatsächlich sind!

Kommentar von YarlungTsangpo ,

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-18566-2015-02-13.html

Hier sind die Fähigkeiten des Hundes, neben hundischer Körpersprache und Mimik auch die anderer Arten ( hier: Mensch) also auch Nutztieren des Menschen, aber auch Beutetieren zu erkennen, in der Forschung beschrieben.

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Dankeschön für die Anerkennung

Antwort
von Buddhishi, 55

Hallo Rocco2014,

ein Hund, der von bestimmten Personen oder Hunden nicht begrüßt oder beachtet wird, kann allerdings darunter leiden. (Katzen übrigens auch ;-))

Meine Hündin zum Beispiel war zutiefst beleidigt und konnte es absolut nicht verstehen, wenn ein bestimmter Mensch sie - wenn auch nur zum Schein oder um sie zu necken - aus ihrer Sicht ignorierte. Allerdings brachte ich dem dann nicht entgegenzuwirken, weil sie das selbst 'in die Pfote' genommen hat!

Sie hat sich dann unübersehbar vor diesem Menschen hingesetzt, so dass man den Eindruck hatte, sie würde versuchen, ihre Größe regelrecht 'aufzupumpen'. Das war absolut unwiderstehlich :-)

Es gab aber auch andere Situationen, in denen ich dann dem betreffenden kleinen Menschen - Kindern ;-) - ein Leckerli in die Hand gedrückt habe mit den Worten, dass meine Hündin sich da jetzt sicher sehr drüber freuen würde. Und so ergab es sich dann auch, dass eher ängstliche Kids sich künftig trauten, sich ihr zu nähern und sie zu 'bestechen' und zu kraulen.

Selbstverständlich habe ich die Kinder aber auch stets darauf hingewiesen, nicht auf fremde Hunde zuzurennen und immer erst die Hundehalter zu fragen.

Diese und ähnliche Erfahrungen habe ich ebenso mit ihren beiden Vorgänger/in gemacht. Also nur rudimentäre Gefühle - nein ;-)

Tierische Grüße

Buddhishi

PS: Auch wenn Hundefreunde sie nicht sofort begrüßten, hat sie sich deutlich bemerkbar gemacht.

Antwort
von Dailytwo, 47

Meine Nachbarn hattet einen Rauhaardackel, und wenn man den morgens, nachdem er jeden begrüsst hat mal nicht beachtete, hat er diese Person erstmal "links" liegen gelassen, Das ging dann 3-4 Tage so, danach hat er dich wieder begrüsst, wenn du ihm dann Aufmerksamkeit geschenkt hast, war seine kleine Welt wieder in Ordnung.Also ich denke Hunde können, wie im diesem Beispiel, rudimentäre Gefühle entwickeln.

Bei meinem Hund ist es so das sie eifersüchtig wird, und mit bellen auf sich Aufmerksam macht, wenn ich andere Hunde begrüsse und sie streichele.

Antwort
von MiraAnui, 29

Es wurde bewiesen in einem Experiment, dass Hunde Ungerechtigkeit empfinden und auch eingeschnappt sein können und die Mitarbeit verweigern.

Kommentar von wotan0000 ,

**auch eingeschnappt sein können**

MEINER :-)))

Wenn er nicht bekommt was er will, dreht er uns den Hintern zu und schaut nur die Zimmerecke an.

Unsere Katze war damit noch perfekter.

Kommentar von MiraAnui ,

Katzen sind darin Meister :)

Antwort
von Totalfies, 39

Natürlich haben Hunde sowas. Sie merken auch wenn es den Herrchen nicht gut geht. Hunde trauern auch und erinnern sich an Schlimme Sachen die ihnen mal angetarn wurden. 

Als ich bei einer Freundin war hat sich der Hund auch zwischen gequetscht und war etwas Eifersüchtig! :D

Antwort
von SupraX, 40

Ohne "ich denke" wird das aber ziemlich schwierig. Man müsste dann schon selbst ein Hund sein um wirklich exakt zu wissen was ein Hund fühlt. Selbst die besten Wissenschaftler und Tierforscher sind sich da nicht einig.

Antwort
von heidemarie510, 51

Warum denn nicht "ich denke" ?

Ich kann auch nur aus Erfahrung mit meinem eigenen Hund sprechen. Ich bin sehr wohl der Meinung, dass Hunde ein reiches Gefühlsleben haben.

Meine Hündin war zutiefst eifersüchtig, wenn ich die Hündin meiner Schwester begrüßt habe, wenn sie uns besuchte. Eifersucht ist ja ein sehr starkes Gefühl. Auch wenn andere Hunde beim Spazierengehen vorbeikamen, gab es oft Ärger, wenn ein Weibchen und ein Rüde zusammen ankamen. Das hatte ich ganz oft...ich musste die Straßenseite wechseln...

Es gibt übrigens sehr gute Bücher darüber!

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