Frage von 121511, 266

Habe ich vielleicht überreagiert bei meiner Lebensgefährtin?

Meine Lebensgefährtin hatte gestern einen Termin bei ihrem behandelten Arzt in der Klinik der eigentlich wichtig gewesen wäre. (Sie hatte vor über 1,5 Jahren einen schweren Verkehrsunfall und war monatelang im Krankenhaus.) Allerdings ist sie einfach nicht zu dem Termin hingegangen und hat mir noch frech ins Gesicht gelogen und behauptet sie wäre dort gewesen. Ich weiß aber 100%ig von ihrem Arzt, dass sie nicht da gewesen ist und er sich Sorgen gemacht hat. Ich habe sie daraufhin etwas wütend zu Rede gestellt und ihr auch einiges verbal gegen den Kopf geknallt u.a. das ich es leid bin auf alles zu verzichten wie z.B. mit den Freunden einfach mal eine Nacht durchzufeiern, sie überall in Schutz zu nehmen und sie zu verteidigen weil sie sich inzwischen auf 46 kg bei 1.75 m gehungert hat oder auch permanent ihre schlechte Launen zu ertragen. Ich weiß ja, dass sie immer noch mit den Folgen des Unfalls zu kämpfen hat und ich versuche sie so gut es geht beizustehen, aber gestern bin ich ausgerastet...

Ich bin daraufhin etwas raus an die frische Luft und als zurück gekommen bin, um mit ihr zu reden war sie verschwunden. Nach langem durchtelefonieren von ihre Freundinnen, weiß ich jetzt zumindest wo sie ist und das es ihr den Umständenentsprechend gut geht.

Meine Kumpels meinen, dass ich ihr viel früher hätte die Meinung sagen sollen und ihre Freundinnen genau das Gegenteil.

Was würdet ihr machen? Sollte ich das Gespräch mit ihr suchen oder sie erstmal lassen? Entschuldigen tue ich mich auf alle Fälle und lasse mir da etwas besonderes einfallen. Habe ich es übertrieben sie so anzugehen? Brauche echt mal einige Meinungen von unparteiischen Personen.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo 121511,

Schau mal bitte hier:
Gesundheit Frauen

Antwort
von ArchEnema, 48

Sollte ich das Gespräch mit ihr suchen oder sie erstmal lassen?

Erstmal lassen, und dann das Gespräch.

Habe ich es übertrieben sie so anzugehen?

Übertrieben? Du hast nur deinen Standpunkt klar gemacht. Kam natürlich nicht gut an, das ist auch klar. Aber es kann nicht Sinn der Sache sein, dass du dich selbst verleugnest und deiner Freundin genau das erzählst, was sie hören will.

Ich denke ihr solltet euch mal aussprechen, damit die Standpunkte klar sind. So ganz grundsätzliche Dinge: Wollt ihr zusammen bleiben? Beide? Will deine Freundin leben? Was habt ihr jeweils für Sorgen/Nöte? ...

Es hilft nichts, wenn du deine Freundin zu Arztbesuchen "zwingst", zu denen sie nicht will. Natürlich liegt dir an ihrer Gesundheit. Aber wenn bei ihr die Ängste etc. überwiegen und es ihr deshalb "egal" ist, dann bringt es nichts, sie zu drängen. Da hilft nur, an ihren Verstand zu appellieren. Sie muss von sich aus einsehen, dass es nötig ist.

Es besteht immer auch die Möglichkeit, dass sie schlicht und ergreifend arztmüde ist. Oder gar lebensmüde. Das wäre natürlich schrecklich, aber man kann nunmal niemanden zum Leben zwingen (und wenn man ihm das Leben schwer macht kann man das Gegenteil von dem bewirken, was man eigentlich will).

Ich denke deine Freundin hand eine handfeste Depression und isst deshalb so wenig. Magersucht passt hier irgendwie nicht. Eigentlich wäre eine guter Psychologe angesagt - aber das kannste vermutlich knicken, wenn sie keinen Bock mehr auf Ärzte hat. Vorschlagen kannst du es trotzdem mal.

