Frage von for58ever, 1.272

Habe vor das Kopftuch abzunehmen! Wie würdet ihr auf so etwas reagieren?

Zuerst einmal möchte ich bitten, diese Frage nicht zu löschen. Es ist kein FAKE! Ich möchte objektive Meinungen hören. Jeder kann gerne seine Meinung dazu äußern.

Vor 5 Jahren habe ich mich freiwillig dazu entschlossen Kopftuch zu tragen, weil ich auch meinen religiösen Pflichten nachkommen wollte. Von meinem Umfeld, sowohl die Familie, Verwandschaft und auch von meinen Landsleuten (Nachbarn und Bekannte) hatte ich damals positive Reaktionen wahrgenommen. Und auch heute noch. Vor allem weil ich auch noch unter diesen Umständen das ABI habe und dazu auch noch in der Uni ein sehr begehrtes Fach studiere. Nun habe ich in dieser Zeit allerdings gemerkt, dass ich mehr Aufmerksamkeit auf mich ziehe. Ich wurde öfters von wildfremden Leuten auf der Straße angesprochen. " Warum müssen in den muslimischen Ländern Männer kein Kopftuch tragen"? oder an der Bushaltestelle eine alte Frau, die ich überhaupt nicht kenne: "Wissen Sie also ich habe nichts gegen Ausländer. Sie sind mir alle herzlich willkommen. Aber das mit Kopftuch geht gar nicht. Das unterdrückt die Frau. Ich wünschte Sie würden keins tragen." Und so weiter. In der Uni habe ich seit längerer Zeit gemerkt, dass ich von vielen angestarrt werde, als käme ich aus dem Weltall. Ich habe mich bis jetzt in den Vorlesungen nie bei den Profs negativ geäußert oder auch provoziert. Aber jedes mal wenn das Thema zum Islam kam, wurde ich kritisch und manchmal auch böse angestarrt, obwohl ich dazu nichts gesagt habe. Auch wenn ich in die AG's ging, wurde ich von den AG-Leitern komisch angestarrt. Manche wissenschaftliche Mitarbeiter, die ehemalige AG-Leiter von mir gewesen sind, schauen mich auch immer komisch und kritisch an, wenn ich sie sonst sehe. Einige sind natürlich auch freundlich. Aber im Großen und im Ganzen habe ich das Gefühl, dass man mich in dieser Umgebung nicht sehen möchte. Da ist vor allem ein Wiss. Mitarbeiter, der mich immer Böse anschaut. Am Anfang dachte ich, er wollte mit mir nur reden wie sonst jeder andere Student auch. Als ich ihm dann nur "Hallo" sagen wollte, schaute er mich plötzlich böse an. In der Bib, als wir aneinander vorbei gingen knurrte er böse und schaute mich richtig schief an. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich von dieser Person verfolgt werde. Dabei habe ich nichts getan. Ich weiß, dass man mich auch deshalb nicht leiden kann! Auch von einer Mitstudentin anderer Glaubensrichtung, die sich im nahen Osten mit Muslimen nicht besonders verstehen, wurde ich hintergangen. Dabei hat sie Lügen über mich verbreitet und andere Studenten gegen mich aufgehetzt, obwohl ich ihr nichts getan hab. Da gibt es noch mehr, aber leider habe ich nicht so viel Platz. Ich bin zu der Entscheidung gekommen, dass ich diesen ganzen Druck nicht mehr aushalten kann. Ich mache das nicht gerne, aber ich habe vor das Kopftuch abzunehmen. Deshalb meine Frage an euch:

Wie würdet ihr denken, wenn eine Frau, die ihr schon länger kennt, das Kopftuch abnehmen würde?

Antwort
von Eselspur, 1.272

Ich habe Respekt vor der religiösen Entscheidung eines und einer jeden. 

Aber sorry: Mir ist es ziemlich egal, ob jemand ein Kopftuch heruntergibt oder nicht und den Menschen in meiner Umgebung geht es ähnlich.

Antwort
von Tasha, 957

Es gibt mMn zwei Fragen: 1. Warum trägst Du das Kopftuch, warum hast Du Dich dafür entschieden? Das ist Dein persönlicher Grund, der Grund, der es für Dich wichtig macht, das Kopftuch zu tragen. 2. Warum trägst Du das Kopftuch in der Uni? Analog später: Arbeit? Es wird Arbeitsstätten geben, in denen Du aus diversen Gründen kein Kopftuch tragen kannst (z.B. weil Du eine andere Kopfbedeckung wie bspw. einen Sicherheitshelm oder die Kopfbedeckung einer Uniform tragen müsstet).

Mit dem Kopftuch in der Uni trägst Du nun für alle sichtbar ein Statement nach außen - genauso wie alle anderen, die sich auf bestimmte Weise kleiden. Auch andere, die äußerlich auffallen, werden angestarrt, und je nachdem, was sich der Beobachter bei ihrer Kleidung denkt - ob er sie z.B. als aggressiv oder provokativ einschätzt - werden sie auch böse angestarrt.

Mein Eindruck beim Lesen der Frage ist, dass dieses Kopftuch Dir ein enormes Bewusstsein des Wahrgenommenwerdens gibt. Meines Wissens, und ich bin auf dem Gebiet auch wenig bewandert, soll das Kopftuch genau das Gegenteil bewirken: Die Frau soll doch gerade NICHT (in ihrer Weiblichkeit, Attraktivität etc.?) wahrgenommen werden. Oder doch?

Dieses Kopftuch macht Dich jetzt aber zu einer Person die 1. wahrgenommen wird, stärker als andere und zusätzlich

  1. selbst diese Wahrnehmung der anderen übermäßig wahrnimmst. Du stehst also nicht nur im Fokus der anderen, sondern Dir ist dieser Fokus auch übermäßig bewusst, das heißt, Du hast ständig die Frage im Kopf "schauen mich andere gerade an und tun sie das aufgrund meines Kopftuches?" Wenn das stimmt, bewirkt dann nicht Dein Kopftuch genau das Gegenteil des Erhofften?

Und die Frage an Dich muss dann lauten: Möchtest Du das? Ist das Deine Absicht? Ist es Dir wichtig, etwa Leute so einschätzen oder gar bewerten zu können? Dieses Kopftuch stellt Dich in den Fokus und macht Dir dies auch noch überdeutlich bewusst, das heißt, Du nimmt jeden Menschen als potentiellen "Starrer" wahr. Ist das sinnvoll und hilft Dir das weiter? Oder stört es eher, verunsichert, macht Dich ggf. aggressiv? Denn diese Haltung führt mMn zu Deiner Wahrnehmung der "bösen Blicke". Mag sein, dass es böse Blicke gibt, aber auch, dass Du sie vielleicht deutlicher wahrnimmst als andere oder sie Dir evtl. sogar einbildest.

Was ich machen würde: 1. Wenn mich jemand "böse anstarrt" würde ich ihn ansprechen. Zunächst einfach mal fragen, ob ich etwas für ihn tun könne. Vielleicht starrt er ja gar nicht bewusst böse, sondern das ist sein normaler Ausdruck. Oder er meinte mich gar nicht. Sollte es dann zu einer Diskussion über das Kopftuch kommen, würde ich entweder sagen, dass dies meine private Entscheidung ist, die ich nicht diskutiere, oder den Grund des Tragens erklären (je nachdem, wie offen ich sein möchte).

Kopftuch abnehmen: Was würde sich ändern? Eventuell Deine Wahrnehmung der anderen Menschen. Daher würde ich das tatsächlich mal für ein oder zwei Wochen testen und kritisch beobachten, wie DU jetzt Dich selbst und andere wahrnimmst, und ob sich die Reaktionen jetzt verändern oder es zu Fragen kommt und welche Art Diskussionen entstehen. Nach der Testzeit würde ich mir gut überlegen, was mir wichtiger ist. Wie sich meine Wahrnehmung verändert hat. Wie sich die Wahrnehmung der anderen verändert hat. Und wozu ich mich letztendlich entschließe.

Zum Schluss möchte ich Dir gern noch etwas aus der evengelischen Kirche erzählen. Ich hörte dort mal eine tolle Predigt, die sich damit befasste, dass man früher, gemeint war vor allem die Zeit in der die Evangelien entstanden, seinen Glauben nach außen trug. Das war verbreitet. Dann gab es Christen, die ihren Glauben nicht nach außen trugen, sondern nur im Haus ausübten. Das Fazit der Predigt und der zitierten Bibelstelle (die ich definitiv nicht zitieren kann mangels Wissen!) war, dass man heute seinen echten Glauben nicht nach außen tragen sollte, denn dann wäre es eine Art (meine Worte) Angeberei. Gemünzt war das Ganze NICHT auf Muslime, sondern auf bestimmte "missionierende" Christen. Ich kenne selbst solche Menschen und ja, sie nerven mich, wenn sie demonstrativ beten, um zu zeigen, dass sie gläubiger sind als andere, demonstrativ immer wieder erzählen, was andere alles falsch und sie richtig machen, demonstrativ von ihren Glaubensbemühungen (!) erzählen. Die Frage kommt auf: Ist das nötig und wenn ja, wofür? Andere glauben auch, aber "leise" - so die Worte des Pastors: "der leise Glauben" - sie glauben an Gott und das ist eine Sache zwischen ihnen und Gott. Und ggf. tragen sie ihre Haltung nach außen, indem sie möglichst viel helfen, anderen beistehen. Das tun sie aber für sich. Sie "geben damit nicht an". Das Fazit der Predigt war, dass Glauben heute ins Private gehörte. Früher war es wohl notwendig, den Glauben nach außen zu tragen, besonders, wenn er unterdrückt werden sollte, heute wäre es "Angeberei" (wieder mein Wort) und "echter" Glaube nur im Privaten gezeigt werden.

Kommentar von for58ever ,

Hi. Zunächst einmal danke für deine Antwort. Als ich mich dazu entschied, das Kopftuch zu tragen, war mein Ziel eigentlich gar nicht eine negative Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Natürlich spricht man in der Uni immer mit unterschiedlichen Leuten. Man unterhält sich, diskutiert miteinander. Es ist für mich jetzt nicht so, dass man mich überhaupt nicht anschauen oder ansprechen soll. Denn wenn ich das bezwecken wollen würde, dass sollte ich überhaupt nicht studieren. Mich stört es nur, dass man so tut, als wäre ich ein Alien. Ich möchte nur, dass man mich nur ganz normal behandelt wie jeder andere auch. Es gibt auch sehr freundliche Profs, Wissenschaftliche Mitarbeiter und auch Studenten, bei denen ich das Gefühl habe, hier herzlich willkommen zu sein. Ich unterhalte mich nicht nur mit ausländischen, sondern auch mit deutschen Kommilitonen. Aber bei den meisten habe ich das Gefühl, nein ich weiß es sogar, dass sie mich eigentlich in der Uni nicht haben wollen und mich nach ihrer Meinung eben dulden müssen. Und wenn in den Vorlesungen über bestimmte Themen gesprochen wird, dann werde ich für die Profs zum zentralen Blickpunkt. Dabei provoziere ich sie überhaupt nicht. Habe mich nie negativ geäußert. Aber so ist die Tatsache, wenn man unter 200-300 Leuten meistens als einzige in den Vorlesungen mit Kopftuch sitzt.  

