Haben die Ärzte nach einem schweren Schlaganfall recht?

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12 Antworten

Da kann sich innerhalb der nächsten 6 Monate noch extrem viel tun.

Meine Großmutter lag nach ihrem Schlaganfall drei Monate lang komplett im Bett, konnte sich halbseitig überhaupt nicht mehr bewegen und konnte auch nicht mehr sprechen. Nach diesen drei Monaten aber ging es schlagartig bergauf und sie konnte sich binnen kürzester Zeit wieder mit Hilfe einer Unterarmgehstütze fortbewegen und auch die Sprache kam komplett wieder. Lediglich der rechte Arm bliebt komplett gelähmt.

Wichtig ist jetzt, dass die Familie für Deinen Großvater da ist. Das bedeutet aber nicht, dass Ihr ihm jetzt alle Aufgaben abnehmen solltet. Nein. Dein Großvater soll das, was er selber kann, auch selber machen ... selbst wenn es lange dauert. Es hilft ihm überhaupt nicht, wenn ihr ihm die Aufgaben abnimmt. Im Gegenteil. Motiviert ihn, damit er es immer wieder versucht.

Motivation ist des Rätsels Lösung und nicht Mitleid. Mitleid ist ein sehr, sehr schlechter Begleiter bei der Betreuung von Schlaganfallpatienten. Mitgefühl ist okay, aber fangt bitte nicht an, Deinen Großvater zu bedauern. Das zieht ihn nur runter.

Beispiel: Wenn Dein Großvater es schafft, seinen Pullover alleine anzuziehen, dann soll er es auch alleine machen ... auch wenn es eine halbe Stunde dauert. Gleiches gilt fürs Waschen. Alles, was er alleine waschen kann, muss er auch alleine waschen. Nur so besteht die Möglichkeit, dass sein Gehirn gefordert wird und lernt, andere Gehirnregionen als bisher gewohnt zu nutzen, um die Aufgaben zu lösen.

Sei für Deinen Opa da und mach ihm Mut. Das ist das Wichtigste, was Du jetzt für ihn tun kannst. Es kann sehr lange dauern, bis Dein Großvater wieder halbwegs auf die Beine kommt. Selbst ein Jahr nach dem Schlaganfall wird es noch Fortschritte geben. Ihr dürft da niemals aufgeben und die Sache als gegeben hinnehmen.

Ich wünsche Euch alles Gute. Ich weiß nur zu gut, was ein Schlaganfall in einer Familie für Veränderungen auslösen kann. Das könnt Ihr nur schaffen, wenn Ihr jetzt alle zusammen haltet.

Viel Glück

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Kommentar von Sternenmami
19.09.2016, 13:14

Wie schnell nach dem Schlaganfall kam Dein Großvater in die Klinik? Liegt er auf einer speziellen Schlaganfallstation (Stroke Unit)?

Wenn Dein Großvater binnen 3 Stunden nach dem Schlaganfall in die Klinik gekommen ist und auf einer speziellen Station für Schlaganfallpatienten betreut wird, dann sind seine Chancen sehr gut, dass er wieder auf die Beine kommt.

Sollte Dein Großvater nicht auf einer solchen Station liegen, dann solltet Ihr mal mit dem Ärzten darüber sprechen, ob es nicht sinnvoll wäre, Deinen Großvater in eine Klinik zu verlegen, welche eine solche spezielle Station für Schlaganfallpatienten hat. Gerade nach einem Schlaganfall ist die richtige Klinik sehr wichtig. Ich kenne Kliniken, wo sich Ärzte und Pflegepersonal kaum darum kümmern, dass die Leute wieder auf die Beine kommen, aber ich kenne eben auch Kliniken, wo man alles dafür tut, dass die Patienten wieder fit werden. Als Laie ist es natürlich schwierig, das festzustellen, aber wenn Dein Großvater auf einer speziellen Station für Schlaganfallpatienten liegt, wäre das schon mal super.

Wichtig ist, dass Dein Vater Physiotherapie, Ergotherapie und auch eine Sprachtherapie (Logopädie) bekommt. Das sind alles  sehr wichtige und fördernde Methoden, um die Fähigkeiten, welche Dein Großvater verloren hat, wieder zu erlernen.