Ich denke außerdem, ihr braucht beide mehr Freiraum. Was hält dich denn davon ab, gelegentlich mal was mit Freunden trinken zu gehen? Muss ja nicht die ganze Nacht dauern. Und wenn deine Freundin gerade keine Kraft für Arztbesuche hat, dann muss halt auch mal einer verschoben werden. Natürlich birgt sowas Risiken - aber ihr das Leben zur Hölle zu machen damit sie hingeht und dort fast (oder ganz) zusammenklappt ist ja nun auch keine Lösung, sondern eher schlimmer. Und eine Therapie sollte niemals schlimmer sein als die Krankheit...

So verrückt das klingt, sieh es mal positiv: Dass deine Freundin den Termin hat sausen lassen und dich angelogen ist ein Streben nach mehr Selbständigkeit. Sie hat es satt, fremdbestimmt zu leben und will (wieder) ihr eigenes Ding machen. Wenn das bedeutet, eine Behandlung abzulehenen, dann ist das wohl so. Das hört sich blöd an, aber möglicherweise schließen sich im Moment die geistige und die körperliche Genesung gegenseitig aus. Zwingst du sie zum Arzt machst du sie psychisch kaputt. Lässt du ihr ihren Willen, dann stoppt sie die Behandlung. Versucht doch mal, euch auf eins von beidem zu beschränken. Lass sie erstmal Luft holen und etwas Abstand  gewinnen. Erst wenn sie wieder Kraft dazu hat ist der nächste Arzttermin sinnvoll.

Immer einen Schritt nach dem anderen. Vielleicht könnt ihr euch, als nächsten Schritt, darauf einigen, dass sie erstmal regelmäßig und genug isst und ein paar Kilo zulegt. Und dafür eben die Arzttermine mal aussetzt. Zu jeder Mahlzeit Protein, mindestens 3x am Tag. Und eben Kalorien.

Kommentar von 121511 ,

Wir planen schon eine gemeinsame Zukunft und wollen eine Familie gründen. 

Sie ist seit ein paar Wochen verändert und ich weiß nicht warum. Es ist nichts vorgefallen und ich habe mir immer Zeit für sie genommen. 

Dulde sogar ihren Kontrollwahn. Seit dem Unfall möchte sie immer wissen wo ich bin und muss mich immer morgens melden ob ich gut im Büro angekommen bin. 

Essen tut sie in meinem Beisein immer aber nie alleine. Wenn sie alleine ist, dann vergisst sie zu essen oder sie schläft viel. Das sie müde ist kommt laut den Ärzten von den Schmerzmitteln. 

Kommentar von ArchEnema ,

Seit dem Unfall möchte sie immer wissen wo ich bin und muss mich immer morgens melden ob ich gut im Büro angekommen bin.

Das ist ggf. kein Kontrollwahn, sondern eher eine ganz existenzielle Angstgeschichte. Immerhin ist sie vor anderhalb Jahren ja mal nicht angekommen... Man könnte auch an Eifersucht denken, aber dann wären solche "Kontrollanrufe" ja überflüssig - denn du könntest sie ja problemlos anlügen. Das ist aber ja gar nicht der Punkt, sondern: Solange du dich meldest ist dir offensichtlich nichts passiert. Lass mich raten: Wenn du mal mit Verspätung antwortest oder in nem Funkloch warst ist sie extrem angepisst? -> Kein Kontrollwahn, sondern Verlustangst.

Nimm ihr das bitte nicht übel, gegen so eine tiefsitzende Angst kann man sich nicht einfach verschließen. Vielleicht möchte sie dir nicht sagen, wie sehr sie diese Ungewissheit stresst, vielleicht ist sie sich auch selbst gar nicht darüber im Klaren.

Wenn sie alleine ist, dann vergisst sie zu essen oder sie schläft viel.

Oder hat keinen Appetit. Wegen o.g. Ängsten und Stressoren...