Antwort
von Machtnix53, 478

Es geht nicht um das Kopftuch, sondern um deine Entscheidungsfreiheit. Du musst dich nicht ein für alle mal für oder gegen Kopftuch entscheiden. Du musst dich nicht unterwerfen, weder dem Druck deiner Religionsgemeinschaft noch dem Druck der Kopftuchhasser.

Sei so frei und entscheide dich immer wieder neu, was du anziehst. Nimm das Kopftuch nicht als Symbol,  sondern einfach als Kleidungsstück. Das war es früher in Deutschland auch, es gab viele deutsche Frauen, die mal Kopftücher trugen, zum Schutz vor Kälte, Regen und Staub oder einfach nur, weil sie es schön fanden. 

Kommentar von Abahatchi ,

Das war es früher in Deutschland auch, es gab viele deutsche Frauen, die mal Kopftücher trugen, zum Schutz vor Kälte, Regen und Staub oder einfach nur, weil sie es schön fanden. 

Ja, dies stimmt, nur kann man Kopftücher mit religiösen Hintergrund durchaus von Kopftüchern unterscheiden die eine Bäuerin zum Schutz vor Schmutz benutzt hatte.

http://www.chroniknet.de/user/36/801_0.jpg

Antwort
von Goodnight, 60

Ich würde mich mit dir freuen, dass du das Symbol der Unterdrückung ablegst. Ein Kopftuch ist auch ein Statement, du kannst nicht davon ausgehen, dass das als Provokation ankommt. Schon gar nicht an einer Universität.

Ich hab die ersten Gastarbeiterinnen aus der Türkei  etc. miterlebt, da trug keine der Frauen ein Kopftuch. Also ist es kein Bestandteil des Glaubens. 

Antwort
von Rivkin, 470

Hallo Große,

also erstmal Respekt zu so einer Frage, die auch ehrliche Antworten sucht. :)
Alles in allem glaube ich nicht, dass in dem Fall das Kopftuch das "Problem" ist, sondern du selbst. So wie du schreibst, scheinst du in einem Umfeld, in dem es normal ist ein Kopftuch zu tragen, als durchaus angenehm empfindest.
Unangenehm wird es, wenn man dadurch etwas "besonderes" wird und das bist du, weil vielerorts das Kopftuch nicht zum täglichen Erscheinungsbild gehört. Wenn du nun also das Gefühl hast, dass man dich da ausgrenzen oder provozieren will, ist das zum Teil richtig. Auch dass man dir mit Skepsis gegenübertritt kann ich durchaus verstehen. Später dazu mehr. :)
Was du nun tust, ist ganz allein dir überlassen. Entscheidest du dich dazu, das Kopftuch abzunehmen oder eben nicht?
Wichtigste an dieser Entscheidung sollte sein, dass du auf dein Herz hörst. Horche tief in dich hinein. Trägst du es aus freien Stücken, ohne Zwang und weil DU es willst, dann steh auch dazu! Wenn nicht, dann nimm es ab und steh genauso hinter dieser Entscheidung! Nur wenn es sich richtig anfühlt tust du auch das richtige. Also für dich! Was andere dabei denken, sollte dir dann egal sein.

Ich weiß, dass die Akzeptanz auch an Unis und anderen Hochschulen recht gering ausfällt. Ich selbst gehöre keiner Religion an, habe diese Art Probleme also nicht, kann mich aber durchaus auch in die andere Seite hineindenken. Leider muss ich eingestehen, dass ich selbst Frauen mit Kopftuch auch skeptisch gegenüberstehe und es mir meistens schwer fällt, meine Vorurteile zu überwinden. Anders als die meisten versuche ich mir selbst ein Bild von der Person zu machen, mich mit ihr zu unterhalten und zu verstehen, warum, wieso weshalb sie ein Kopftuch trägt. 
Viele meiden diesen Weg. Die Propaganda hat dazu geführt, dass eine Frau mit Kopftuch immer als Opfer angesehen wird. Als Opfer ihrer Religion, ihres Mannes, ihrer Familie. Die Tatsache, dass es auch Frauen gibt, die dieses Stück Stoff wirklich freiwillig tragen, wird dabei oftmals vergessen. Das erste was dieses Kopftuch also "aussagt" ist "ich stehe unter Zwang". 

Warum du nun also stets und ständig so schief angeschaut wirst, hat entsprechend etwas mit deinem defensiven Verhalten zu tun. Du wehrst dich nie. Du provozierst nie. Du reagierst nie. Genau das ist der Punkt, der die anderen darin bestätigt, es hier mit einer von ihrer Religion und ihrer Familie unterdrückten Frau zu sprechen. Damit können viele nicht umgehen. Sie sehen dich als "Gefangene". 

Was fehlt ist ein klares Statement von deiner Seite aus. Mache diesen Leuten klar, dass du das Kopftuch trägst, weil du es möchtest! Provoziere Diskussionen, wenn man dich blöde anschaut oder dich doof anmacht! Stehe zu dem, was du bist und woran du glaubst und vor allem zu der, die du bist! Eine junge, intelligente Frau, die ihren Glauben gern offen zeigen möchte. Du musst den anderen verdeutlichen, dass du kein Opfer bist sondern dass du das tust, was du tun möchtest. 

Solange das nicht passiert, werden sie dich immer skeptisch ansehen und nicht wissen, wie sie auf dich reagieren sollen. Sie kennen dich nicht, also gib ihnen eine offensive Möglichkeit, dich kennenzulernen. Vertrete in diesen Diskussionen deinen Standpunkt. Auch deshalb werden einige Dozenten dich so ansehen, weil sie erwarten, dass du dich ebenfalls dazu äußerst. 

Als Jurist musst du gut debattieren und argumentieren können. Wenn du jetzt den Mund nicht aufmachst, weil man dich komisch ansieht, wie willst du dann später zum Beispiel als Anwalt bestehen? 

Geh auf die Leute zu, Frage sie, warum sie ein Problem mit dir haben, finde eine Gesprächsbasis und zeige ihnen dann, wer du wirklich bist, damit sie dich nicht mehr auf das Kopftuch reduzieren sondern den Menschen darunter. Dann haben sie eine Möglichkeit, dich zu verstehen und können lernen, wie man mit dir lachen, tratschen, diskutieren und sich auch offen streiten kann. Aber zu allererst muss dieses betretene Opferimage weg. Dafür kannst nur du selbst sorgen.

Möchtest du also das Kopftuch tragen, dann tu das und zeige allen anderen, warum und weshalb. Es wird ein Kampf werden, ehe sie es wirklich verstehen und akzeptieren, aber es wird sich etwas ändern. Vielleicht nicht bei allen aber bei einigen. Denn wenn wir eines sind, dann neugierig. Sie werden dich anfangen auszufragen, was sie bisher nicht tun, weil sie Angst davor haben, dir zu nahe zu treten und dann mit dem "großen Bruder" von dir konfrontiert zu werden. :)
Also.. triff deine Entscheidung für dich selbst und dann verteidige sie!
Liebe Grüße

Antwort
von PeVau, 1.028

Ein Kopftuch ist mittlerweile mehr als nur ein Kleidungsstück. Ein Kopftuch ist ein Statement, das mehr aussagt, als die Religionszugehörigkeit. Da liegt auch das Problem. Ein öffentlich zum Ausdruck gebrachter Standpunkt fordert nicht nur Reaktionen heraus, er bekommt sie auch.

Ich will mich gar nicht darüber auslassen, wie berechtigt oder unberechtigt diese Reaktionen sind, sich aber darüber zu beklagen, dass herausgeforderte Reaktionen auch wirklich erfolgen ist doch ein wenig naiv.

Wenn dich die Reaktionen stören, dann nimm das Kopftuch ab, der Koran fordert es nicht.. Wenn es dir  wichtiger ist, deinen Standpunkt öffentlich kundzutun, dann behalte es an.

Was ich von einer Muslimin denke, die ihr Kopftuch ablegt? Klare Antwort: Das ist eine kluge Frau!

Kommentar von Akainuu ,

"Ein Kopftuch ist mittlerweile mehr als nur ein Kleidungsstück."

Ein Stofffetzen ist ein Stofffetzen. Nicht mehr und nicht weniger. Anders ist es gewiss, wenn man einem Stofffetzen irgendwelche Interpretationen hinsichtlich seiner Bedeutung hinzufügt. Dabei stellt sich mir aber eine Frage: 

" Ein Kopftuch ist ein Statement, das mehr aussagt, als die Religionszugehörigkeit."

Ist dem so? Konkretisiere doch bitte mal, was ist das denn für eine Aussage, die ein Stofffetzen in sich manifestiert? 

Was genau drückt denn der Tallit (jüdischer Gebetsschal) aus? Oder ein Tefillin (jüdischer Gebetsriemen)? Oder das Käppchen? Oder gar die Schläfenlocke? 

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All diese Kleidungsstücke deuten schlicht und einfach auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion hin, sei es das Christentum, der Islam oder das Judentum. Dabei existiert schlichtweg kein Problem, außer man gehört zu den Leuten, die sich in irgendeiner Weise angegriffen fühlen und das wegen einer Mütze, einem Schal oder einem Kopftuch. In der Regel schafft man also dort Probleme, wo eigentlich keine existieren. 

Was wird durch solch harmlose Gegenstände und Kleidungsstücke bitte implizierst, dass dieser Mensch ausgegrenzt, benachteiligt und gemobbt wird? Ergo ist das - aus einer rein objektiven Sichtweise heraus - mit nichts zu rechtfertigen. Wahrscheinlich dürfte es die typische "Unterdrückung der Frau sein", die offenkundig als Totschlargument schlechthin gilt, um den Betroffenen auch das kleinste bisschen an Mitspracherecht zu nehmen. Kann schließlich nicht anders sein, die tragen das gewiss nicht freiwillig. 

Nur an einer Stelle möchte ich etwas anmerken:

"dass herausgeforderte Reaktionen auch wirklich erfolgen ist doch ein wenig naiv."

Nonsens! Im Umkehrschluss ist es eine Frage des eigenen Empfindens, ob eine derartige Reaktion überhaupt vonnöten ist. Rein rechtlich gesehen verstößt man damit gegen jegliche Menschenrechte (Art. 4 GG), denn niemand darf aufgrund seiner Religion so behandelt werden. Das irgendwelche Menschen darauf SO reagieren, ist in keinster Weise legitim und es zeugt gewiss nicht von Naivität, wenn man sich deshalb wundert. Es hängt also von deinem Empfinden ab, ob du in diesem Kopftuch irgendeine böswillige Message siehst. Nur ist mir wirklich schleierhaft, was diese nun sein soll. Nun gut, ich habe mich bisher auch nicht mit Kopftüchern oder jüdischen Gebetsriemen unterhalten...

