Frage von lilly9791, 93

haben diese Symptome einen zusammenhang. Ich weiß dass man mir hier keine Diagnose stellen kann, aber was könnte das sein?

Ich habe extreme Zwänge: Da ich weiß das die Einbruchsrate zwischen 2 und 4 Uhr am höchsten ist, bleibe ich um diese Zeit wach. Ich schließe mehrfach die Haustür ab bzw. versuche es erneut, weil ich denke es noch nicht getan zu haben. Das selbe mit Fenstern, Herd und Backofen. Jede Gefahrenquelle wird mehrfach überprüft. Es reicht nicht den Mehrfachstecker zu ziehen, der Knopf muss auch auf AUS stehen; die einzelnen Stecker werden gezogen und von verbundenen Geräten getrennt. Es darf kein Stoff oder Holz in der nähe einer Hitze- oder Stromquelle sein.

leide unter Stimmungsschwankungen, fühle mich immer müde und leistungsunfähig, habe eine Sozialphobie und beende Beziehungen vorschnell: Ich suche Gründe, die ich mir selbst glaube. Ich stecke zwischen verlangen nach Beziehung und Angst vor erdrückung, Verlust und Einschränkung.

Ich nehme mich, so wie meine Umwelt verfälscht war. Ich rede mit Kassiererinnen und Familie und merke erst am Ende der Unterhaltung dass ich gerade ein Gespräch geführt habe. komischer weiße sage ich immer das Richtige und Passende. Es ist wie ein Computer der gespeicherte Sätze für mich bei Bedarf ausspuckt. Ein Autoprogramm das auf meinen Charakter, meine Meinung und Eigenschaften rücksicht nimmt. In diesem Moment bin ich nicht da, wie der Moment kurz bevor man einschläft. man hört alles aber ist nicht wirklich da. Es fühlt und sieht aus, als wäre die Welt wie mit einem Wattefilm beklebt, wie eine riesige Luftblase in der ich alles sehe. Das gefühl in einem ewigen Traum zu leben.

Meine einzige Diagnose ist eine Posttraumatische Belastungsstörung, kennt sich jemand damit aus? kann das davon kommen?

Antwort
von Wuestenamazone, 48

Also ich frag mich auch manchmal hab ich jetzt die Kaffeemaschine aus gemacht oder nicht aber man macht das automatisch. Ich renne dann nicht fünfmal und schaue. Eigentlich wäre es ratsam zu einem Psychologen zu gehen.

Antwort
von someoneof1997, 3

Als erstes Mal solltest du wissen, dass psychische Erkrankungen sehr oft miteinander verzweigt sind. Es ist selten so, dass man "nur" (im Sinne der Anzahl) eine PTBS ohne weitere Erkrankungen hat. Zweitens ist absolut niemand dazu imstande eine Diagnose abzugeben aufgrund von einem Post im Internet. Der persönliche Kontakt zu einem Facharzt sollte ein muss für dich sein.

Der erste Abschnitt hört sich nach einer Zwangsstörung an. Betroffene haben oft das Gefühl etwas nicht getan zu haben, manchmal sogar während sie es tun. Als Beispiel schalten sie das Licht mehrmals direkt hintereinander ein und aus. Sollte die Person dem Zwang nicht nachkommen empfindet sie einen unfassbaren und quälenden Druck.

Der zweite Abschnitt hört sich nach Depressionen und einer Borderline Persönlichkeitsstörung an. Menschen mit Depressionen sind häufig müde und leistungsunfähig. Borderline-Patienten haben oft große Probleme damit, Beziehung aufrecht zu erhalten. Außerdem nehmen sie oft Abstand zu eigentlich positiven Ereignissen aus Angst, doch enttäuscht zu werden. Außerdem könnte es eine soziale Angststörung sein, was zur Sozialphobie passen würde.

Der letzte Abschnitt passt sehr gut zu einer PTBS oder besser gesagt zu einer Dissoziation. wie nimmst du dich selber war, wenn du so "Computer"-gesteuert bist? Du hast ja gesagt, dassdu es häufig erst am Ende wahrnimmst aber wie fühlst du dich dann, wenn du es realisierst? Ganz normal oder nicht?

Wie gesagt, das ist keine Diagnose, das sind stumpfe, laienhafte Vermutungen!

Antwort
von musenkumpel, 19

Jede psychische Krankheit entsteht durch Traumata. Viele kleine unverarbeitete Traumata oder wenige große reichen aus um die verschiedensten 'Symptome' hervorzurufen.

Anhand der Symptome (und der Vorgeschichte) kann der Arzt eine Diagnose 'stellen'.

Ob das noch im Rahmen einer Belastungsstörung ist, weiss ich nicht. Ich könnte dir ja alles mögliche andichten, wenn ich jetzt im ICD-10 nachsehe. Und dann woraus die Entstanden ist spekulieren ... naja..

