Habe wichtige Frage zum Urheberrecht?

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3 Antworten

Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Wahrheitsfindung. Hier nehmen wir am besten zunächst das Urheberrechtsgesetz (UrhG):

§ 13 Anerkennung der Urheberschaft: "Der Urheber hat das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk. Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist."

Als Urheber namens Max Mustermann habe ich also das Recht zu bestimmen, dass mein Gemälde "Der weiße Flieder"

  1. mit meinem Namen "Max Mustermann" versehen wird,
  2. oder mit meinem Pseudonym "Harricot Appletree",
  3. oder anonym erscheint und verbreitet wird
  4. oder unter dem Namen meines Sponsors "Adolf Angeber"!

Üblich ist Nummer 4 etwa bei Buchprojekten von Prominenten. Da treten Autoren gerne als Ghostwriter auf, ebenso bei Reden die beliebten Redenschreiber - etwa Mitarbeiter der PR-Abteilung, die selten genannt werden, wenn ein Minister oder ein Manager eine Rede hält ;-).

Eine solche Nicht-Nennung des Urhebers ist erlaubt durch diese Bestimmung in UrhG § 13: "Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist." Also auch Nr. 3.

Üblich ist bei Biografien (vor allem bei jenen, die ohnehin deutlich machen, dass der Fußball- oder Schlagerstar kaum der alleinige Urheber dieser gewählten Worte sein kann ;-.) aber, dass der Ghostwriter als Co-Autor genannt wird, etwa in der Form "Hansi Hintertupfer, im Zusammenarbeit mit Max Mustermann". (Vgl. dazu auch UrhG § 8 Miturheber.)

Gegen die Nennung etwa von "Pablo Picasso" als Urheber des Werkes von Max Mustermann spricht hingegen nicht nur das hier schon von Alex Beck genannte https://de.wikipedia.org/wiki/Persönlichkeitsrecht_(Deutschland), sondern zunächst schon

BGB § 12 Namensrecht: "Wird das Recht zum Gebrauch eines Namens dem Berechtigten von einem anderen bestritten oder wird das Interesse des Berechtigten dadurch verletzt, dass ein anderer unbefugt den gleichen Namen gebraucht, so kann der Berechtigte von dem anderen Beseitigung der Beeinträchtigung verlangen. Sind weitere Beeinträchtigungen zu besorgen, so kann er auf Unterlassung klagen."

Hinzu könnte kommen das UWG, etwa § 4 Abs. 1 Nr. 9: "Unlauter handelt insbesondere, wer ... 9. Waren oder Dienstleistungen anbietet, die eine Nachahmung der Waren oder Dienstleistungen eines Mitbewerbers sind, wenn er a) eine vermeidbare Täuschung der Abnehmer über die betriebliche Herkunft herbeiführt ..."

Gruß aus Berlin, Gerd

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Kommentar von GerdausBerlin
22.11.2015, 14:21

Wie lange das Namensrecht und die Persönlichkeitsrechte eines Urhebers nach dessen Tod von dessen Angehörigen wahrgenommen werden können, weiß ich nicht.

Aber das KunstUrhG gibt in § 22 Satz 3 f. dazu einen Hinweis, den man eventuell analog (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Analogie_(Recht)) anwenden könnte:

"Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von 10 Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten."

Bei der Verwendung von "Pablo Picasso" käme dann aber evtl. das StGB in Betracht, insbesondere

§ 263 Betrug: "(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Der Versuch ist strafbar."

Gruß aus Berlin, Gerd

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Der Urheber eines Bildes, darf nach meinem Wissensstand zwar sein Urheberrecht auflösen (in dem er es zb. auf Facebook hochlädt), aber ob das Urheberrecht übertragbar ist, keine Ahnung. Aber es wäre nicht ganz im Sinne des "neuen Urhebers", da zb. vor Gericht der Urheber immer noch der "alte" wäre, daher glaube ich kaum, dass das Urheberrecht übertragbar ist, würde sowieso wenig Sinn machen...

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Kommentar von Steffey95
22.11.2015, 10:56

Hab mir auch gedacht, dass es wenig Sinn macht. Im Skriptum ist es nur ein Beispiel, ob gewisse Situationen (nicht) erlaubt sind. Danke für deine Antwort :) !

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Kommentar von alexbeckphoto
22.11.2015, 10:59

Der Urheber eines Bildes, darf nach meinem Wissensstand zwar sein Urheberrecht auflösen (in dem er es zb. auf Facebook hochlädt),

Unsinn!

aber ob das Urheberrecht übertragbar ist, keine Ahnung

Nein, ist es nicht.

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Kommentar von Proximus553
23.11.2015, 15:38

Das ist kein Unsinn, er darf sein Urheberrecht auflösen, und das strht nun mal in Facebooks AGB, das man auf rechtliche Urheberrechtsansprüche verzichtet, wenn man ein Bild hochlädt

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Der Urheber selbst darf für sein Werk natürlich jederzeit ein Pseudonym verwenden. Viele Autoren veröffentlichen ja auch Bücher unter anderem Namen!

Allerdings darf er natürlich nicht so tun, als ob eine andere real existierende Person der eigentliche Urheber wäre, da dies in die Persönlichkeitsrechte der anderen Person eingreiffen würde

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Kommentar von Steffey95
22.11.2015, 11:05

Ah! Das macht Sinn! Stimmt, das wäre echt komisch, vor allem, wenn sowas heimlich geschehen würde! Danke, hast mir echt weitergeholfen :)) !!

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