Und nebenbei bemerkt: Naiv ist es, wenn man deine Antwort nicht hinterfragt, denn sie beruht auf irgendwelchen Hirngespinsten der Leute, die Kleidungsstücke als "Statement, welche eine Reaktion in Form von Ausgrenzung mit sich zu bringen hat" einstufen. Eine sehr kurzsichtige und vor allem für die Koexistenz von Menschengruppen tödliche Denkweise. Sollte die das Kopftuch aus solch nichtigen Gründen abnehmen, dann ist das wirklich traurig, so siegt die Dummheit über die Vernunft.

Kommentar von Abahatchi ,

" Ein Kopftuch ist ein Statement, das mehr aussagt, als die Religionszugehörigkeit." // Ist dem so? Konkretisiere doch bitte mal, was ist das denn für eine Aussage, die ein Stofffetzen in sich manifestiert? 

Hättest Du einfach mal die Frage der Fragestellerin richtig durchgelesen, dann hättest Du Dir die Frage an PeVau sparen können. 

Kommentar von earnest ,

Deine verletzende Aggressivität mag nicht als "Sieg der Vernunft über die Dummheit" werten, Akainuu.

Hast du es nicht "'ne Nummer kleiner"?

Kommentar von for58ever ,

Danke für diese Antwort. 

Eine Frage noch: Sie haben gesagt, sie würden denken, dass sie eine kluge Frau ist. Sie würden die Klugheit einer Frau also an ihrer Kleidung messen?

Kommentar von PeVau ,

Sie würden die Klugheit einer Frau also an ihrer Kleidung messen?

Netter Versuch! :-))) Die Klugheit eines Menschen sieht man weniger an der Kleidung, als vielmehr an seinen Entscheidungungen. Das kann allerdings auch die Entscheidung sein, bestimmte Kleidungsstücke nicht zu tragen, wenn diese Kleidungsstücke nicht nur Kleidung, sondern auch öffentliches Bekenntnis ist, mit dem man kontroverse Reaktionen bewusst in Kauf nimmt.

Antwort
von HelftMir123, 992

Wenn ich diese Frau zwar länger kennen würde, aber eher nur vom Sehen her und nicht wirklich viel mit ihr zu tun hätte  (sprich: kein näheres privates Verhältnis zu ihr habe) würde ich gar nichts denken. Dann wäre es mir eigentlich egal, denn es ist ihre Privatsache und nicht meine. 

Wenn ich diese Frau schon lange und eventuell auch besser kennen würde, würde ich sie vermutlich fragen,wieso sie das tat. Wenn es ihre persönliche Entscheidung war bzw. sie zu dem Schluss kam, dass es doch nicht das Wahre für sie ist (aus religiöser Sicht!), dann wäre es mir schlicht egal -  das ist ihre Sache, nicht meine. 

Aber wenn sie, so wie du, von ihrem Umfeld dazu gezwungen würde, dann fände ich das zwar verständlich, aber sehr schade und traurig. Sowas zeigt, wie "vortschrittlich" und "modern" wir hier wirklich sind...Professoren und Studenten sollten sich definitiv anders Verhalten! Deine Mitstudenten und Professoren benehmen sich wie kleine Kinder, nein, eher wie pubertierende Tratschtanten und Schulhofschubser....

Sie mischen sich in deine Privatsphäre ein und "bestrafen" dich einfach nur dafür, dass sie eine andere Meinung haben als du. Du trägst das Kopftuch ja nicht, um es allen unter die Nase zu reiben, sondern weil es für dich  persönlich das richtige scheint. Es ist deine religiöse Überzeugung und kein Protest. Letztendlich musst du dich damit wohlfühlen -  wenn es dir zu viel wird und du es lieber abnehmen würdest (zumindest bis sich alles etwas gelegt hat), dann kannst du das natürlich tun. Sofern es in deiner Uni nicht verboten ist, kannst du aber auch den härteren Weg nehmen und dich wegen deiner Probleme mal an andere Professoren oder das Sekretariat (oder wen auch immer es bei euch so gibt) wenden und dich beschweren. Aber wie gesagt, das ist sicher nicht leicht und würde das kindische Benehmen vermutlich durch Missgunst und Eifersucht noch verstärken :/

Alles Gute auf jeden Fall :)

Kommentar von for58ever ,

Danke für diese objektive Meinung. Nein, als ich mich dazu entschied, wollte ich das sicherlich niemandem unter die Nase reiben. Ich hatte auch wirklich nie vor, jemanden damit zu provozieren. Denn wenn ich wirklich das machen würde, so würde ich bei solchen Themen sogar in den Vorlesungen versuchen die Professoren verbal zu provozieren. Aber ich habe immer versucht auszuweichen. Vor allem im Jurastudium werden solche Themen wie Politik, Islam, Religion usw. öfters in den Vorlesungen angesprochen. Mich stört es nicht, dass über solche Themen gesprochen wird, sondern dass viele sich darüber lustig machen und ich dann zum zentralen Blickpunkt werde. Aber mich hat es manchmal auch enttäuscht, wie sich manche Professoren oder Wissenschaftliche Mitarbeiter geäußert haben. So als wäre jeder Muslim oder Muslima für sie ein Terrorist. Natürlich sind nicht alle so. Aber so manches hat mich wirklich verletzt.

Kommentar von Abahatchi ,

Mich stört es nicht, dass über solche Themen gesprochen wird, sondern dass viele sich darüber lustig machen

vielleicht haben die anderen ja auch mal den Koran gelesen und fanden es einfach nur amüsant, dasz eine so schlaue Frau, sich solchem selbstherrlichen Märchen hin gibt und nicht erkennt, dasz dem Islam eben der Koran als Grundlage dient und er eben einerseits nicht nur eine extrem schlechte Kopie der Bibel des Christentum ist, sondern eine Schrift, in der offen auch zu Mord aufgerufen wird. 

Wenn Du eben mit Deinem religiösen Kopftuch zeigst, dasz Du Anhängerin einer Menschenverachtenden Religion bist, dann solltest Du vielleicht erst einmal darüber nachdenken, was im Koran so steht.

Antwort
von Sonja66, 761

Ich finde Muslime mit ihrer Religion sehr eng denkend, eingeschränkt und abhängig. Zu eng, wenn man an das ganze Leben mit all seinen Facetten denken wollte.
Zu intensives Be- und Verurteilen (egal von was) finde ich ungünstig für jeden Menschen.

Deshalb würde ich mir denken:
mutige Frau, lässt Veränderungen in ihrem Leben zu.
Vielleicht ist es ja sogar auch ein Befreiungsschlag - wer weiß.
Vermutlich wird sie auf Widerstand stoßen und will sich diesem anscheinend stellen.
Ich freue mich für wirklich jede Frau, die es immer wieder schafft, aus ihrem eigenen gedanklichen Gefängnis heraus zu treten.
Schön, wenn Frauen zu Freidenkern werden, und wir hier könnten das eine oder andere Gedankengut aus der muslimischen Kultur gut gebrauchen.

Kommentar von TimeosciIlator ,

DH³ !!

Kommentar von MeliS1998 ,

Sie stellt sich aber doch eben nicht dem Widerstand. Sie gibt den Leuten um sich herum, die wollen, dass sie es auszieht, nach.

Fragetext nicht ganz gelesen und nur überflogen?

Kommentar von Sonja66 ,

Die ganze Angelegenheit ist ja gerne von einem provokantem Schleier, für wen auch immer, umgeben. So vermute ich generell Widerstand, von wo aus dann auch immer.

Vielleicht aber stellt sie sich sogar eigenen Widerständen!

Kommentar von for58ever ,

OK dann eine Frage. Was wenn diese Frau sich freiwillig dazu entscheidet, sich zu bedecken? Sitzt sie dann trotzdem im Gefängnis?

Kommentar von Sonja66 ,

Vor 5 Jahren habe ich mich freiwillig dazu entschlossen Kopftuch zu tragen, weil ich auch meinen religiösen Pflichten nachkommen wollte.

Diese Frau ;-) entschied sich ja schon mal freiwillig dafür, so weiß sie sicherlich selbst am besten, ob sie aufgrund dieser Entscheidung bzw. ihrer eigenen Gedanken dazu oder auch aufgrund ihrer Beweggründe, quasi in einem Gefängnis sitzt oder nicht.
Wenn es halt eine Pflicht war, die diese Frau nachging, könnte es durchaus möglich sein, dass sie gar nicht soooo sattelfest dazu steht ;-)
Mit meinen Aussagen wollte ich nichts unterstellen, sondern vielmehr zum Hinterfragen anregen!
Das hängt vermutlich entscheidend von der eigenen Einstellung und Motivation dazu ab.

Das Kopftuch ist und bleibt natürlich immer einfach ein harmloses Kopftuch. Aber was macht die Trägerin daraus?
Natürlich kannst du auch erkennen, "was machen andere daraus", aber das ist halt wenig bis gar nicht hilfreich bzw. weiterführend, weil es schwierig bis unmöglich ist, andere zu ändern. Erfolgreicher ist man stets, schaut man bei sich selbst!

Mal noch dazu geschrieben, um Missverständnissen entgegenzuwirken: Das Bedecken an sich und den Gedanken dahinter finde ich sehr gut! Frauen kleiden sich z.B. hier in Deutschland zum Teil und für meinen Geschmack geschmacklos und viel zu freizügig. Das ist sicherlich öfter für den Ruf und die Ehre einer Frau schädigend, als sich dies manche bewusst machen. Hier finde ich, sollten sich manche deutsche Frauen eine Scheibe von abschneiden, um das zu bekommen, was sie ja eigentlich suchen, sich vermutlich auch erhoffen: Ehre, Würde, Anerkennung, Liebe....
Das Leben in Extremen, wann und wo auch immer, ist anstrengend und unbefriedigend, wie ich zumindest meine.
So erwähnte ich also, dass jeder was von der anderen Kultur brauchen könnte, so eine Scheibe davon dachte ich mir so, ohne dabei in Extreme zu gehen bzw. zu denken.
Jeder hat mal recht, jeder liegt mal falsch - so ist das wohl mit all den verschiedenen Kulturen bzw. Menschen.

Ich könnte auch einfach kurz und knapp auf deine Frage hin antworten: beides ist wohl möglich. Sie könnte aufgrund dessen quasi im Gefängnis sitzen oder eben nicht, kommt ganz auf ihre eigene Einstellung/Motivation an.
Es sind weniger die anderen, als man selbst, und das ist gut so!  ;-

Antwort
von bliblablupsi, 107

ich hab den größten respekt vor dir  dass du überlegst es abzulegen denn ich muss der alten frau zustimmen:es unterdrückt die frau.das mit dem kopftuch ist doch nichts als der klägliche versuch der männer sich größer zu machen als die frauen.die haben schlichtweg angst vor eigenstäändigen selbstbewussten frauen...      

tut mir leid,ich will wirklich niemanden beleidige aber das ist nun mal meine meinung.