Ich gehöre ja weniger zur 'geh lieber zum Arzt'-Fraktion als zur 'do-it-yourself'-Fraktion. Habe auch die anderen Antworten noch nicht gelesen. Ausserdem weisst du das sicher selbst, ob und wann und wie du zum Arzt gehst.

Ich möchte nur noch einen Tipp geben, der mir zumindest geholfen hat:

Wenn du Ängste hast, die du dir eingeredet hast, dann trage sie ab wie einen Berg.

Wenn du dir eine Angst einredest und begründest, dann überleg ob es wirklich so ist und warum es eigentlich doch nicht real sein kann oder warum es unwahrscheinlich ist.

Wenn du eine dieser Sicherheitsmaßnahmen machst überleg vorher kurz warum. Dann überleg so lange, bis du weisst, wo in der Begründung für die Handlung der Haken ist. Warums nicht sein kann.

Dann beim nächsten mal, bevor du z.B. auf AUS stellen willst, weisst du schonmal einen Grund mehr, warum du es nicht musst. Und überlegst, was du dir noch für Gründe 'angeschafft' hast. Man hat ja immer mal so ein paar Gründe, aber nimmt auch nicht immer n anderen, zum Glück.

Das klappt bei Ängsten und Verhaltensweisen, obwohl ich es bei Verhalten seltener geschafft habe, mich dauerhaft zu verändern. Man nimmt halt doch lieber die alten Pfade. Ausserdem ist das immer eine ziemlich langwierige Geschichte.

Also .. das hat mir schon 2x den Kopf gerettet. Erst überlegen ob es noch so ist, irgendwann hat man keinen Bock mehr, es trotzdem 'abzusichern'..

Jetzt weiß ich nich ob ich sagen soll, dass du das nur tun solltest wenn du es mit dem Therapeuten absprichst oder
ob du es gerade dann tun solltest, wenn du ewig auf einen Therapieplatz warten musst..

Wovon das kommen kann. Das liegt nich offensichtlich auf der Hand, kommt natürlich drauf an. Auf der anderen Seite, vorsichtig gesagt, könnte es sein.

Antwort
von schmeissflieger, 41

Du hast eine(ggf. manisch depressive oder nur "depressive" )Depression , sowie eine oder mehre Zwangsstörungen , wozu auch die Sozialphobie gehört. Verzerrte Wahrnehmung ist ein Depressionssymptom. Belastungsstörung kann ich bei bestem Willen nicht erkennen..Ist eine Modediagnose, jeder hat heute Belastungsstörung , weil die Katze Durchfall hat(ironische Bemerkung)

Antwort
von Konatsu2, 28

Eigentlich sind Zwänge immer grundlos. Zu Beispiel dass du ohne Hintergedanken ständig die Treppe hoch und runter läufst,weil du sonst denkst du stirbst an einen Unfall. Oder du steckst den Stecker mehrmals rein und raus,weil du meinst es passiert sonst was was damit gar nichts zu tun hat. Das was du hast sind keine Zwänge du hast nur übertriebene Angst und bedenken. Lass dich erstmal von deinem Hausarzt beraten

Antwort
von 3runex, 47

Du hast gerade perfekt meinen Tag beschrieben. Wenn ich was koche, dann schau ich auch immer 5 mal nach, ob der Herd auch wirklich aus ist. Ich weiß, dass ich Zwangsstörungen habe, aber es belastet mich nicht großartig.

Und wie immer war meine Antwort nicht hilfreich :) Aber es ist auch spät. Keiner wird hier eine genaue Diagnose machen können, von daher würde ich mir professionelle Hilfe holen.

Antwort
von reginarumbach, 36

man kann das hier nicht diagnostizieren, denn zwänge können zu vielen störungsbildern gehören. bei dir ist es schon ganz schön heftig, du bist stark beeinträchtigt dadurch. alles in allem könnte es auch auf eine borderlinestörung hinweisen, auf jeden fall gibt es eine starke emotionale instabilität , angreifbarkeit und verletzbarkeit. aber ich würde mich da hier nicht festlegen wollen. zwänge kann man gut verhaltenstherapeutisch behandeln und eine entsprechende medikamentation ist auch sehr hilfreich. zwänge sind dazu da, um dir die unsichere welt beherrschbarer zu machen, aber die deinigen ,müssen auf ein verträgliches maß heruntergeschraubt werden.

was du wirklich brauchst, ist ein termin bei einem psychiater und ein termin bei einem psychotherapeuten . das sind fachleute und da musst du in deiner situation hin.

ich wünsche dir, dass du bald entlastung erfährst und gute ärzte triffst, die dir weiterhelfen können.

alles GUTE dir!

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