Manchmal würde ich am liebsten 'ein paar Maschen fallen lassen', um meinen Horizont zu verkleinern. Das Weltbild einfacher gestrickter Menschen erscheint mir überschaubarer, klarer abgegrenzt- sie meinen zu wissen, womit sie zu tun haben und alles darüber Hinausgehende wird ausgeblendet. Haben diese Leute es wirklich leichter oder konstruieren sie dieselbe Menge an Drama in ihrem Rahmen wie andere es in einem erweiterten tun- sprich: leiden sie genauso viel oder haben sie es leichter?
Das kann man nicht konkret beantworten. Diese "einfach gestrickten Menschen" haben ebenso ihre Probleme, Sorgen und, um Sie zu zitieren: "Dramen", und diese sind womöglich ebenso schwerwiegend für sie, nur spielen sie sich in "anderen Dimensionen" ab. Sprich: Während sich ein Mensch mit einem "weiten Horizont" vielleicht darüber Gedanken macht, wie man das nationale / internationale Politikgeschehen oder ähnliches (Hunger in Afrika, etc.) beeinflussen könnte, fragt sich ein "einfach gestrickter Mensch" warum denn seine Katze seit heute Morgen nicht mehr frisst oder warum bei Müllers heute Abend länger Licht brennt. Sie haben eben beinahe schon "regional begrenzte Probleme". Vielleicht denken solche Menschen ja auch hin und wieder an den Hunger in Afrika oder über die internationalen politischen Probleme nach, doch sie denken entweder, diese nicht verändern zu können oder sie überweisen (z.B.) eine Spende an eine Hilfsorganisation, und "die wird das dann schon richten". Ergo: Man kann nicht pauschal behaupten, solche Menschen hätten es einfacher, Nein, ihre Probleme spielen sich mit ebensolche Dramatik, nur eben in einem anderen Rahmen ab. Mit freundlichen Grüßen...
Sie haben es mit Sicherheit leichter, weil sie eben nicht alles so komplex sehen und dadurch vielleicht auch leichter die "kleinen Freuden" sehen.
Ich denke das darf man nicht so verallgemeinern...Auch Menschen mit einem weiten Horizont sind durchaus in der Lage sich an den kleinen Dingen im Leben zu erfreuen, obwohl dies, das gebe ich zu, für diese durchaus schwerer ist.
Richtig, genau da meine ich, dass es im anderen Fall oft etwas leichter fällt.

Dass jemand 'einfach gestrickt' ist, heißt nicht dass er weniger leidet.
Schließe mich hilarious weitgehend an. Die Dimension der Sorgen ist immer individuell. Was dem einen als ein wesentlicher Stellenwert erscheint, wird beim andern durch andere Dinge ersetzt- und im Endeffekt ist alles relativ...Freundliche Grüße!
Meine Worte :-)
Ich denke auch, dass es individuell ist und jeder auf seinen Horizont bezogen auch seine Probleme unterschiedlich schwer bewertet.Aber es ist schon etwas dran, dass Menschen mit "weiterem Horizont" sich vielleicht oftmals zu viel Gedanken über ein Thema machen und dadurch vielleicht auch mehr Ängste entwickeln. Ich habe oft das Gefühl, das "einfache" Leute unbedachter und spontaner durchs Leben gehen können - mit weniger Ängsten. Manchmal glaube ich, steht sich der intelligente Mensch mit seiner ewigen "Hirnerei" selbst im Weg.......vielleicht liegt es auch daran, dass von diesen Menschen schon als Kind immer mehr erwartet wurde und somit weniger "spontanes" und "emotionales" toleriert wurde. Das trägt man dann sicher auch sein Leben lang mit sich. Ob man im Leben mehr oder weniger leidet, ist wohl auch davon abhängig, wie man gelernt hat, mit dem Leben mit all seinen Unwegsamkeiten umzugehen. Vielleicht haben da manche Menschen es einfacher, sich "Drein zu finden".
Was noch sein könnte, ist, dass Menschen, die mehr wissen, durch ihr "Mehrwissen" eventuell mehr Ängste entwickeln, als sie vielleicht ein "einfach gestrickter Mensch" hat. (als Beispiel: Ein Mensch mit großem Horizont macht sich eventuell auch Sorgen wegen der Atomgefahr aus Russland oder einem Attentat aus dem Nahen Osten, und solche Ängste hat ein Mensch mit einem "beschränkten Horizont" wahrscheinlich nicht....) MfG
Tolle Antwort!!!
Danke! :-) freut mich, dass es gefällt... ;-)