Antwort
von pinkyitalycsb, 727

Gut, denn an deiner Stelle würde ich auf jeden Fall versuchen, so wenig wie möglich aufzufallen und nicht überall und täglich aller Leute Blicke auf mich zu ziehen!

Könntest du das Kopftuch nicht nur zu religiösen Anlässen tragen, wie beim Gebet oder in der Moschee?

Ich glaube nicht, dass das Ewige Leben von einem Kopftuch abhängt, wenn du dich ansonsten sittsam kleidest und verhältst, denn Gott/Allah sieht in dein Herz und kennt deinen Glauben und deine Treue zu Ihm!

Aber es ist deine Entscheidung! Versuch es doch nach so vielen Jahren wieder einmal ohne Kopftuch und sieh selbst, wie du dich dabei fühlst, ohne dich von anderen darin bevormunden zu lassen.

Antwort
von sashapieterse, 47

Ich finde du solltest dich nicht von anderen beeinflussen lassen. Klar wird es Menschen geben, die einen anstarren und dumme Kommentare abgeben, aber das gehört dazu. Lieber angestarrt werden, weil man ein Kopftuch trägt und seinen Glauben praktiziert anstatt Aufmerksamkeit durch halbnackte Outfits zu erregen :)

Antwort
von mmolthagen, 627

Hallo,

was Du schreibst, macht mich sehr traurig - und wütend über uns Deutsche. Ich finde es schlimm, wie intolerant und fremdenfeindlich viele von uns immer noch sind. Oder auch wieder zunehmend werden, sobald es vor allem um Muslime und den Hidschab geht.

Es macht mich auch traurig, dass Du Dich aufgrund dieser Anfeindungen mit der Frage auseinandersetzen musst, ob Du den Hidschab, für den Du Dich ja freiwillig entschieden hast, nicht doch besser absetzt. Das ist keine gute Voraussetzung, über eine solche Frage nachzudenken; denn es ist ja mehr als nur ein Stück Stoff.

Warum können wir einander nicht so akzeptieren, wie wir sind? Muslima oder Christ, mit Kopftuch oder ohne, mit Niqab oder mit viel Make-up oder was sonst?

Nun, Du fragst, was ich denke, wenn eine Frau, die ich schon länger kenne, das Kopftuch abnimmt. Ich würde mich bei ihr erkundigen - und in einem Falle wie Deinem mein Mitgefühl für diese schwere Entscheidung äußern ("ich stelle es mir schwer vor, in dieser Situation zu sein. Ich möchte dir gerne helfen"). Ich würde ihr sagen, dass ich in jedem Fall an ihrer Seite stehe - dass ich sie mag, ob sie nun Hidschab trägt oder nicht. Dass mir ihre inneren Werte wichtig sind, nicht was sie auf dem Kopf trägt.

Wenn ich weiß, der Hidschab ist ihr wichtig, dann würde ich vorsichtig versuchen wollen, ihr Mut zu machen, den Hidschab auch weiterhin zu tragen, ihr raten: Schreibe Dir jeden Tag auf, wenn Du ein gutes Erlebnis hattest, obwohl oder gerade weil Du Hidschab trägst.

Ich würde ihr also eher raten, zu ihrer Entscheidung zu stehen.

Und ich würde es ihren Feinden nicht gönnen, dass sie den Sieg davon tragen und über eine Frau triumphieren, die sie letzten Endes gedemütigt und entrechtet haben. Ich glaube, das würde mich wirklich ärgern - wenn solche Leute einen Sieg verbuchen können (und ich fürchte ja, sie würden dann nicht aufhören, sondern einfach weitermachen).

Aber ich weiß auch: Ich bin es ja nicht, der die Anfeindungen aushalten muss. Ich stecke ja nicht drin. Ich trage (zumal als Mann) keinen Hidschab, meine religiöse Zugehörigkeit ist äußerlich nicht zu erkennen (manchmal frage ich mich, ob das nicht eigentlich ein ganz großer Fehler ist, dass ich meine religiöse Zugehörigkeit in der Öffentlichkeit quasi verschleiere). 

Siehst Du Deinen Hidschab heute noch als religiöse Pflicht? Wenn ja, hast Du gläubige Freundinnen, die ebenfalls Hidschab tragen und mit denen Du Dich darüber in einer freien Atmosphäre austauschen kannst? Sie kennen ja vermutlich die Probleme, wegen des Hidschab angefeindet zu werden. 

Liebe Grüße

MIchael

Kommentar von r6ttztu ,

Ich finde es schlimm, wie intolerant und fremdenfeindlich viele von uns immer noch sind.

Darüber müssen Sie sich in wenigen Jahrzehnten keine Gedanken mehr machen da die Deutschen selbst dann im eigenen Land die Minderheit sein werden, bis dahin müssen Sie noch tapfer durchhalten.

Kommentar von gamine ,

Das wird noch ne Weile dauern. In Deutschland kommen 2 Asylanten auf 1000 Deutsche pro Jahr.

Kommentar von 325212 ,

Es leben bereits jetzt schon über 20%"Menschen mit Migrationshintergrund" also Ausländer in Deutschland, es dauert nur mehr wenige Jahrzehnte. In den Niederlanden und Belgien ist bereits jetzt jedes zweite Neugeborene Moslem. 

Kommentar von mmolthagen ,

Dreizwofünfzwoeinszwo,

nicht jeder "Mensch mit Migrationshintergrund" ist Ausländer. Sobald er die deutsche Staatsbürgerschaft erwirbt, ist er Deutscher. Das "mit Migrationshintergrund" hat dann rechtlich keine Bedeutung mehr.

Außerdem lebst Du vermutlich auch nicht seit Staatsgründung in Deutschland, sondern bist irgendwann durch Zufall per Geburt in dieses Land (und nicht etwa nach Syrien oder in den Irak) migriert worden, nicht wahr?

Was unterscheidet Dich dann von jemandem, der nicht durch den Geburtskanal, sondern in einem Zug, einem Flugzeug oder auf seinen Füßen hierher migriert ist?

Genau: Du hast sogar weniger dafür geleistet, hierher zu kommen als einer, der vielleicht eine beschwerliche Flucht hinter sich hat, um Deutscher zu werden.

Grüße

Michael

Kommentar von youarewelcome ,

Nur weil Ausländer in Deutschland leben, bedeutet auch dies nicht und keinesfalls und nie, dass deswegen Deutschland seine Kultur und seinen religiösen Hintergrund abgibt....schlicht und ergreifend...da ist was falsch gedacht...denn die Ausländer übernehmen das Land nicht...das ist nur im Islam so, dass dieser nämlich keine Religion sondern eine höchst fragwürdige Politideologie ist, weiß zwischenzeitlich jedes 3-jährige Kind in Deutschland!!

Kommentar von mmolthagen ,

Deutschlands Kultur: Weltoffenheit, Toleranz, Akzeptanz auf Basis der Bereitschaft, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu akzeptieren

Deutschlands religiöser Hintergrund: Weltanschauliche Neutralität bei einem Rechtsmonopol des Staates

Das ist das, was zu "Kultur" und "religiöser Hintergrund" zu sagen ist. Deutschland hat ansonsten weder eine homogene Kultur noch einen homogenen religiösen Hintergrund - und das ist auch gut so.

Deutschland ist bunt.

Und muslimische Frauen mit Hidschab oder Niqab gehören zu Deutschland.

Kommentar von Abahatchi ,

Nur weil Ausländer in Deutschland leben, bedeutet auch dies nicht und keinesfalls und nie, dass deswegen Deutschland seine Kultur und seinen religiösen Hintergrund abgibt

Waren die Germanen nicht Heiden? So gesehen ist doch bereits das Christentum eine Religion aus dem Nahen Osten, die den Germanen aufgezwungen wurde. Das Christentum ist gewisser Maszen eine Nachfolge vom jüdischen Glauben und der Islam eine besonders schlechte Kopie des Christentum. Allen diesen Religionen ist der Erzengel Gabriel gemein, der monotheistische Gott und viele Propheten. Ich verstehe auch nicht, was einige mit "Kultur abgeben" meinen. Viele vergessen, dasz es heute in Deutschland Menschen gibt, die durchaus über 100 Jahre alt sind und glaubt mir, die Deutschen selbst haben ihre Kultur in den letzten 100 Jahren extrem geändert. 

Wenn etwas in der Deutschen Kultur Beständigkeit hat, dann die Unbeständigkeit der deutschen Kultur.

Kommentar von Abahatchi ,

Es leben bereits jetzt schon über 20%"Menschen mit Migrationshintergrund" 

Von allen Deutschen, die meinen sie hätten keinen Migrationshintergrund und damit meine ich auch Neo-Nazis, sind gerade mal noch 10 % "deutscher" Abstammung. Die meiszten sind romanischen Ursprungs oder slawischen Ursprungs. Was die meiszten "Nazis" heute als "Deutsch" empfinden, ist alles, nur nicht Deutsch. Würden alle, die nicht wirklich deutschen Ursprungs wären, so wie von den Nazis gefordert, das Deutsche Land verlassen, dann würde Deutschland recht leer sein. Acht millionen Hansel würden sich auf dem riesigen Gebiet verlieren. Natürlich müszten auch 9 von 10 Neonazis das Land verlassen. Genau genommen würde nur noch Niedersachsen incl. Bremen besiedelt sein. Bayern leer, Sachsen leer, Hamburg leer, NRW leer, Baden-Würtemberg leer, Mecklenburg-Vorpommern leer, Hessen leer, Schleswig-Holstein leer, Thüringen leer, Saarland leer, Sachsen-Anhalt leer, Brandenburg leer, Berlin leer, Reinland-Pfalz leer. Übrigens, die Deutschen stammen eigentlich aus einer Region nördlich des Schwarzen Meeres. Somit wäre ja die Deutschen selbst Menschen mit Migrationshintergrund. 

Grusz Abahatchi

Kommentar von mmolthagen ,

r6dingsda,

keine Sorge - die Mitbürger mit Migrationshintergrund, die zu uns kommen, erwerben früher oder später die deutsche Staatsbürgerschaft und sind dann Deutsche.

Übrigens: Das hier ist nicht "unser eigenes Land". Es gehört den Menschen, die hier leben. 

Schließlich kommen wir alle ursprünglich aus Afrika und sind nach Europa migriert (und haben dann erst 'mal die Neandertaler verdrängt).

Und die meisten von uns "Biodeutschen" werden aus dem Mutterleib ohne irgend einen eigenen Verdienst nach Deutschland migriert. Oder hast Du irgend etwas dazu getan, dass Du hier geboren wurdest und nicht in Syrien, dem Irak oder irgend einem anderen Land? Nein - es ist purer Zufall. Du kannst Dir darauf nichts einbilden und daraus keine Vorrechte für Dich ableiten. Du hast nicht mehr Recht, hier zu sein als irgend ein Migrant.

Grüße

Michael

Kommentar von Abahatchi ,

was Du schreibst, macht mich sehr traurig - und wütend über uns Deutsche.

