Frage von lolkoo, 88

Haben alle Menschen Glyphosat im Körper?

Antwort
von DonkeyDerby, 88

Um diese Frage beantworten zu können, müsste man alle Menschen dieses Planeten untersuchen und die Raumfahrer auf der ISS ebenfalls.

Antwort
von zetra, 54

Die Bundesregierung hat die Zulassung von Produkten Monsanto`s für weitere 15 Jahre zugelassen.

Es wird sich zeigen, denn die Anreicherung im Organismus nimmt ja damit kontinuierlich zu. Somit sind neue Krankheiten zu erwarten, allerdings rückgängig machen geht nicht mehr.

Agent Orange: Dieses Gift hat ähnliche Bestandteile wie Glyphosat, die Auswirkungen negativer Art, sind nach über 50 Jahre, noch heute in Vietnam, wirksam. 

Kommentar von Agronom ,

Man würde sicher auch viele andere ungewollte Substanzen im Menschen nachweisen, würde man suchen. Die Nachweismethoden werden immer spezifischer und genauer, aber ein alleiniges Vorhandensein einer Substanz hat Null aussagekraft.

Ein Grundkurs in Chemie könnte auch nicht schaden, denn Glyphosat und Agent Orange haben so ungefähr nichts gemeinsam. Glyphosat ist ein Phosphonat und Agent Orange besteht hauptsächlich aus veresterten Phenoxyessigsäuren.

Kommentar von zetra ,

Die Unterschiede der Substanzen sind vorhanden, die Wirkung auf die Gesundheit sind aber gleich schlecht. Der Bürger ist in der Regel kein Spezialist auf diesem Gebiet, trotzdem hat er ein Anspruch auf Sicherheit seiner Gesundheit.

Kommentar von Agronom ,

Der Bürger ist in der Regel kein Spezialist auf diesem Gebiet

Und genau das ist der Punkt, die meisten können Studienergebnisse auf diesem Gebiet nicht richtig einordnen und bewerten. Da wird es z.B. als "wahrscheinlich krebserregend" Eingestuft und dann von dem "Bürger" als der gifitgste Stoff auf Erden betitelt, tatsächlich ist sich aber niemand im klaren darüber, was denn sonst noch auf dieser Liste steht und diese Einstufung eigentlich nur bedeutet "kann sein, aber kann auch nicht sein". Denn mir sind bisher keine Ergebnisse darüber bekannt, dass der Wirkstoff Glyphosat besondere gesundheitliche Effekte für den Menshen bringt, nur in kombination mit Zusatzstoffen, also als gesamtes Mittel sieht das wieder anders aus.

Da ging das EU-Parlament den richtigen Weg und hat für die Neuzulassung die Bedingungen gefordert, diese nur auf 7 Jahre auszulegen und bestimmte Zusatzstoffe zu verbieten. Die EU-Kommission hat sich bisher auf 10 Jahre verständigt und ein sofortiges Verbot, sollten sich neue Ergebnisse zur Toxikologie zeigen, ob weitere Bedingungen beachtung finden, werden wir dannn im Mai erfahren.

Dort, wo Menschen vermutlich durch Einsatz glyphosatbasierter Mittel geschädigt werden sollte man sich zuerst einmal die Bedingungen anschauen unter welchen diese Ausgebracht werden und das mit den unseren Vergleichen. Da sollte schnell klar werden, dass ein sach- und fachgerechter Umgang, wie z.B. genau auf die Mengen zu achten und das Treffen von nicht-Ziel-Organismen zu vermeiden, nach aktuellem Wissensstand vertretbar ist. 

Kommentar von zetra ,

Dieser Artikel kommt vernünftig daher, auf dieser Basis kann man kommunizieren. Allerdings sind doch die Meldungen Argentinien/Monsanto nicht aus der Luft gegriffen. Sicherlich bringen sie dort die Substanzen mit dem Flugzeug aus, trotzdem bleibt bei uns, durch die Menge und Jahre ein Risiko, diese Tatsache sollte man nicht verniedlichen.- Danke für den Bericht-

Kommentar von Agronom ,

Wie schon erwähnt sind die Mittel als ganzes zum Teil schon bedenklich, daran lässt sich aber relativ leicht etwas ändern. Ein anderer Punkt ist Bildung, denn dort in Südamerika finden sich häufig Landwirte, die ackerbaulich kaum oder keine Erfahrung haben, da sie zuvor nur Rinder auf Weideflächen gehalten haben, so kommt es dazu, dass die Mittel auch viel zu oft mit zu hohen Aufwandmengen eingesetzt werden. Ein direkter Kontakt mit Pflanzenschutzmittel ist eigentlich immer zu vermeiden, da sie i.d.R. mindestens eine "reizende" Wirkung haben. Zusätzlich muss man natürlich dieses gesamte Anbausystem überdenken.

