Annny am 28.05.2008 um 13:01 Uhr
Haben die Milchbauern Recht, derzeit zu streiken, sodass keine Milch mehr an den Mann kommt und 40cent pro liter zu verlangen??

weil sie einen grossen Beitrag zur Volksgesundheit leisten, wenn sie die Kuhmilch vom Markt nehmen!

Bei den Milchbauern bleibt schon seit Jahrzehnten zu wenig Geld hängen, verglichen mit dem Endpreis der Ware.
Immer wieder mußten sie sogar einwandfreie Milch wegschütten, wegen der Quoten. Mich erschüttert solch ein Umgang mit Lebensmitteln, und noch mehr, daß das deswegen ausgebeutete Tier nur noch ein Kostenfaktor ist. Kein Lebewesen, welches Achtung verdient, und somit auch sein Produkt.

denn ich kann doch nicht unter dem produzieren, was die realen Kosten sind, das macht kein Unternehmen und die Bauern sollen das?

Ja. Es ist eine Unverschämtheit der Molkereien solche Dumpingpreise zu bezahlen.

Wenn die Produktionskosten die Einkünfte übersteigen, dann ist eine Preiserhöhung durchaus legitim.

Wenn ich mir überlege welch einen Aufwand die Bauern haben um einen Liter Milch zu produzieren sind 40 Cent noch zu wenig.

Die Bauern bekamen schon vor 20 Jahren 80 Pfennig für den Liter Milch. Seit dieser Zeit hat sich z.B. der Preis für Diesel verfünffacht, nur die Milch wurde billiger und das kanns nicht sein. Sollen die Bauern etwa zum Nulltarif arbeiten oder gar noch Geld für ihre Arbeit mitbringen??

Die EU hat kürzlich die Milchquote erhöht. Dadurch können die grossen Lebensmittel-Discounter und Milch-Genossenschaften noch mehr Abnahmepreisdumping betreiben. Für die normalen Erzeuger (Bauern) ist die Produktion weder gewinnbringend, noch kostendeckend sondern ruinös. Agrarfabriken werden damit weiter übervorteilt.

sonst der Zwischenhandel all die überhöhten Preissteigerungen für sich "abzweigt".
viele Menschen nicht wissen wo sie Ihre Nahrungsmittel herbekommen. Das mag jetzt zynisch klingen, aber viele denken, dass ein Agrartechniker (auch Landwirt und umgangssprachlich Bauer genannt) total unwichtig ist, und nichts wert ist.
Der Bauer kann entgegen der freien Marktwirtschaft oft nur auf das Oligopol, meistens aber Monopol der örtlichen Molkereibetriebe zurückgreifen. Diese jedoch müssen wie in allen anderen Bereichen der Lebensmittelproduktion knallhart kalkulieren und können demzufolge nicht mehr bezahlen, auch wenn sie dies gerne machen würden. Nirgends ist es so wie in der Nahrungsmittelkette, dass der Preis vom Käufer vorgeschrieben wird. Das fängt beim Getreide an, geht über die Milch bis zum Fleisch. Das heißt die Discounter sollten gezuwungen werden, einen angemessenen Preis zu zahlen und keine 20% Gewinn einkalkulieren.
Dazu kommt noch, dass der Dieselpreis (siehe Tankstelle) enorm gestiegen ist und zusätzlich auch noch die Getreidepreise, vom normalen Weizen angefangen, über den Sojaschrot bis zum Kuhkorn, und anderen Ergänzern. Keiner von uns Normalbürgern hat eine derartige Inflation zu verkraften wie der Milchbauer.

auch deren Kosten gestiegen sind, die haben ja auch Strom- und Benzinkosten!

Wäre auch mal eine Überlegung wert, alle einen Tag lang nicht Auto fahren. Ob Milchpreise, Ölpreise, Spritpreise oder Lebensmittelpreise. Die ständigen Erhöhungen ko.... mich langsam an!!

Sicher, wer kann denn unter Selbskosten arbeiten.
Ja allerdings bin ich der meinung das auch die Regierung sich mal ihre Gedanken darüber macht.Wir werden alle geschröpft egal wofür wer soll das noch bezahlen
die Bauern auch noch was für ihre Arbeit verdienen wollen und da die Benzin und Strom Kosten immer höher werden muss der Bauer seine Produkte auch teurer verkaufen, was auch verständlich ist!

Weil zwischen dem was die Bekommen und dem was wir zahlen eine zu große Spanne zu ihren ungunsten liegt!
Weil zwischen dem KOMMA was die Bekommen (b klein) und dem KOMMA was wir zahlen eine zu große Spanne zu ihren ungunsten (U groß) liegt!

Auch wenn es eine "bittere Pille" ist!

heutzutage wirken Streiks immer! Sollte jeder mal tun, ob Benzin, Öl, Lebensmittel, Kleidung oder Technik! Wenn wir alle mal ein klein wenig boykottieren, wird sich auch wieder was ändern!
sie sich sonst selbst zugrunde richten. Das Problem liegt nicht bei den Bauern, sondern den Molkereien und dem Einzelhandel.

Bauern wollen auch leben
gerade die Milch(vieh)wirtschaft in enormer Höhe aus Steuergeldern subventioniert wird.
Das vergessen die Milchbauern nur allzugerne einzurechnen.
Rechnet man diese hinzu, käme man rechnerisch natürlich auf keine Erhöhung, geschweige denn auf 40ct.

Es wird zuviel Milch produziert. Es gibt nun mal, und das ist richtig so, in der EU keine Planwirtschaft mehr mit Interventionspreisen. Wie soll das weitergehen, einige Tage können die Bauern streiken, lange nicht. Die Bauern müssen sich letztlich an die Marktlage anpassen und weniger Milch produzieren. Mit der jetzigen Aktion schaden sie eigentlich nur sich selbst.

Der Markt reguliert den Preis, und zwar der globale Markt. Ob Milch international gesehen knapp wird und dadurch die Preise steigen, ist also fraglich. Dass die Milchbauern ihre Marktposition austesten, ist in Ordnung.

Eine Hochleistungskuh bringt es im Jahr auf 6.500 Liter Milch, ergibt bei 0,35 €/L somit Einnahmen von 2.275,00 €/Jahr. Davon ab gehen die Kosten für Futter, Tierarzt, Investitionen für Melkanlage, Stallungen, Kühlhaus, Maschinenpark, Zinsleistungen usw. und zum Leben braucht der Milchbauer ja auch noch ein paar €. Im Handel kostet die gleiche Menge Milch dann 5.785,00 €, d. h. Aufbereiten, Verpacken und Verkaufen bringt 54 % mehr, als die Erzeugung. Das kann nicht richtig sein. Würde der Milchbauer sein Vermögen (bei 80 Kühen mit Boden, Gebäude und Infrastruktur ca. 1.5 Mio.) zu 3,5 % bei der Bank anlegen, hätte er 52.500 € im Jahr leicht verdientes Geld.

aber das nennt man freie Marktwirtschaft. Jeder kann versuchen zu seinem Preis zu kaufen/verkaufen.

jeder das Recht hat zu streiken, ausser Beamte natürlich.
Es kann doch nicht sein, daß der Handel mehr verdient als der Produzent, Das hat nichts mit freier Marktwirtschaft zu tun. Allerdings gilt das nur, wenn keine Subventionen oder andere Fördermittel fließen.

....noch mehr Geld für die Bauern? Wozu, damit der "arme, kurz vorm verhungern stehende" Bauer aus unserem Nachbarort jedem seiner 3 Kinder noch ein zweites Haus bauen kann?