Alle Deutsche über einen Kamm schären ist aber auch nicht nett. Ich persönlich kann mich noch an Zeiten in Deutschland erinnern, da hatten eigentlich alles Bauersfrauen Kopftücher getragen und selbst in den Städten war es üblich. Habe für Dich mal einen Link rausgesucht. Schaue mal, was da in der ersten Reihe alles hockt und vermutlich alles Christen. 

http://www.chroniknet.de/user/36/793_0.jpg

Ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dasz nun alle, die Ihr begegnen sich komisch verhalten. Es mag sein, dasz der Mensch für gewöhnlich immer da hin schaut, wo etwas sich von der Menge abhebt. Würde ich mir wie Michael Jackson einen Mundschutz anlegen, mann würde mich vermutlich auch öfters anschauen, weil ich eben auffalle. 

Sie schreibt, dasz sie an einer Uni ist. Gerade Universitäten in Deutschland sind das Gegenteil von NPD oder Pegida. Vielleicht würde der einen Mann sie auch schief anschauen, wenn sie kein Kopftuch getragen hätte. Woher will sie denn so genau wissen, dasz es an ihrem Kopftuch liegt, dasz sich alle scheinbar ihr gegenüber so "ablehnend" verhalten? Sie kann ja mal Probeweise das Kopftuch abnehmen, um zu schauen, wie die anderen reagieren. Falls sie dann Fragen, ob sie nun Atheistin ist, weil sie kein Kopftuch mehr trägt, könnte sie ja sagen: ach das Kopftuch, das hatte ich nur getragen um so richtig typische bäuerlich und urdeutsch zu wirken. Hatte ich auf alten Fotos gesehen. Aber als ich dann so als richtig Deutsche hier mit Kopftuch rumlief, war es wo den Deutschen zu orthodox!

Angriff ist die beste Verteidigung!

Antwort
von XxCandelxX, 141

Ich möchte dazu 2 Sachen sagen, ich habe eine ganz tolle Freundin die Kopftuch trägt, ich selber bin eigentlich katholisch nur mal neben bei. 

Eines nachts hab ich geträumt das sie ohne Kopftuch zur Schule kam und ich war so enttäuscht, ich hab in ihr ein richtiges Vorbild gesehen und dieser Moment im Traum tat mir richtig weh sie ohne zu sehen. Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben aber es hat sich angefühlt als ob alles was sie getan hat umsonst war.der ganze Stolz den ich ihr gegenüber hatte war weg. Zum Glück war es nur ein Traum.

Logisch wenn du es nicht mehr vertrittst und dazu nicht mehr stehen kannst lass es, aber in eurer Religion sagt man das Gott einem aufgaben gibt welche man überstehen muss und das es nie mehr wird wie das was man verkraftet, vielleicht ist deine Aufgabe zu beweisen das dir der Glaube wichtiger ist wie die Meinung der Leute 

Antwort
von Daria700, 12

Finde ich sehr mutig,aber hat es nicht Konsequenzen für dich?Kannst du damit umgehen?

Antwort
von jojo1011, 185

Ich finde das geht gar nicht dass dich fremde Leute blöd anstarren nur weil du ein Kopftuch trägst. Sie sollten dich respektieren so wie du bist. Ich meine du solltest nicht aufhören es zu tragen, nur weil einige andere Leute es nicht so gut finden. Es ist schließlich ein Teil von dir und deiner Vergangenheit. Es wäre wahrscheinlich leichter für dich wenn du es abnehmen würdest, aber willst du das wirklich?

Antwort
von TimeosciIlator, 514

Finde ich natürlich ok. Aber das ist vollkommen Dein Bier. Ich würde es genauso akzeptieren, wenn Du das Kopftuch aufgrund Deiner religiösen Gesinnung tragen wolltest. Aber das möchtest Du ja selber aus den beschriebenen Gründen gar nicht. Deshalb mein Tipp: Geh Deinen eigenen Weg ! (Video von Fleetwood Mac) Du wirst es niemals allen Menschen recht machen können. Es gibt immer wieder welche, bei denen Du anecken würdest. Aber wenn Du das tust, was Dir selber besser gefällt, tust Du es wenigstens weil es Dir selber besser gefällt. Und falls Du Dich für "oben ohne" entscheiden solltest:  Willkommen in der Welt des natürlichen Kopfschmuckes ! :)

Antwort
von furkansel, 691

Was ich nicht verstehe: warum willst du wegen anderen menschen dein kopftuch abnehmen? Du willst es tragen aber hälst diese Anfeindungen nicht aus? Als ich noch das Gymnasium besuchte, habe ich viel schlimmere Geschichten gehört, wo teils kopftuchträger (nicht in der schule sondern auf offener Straße) teils angemeckert und sogar angeschrien wurden. Die haben sich aber davon nicht beirren lassen, weil sie von sich selbst überzeugt sind. Und wenn man trotz alledem es aushält, macht es einen auch stärker. Deine uni finde ich auch sehr komisch dass es da so zugeht. Gerade an unis gibt es viele internationale Menschen und ich sehe auch an meiner uni (tu berlin) kopftuch tragende Mädchen, da gibt es auch ein gebetsraum. Ich kenne andere unis wo das ähnlich ist und die auch sehr weltoffen sind. Wäre es eine option die uni zu wechseln? Denn in der regel sind Unis nicht so, zumindest nicht die ich kenne und wo Freunde hingehen...

Hier zwei interessante Artikel, besonders der erste Artikel. Passt zur Frage.

http://www.bento.de/gefuehle/muslima-erzaehlen-warum-sie-kopftuch-tragen-16122/

Kommentar von Kristall08 ,

Ich habe auch etwas Zweifel an der Darstellung der Fragestellerin und möchte mal in die Diskussion werfen, ob das nicht nur auf persönlichen Befindlichkeiten beruhen könnte. ;)

Kommentar von for58ever ,

Hi, vielleicht sollte ich meine Situation etwas besser klar stellen. Ich studiere Jura und in so einem Fach ist es sehr üblich, dass man über Themen wie Politik, Religion usw. spricht. Und es war nicht nur einmal sondern mehrmals der Fall. Bei uns in der Uni gibt es auch Gebetsräume. Und natürlich kommt dir jetzt in Deutschland in einer Uni niemand in die Quere und sagt:"Du hast hier nichts zu suchen oder ich will dich hier nicht sehen!" Das wollte ich hier nicht vermitteln. Nur jetzt ist es so, dass bei uns in diesem Studiengang nicht so viele gibt, die mit Kopftuch studieren. Und selbst wenn, dann haben sie entweder abgebrochen oder sind bei den Vorlesungen nicht aktiv dabei. Und immer wenn das Thema z.B. zum Islam kam, wurde ich direkt kritisch angeschaut. Wenn ich unter 300 Leuten als einzige mit Kopftuch sitze, dann fällt das eben auf. Auch in den AG's war dies der Fall. Von einigen wissenschaftlichen Mitarbeitern wurde ich sogar ab und zu dran genommen, ohne mich zu melden. Und diese haben mir krasse Fragen gestellt. Deshalb so meine Darstellung auch. Ich wollte halt nur sagen, dass das eben auffällt. Ich bin mir sicher, dass ich mir das nicht einbilde. Ich möchte hier niemanden provozieren glaubt mir. Ich wollte auch keine Ratschläge. Ich wollte nur wissen, was viele darüber denken.  Mich stört es nicht, wenn die Leute mit mir reden oder mich ansprechen. Ganz im Gegenteil! Ich habe auch Freunde in der Uni. Aber was mich stört ist, dass ich zu viel auffalle und den Leuten das Gefühl vermittle, mich dulden zu müssen. Auch wenn mir das bis jetzt niemand ins Gesicht gesagt, so glaube ich, dass sie nicht wirklich damit zufrieden sind. Ich habe bei vielen das Gefühl, dass sie das Kopftuch als eine Art Provokation wahrnehmen. Und genau das stört mich!

Kommentar von Kristall08 ,

Von einigen wissenschaftlichen Mitarbeitern wurde ich sogar ab und zu dran genommen, ohne mich zu melden.

Nur du oder andere auch? Bei uns kam jeder mal dran, obwohl er sich nicht gemeldet hatte. Und da waren die meisten Studenten männlich und die weiblichen trugen keine Kopfbedeckung.

Wie ich irgendwo in diesem Endlosthread geschrieben habe, war ich neulich mit ein paar Freundinnen in einem Café, einige tragen ein Kopftuch, andere nicht. Keiner hat uns komisch angesehen, wir waren einfach eine Gruppe von Frauen, die lachend und scherzend gemeinsam Tee getrunken haben.
Ich persönlich mag das Kopftuch nicht. Es ist ein Symbol geworden für die Unterdrückung von Frauen und einen Islam, der Gewaltlosigkeit und Achtung vor anderen Religionen predigt, aber vielfach etwas anderes lebt.
Aber ich respektiere, dass es für Frauen, die sich fast ihr ganzes Leben lang in der Öffentlichkeit unter einem Stoffberg verstecken mussten, schwierig ist, plötzlich so ganz "ohne alles" aus dem Haus zu gehen. Ich käme auch niemals auf die Idee, einem Moslem etwas zu essen unterzuschieben, das etwas mit Schwein enthält. Nicht, weil die Person davon wirklich krank würde, aber weil sie entschieden hat, dass sie das nicht möchte. Auch das ist eine Frage des gegenseitigen Respekts. (Ich esse freitags nach Möglichkeit kein Fleisch und verspüre wenig Muße, das jedes Mal zu diskutieren. :)

Schwierig finde ich es hingegen bei Frauen, die schon lange hier leben bzw. hier aufgewachsen sind. Da wird das Kopftuch manchmal zum trotzig getragenen Symbol des Andersseins. Und ist für mich ganz klar eine Folge der fehlgeschlagenen Integration. Es haben halt immer alle gedacht, "die gehen ja wieder zurück". :)
Nun blieben "die" aber. Und man muss erkennen, Investitionen in Sprach- und Integrationskurse hätten sich gelohnt.

Wir können alte Fehler nicht ungeschehen machen. Wir können nur jetzt darauf achten, sie nicht zu wiederholen bzw. die jetzige Situation zu verbessern, indem wir einfach mal offen über unsere Erwartungen und Wünsche sprechen, ohne Vorhaltungen und sachlich. So wie wir das hier gerade tun.

Was ist DEINE Motivation, ein Kopftuch zu tragen? Willst du zeigen, dass du "anders" bist oder ist es wirklich deine religiöse Überzeugung? Würdest du es auch tragen wollen, wenn du dich hier mehr anerkannt und deine Religion weniger kritisiert fändest? Und das meine ich nicht wertend!

 Frage dich das und dann entscheide, was du tun willst.

P.S. Von mir aus kannst du auch herzlich gerne beweisen, dass auch Frauen mit Kopftuch zum eigenständigen Denken in der Lage sind.