Ein wichtiger Punkt für Herbizide ist eben die Möglichkeit einens Anbausystems mit geringer Bodenbearbeitung, was z.B. für erosionsgefährdete Standorte ein großer Vorteil ist. Alternative Mittel zu Glyphosat sind toxikologisch in jedem Falle schlechter bewertet.

Kommentar von zetra ,

Nehmen wir unser System als Beispiel:  -Roundup-

1. Gibt es noch Leben in der Erde, Regenwürmer  zum Beispiel?

2.Stimmt es, das Stroh nicht verfüttert werden darf, sogar als Streu ist  es verboten?

Da ja jetzt ein Fachmann am antworten ist, hoffe ich auf eine kompetente Antwort?

Gruß, zetra.

Kommentar von Agronom ,

Vorweg nochmal, man braucht sich bei dem Thema nicht mehr auf Monsanto beschränken, denn das Patent für Glyphosat ist schon lange ausgelaufen und es werden auch schon lange von einigen anderen Herstellern darauf basierende Mittel angeboten.

zu 1. Sicher wird auch die Bodenfauna beeinflusst, aber das muss man auch sehr differenziert betrachten. Das Enzym, welches durch Glyphosat gehemmt wird ist auch für einige Bakterien essentiell, andere sind aber "resistent" aus solchen hat man das Enzym kopiert und damit die roundup ready Pflanzen erzeugt.

Bei Regenwürmern gab es gerade letztes Jahr eine Studie aus Wien, welche auf negative Wirkung auf Aktivität und Reproduktion hinweist, dabei muss man aber die Mrthodik beachten und darf diese Ergebnisse so noch nicht als endgültig und auf das Feld übertragbar sehen. Hier nachzulesen: www.ages.at/fileadmin/AGES2015/Themen/Pflanzenschutzmittel_Dateien/BOKU_Regenwur...

zu 2. Das wäre mir neu, könnte sein das du es mit "Strohkulturen" verwechselst, denn dafür ist mit glyphosat behandeltes Stroh verboten, anderes würde aber auch wenig Sinn machen.

Hier kannst du auch dazu noch etwas lesen: www.agrarheute.com/news/glyphosat-getreide-regeln

Kommentar von Agronom ,

zu 2. bin ich doch noch auf etwas gestoßen, dieses Verbot beruht auch wieder auf der Toxizität von Beistoffen, hier nachzulesen:

http://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/ips/dateien/glyphosat-vv207\_jan11.pdf

http://www.bvl.bund.de/DE/04\_Pflanzenschutzmittel/06\_Fachmeldungen/2010/2010\_...

Es gilt also nicht für Glyphosat, sondern nur fertige Mittel, die diese Beistoffe enthalten.

Kommentar von zetra ,

Du hast geholfen, ein bisschen Licht in dieser Angelegenheit zu bringen. Es bleibt ein GESCHMÄGLE, Korn ist unbedenklich, Stroh darf nicht verwendet werden, dieser Widerspruch ist nicht geklärt.

Die Unbedenklichkeit von Glyphosat herauszustellen, den Beistoffen die Schuld für alles Ungemach zu geben, dieser Zustand lässt natürlich kein Vertrauen aufkommen.

Warum wird dieses gesamte Thema gedeckelt, Offenheit wäre doch die Lösung, um besorgte Bürger ihre Angst zu nehmen.

200 Tsd. Unterschriften gegen diese Verfahren können doch nicht einfach negiert werden. 

Wir werden in 7 Jahren ein Stückchen schlauer sein, sollten wir dann noch leben, geht die Diskussion weiter, versprochen.

Kommentar von Agronom ,

Gern, mir war es einfach wichtig, ein wenig mehr Sachlichkeit einzubringen. Glyphosat ist sicher nicht gänzlich unbedenklich, aber für die schärfsten Kritikpunkte in der Öffentlichkeit eben nach aktuellem Wissensstand nicht oder nicht allein verarntwortlich.

Das Problem mit der Offenheit sehen wir auch in anderen Bereichen, ich denke da muss zum einen die Wissenschaftsgemeinde daran arbeiten ihre Ergebnisse besser für die Öffentlichkeit darzulegen bzw. die Medien müssten ihre Kompetenz verstärken, denn zum Thema Landwirtschaft/Nahrungsproduktion stolpere ich nur äußerst selten über gute, differenzierte Berichte, welche das Thema annähernd fair von beiden Seiten beleuchten. Zum anderen sollte die Gegenseite, wie z.B. viele "grüne" NGOs zu einer sachlicheren Diskussionsebene finden und weniger auf die Emotionen der Menschen abzielen.

Wann die Diskussion weitergeht steht noch offen, in einem Monat muss die EU-Komission dann endgültig beschließen, wie es weitergehen soll.

Kommentar von zetra ,

Danke, wir werden sehen.

Antwort
von Deichgoettin, 55

Lies selbst:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/bund-untersuchung-zu-glyphosat-pestizide-i...

Antwort
von kirsche777, 43

der eine mehr, der andere weniger

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