Rolf u. Högemann am 25.08.2007 um 20:08 Uhr
Heute fiel mir wieder einmal auf, dass die Dinge, die einem das Leben eigentlich vereinfachen sollten oft eher verlangsamen oder komplizieren:
Im Supermarkt - vor mir noch vier Kunden (alle ca. 20-30 J. alt) - jeder mit Kleinsteinkäufen unter 10 € - und alle vier haben den Betrag mit Scheckkarte bezahlt. Abgesehen davon, dass dieser Vorgang (Karte eingeben, Geheimzahl, bestätigen, auf Verbindung warten, Beleg unterzeichnen) um einiges länger dauert als einen Geldschein zu zücken, frage ich mich, ob die jungen Menschen heute noch nicht einmal 10 € in bar in der Tasche haben. Mir persönlich wäre das unangenehm, ohne Bargeld heumzulaufen. Wie empfindet Ihr das?

In meiner Tasche sind immer mindestens 20 Euro. Mein Sohn (18) denkt aber regelmäßig nicht dran sich Geld einzustecken - und zahlt dann auch schon mal Beträge unter 10 Euro mit der Karte. Wenn vor mir an der Kasse viele Kartenzahler sind, finde ich das auch lästig. Ich habe jedoch die letzten Jahre festgestellt, dass immer mehr Käufer (nicht nur die jungen) im Supermarkt mit Karte bezahlen, ich nehme nach wie vor immer genug Bargeld für den Wocheneinkauf mit - mir wäre das zu unübersichtlich, jeden Betrag bargeldlos zu begleichen.
Also, ich bin auch jemand, der liebend gerne mit der Karte zahlt. Meistens habe ich nur ganz wenig Bargeld bei mir.
Erstens ist es für mich bequemer, nicht jedesmal zum Geldautomat zu gehen und dann ist das Risiko nicht so hoch, wenn einem die Geldbörse geklaut wird. Wenn ich gerade mal hochrechne, hebe ich im Durchschnitt, in einem Monat, nie mehr als 100 Euro vom Konto ab.

Ich persönlich bin auch ein Fan von bargeldloser Bezahlung. Dennoch fühle auch ich mich ganz ohne Bargeld unwohl. Mehr als fünfzig Euro habe ich selten dabei. Einkäufe, Tanken und anderes zahle ich so gut wie immer mit EC- oder Kreditkarte.

Das kann heute jeder halten wie er will. Viele zahlen nur noch mit Karte, verlieren aber deswegen schnell die Übersicht wie viel Geld sie noch auf dem Konto haben.
Ich glaube, das ist auch ein Grund, warum so viele Haushalte überschuldet sind. Die Leute verlieren einfach den Überblick, wieviel sie ausgegeben haben.

Ich zahle auch meist bargeldlos und wenn man nicht darauf achtet, dann kann es schon passieren, daß man nicht mal 10 Euro in bar eingesteckt hat.
Aber noch nicht einmal 10 € sind immerhin 20 DM - hattest du die früher immer in bar dabei?
Rolf u. Högemann am 25. August 2007 20:17 Ja - auch als es mir finanziell sehr mies ging hatte ich immer 20 - 50 DM dabei.

Das denke ich auch. es ist halt faul, nicht nachdenken zu müssen, wie man den Tagesablauf plant und on man sich extra Bargeld (z. B. für Einkäufe) einstecken muss. Ob da etwas Fatalismus mitspielt?
mokinys am 25. August 2007 20:17 Wieso soll das faul sein? Wieso denkt man nicht nach, wenn man mit Karte bezahlt? Was hat das mit Planlosigkeit zu tun? Ist doch im Grunde genommen einfach nur ein anderes Zahlungsmittel.

Ab 10 Euro bezahle ich mit Karte, weil es mir zu lästig ist erst immer an der Bank Geld abzuholen. Außerdem finde ich das das Suchen nach Kleingeld hält viel länger auf. Z.B bei mir, wenn ich meine Lesebrille vergessen habe.
Rolf u. Högemann am 25. August 2007 20:32 Wozu Kleingeld - den meisten Kassiererinnen ist ein Geldschein lieber weil's schneller geht - die Kasse zeigt ja an, was sie herausgeben muss. Wechselgeld haben die im Supermarkt immer zur Hand.
Shira am 25. August 2007 20:36 Irgendwann habe ich aber dann das ganze Portmonee voller Kleingeld.
Rolf u. Högemann am 25. August 2007 23:26 Das ganze 'Klimpergeld' kommt in eine alte Aquavit-Röhre bei uns und wenn die voll ist geht's ab zur Bank - die uns nix dafür berechnet beim 'Umtauschen'. :-)
Du hast nur dann das Portmonnee voller Kleingeld, wenn Du nicht darauf achtest zwischendurch auch mal wieder nen Betrag ABGEZÄHLT zu bezahlen; leider ist diese Faulheit (daß dann einfach n Geldschein hingeblättert wird) oft an den Kassen zu beobachten.
... und die Geldbörsen "meiner Männer" werden bis zur Unkenntlichkeit verbeult; der Rest landet in Hosentaschen!

Einmal, weil es "uncool" ist, mit Bargeld zu hantieren und dann natürlich, weil man sich dann keine grossen Gedanken darüber machen muss, ob man sich das eigentlich noch leisten kann.
Das ist ein guter Weg in die Überschuldung und letztlich die Privatinsolvenz und es ist sicher kein Zufall, dass diese gerade bei jungen Menschen deutlich zunimmt.

Ich bin auch ein Fan von bargeldloser Zahlung, aber Kleinbeträge unter € 10,- bezahle ich in Bar, es sei denn ich habe ausnahmsweise wirklich nicht mehr genug Geld und bin nicht zum Automaten gekommen!

Ich zahle eigentlich auch nur mit Karte, da ich nicht gerne Bargeld habe, denn Tatsachen bei mir ist, wenn ich Bargeld habe gebe ich es mit Sicherheit auch aus.
Ich frage mich immer, denkt denn keiner daran, dass bei fast jeder Transaktion auf dem Giro zusätzliche Gebühren anfallen. Das summiert sich doch auch. Bei mir sind nur ein paar Buchungen im Grundpreis inbegriffen.
Dann hast du die falsche Bank oder zu wenig verhandelt.
Garantiert fasche Bank fürs Girokonto gewählt; zudem gibt es für bestimmte Kreditkarten noch Bonusprogramme; da kommt schon mal der Mietwagen für den Urlaub zusammen!
Zudem: Kartenzahlung bietet durchaus auch für Kassierer(innen) bzw. Handel Vorzüge u. Sicherheit.