Kommentar von for58ever ,

Sie wollen mich scheinbar nicht so ganz verstehen. Natürlich kann mich der wissenschaftliche Mitarbeiter dran nehmen! Das ist nicht das Problem. Es waren halt Fälle, in denen es um Islam ging. Und man hat mich dran genommen und mir provokative Fragen gestellt und sich einerseits auch indirekt darüber lustig gemacht. Es kann sein, dass man ihre Freundinnen in einer Cafeteria nicht komisch angeschaut hat. Mich schaut man auch nicht sonst draußen so komisch an, außer dass ich von diesen ein paar Leuten, die ich nicht kenne angesprochen wurde. Meine Motivation ist die religiöse Überzeugung. Ich hatte damit wirklich nicht das Ziel verfolgt, andere damit zu ärgern. Natürlich würde ich das auch tragen, wenn man mich damit mehr anerkennen würde. Was hat das mit Anerkennung zu tun? Wer es tut, um andere zu provozieren, erfüllt sowieso nicht den Zweck!

Antwort
von Hannibalistgeil, 275

Die Entscheidung liegt in deiner Hand. Ein Moslem wird gedemütigt indem er ist wie er ist die Leute interessiert es nicht wie er im Inneren ist. Macht es dich nicht stärker solche Demütigungen zu überwinden? Macht es dich nicht zu einem besseren Moslem wenn du solche Menschen ignorierst? Überdenke deine Entscheidung

Antwort
von jojokl, 124

mir ist das egal denn jeder Mensch ist so wie er ist und wenn sie so sind dann ist das so OKAY ich würde sie in der Öffentlichkeit nicht darauf ansprechen denn ich hätte eher Respekt

Antwort
von stine2412, 214

for58ever, ich habe mir früher immer gedacht, dass Frauen Kopftücher tragen, damit ihr Haar nicht schmutzig wird und auch nicht so schnell von Ungeziefer befallen wird. Eigentlich fand ich diese Erklärung recht pragmatisch, auch jetzt bei den Flüchtlingsfrauen - ihr Kopf ist vor Kälte und Läusen auf der Flucht geschützt. Aber daraus eine Religion machen? Unser Schöpfer hat uns Frauen so schöne Haare gegeben (meistens), wir kriegen keine Glatze und dann sollen wir diese Schöpfung verstecken? Ein Gesicht wird durch das Tuch nicht gerade hübscher! Vielleicht ist das ja der Grund - diese Männer aber auch!

Vielleicht interessiert es dich, wie einige Christen über die Kopfbedeckung denken. Der Mann übernimmt in der Familie die religiöse Leitung und betet auch. Geht das aber irgendwie nicht, kann seine Frau in seiner Gegenwart beten mit einer Kopfbedeckung. Für mich ist auch das ungewöhnlich, aber die Bibel spricht davon, dass es wegen der Engel ist, die das beobachten, ob wir Menschen diese Ordnung einhalten. Nach dieser gottesdienstlichen Handlung verschwindet aber die Kopfbedeckung postwendend!

Zu deiner Frage? Du wirst bestimmt gefragt werden, warum du nicht mehr das Kopftuch trägst. Solltest du dich über den Sinn des Kopftuchtragens vorher klar geworden sein, dann kannst du bestimmt mit einem guten Gewissen sagen, dass du dich entschlossen hast, nur noch in der Moschee ein Tuch zu tragen. Und sicherlich hast du wunderschöne Haare!

Kommentar von mmolthagen ,

Diese Frauen wollen ihre Haare nicht verstecken. Aber sie wollen selbst bestimmen, wer ihr schönes Haar sehen darf und wer nicht - etwa der (zukünftige) Ehemann.

Was Du über die Christen schreibst klingt an 1. Korinther 11,3-16 an - aber da geht es nicht darum, dass die Frau in Abwesenheit des Mannes einen Gottesdienst leiten darf, wenn sie eine Kopfbedeckung trägt (das Wort für "Schleier", Peribolaion, taucht übrigens nur in dem Vers auf: "das Haar ist ihr als Schleier gegeben"). Korinth war eine römische Kolonie, und Paulus hat die Korinther angewiesen, beim Gottesdienst römische Sitten zu befolgen: Die Männer tragen (mit Ausnahme des Vorstehers = hier Christus) keine Kopfbedeckung, die freien und verheirateten Frauen tragen eine. Und was die Engel betrifft - da ist im Grundtext davon die Rede, dass die Frauen Vollmacht über ihr Haupt haben (exousia epi - wird z.B. auch gebraucht, wenn die Bibel schreibt, dass Jesus Vollmacht über Dämonen hatte). Paulus gibt den Frauen Vollmacht über ihr Haupt, weil sie auch über die Engel richten wird (1. Korinther 6,3). Vielleicht ist der Grundtext hier aber auch wörtlich zu verstehen: Angelos = nicht Engel, sondern Boten (der Stadt Korinth).

Ansonsten haben alle Frauen der Bibel Schleier getragen - und zwar nicht nur ein kleines Kopftuch. Die galiläische Jüdin Maria, die Mutter Jesu, dürfte wie viele andere Frauen der Bibel sogar ihr Gesicht verschleiert haben.

Es gibt in der Bibel keine Anweisung Jesu oder der Apostel, dass die Frauen ihren Schleier ablegen sollten. Von daher ist schon zu fragen, ob es nicht eine recht eigenmächtige Entscheidung der Christen war, den Schleier abzulegen.

Kommentar von ChicagoBlues ,

es ist keine Pflicht für Muslimas...davon abgesehen, hat sich das Christentum und jede andere Religion GOTT sei DANK weiterentwickelt...vielleicht sollte der Islam auch mal realisieren, dass wir nicht mehr das Jahr 650 n. Christus schreiben....und einfach mal ihre Religion im privaten leben.

Antwort
von Kekii, 123

Ein Glaube muss man nicht rechtfertigen und das was andere über dich denken ist nicht dein Problem. Nein, du sollst nicht aufgeben und dein Kopftuch ausziehen, weil du unterdrückt wirst. Nein, du sollst nicht dein Kopftuch ausziehen, weil die Massenmedien es versuchen in das schlechte Licht zu bringen. Nein, zieh es nicht aus wegen mir oder den Menschen, den du am nähsten stehst.
Laut Koran, sollte es normal sein, dass das Leben für Muslmie schwieriger ist. Es hat sich dementsprechen auch so prophezeit. Ich bin Christ und lasse mir von keinen Muslim etwas über meinen Glauben kritisieren, aber ich höre immer sehr gerne zu. Ich liebe Muslime, weil ich ihre guten Seiten sehe und meine großteil meine Freunde sind Muslime.
Nein, es ist völlig okay zu zweifeln. Es ist in Ordnung das du darüber nachdenkst und der liebe Allah wird auch Rücksicht danach haben. Aber verdammt nochmal, lass es nicht zu. Du bist Du und dein Kopftuch wird nichts daran ändern.
Ich rate dir, wenn du im Norden von Deutschland leben solltes, in den Süden zu ziehen. Hier unten ist es eigentlich nicht so  (ich sage mal) rassistisch.
Wenn natürlich die Möglichkeit und Lust besteht. Aber mach es niemals wegen andere okay.
Wenn du kein Kopftuch mehr tragen willst ist es völlig okay. Es gibt wichtigere Dinge als das. Wenn du es tust, wird der gleiche Effekt aufdringen und zwar von dennen die dich bewundert haben ...

Antwort
von MangoPrinzessin, 94

Zuerst möchte ich dir sagen, dass es mir furchbar Leid tut, zu lesen, was dir widerfährt. Dass es in der Gesellschaft zu solchen Reaktionen kommt, ist leider nicht mehr so verwunderlich, aber dass gebildete Leute wie Kommilitonen oder sogar die Professoren so reagieren, finde ich wirklich ungeheuerlich!        
Prinzipiell fände ich es nicht schlimm, wenn ich eine Frau in deiner Situation kennen würde, die plötzlich ihr Kopftuch nicht mehr trägt. Ich könnte mir vorstellen, dass es zu vielen Fragen kommen wird, was vermutlich nach den ersten Tagen vorbei geht.            
Dass du zu solchen Mitteln greifen musst, ist wirklich erbärmlich für diese Gesellschaft. Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück! 

Antwort
von Akainuu, 403

In diesem Land kann jeder Mensch seine Religion frei ausüben und dementsprechend darfst du das Kopftuch selbstverständlich abnehmen.

Falls du meine persönliche Meinung wissen möchtest: Ich bewundere muslimische Frauen, die sich - trotz der scheinbaren Last - für das Kopftuch entscheiden. Sowas genießt meinen größten Respekt, denn gewiss ist es nicht einfach, wenn man so behandelt wird. Ich kann mich schwer in deine Lage hineinversetzen, weiß aber aus persönlichen Erfahrungen, dass - nun gut, wie formuliere ich das - geistig etwas begrenzte Menschen schnell Urteile über Menschen fällen, wenn sie in irgendeiner Hinsicht anders zu sein scheinen. Sei es nun die Religion, die Hautfarbe oder die Herkunft i.a.S. Bekanntlich ist es schwer, wenn man plötzlich auch noch über den eigenen Tellerrand schauen muss, denn so erkennt man urplötzlich, dass es verschiedene Lebensstile gibt und andere sich nicht zwangsläufig dem eigenen anpassen müssen, bis dato war man schließlich der Mittelpunkt dieses Planeten.

Ich persönlich würde diesen Menschen solch einen Gefallen nicht tun. Wenn du nach wie vor zu deinen Grundüberzeugungen stehst, dann denke nochmal darüber nach. Sich verändern, weil es anderen nicht passt? Das kann nicht die richtige Entscheidung sein, du schadest niemandem mit einem Stofffetzen. De facto würde ich es - sollte dem so sein - schade finden, denn so siegt die Dummheit über die Vernunft. Es kann gewiss nicht ein Merkmal der Vernunft sein, wenn man andere aufgrund solch einer Bagatelle schlecht behandelt - vor allem nicht im 21. Jahrhundert, in diesem Land stehen jedem Menschen Grundrechte zu und das Grundrecht auf Religionsfreiheit ist gemäß Art. 4 GG jedem Menschen gegeben - auch dir. Darauf hättest du die werte Dame vielleicht aufmerksam machen sollen.

Und lass dir bitte keinen Unfug von Leuten einreden, die ihre eigene Intoleranz mit Sätzen wie "In Deutschland trägt man kein Kopftuch" begründen, solche Leute sind die gefährlichste Sorte: Haben von nichts Ahnung und wollen immer ihren Willen durchsetzen - die Begründungen sind (wie sonst auch) Nonsens. Wenn dieses Land auf etwas stolz sein kann, dann vor allem auf die Rechte, die die Menschen genießen. In dieser Hinsicht ist Deutschland meiner Ansicht nach ganz oben mit dabei. 

Jeder Mensch darf sich hier frei entfalten und soll dies auch tun, die Meinung irgendwelcher Kleingeister ist irrelevant und hat keinerlei Bedeutung. Lass dich nicht schlecht behandeln und öffne ruhig den Mund, wenn jemand dich verbal attackiert. Schaut die Person dich schief an, dann schaust du halt mal zurück. 

