Frage von ablend, 282

Habe mit Geschwistern Wohnung der Eltern geerbt. Will meinen Anteil an die Geschwister verkaufen. Muss das über Notar laufen - ist steuerlich was zu beachten?

Antwort
von DerHans, 204

Grundstücksgeschäfte müssen grundsätzlich notariell beurkundet werden.

Der Notar wird auch darauf achten, dass dabei ein Mindestpreis eingehalten wird und für die korrekte Abwicklung der Grunderwerbssteuer sorgen.

Antwort
von FordPrefect, 76

Es handelt sich hier um zwei getrennte Rechtsgeschäfte. Die Erbschaft selbst ist im Rahmen der Freibeträge vermutlich steuerfrei, sofern der Anteil den Wert von € 400000.-- nicht überschreitet. Der anschließende Verkauf des ererbten Anteils an die Geschwister ist hingegen zum Einen zwingend über einen Notar abzuwickeln, zum Anderen grunderwerbsteuerpflichtig. Es ist dringend anzuraten, hier einen Steuerberater hinzuzuziehen. Der Notar ist für die steuerlichen Auswirkungen explizit nicht zuständig.

Antwort
von lesterb42, 55

Der Verkauf zur Regelung des Nachlasses ist ggf. steuerfrei. Einfach mal beim Finanzamt anrufen.

§ 3 Allgemeine Ausnahmen von der Besteuerung

Von der Besteuerung sind ausgenommen:

1.

der Erwerb eines Grundstücks, wenn der für die Berechnung der Steuer maßgebende Wert (§ 8) 2 500 Euro nicht übersteigt;

2.

der

Grundstückserwerb von Todes wegen und Grundstücksschenkungen unter

Lebenden im Sinne des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes.

Schenkungen unter einer Auflage unterliegen der Besteuerung jedoch

hinsichtlich des Werts solcher Auflagen, die bei der Schenkungsteuer

abziehbar sind;

3.

der
Erwerb eines zum Nachlaß gehörigen Grundstücks durch Miterben zur
Teilung des Nachlasses
. Den Miterben steht der überlebende Ehegatte oder

Lebenspartner gleich, wenn er mit den Erben des verstorbenen Ehegatten

oder Lebenspartners gütergemeinschaftliches Vermögen zu teilen hat oder

wenn ihm in Anrechnung auf eine Ausgleichsforderung am Zugewinn des

verstorbenen Ehegatten oder Lebenspartners ein zum Nachlass gehöriges

Grundstück übertragen wird. Den Miterben stehen außerdem ihre Ehegatten

oder ihre Lebenspartner gleich;

4.

der Grundstückserwerb durch den Ehegatten oder den Lebenspartner des Veräußerers;

5.

der Grundstückserwerb durch den früheren Ehegatten des Veräußerers im
Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach der Scheidung;

5a.

der

Grundstückserwerb durch den früheren Lebenspartner des Veräußerers im

Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach der Aufhebung der

Lebenspartnerschaft;

6.

der

Erwerb eines Grundstücks durch Personen, die mit dem Veräußerer in

gerader Linie verwandt sind oder deren Verwandtschaft durch die Annahme

als Kind bürgerlich-rechtlich erloschen ist. Den Abkömmlingen stehen die

Stiefkinder gleich. Den in den Sätzen 1 und 2 genannten Personen stehen

deren Ehegatten oder deren Lebenspartner gleich;

7.

der

Erwerb eines zum Gesamtgut gehörigen Grundstücks durch Teilnehmer an

einer fortgesetzten Gütergemeinschaft zur Teilung des Gesamtguts. Den

Teilnehmern an der fortgesetzten Gütergemeinschaft stehen ihre Ehegatten

oder ihre Lebenspartner gleich;

8.

