Frage von Zauberfussel, 73

Habe ich wirklich keine Chance auf Bafög?

Hallo,
ich hatte nie Kontakt zu meinem Vater.
Kurz vor meinem Auszug vor fast einem Jahr habe ich Kontakt zu ihm aufgenommen, da das doch vieles leichter macht und alle weniger Stress mit den Ämtern haben.
Wir haben uns bisher 3x getroffen. Beste Freunde werden wir nicht, er ist ein ganz anderer Typ als ich. Aber wir können miteinander reden.

Da bald meine Ausbildung beginnt, wollte ich Bafög beantragen. Ich habe ihm den "Elternzettel" gegeben, mit der Bitte diesen auszufüllen. Hat er auch gern gemacht. Außerdem musste er ja einen Gehaltsnachweis aus dem Vorletzten Kalenderjahr bringen.
Und vorletztes Jahr hat er noch sehr gut verdient.
Wir hatten natürlich zuvor schonmal über seine Arbeit gesprochen. Seit letztem Jahr arbeitet er nur noch weniger als die Hälfte und verdient auch entsprechend weniger.
Er ist kein Mensch der lügt, das glaube ich ihm.

Problem ist jetzt: Laut Bafög-Rechner bekomme ich gar keine Ausbildungsförderung.
Bei seinem jetzigen Gehalt würde ich ca. 500€ bekommen.

Er kann mich finanziell nicht unterstützen, da er selbst kein Geld mehr hat.

Und ich habe zwar einen Nebenjob, komme mit allen Geldern trotzdem auf knapp 350€. Davon kann ich ja wohl kaum leben.. Und bei einer Vollzeit-Ausbildung, muss ja auch noch lernen, kann ich mir keinen weiteren Nebenjob leisten.

Derzeit habe ich 550€. Das würde mir doch reichen, damit komme ich über die Runden..

Ich wohne sehr weit von ihm weg, kann also nicht bei ihm unterkommen. Das würde ich auch nicht wollen.

Kann man da nicht irgendwas machen, dass der aktuelle Gehaltsnachweis gültig wird?
Kennt sich jemand aus?

LG

Antwort
von Blindi56, 35

Ich hab noch nie verstanden, warum das vorletzte Jahresgehalt zugrunde gelegt wird, da die Eltern doch aktuell zahlen müssen. Das Bafögamt scheint davon auszugehen, dass sich Gehalt über Jahre nicht groß ändert und man oft den Nachweis des vergangenen Jahres noch nicht hat. Da sich bei Deinem Vater die Situation aber gründlich geändert hat, sollte er das dem Amt mitteilen. Manchmal hilft ein berechtigter Einspruch nämlich!

Kommentar von implying ,

ich hab mal gehört, dass das mit steuernachweisen zusammenhängt. die werden ja auch immer rückwirkend erstellt irgendwie, und so können die das wohl abgleichen oder überprüfen. irgendwie sowas war da der grund für.

Kommentar von Blindi56 ,

Ja, meinte ich ja, die liegen vom Vorjahr meist noch nicht vor.

Deshalb Einspruch einlegen, eine Bestätigung des Arbeitgebers über das Gehalt des Vorjahres, bzw. das voraussichtliche des jetzigen Jahres vorlegen.

Antwort
von implying, 27

in so einem fall kannst du einen sonderfall beantragen, damit das aktuelle gehalt deines vaters berücksichtigt wird. dazu gibt es beim bafög-rechner auch sicherlich infos und einen entsprechenden antrag, such mal nach härtefall oder sowas in der art.

bei meiner ex war das nämlich auch so, dass ihr vater vor 2 jahren noch gutes geld verdient hat, aber im bewilligungszeitraum wegen krankheit arbeitsunfähig war.

Kommentar von implying ,

*aktualisierungsantrag heißt es, wie Yuncil schreibt.

Antwort
von Yuncil, 37

Dein Vater kann einen Aktualisierungsantrag stellen, wenn sein jetziges Gehalt niedriger ist als das vom vorletzen Kalenderjahr. Dann wird sein jetziges Gehalt angerechnet.

Außerdem solltest du noch das Kindergeld bekommen.

Kommentar von Zauberfussel ,

Kindergeld ist schon in den 350€ drin. Genauso wie die Halbwaisenrente und mein Gehalt. :-)

Danke!

Antwort
von areaDELme, 29

Wie schon geschrieben wurde ist der erste schritt der antrag auf aktualisierung.

dann hast du aber noch die möglichkeit einen antrag auf vorleistung zu stellen, in dem fall bekommst du dein geld was dir insgesamt zusteht direkt vom bafögamt (zeitnah), und diese werden dann im nachhinein versuchen das geld was eigendlich dein vater zahlen müsste bei ihm wieder zu holen. ergibt der aktualisierungsantrag etwas, so werden sie natürlich weniger bis gar nichts bei ihm holen. sollte er am ende dennoch etwas zahlen müssen, so holt sich das das bafögamt über einen gerichtsprozess.

diese art das lösen ist wohl nicht die schlauste, da es nicht sonderlich angenehm ist. allerdings gibt es diese möglichkeit, um eben deine ausbildung nicht zu gefährden, und du finanziell dirkt unterstützt wirst, egal was dann im nachhinein entschieden wird (die normale bearbeitungszeit kann je nach fall sogar über ein jahr dauern)

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