Das hat bei mir immer funktioniert, die Leute haben nur etwas zu melden, weil du bisher nichts unternommen hast. Es gibt da draußen genug Leute - mich eingeschlossen - die dir in solch einer Lebenssituation (sei es z.B. das mit der scheinbaren Freundin" zur Seite stehen, also solltest du dieses strikte Negativdenken ablegen. Mag sein das es da draußen intolerante Menschen gibt, diese machen aber gewiss nicht die Mehrheit aus. 

An dieser Stelle: „Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!" Bertolt Brecht

Kommentar von ChicagoBlues ,

WÄRE TOLL wenn islamische LÄNDER dies mal den Christen, Juden, Homosexuellen, Andersgläubigen gestatten würden, solange das nicht ist, haben Muslime hier keinen Spielraum mehr für FORDERUNGEN!

Kommentar von Akainuu ,

"solange das nicht ist, haben Muslime hier keinen Spielraum mehr für FORDERUNGEN!"

Falsch. Diese Grundrechte stehen allen Menschen zu und nicht nur denen, die jemand wie du auserwählt. Jeder Mensch in diesem Land ist Grundrechtsträger und das kannst du in den Gesetzestexten gerne nachlesen.

Deine persönlichen Ansichten sind vollkommen irrelevant, bleibe bei den Fakten. Keiner dieser Leute kann die Umstände in den jeweiligen Ländern beeinflussen, dein Argument "In deren Ländern werden Minderheiten unterdrückt, also nehmen wir denen jetzt ihre Menschenrechte" ist kindisch, naiv und nicht verfassungskonform.


Kommentar von Fujitora67 ,

Ich bedanke mich als Muslim für deine objektive Sichtweise, die bei vielen hier zu wünschen sind. Mmn hätte deine Antwort n Stern verdient.

Kommentar von Kristall08 ,

Ich muss ChicagoBlues insofern zustimmen, dass niemand hier das Recht hat, Forderungen zu stellen.

Man könnte auch einfach mal höflich um etwas bitten. Auf diese ständigen Forderungen von egal welcher Seite reagiere ich mittlerweile auch allergisch.

Kommentar von Akainuu ,

"Ich muss ChicagoBlues insofern zustimmen, dass niemand hier das Recht hat, Forderungen zu stellen."

Du verfügst über ein falsches Verständnis hinsichtlich der Tatsachen. Es existiert überhaupt keine Forderung. Das Grundgesetz ist die oberste Rechtsnorm in diesem Land, sie gilt für Bürger und Staat gleichermaßen, räumt den Bürgern Rechte und Pflichten ein und beschränkt die Staatsgewalt. Differenziere eine Forderung von einem Menschenrecht, das keine Forderung voraussetzt:

Artikel 4 GG:

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

---

Du siehst das alles aus einer falschen Perspektive. Das Problem ist dein subjektives Empfinden, das sich in deinen Antworten manifestiert. Kein Mensch muss eine Forderung stellen, um Religionsfreiheit zu genießen. JEDER MENSCH in diesem Land darf sich in dieser Hinsicht frei entfalten. Du regst dich also über eine Forderung auf, die niemals präsent war.

De facto muss keine Muslima erst etwas fordern, dieses Recht genießt sie von Anfang an und dieses Recht steht nicht zur Debatte. 

"Man könnte auch einfach mal höflich um etwas bitten."

Wer soll wen um etwas bitten? Dich? Eine Bitte weist im Endergebnis die Option vor, dass sie abgelehnt werden kann.

"A fragt B, ob sie ein Kopftuch tragen darf. B möchte dies nicht und lehnt die Bitte der A ab".

Die Meinung des B ist vollkommen irrelevant. Das Grundgesetz steht über allem anderen und damit ist eine Diskussion überhaupt nicht notwendig, der B hat keine Entscheidungsfreiheit darüber.

" Auf diese ständigen Forderungen von egal welcher Seite reagiere ich mittlerweile auch allergisch."

Niemand stellt dir oder irgendwem sonst Forderungen. Du (oder sonst irgendein Bürger) hast nicht die Befugnisse, um irgendwelche Forderungen auch nur ansatzweise bejahen oder verneinen zu können. Und genau deshalb existieren Grundrechte, die allen Menschen die gleichen Freiheiten einräumen, die Entscheidung dahingehend unterliegt nicht irgendwelchen Bürgern, die ihre persönliche Ansicht auf ganze Menschengruppen übertragen wollen. Menschen sollten diese Macht niemals besitzen, sie hat immer nur irgendwelchen Psychopathen den Weg geebnet. Leider liegt es wohl in der Natur des Menschen, dass er andere beherrschen möchte.

Kommentar von Kristall08 ,

Du unterschätzt gerade, mit wem du redest.

Ich sehe gar nichts aus einer falschen Perspektive. Ihr verkennt, dass auch Engelsgeduld mal ein Ende haben kann. Gesetze kann man ändern, selbst das Grundgesetz, da es nicht in Stein gemeißelt, sondern nur auf Papier geschrieben ist.

Es wäre allein schon eine Frage der Höflichkeit und des gepflegten Umgangs, erstmal zu bitten, statt immer gleich zu fordern.

Kommentar von Rivkin ,

Und ich weiß immernoch nicht, wo es eine Forderung ist, seine Religion frei wählen zu können und auch, in wie fern man diese lebt und nach außen zeigt. Das ist schlichtweg ein Grundrecht und da gebe ich Akainuu voll und ganz Recht, dass dort eine Forderung gar nicht nötig ist.
Das Grundgesetz erlaubt die freie Entfaltung der Persönlichkeit, solange kein anderer davon geschädigt wird. Und ich hatte bisher nie den Eindruck einen "Schaden" davon zu tragen, wenn eine Muslima mit Kopftuch an mir vorbeigegangen ist oder ich mich mit ihr unterhalten habe. 

Und ich wette du fragst auch nicht ob du am Bahnhof oder wo auch immer mal dein Handy benutzen oder diese oder jene Jacke/Hose etc. tragen darfst. Du machst es einfach, weil das Grundgesetz dir dieses Recht uneingeschränkt gewährt. 

Seine Grundrechte einzufordern ist das, was jeder normale Mensch tun würde. Komischerweise scheint es kein Problem zu sein wenn Juden, Christen etc. diese automatisch in Deutschland in Anspruch nehmen, aber wenn ein Moslem oder eine Musliam vor einem steht wird von unhaltbaren Forderungen gesprochen. Was ist denn das bitte für eine Doppelmoral?

Kommentar von Akainuu ,

Selbstverständlich ist das eine Doppelmoral, Rivkin.

Mit diesen Leuten kann man sich aber nicht verständigen, da sie ihre Meinung als Maß aller Dinge definieren. Ich habe jetzt mindestens ein Dutzend Argumente gebracht, die auf dem GG beruhen, diese Argumente werden jedes Mal ignoriert und man bekommt als Gegenzug sowas wie "Ja, aber die sollen erstmal fragen" zu hören, was - wie wir beide nun erläutert haben - Nonsens ist.

Mal ganz ehrlich, man nennt hier sogar die dazugehörigen Artikel, begründet alles sachlich mit dem GG, aber kriegt dann nur sowas wie "Das Grundgesetz ist auch nur ein Gesetz und kann geändert werden" zu hören.

Mir geht es grundsätzlich darum, dass die Gefährlichkeit solcher Aussagen den Leuten gar nicht bewusst ist, die wollen elementare Bestandteile der Verfassung ändern, weil ihnen ein Stofffetzen nicht passt. 

Zu dieser Thematik braucht man sich aber auch nicht mehr äußern, wer wirklich objektiv ist, der erkennt, dass die Diskriminierung und derartige Unterdrückung von Minderheiten (die sollen erstmal fragen, vielleicht erlaubt ich denen das) nicht nur verfassungswidrig, sondern auch auf einer rein menschlichen Ebene echt widerlich ist.

Kommentar von Akainuu ,

"Du unterschätzt gerade, mit wem du redest."

Sieh mal einer an, wer bist du denn? Ich könnte dieser Aussage irgendeine Bedeutung zuordnen, wenn deine bisherigen Argumente wirklich überzeugend gewesen wären, aber der einzige erkennbare Inhalt ist "Sie müssen sich anpassen/erst bitten/Höflichkeit" und weitere Aussagen, die nichts - rein gar nichts - mit dem zu tun haben, was ich zuvor gesagt habe und ich habe dir nun mehrmals mitgeteilt, dass diese Dinge keine Rolle spielen, da die Religionsfreiheit durch das Grundgesetz gegeben ist, aber du kannst/willst das einfach nicht verstehen. 

"Ich sehe gar nichts aus einer falschen Perspektive."

Doch, aber sowas von.

"Gesetze kann man ändern, selbst das Grundgesetz, da es nicht in Stein gemeißelt, sondern nur auf Papier geschrieben ist."

Kann man, aber dies obliegt zum Glück nicht irgendwelchen Bürgern, sondern Leuten, die sich Gott sei Dank mit der Materie beschäftigt haben und wissen, was diesem Grundgesetz für eine Bedeutung anzurechnen ist/nicht aufgrund irgendwelchen subjektiven Geschwafels meinen, sie könnten das Grundgesetz nach Belieben beeinflussen. Das Grundgesetz wurde so konzipiert, dass es eben nicht aufgrund irgendwelcher traditioneller - vollkommen veralteter - Ansichten irgendwelcher Leute geändert werden kann.

Das Grundgesetz stammt aus dem Jahre 1949 und wurde von Menschen verfasst, die den zweiten Weltkrieg miterlebt haben und genau wussten, warum die Änderung des Grundgesetzes erschwert werden muss. Zudem hat man aus den Fehlern der weimarer Verfassung gelernt.

---

Art. 79 II GG: (2) Ein solches Gesetz bedarf der Zustimmung von zwei Dritteln der Mitglieder des Bundestages und zwei Dritteln der Stimmen des Bundesrates.

--> Viel Erfolg, denn das muss man erstmal hinkriegen. Wer sich etwas in der Juristerei auskennt, der weiß, dass sowas wie der Art. 4 GG unter Garantie nicht geändert wird. Vor allem nicht nach dem "Alle dürfen ihre Religion ausüben, nur die Muslime sollen keine Kopftücher tragen" Prinzip, da:

Art. 79 III GG: (3) Eine Änderung dieses Grundgesetzes, durch welche die Gliederung des Bundes in Länder, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung oder die in den Artikeln 1 und 20 niedergelegten Grundsätze berührt werden, ist unzulässig.

--> Ewigkeitsklausel, Art. 1 und 20 stehen unter dem höchstmöglichen Schutz. Die Religionsfreiheit ist bezogen auf den Artikel 1, wer gezielt bestimmte Religionsgruppen benachteiligt und diskriminiert, der tritt die Würde des Menschen mit Füßen.

Tut mir leid, aber deine Ansichten hier sind unglaublich undemokratisch und sehr fragwürdig, wie genau soll das Grundgesetz deiner Ansicht nach denn geändert werden? Würde mich brennend interessieren, ist schon sehr amüsant.