der

Rückerwerb eines Grundstücks durch den Treugeber bei Auflösung des

Treuhandverhältnisses. Voraussetzung ist, daß für den Rechtsvorgang,

durch den der Treuhänder den Anspruch auf Übereignung des Grundstücks

oder das Eigentum an dem Grundstück erlangt hatte, die Steuer entrichtet

worden ist. Die Anwendung der Vorschrift des § 16 Abs. 2 bleibt

unberührt.
Kommentar von FordPrefect ,

Guter Hinweis, der hier jedoch m.E. gerade nicht zum Tragen kommt. Der relevante Absatz 3)

"der Erwerb eines zum Nachlaß gehörigen Grundstücks durch Miterben zur Teilung des Nachlasses"

kommt in der beschriebenen Fallkonstruktion gar nicht mehr zum Tragen. Durch die Veräußerung des Anteils ist die Erbengemeinschaft meiner Auffassung nach bereits aufgehoben worden, und es handelt sich um einen gewöhnlichen Erwerb unter Geschwistern. Dieser aber unterliegt der Grunderwerbsbesteuerung. Siehe dazu u.a. BFH-Urteil vom 9.7.1985 (IX R 49/83) BStBl. 1985 II.

Quelle u.a. http://www.frag-einen-anwalt.de/Aufloesung-Erbengemeinschaft-durch-Miterben-Grun...

Kommentar von lesterb42 ,

Schön, dass sie sich so gut auskennen. Können die Vorraussetzungen der Befreiungsvorschrift durch eine entsprechende Vertragsgestaltung erfüllt werden ?

Kommentar von FordPrefect ,

Die Beantwortung dieser Frage sollte der OP dem Steuerberater seines Vertrauens stellen. Es ist allerdings zu befürchten, dass hier bereits im Vorfeld (wie so oft) Fehler gemacht wurden, die eine entsprechende Lösung erschweren respektive unmöglich machen können.

Antwort
von Goldmarie2016, 76

Zuerst den Erbschein beantragen und dann die Umschreibung. Grunderwerbsteuer fällt nicht an. Hier handelt es sich nicht um einen Verkauf sondern um die Nachlassabwicklung. Die Umschreibung erfolgt über den Notar. dieser beantragt die Umschreibung bei Grundbuchamt

Kommentar von DerHans ,

Selbstverständlich handelt es sich um ein steuerpflichtiges Grundstücksgeschäft. Er will ja nicht auf sein Erbe verzichten, sondern seinen Anteil an seine Geschwister verkaufen.

Antwort
von Lumpazi77, 183

Das mußt Du über einen Notar abwickeln, der Dir auch sagt, ob Steuern fällig werden !

Kommentar von wurzlsepp668 ,

Steuern?

macht der Notar grundsätzlich NICHT ....

darf er nämlich auch nicht ...

in bisher JEDEM Vertrag, den der Notar vorab zugesandt hat, war der Satz enthalten, dass bezüglich der Steuerlichen Auswirkungen ein Steuerberater einzuschalten ist

Kommentar von DerHans ,

Der Notar legt zwar nicht die Steuer fest, weist aber auf die Steuerpflicht hin. So kann niemand behaupten. dass er das nicht gewusst hätte.

Antwort
von webya, 50

Ja, es muss über einen Notar laufen. Sobald du mehr als 400.000€ erbst, zahlst du erbschaftssteuer. 

Antwort
von Gege3210, 22

Meine Antwort ist vielleich neben der Kapp' :

Erbe annehmen ist Eine Sache. Je nach Höhe des Erbbetrags ist Erbschaftsteuer fällig. Das kommt auf die steuerliche Einschätzung der Erbmasse an, und auf welche Erben sich das verteilt. Je nach dem, was das Testament sagt.

Gut wessen man Besitzer ist zu verkaufen, egal ob geerbt oder anders erworben, ist eine Andere Sache. Wenn es um Immobilien geht, muss das zwangsweise über einen Notar laufen.

Mein eigener Fall, als mein Vater starb, war etwas anders gewesen.

Einziges Kind, habe ich auf das Erbe meines Vaters zu Gunsten meiner Mutter verzichtet. Der Notar viel fast vom Sessel : "Wissen Sie, was Sie da tun !?". Ja.

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