Habe mit zunehmenden Alter das Gefühl, daß die Zeit immer schneller vergeht. Wie ist das zu erklären?

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5 Antworten

Es ist eine Rechenfrage....

Bewußt (mit tiefen Erinnerungen) nimmt man die Welt ab fünf Jahren wahr, ein Kalenderjahr ist dann nahezu 100% des Lebens. Mit 10 Jahren ist ein Jahr immer noch 20% des bewußten Erlebens. Mit fünfzig Jahren jedoch nur noch rund zwei Prozent......

Auch hat man in jungen Jahren noch viele neue  (Erst) Erfahrungen die einen tief beeindrucken und prägen, das ist auch in der Pubertät, der ersten Liebe, dem Lösen vom Elternhaus u.s.w. so. Aber im Alter ist dieses neue prägende nicht mehr so häufig, das Leben plätschert seinen ruhigen gleichmäßigen Gang und die Stromschnellen welche in unserem Kopf das Vergehen der Zeit fixieren werden weniger.

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Das liegt an der zunehmenden Trägheit im Alter. Die Ereignisse rasen an uns vorbei und auch unsere schnelllebige Zeit in der Hektik in unserer Wohlstands- und Überflussgesellschaft gaukelt uns ein schnelleres Tempo vor. Alles muß in immer kürzer Zeit geschehen und erledigt werden. Die Leute haben mehr Auswahlwöglichkeiten und müssen sich schneller entscheiden, um möglichst viel mitzunehmen in immer kürzeren Abständen, obwohl das Gehirn nicht schneller arbeiten kann, als vor Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden.

Das macht das Gefühl des schnelleren Zeit vergehen. Nimm mal eine Auszeit und nimm mal ein paar Tage vor nichts zu tun, ohne Ziel und ohne Plan, dann wirst du sehen wie langsam auch im Alter die Zeit vergehen kann.

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Kommentar von Ursusmaritimus
03.04.2016, 09:18

Dann hätte mir meine Großmuter nicht schon erzählt "das im Alter die Jahre schneller vergehen", aber die Beschleunigung der Welt ist ein wichtiger Aspekt.

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Ich habe von einer Studie gelesen, dass unser Zeitempfinden von Erlebnissen beeinflusst wird. D. h., um so mehr neue Erlebnisse wir haben, das können spaßige Aktivitäten sein, etwas neues lernen, eben alles was sich im Gedächtnis einprägt weil man es noch nie oder nicht oft gemacht hat. Das "lässt die Zeit langsam rumgehen".

Wird man dagegen älter, erlebt man immer weniger neue Dinge, man arbeitet jeden Tag 8 Stunden, kommt heim, isst was, macht noch ein bisschen Sport o. Ä. und ab in die Falle, und alle 6 Wochen macht man vielleicht mal einen kleinen Ausflug. Da hier ja keine neuen Erlebnisse hinzukommen, ist der Zeitraum für das Hirn sozusagen uninteressant und wird eher komprimiert abgespeichert.

Das Geheimnis darin, das Leben zu "verlängern", ist also möglichst viel zu machen und vor allem immer etwas neues.

Hier ein ähnlicher Artikel der Zeit (welch Ironie):

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/zeit-wahrnehmung-verlangsamung

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Das erscheint einem so, weil man die vergangene Zeit immer relativ zur schon gelebten Zeit sieht. Wenn man zwei Jahre alt wird, so ist das letzte Lebensjahr genau die hälfte der insgesamt gelebten zeit, wenn man drei wird, dann ist es nur noch ein drittel, usw.

Wenn man das als Maßstab nimmt, so hat man gefühlt mit 24 Jahren ungefähr die Hälfte seines Lebens gelebt. Ist aber eine etwas theoretische Betrachtung.

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Das sagen meine Großeltern auch zu mir

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