Und das ist es, was so unverständlich ist: Du legst die Dinge nach deinem Ermessen aus, aber so funktioniert ein zwischenmenschliches Miteinander und vor allem auch die Juristerei nicht. Vor dem Gesetz sollten alle Menschen gleich behandelt werden. 

"Es wäre allein schon eine Frage der Höflichkeit und des gepflegten Umgangs, erstmal zu bitten, statt immer gleich zu fordern."

NEIN! NEIN! NEIN! Zum 10. Mal nein. Wie oft soll man dir denn noch sagen, dass keiner irgendeine Person um seine grundlegendsten Rechte bitten muss? Diese Rechte kriegt jeder Mensch von Geburt an und niemand fordert irgendetwas - nochmal - eine Forderung ist und war nie vonnöten.

Hierbei nochmal die Frage: Wer soll wen bitten? Etwa dich? :D

Deine Geduld spielt keine Rolle, Kristall. Du stehst nicht in der Position, um irgendeine Ungeduld geltend machen zu können. Das meine ich überhaupt nicht abwertend, aber du nimmst dich als Person als so wichtig wahr ("Du unterschätzt gerade, mit wem du redest"), dass du meinst, du wärst in der Position, um - lediglich aufgrund irgendwelcher unbegründeten Ansichten - über die Religionsfreiheit anderer Menschen entscheiden zu können. Eine Bitte ist immer noch ein Verlangen, das wiederum die Möglichkeit bietet, dass es abgelehnt werden kann und das ist der Knackpunkt und eine unglaublich undemokratische und vor allem gefährliche Ansicht, die du da vertrittst. 

Kommentar von ChicagoBlues ,

Ich danke Dir @ Aikainuu, das sehen viele Menschen ganz genauso...und die meisten sind soweit, dass sie sich nicht mehr den Mund im eigenen Land verbieten lassen, von dann "beleidigten Muslimen", die zwar gerne austeilen, aber nicht einstecken wollen...dann geht nämlich wie nach meinem Beitrag das große Heulen los...Dir nochmals vielen Dank auch für Deine richtigen und wichtigen Ausführungen

Kommentar von Akainuu ,

Es sind immer wieder irgendwelche merkwürdigen Leute, die diesen Beitrag hier kommentieren...

Chicago, ich habe mich nirgendwo auf deine Seite gestellt, sondern verteidige hier die ganze Zeit die Religionsfreiheit, die du an den Pranger stellst.

Lies den Beitrag, mein Gott :D 

Euch muss man ja nicht einmal argumentativ etwas bieten, da reichen lange Beiträge, die dann nicht gelesen werden - merke ich mir :D

Kommentar von ChicagoBlues ,

Religionsfreiheit bedeutet nicht, der Kultur eines anderen Landes zu höhnen und zu spotten indem ich mit "Alienhead-Verkleidung" oder "Nachthemd" die Strassen bevölkere und meine "Flagge" der politischen Gesinnung so vor mir hertrage. So einfach ist das und lediglich das kritisiere ich. Mich stört niemand, der seine Religion (insofern es eine ist!!) im privaten für sich lebt.

Kommentar von Akainuu ,

"Religionsfreiheit bedeutet nicht, der Kultur eines anderen Landes zu höhnen und zu spotten"

Nicht noch so einer...Was soll das denn für eine Kultur sein, wenn sie sich von einem Stofffetzen verspotten lässt? Oder ist es viel mehr so, dass du dich als eine Person siehst, die verspottet wird? Lacht das Kopftuch dich etwa aus und die Kultur ist ein Vorwand? 

Ich muss hier mal kurz etwas energischer werden: Tut mir leid, aber Leute wie du haben keinen Plan von unserer Kultur und das ist die traurige Wahrheit, der ihr nicht ins Auge blicken könnt und deshalb komme ich zu der Schlussfolgerung, dass die sogenannten "Verteidiger der Kultur" in Wirklichkeit die sind, die ihre Intoleranz mit der Verteidigung irgendeiner Kultur begründen wollen. Wir müssen uns nicht dieser hirnrissigen Idee anschließen, dass Intoleranz jemals ein Teil unserer Kultur gewesen wäre, ich distanziere mich von dieser Idee.

Eine Kultur lässt sich nicht durch einen Stofffetzen zerstören. Wenn dem so wäre, warum spricht man hier nicht all die anderen religiösen Symbole an, die in der Öffentlichkeit getragen werden? Ganz einfach: Weil die Kultur scheinbar nur dann verteidigt werden muss, wenn es irgendeine Frau mit einem Stofffetzen auf dem Kopf ist.

Wir leben im 21. Jahrhundert, die Leute laufen mit Haaren durch die Gegend, die alle Farben des Regenbogens tragen, in diesem Land leben X verschiedene Nationalitäten und es gibt X verschiedene Lebensphilosophien, doch bei einem Stofffetzen ist plötzlich unsere Kultur gefährdet? Bezüglich der Kleidung darfst du dich auch mal gerne umschauen, dann erkennst du, dass da draußen Leute rumlaufen, die die "Alienkleidung" noch bei weitem übertreffen und das ist okay so. Und bei einem Stofffetzen ist deine Kultur gefährdet? In früheren Zeiten hätte man die Leute wegen allen möglichen Dingen gleich an den Pranger gestellt und das haben wir zum Glück überwunden. Das Grundgesetz hat seinen Sinn, es wurde 4 Jahre nach dem WWII geschaffen und die Leute wussten, warum man Meinungen wie deiner Einheit gebieten muss - und sei es das Kleiderverbot/Einschränkung der Religionsausübung, das dich - bei etwas Geschichtswissen - an einen kleinen Mann erinnern dürfte. 

Der Art. 4 II GG gewährleistet allen Personen die freie Religionsausübung und zwar unabhängig davon, ob dies privat oder außerhalb geschieht. 

Das du in einem Stofffetzen irgendeine politische Botschaft siehst, ist viel mehr darauf zurückzuführen, dass du diesen Stofffetzen als Gefahr wahrnehmen möchtest - wofür auch immer. Ich frage mich, ob du dich auch dann so aufregst, wenn irgendeiner mit Markenklamotten durch die Gegend rennt, ist schließlich auch eine "politische Meinung", nicht wahr?

Solltest du weiteren Bedarf an einer Diskussion haben, dann melde dich doch mal per FA oder Kompliment bei mir.

Antwort
von vanillakusss, 145

Also, du sollst auf keinen Fall ein Kopftuch aus Zwang tragen (auch nicht wenn der Koran das angeblich fordert) aber genauso sollst du nicht aus Zwang darauf verzichten. Ob du ein Kopftuch trägst, ist allein deine Entscheidung.

Aber ich würde es gut finden wenn du meine Freundin wärst, ich finde das Kopftuch tragen wirklich unnötig, keine Frau muss sich absichtlich unattraktiv machen.

Gott hat dich so gemacht, es ist nicht verkehrt auch so raus zu gehen und sich zu zeigen.

Antwort
von sallyyo69, 130

ich persönlich finde, dass kopftücher nichts mit religion zu tun haben sondern rein zur unterdrückung der frau dienen, da zB vor mehreren Jahrzehnten in vielen Ländern auch noch gar kein Kopftuch getragen wurde, das kam erst später als eine regel von den männern dazu und ich habe auch noch keinen sinnvollen grund gehört, ein kopftuch zu tragen. aus diesen gründen fände ich es gut, wenn du das kopftuch aufhören würdest zu tragen aber (!!!) wenn du dich dazu aus eigenen stücken entschieden hast, aus welchem grund auch immer, dann sollte es dir egal sein was ich oder alle anderen hier auf gute frage denken oder die leute aus deiner uni. wenn es dich glücklich macht dann trag es weiter, egal ob es jetzt ein kopftuch ist oder knallrote haare oder 10000 piercings im gesicht, jeder sollte das tragen, was er will und sich nicht von anderen einschüchtern lassen, solange er das wirklich möchte. also geh noch mal tief in dich und überlege, ob dir die meinung anderer wirklich wichtiger ist als die der anderen. ich hoffe du findest eine lösung, mit der du glücklich wirst, denn das allein zählt :)

Antwort
von scoogy, 11

Es wäre für mich etwas ungewöhnlich, hinsichtlich einer so etablierten Religion solche Veränderungen zu sehen. Ich will niemandem zu nahe treten, aber dieses Kopftuch scheint nicht zuletzt wegen des religiösen Zweckes auch eine Art "Schleier zwischen Welten". Die Muslime mögen leben wo sie wollen. Nur bleibt aufgrund ihrer "anderen" Lebensweise doch immer der Unterschied zu anderen Religionen, was nicht zuletzt ein ganzes Leben, eben eine "Welt" abbildet. Den Christen sei ihr Kreuz, aber es sind eben alles Merkmale von Unterschieden.

Antwort
von rudim1950, 119

Habe vor das Kopftuch abzunehmen! Wie würdet ihr auf so etwas reagieren?

Äußerst positiv! 

Zuletzt wurden bei uns Kopftücher von den "Trümmerfrauen" getragen, aber aus rein praktischen Gründen und nicht aus religiösen oder familienbedingten. Und dann noch in den 60er Jahren, damit der Fahrtwind des Cabrios nicht die Frisur zerzauste, aber das war es auch schon. 

Du kannst, wenn Du gut bist, hier in Deutschland Karriere auch ohne Kopftuch machen. Warum muss Deutschland vor einem Fetisch einknicken? Es ist nun einmal nicht so wie z. B. in Singapur, wo die Damen mit und ohne Kopftuch oder Schleier oder Sari ohne Probleme leben und arbeiten. 

Bei uns ist das Kopftuch mit dem Islam verbunden - und waren es nicht in der Neuzeit immer islamisch motivierte Attentäter? 

Man kann ja gegen die (katholische und evangelische) Kirche sagen, was man will, aber Glaubenskriege und religiös motivierte Attentate gibt es doch eher selten. Da ist der Islam - und mit ihm leider auch das Denken - noch 600 Jahre zurück und entwicklungbedürftig. 

Also weg mit dem Kopftuch! 

Antwort
von DerStift100, 20

Ach , es ist nur ein dummes Kopftuch. Nimm es doch einfach ab , die Welt wird nicht untergehen. Ich kannte auch mal jemanden , der sein Kopftuch abgelegt hat und diese Person lebt heute noch. Ohne dieses verdammte Kopftuch hättest du gewiss auch höhere Chancen in der Berufswahl. Bringt doch nichts !

Antwort
von Moooses, 420

Jetzt kommt der Winter, da wird sie aber frieren. Das ist jedoch ihre Entscheidung. Ist mir doch egal!

Antwort
von donna16, 249

Hast du dich mal gefragt warum das Kopftuch tragen wolltest? Du weißt das es keine 100%ige Pflicht ist. Es wird nur erwähnt das es Allah gefällt und letztendlich wenn du es für die Religion tust musst du davon 100% überzeugt sein. Es ist doch schön das Menschen dich ansprechen so können Sie doch was von dir lernen. Wir werden immer wieder getestet. Zweifel nicht. Hör auf dein inneres 

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