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Durch Training und gezielte Übungen kann bei so manchen noch viel erreicht werden. Du kannst den Ärzten gern glauben.

Kommt auch drauf an wie dein Opa mitarbeitet und wie schwer der Schlaganfall war. Und auch auf das Alter.

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Ärzte sind keine Hellseher sondern können nur anhand der Gesamtumstände und aufgrund der medizinischen Erfahrungen Hinweise auf einen wahrscheinlichen Gesundungsprozess geben.

Ein menschlicher Körper ist keine Maschine, die wieder funktioniert, wenn man ein defektes Teil austauscht sondern ein individueller Organismus der höchst unterschiedlich reagieren kann.

Übrigens ist Hoffnung und Optimismus ein wichtiger Teil einer Therapie, denn das gibt dem Patienten Zuversicht, dass sich sein persönlicher Kampf um Gesundheit lohnt.

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Es kann jeden tag was besser oder schlimmer werden & binnen 6 monaten kann sich sehr viel tun! Ich war im April 2014 Lebensgefährlich krank & lag 2 monate im KH, aber august kam ich raus & lebte glücklich!
Es ist alles möglich. Unterstütze ihn & gib ihm liebe Hoffnung Kraft und Zeit !!
Lg :-)

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Schwer, da auf längere Sicht zu diagnostizieren. Die Ärzte werden sicherlich Erfahrung damit haben, insofern würde ich deren Aussage mehr trauen als den Mutmaßungen von Usern dieser Plattform

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Ich hatte selbst vor einigen Jahren eine nicht erkannte Hirnblutung. Das einzige, was davon zurückgeblieben sind, sind gelegentliche Attacken, bei denen ich z. B. verhesse, daß ich jetzt Dir hier auf dieser Seite schreibe. Ansonsten ist alles zurückgekommen, ich kann wieder lesen, schreiben, meine Fremdsprachen sprechen, alles verstehen.

Bei mir ist es erst nach knapp 8 Wochen diagnostiziert worden, einer Zeit also, die sehr schlechte Prognosen hat. Ihr dürft jetzt nicht aufgeben, habt Geduld und genießt die Tage mit Eurem Opa, das wird ihm helfen. Seid für ihn da, er braucht Euch. Nichts ist schlimmer, als im Krankenbett zu liegen und nicht zu wissen, was man mit sich selbst anfangen soll. Die Gedanken drehen sich im Kreis, es ist ganz schlimm. Je mehr Ihr für ihn da seid, desto mehr habt Ihr Erfolg.

Alles Gute für Deinen Opa!

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Hallo meine mama hatte auch mal einen schlaganfall konnte auch nicht mehr sprechen und war gelähmt... Es dauert seine Zeit bei ihr hats über ein halbes Jahr gedauert bis sie wieder schmecken, sprechen und richtig fühlen konnte aber ja das ist sehr gut möglich.

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Wie schon gesagt wurde: Eine Chance besteht. Das hat aber nichts mit Optimismus zu tun.

 

Ich frage mich trotzdem, wieso man einer Internetgemeinschaft von Laien mehr vertrauen schenkt als dem Fachpersonal?

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Kommentar von parisien
19.09.2016, 12:41

man sollte nicht jedem arzt vertrauen. wie in jedem beruf bibt es auch bei ärzte schwarze schafe. ich war bei drei fachärzte und erst der vierte arzt der nicht vom fach war erkannte meine lebensbedrohliche erkrankung. durch ein internetforum habe ich einige betroffene und einen spezialisten kennen gelernt der mir bis heute mit rat und tat zur seite steht.

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Das kann noch werden, muss aber nicht. Insofern haben die Ärzte nicht unrecht.

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das kann noch werden, es ist kritisch, aber nicht hofnungslos

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Hallo,

es kann wirklich noch werden, meine Tante hatte auch einen Schlaganfall damals und ähnliche Auswirkungen, sie lebt heute noch und ihr Zusand hatte sich sehr verbessert, also die Hoffnung nie aufgeben :)

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Ergotherapie, Physiotherapie und Logotherapie hilft. Dann kann dein Opa wieder gesund werden.

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