Freunde von uns haben in der 38 Schwangerschaftswoche ihren kleinen Jungen bekommen. Kann man sagen, dass solche Frühchen später besonders labil, sentimental, ängstlich, ... sind. Spielt die frühe Geburt eine Rolle für ihr Leben?

Meine Schwester ist ein "Siebenmonatskind", sie hat sich ganz "normal" entwickelt. Sicherlich sind Früchen am Anfang sensibler zu behandeln, in der Regel holen sie aber auf. Und zwei Wochen früher dürfte gar kein Problem sein.
Ein Baby,das in der 38.Woche geboren wurde,ist meiner Meinung nach schon nicht mehr als Frühchen zu bezeichnen.Bei meinen 4 Schwangerschaften sagte mir der Arzt immer, 2 Wochen vor u.nach dem Termin ist normal.Um aber auf deine Frage zurück zu kommen: Ich denke, wenn man ein Kind nicht allzu sehr betüddelt,verhätschelt u.überbehütet, kann es sich ganz normal entwickeln.Natürlich gibt es von Natur aus Kinder die eher ängstlich sind oder eher draufgängerich. Also, ich glaube nicht, dass man diese Frage pauschal beantworten kann.In der 8. Klasse meines Sohnes gibt es z.B. einen Jungen,der wurde in der 31.Woche geboren.Seine Mutter hat ihn von Anfang an, wie ein rohes Ei behandelt.Obwohl er nur 5 Min.Fussweg zur Grundschule hatte,trug sie ihm den Ranzen jeden Tag hin u.auch wieder zurück,teilweise wurde er sogar mit dem Auto gebracht.Auch heute noch auf der weiterführenden Schule, bringt sie ihn ständig, packt sogar jeden Tag noch seinen Ranzen. Das dieser Junge eher verweichlicht ist, liegt wohl auf der Hand.Dabei ist er körperlich genau so weit entwickelt,dh.so u.schwer wie der Durchschnitt seines Alters.
Wenn ein Kind in der 38. SW zur Welt kommt, ist es definitiv kein Frühchen mehr. Wenn es extrem klein und leicht ist, wird es zwar so behandelt, war aber im Mutterleib eher unterversorgt.
Unser Sohn kam vor 6 Jahren 3 Wochen vor dem errechneten Termin. Mit 2800 g nicht gerade ein Brocken, aber gesund und munter. Er hat sich normal entwickelt, konnte sogar mit 12 Monaten frei laufen und ist ansonsten ein drahtiger, aufgeweckter Kerl, der sich gern bewegt und vielen Gleichaltrigen sprachlich um Längen voraus ist.
Im Fall Deiner Freunde - falls es keine Komplikationen gab - kommt es sicher vielmehr auf Zuwendung und Förderung der Interessen an. Die von Dir "prophezeiten" Eigenschaften sind vielfach auch anerzogen.
Dazu fällt mir noch folgendes ein:Mein Bruder ist ein 7Monatskind (ende der 50er Jahre noch problematisch),er entwickelte sich völlig normal,konnte sehr früh laufen u.sprechen und war eigentlich nie ängstlich oder äusserst sensibel.Er ist heute sogar Polizist. Ich gebe da meiner Vorrednerin völlig recht, dass viele Eigenschaften anerzogen sind.

Eine Frühgeburt ist die Geburt bis zur 36. Woche. Frühchen sind aber nicht sensibler als andere Kinder auch.