Frage von Flummy86, 16

Habe ich, wenn ich unter einer riesigen Schneidezahnlücke leide, irgendeine Möglichkeit, eine Zahnspange noch als Erwachsene bezuschusst zu bekommen?

...ohne dass (!!!) ich mir den Kiefer aufschneiden lassen muss? Meine Schneidezähne wandern immer weiter auseinander, bei einem knappen halben cm sind wir bereits. Ich traue mich kaum noch, meinen Mund zu öffnen. Ganz ungeachtet meines wenngleich leichten offenen Bisses. Besteht die Möglichkeit, mir besagte psychische Belastung, die ihrer Bezeichnung wirklich gerecht wird, attestieren zu lassen und damit etwas zu erwirken?

Wahrscheinlich ist das nicht wichtig, aber ich lebe von weniger als ALGII. Notfalls werde ich mir die Zahnspange vom Mund absparen, aber da ich arm bin und mich massiv benachteiligt fühle, weil meine Eltern sich früher nicht hinreichend um meine Zähne gekümmert haben, wüsste ich gerne, ob es noch andere Wege gibt. Ansonsten - wo finde ich möglichst günstige Kieferorthopäden?

Danke!

Expertenantwort
von Taddhaeus, Community-Experte für Zahnspange, 6

Man sagt, dass es möglich ist, aufgrund einer psychischen Belastung die Behandlung bezahlt zu bekommen. Ich habe aber noch von niemandem gehört, der das so tatsächlich durchgebracht hat. Die Belastung müsste schon enorm sein, und die ganzen Abklärungen kosten bestimmt annähernd so viel wie die Behandlung.

Die Lücke zwischen den Schneidezähnen könnte von einem im Weg stehenden Lippenbändchen kommen. Das wäre dann eine kleine Sache, man würde das entfernen und die Zähne würden sich vermutlich von alleine ein Stück zusammenschieben. Falls das bei dir auch so wäre: das wäre finanziell kein grosses Problem.

Bezüglich des offenen Bisses kann ich dir so nichts sagen. Ein ausgeprägter offener Biss gehört korrigiert, das wäre als kieferchirurgische Kombibehandlung auch eine Kassenleistung.

Dass deine Eltern damals nicht auf deine Zähne geachtet haben, ist natürlich schade. Man hätte das früher leichter korrigieren können. Allerdings zahlt die Kasse ja bis Behandlungsbeginn vor 18, und mit 17 hättest du auch selbstständig zu einem Zahnarzt gekonnt. Das wirst du bei der Kasse also wahrscheinlich auch nicht durchkriegen.

Bezüglich "günstigem" Kieferorthopäden: lass dich mal von einem beraten, den du kennst oder empfohlen bekommen hast (von Freunden oder von deinem Zahnarzt). Du verpflichtest dich nicht automatisch, bei dem zu bleiben.

Kommentar von Flummy86 ,

Erst mal danke für deine ausführliche und hilfreiche Antwort.
Allerdings war ich bis zu meiner Volljährigkeit und zumindest geringfügig darüber hinaus sehr unselbständig, soziophobisch und irgendwie nicht "in der realen Welt leben", es lagen diverse psychische Erkrankungen vor.
Unter dieser Prämisse denke ich nicht, dass die Krankenkasse sich unbedingt damit rauswinden könnte, dass ich die Behandlung auch als Minderjährige selbst hätte einleiten können. 

Als in emotionaler Hinsicht extrem empfindlicher Mensch könnte ich mir nicht einfach den Kiefer aufschneiden lassen, ich habe darüber schon lang und breit nachgedacht, weil ich unter der Fehlstellung eben massiv leide, aber es geht nicht. 

So stark ausgeprägt ist der offene Biss auch nicht, aber eben durchaus vorhanden (da Schnuller bis weit in die Jugend hinein)
und im Falle einer der Schneidezähne wegen durchgeführten Behandlung auch eine Korrektur wert.

Die Zahnlücke ist leider erst innerhalb der letzten drei Jahre entstanden (bin jetzt 25) und wird immer breiter, aktuell dürften wir bei ca. drei mm sein. Spricht das womöglich dafür, dass es sich dabei um etwas einfach zu Behebendes wie die Lippenbändchensache handelt? Ich meine zumindest, dass der Begriff bei meinem Zahnarzt schon mal gefallen ist... Könnte auch meine diagnostizierte Parodontitis damit zusammenhängen? Das wäre natürlich wichtig zu etablieren, bevor ich in der Tat eine kostenintensive kieferorthopädische Behandlung beginne...

Kommentar von Flummy86 ,

Ach ja - dafür spricht wohl auch, dass ich beim Essen und Reden ein Ziehen an der Stelle bemerke, das erscheint mir schon sehr verdächtig...

Antwort
von Saisonarbeiter2, 13

Besteht die Möglichkeit, mir besagte psychische Belastung, die ihrer
Bezeichnung wirklich gerecht wird, attestieren zu lassen und damit etwas
zu erwirken? 

nein. du kannst ja drauf sparen.

Kommentar von Flummy86 ,

Wie meistens, die ersten Kommentare sind die am wenigsten von Kompetenz zeugenden. Ich nehme an, du hast meinen Text gelesen, in dem steht, dass ich sie mir notfalls vom Mund abspare, und das, obwohl mir nach Abzug meiner Fixkosten 150€ zum Leben bleiben, obwohl ich in Teilzeit arbeite, oder? Ich werde sicher nicht erst den Gesamtbetrag ansparen, ich bin bereits 25 und laufe nicht weitere fünf Jahre mit abstoßend großen Zahnlücken rum. Wenn, beginne ich die Behandlung jetzt und zahle sie nach und nach ab. 

Kommentar von Saisonarbeiter2 ,

dann tu das...

Kommentar von Flummy86 ,

Nö, erst verklage ich die Kasse, was ich als Bedürftige selbst ohne Sozialleistungsbezug nahezu kostenlos kann. Immerhin hat sie massiv Geld gespart, weil die bereits in meiner Jugend notwendige Zahnkorrektur nicht durchgeführt wurde, und leide ich unter meinen Zähnen so immens, dass ich mich kaum mehr unter Menschen zu gehen traue.

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