Haben die Sozialdemokraten in der Weimarer Republik die Nazis verfolgt?

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10 Antworten

Lieber danthesuperman,

Verfolgung ist ein Wort, das man im Zusammenhang mit dem Antifaschismus der Sozialdemokraten besser nicht in den Mund nehmen sollte, denn schließlich waren es die Sozialdemokraten, die in den Konzentrationslagern der Nazis zu Tausenden zu Tode gequält wurden.

Die SPD war eine von nur drei Parteien, die aktiv die Weimarer Republik gestütz haben. Das bedeutet auch, dass sie rechtstreu war. Natürlich hat man im Rahmen seiner Möglichkeiten versucht, die Nazis zu verhindern, denn man wusste ganz genau, was da auf Deutschland zukommen würde, aber eine systematische Verfolgung ist etwas um Welten Anderes. Klar gab es ab und an Pöbeleien, Prügeleien oder auch mal ausgewachsene Straßenschlachten, aber nichts, und ich wiederhole das sehr nachdrücklich, NICHTS rechtfertigt den Vergleich der Sozialdemokraten mit Adolf Hitler!

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Die SPD und auch andere demokratischenParteien haben versucht, die NSDAP und Hitler mit politischen Mitteln zu bekämpfen, was ihnen aufgrund verschiedener politischer Umstände nicht gelang.

Dagegen setzt die NDSAP nicht nur politische Mittel sondern auch Gewalt mittels ihrer paramilitärischen Truppe, der SA, gegen andere Parteien, insbesondere der KPD, ein.

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Kommentar von BRO32
23.10.2016, 20:36

Jetzt mal nicht so einseitig sein, die KPD hatte ihre eigene SA - den Roten Frontkämpferbund. Aus Gegnern der Nazis unschuldige Lämmer zu machen ist einfach nur dumm und historisch gesehen falsch. Dank linken Schlägern konnten sich auch die Nazis als Opfer darstellen und so noch mehr Sympatie für sich wecken.

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Rechte und linke Gruppierungen haben sich in der RW gegenseitig durchaus "die Köppe eingeschlagen".

http://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/innenpolitik/altonaer-blutsonntag-1932.html

Politische Radikalisierung

In dem Maße, wie sich die Talfahrt der Wirtschaft beschleunigte und Millionen Familien verarmten und verelendeten, eskalierten die politischen Auseinandersetzungen und kam es zu Zusammenstößen zwischen den Wehrverbänden der großen rechten und linken Parteien:
...
Alle Verbände waren mehr oder weniger uniformiert, traten militant auf und besaßen geheime Waffenlager. Während "Stahlhelm", SA und SS kooperieren konnten, waren "Reichsbanner" und RFB verfeindet. In den Jahren 1931 und 1932 führten zunehmend blutiger verlaufende Straßenkrawalle und Saalschlachten, vor allem zwischen SA und RFB, in den großen Städten nicht selten zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Auch politische Mordanschläge wurden wieder begangen, sowohl von Nationalsozialisten als auch von Kommunisten.

http://www.bpb.de/izpb/55973/zerstoerung-der-demokratie-1930-1933?p=all

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Kommentar von Saturnknight
24.10.2016, 00:02

demnach würdest du aber die SPD zu den linken Radikalen zählen?

Und vor allem geht es in der Frage um "Verfolgung", und nicht um Straßenschlachten. Ich sehe da einen Unterschied.

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Hast Du dir schon einmal die Geschichte der Namensentwicklung von SA (SturmAbteilung, Anfang der 20er) und SS (auch Anfang der 20er: SaalSchutz) angesehen? Allerdings ist mir nicht so bekannt, daß es zu massiven Zusammenstößen mit der SPD gekommen ist, was aber durchaus denkbar ist, nur will ich jetzt nicht extra Quellen wälzen, doch mit insbesondere der KPD auf alle Fälle.

Mit Propaganda ist es dabei so eine Sache, denn es wird gerne ein (nicht ganz unwesentlicher) Teil der Geschichte übergangen und der Rest dann ein wenig glorifiziert. Die SA fungierte selber als Schlägertrupp. Ist doch echt gemein, wenn die andere Seite nicht stillhält, sondern sich wehrt oder zurückschlägt.

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Davon kann keine Rede sein.

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Hitler hat einen Putschversuch in München gemacht und kam dafür ins Gefängnis. Wahrscheinlich meint er das... Kann mir auch vorstellen, dass seine Partei wegen staatsfeindlichen Umtrieben verboten wurde...

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Natürlich bekämpfte die SPD die Nazis, in Wahlkämpfen, durch Propaganda und auch durch Gründung des "Reichsbanners Schwarzrotgold", einer Schutztruppe gegen die Schläger von der SA. Zwischen SA und RB kam es auch zu Schlägereien, die aber in der Regel von der SA ausgingen. 

SPD-Amtsträger wie Richter, Staatsanwälte ahndeten auch Gewalttaten der Nazis im Rahmen der Gesetze. 

Das hat aber mit dem Begriff Verfolgung nichts zu tun. 

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Das die NSDAP von der SPD verfolgt wurde, ist nur eine seiner unzähligen Lügen.

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Natürlich stimmt das, so, wie alle Inhalte seiner Reden völlig der absoluten und herrschenden Situation entsprachen.

Mit dieser Argumentation begründet er doch nur zusätzlich die Reichtagsbrandverordnung und ruft zum Kampf gegen die Reichsgegener (eben die Sozialdemokraten) auf, um sicherzugehen, dass ihn auch ja niemand stört, wenn er mittendrin ist, DE zugrunde zu richten.

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Um den Gegner zu denunzieren kann man alles mögliche sagen. Dass zur Zeit der Weimarer Republik sowohl Linke als auch Rechte eigene Schlägertrupps hatten ist ja bekannt und wie die Nazis Anschläge auf Linke verübten, so terrorisierten Linke die Nazis. Ich weiß nicht, ob die SPD oder die USPD oder welche auch immer relativ "moderaten" Kräfte auch ihre eigenen Sturmtruppen hatten, aber verfolgt wurden die Nazis ebenso wie sie andere verfolgten.


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