Es kann nötig sein (besonders im Hinblick auf eine mögliche Depression) einen Essensplan aufzustellen. Also meinetwegen 2-3x am Tag nen Wecker stellen: Jetzt wird gegessen. Ggf. einen Shake aus einem "Vollernährungspulver" machen, da ist dann auch der Nährwert klar und es gibt keinen Mangel (leider nicht ganz billig). Abends könnt ihr ja zusammen essen.

Eine Auswahl an Shakes: http://t3n.de/news/nahrungspulver-shakes-fluessignahrung-soylent-alternativen-te...

Ich selbst genehmige mir gelegentlich auch sowas (Bertrand, die "active" Variante). Letztlich ein ausgefeilter Müsli-Drink.

Gibt natürlich auch Fresubin Trinknahrung. Das ist zwar auch nicht billiger oder leckerer, aber kann ggf. vom Arzt verschrieben werden (sie hat ja doch schon deutliches Untergewicht).

Kommentar von 121511 ,

Sie ist jetzt erstmal wieder Zuhause und hat sich direkt  unter die Wolldecke auf die Couch gelegt. Redet mit mir aber nur das Nötigste und isst nichts. 

Mit dem Arzt habe ich heute länger telefoniert und ihm die Situation erklärt. Er hat mich nochmal darauf hingewiesen, dass sie zu der Untersuchung kommen muss. Hab ihm gesagt, dass er es bitte mit ihr besprechen soll. Wenn ich jetzt wieder damit anfange ist sie erneut weg. 

Ich bin ihr wegen dem "Kontrollwahn" nicht böse und rufe sie immer sofort an wenn ich angekommen bin oder mich verspäte. Sobald ich aber etwas später komme dann dreht sie schon ganz leicht durch und weint manchmal sogar.

Antwort
von LeroyJenkins87, 115

Rücksicht in einer Beziehung ist immer wichtig. Aber für mich ist eine Grenze erreicht, wenn gelogen wird. Von dem her kann ich verstehen, dass du wütend geworden bist.

Ob die Reaktion gerechtfertigt war kann ich nicht sagen. Ich kenne die genaue Situation nicht. Aber von deinen Schilderungen klingt es für mich nachvollziehbar.

Ich würde nun ein oder zwei Tage sie in Ruhe lassen, damit ihr euch beide beruhigen könnt. Danach kannst du das Gespräch suchen und dich mit ihr aussprechen. Erkläre deinen Standpunkt und Gefühle. Aber versucht, so gut wie möglich sachlich zu bleiben. Also keine Anschuldigungen, sondern die Situation darstellen und was sich aus eurer Sicht ändern muss, damit die Beziehung harmonisch sein kann.

Ich wünsche euch alles Gute.

Kommentar von 121511 ,

Danke 

Antwort
von LiselotteHerz, 92

Wenn man Wochen oder gar Monate lang immer Rücksicht nehmen muss, finde ich das völlig verständlich, dass man mal ausrastet, wenn der Partner siene Gesundheit gefährdet und auch noch lügt.

Hätte ich wahrscheinlich auch so gemacht, dass ich ihr mal die Meinung gesagt hätte. Lass sie einfach mal ein paar Tage in Ruhe und schicke ihr vielleicht vorher eine Mail ,dass sie bitte mal drüber nachdenken soll, wie diese Situation in den letzten Wochen für Dich war.

Auch wenn jemand sehr krank war und noch immer ist (47 kg!!), muss er trotzdem einsehen, dass man auch auf die Umwelt Rücksicht nehmen muss.

lg Lilo

Kommentar von 121511 ,

Sie isst zwar inzwischen wieder regelmäßig, aber immer noch nicht so viel das sie das Gewicht halten kann. Sie liegt täglich unter dem Grundumsatz. 

Hab die ganze Zeit immer Rücksicht auf sie genommen und sie wirklich vor jedem im Schutz genommen und ich möchte dafür wenigstens die Wahrheit von ihr erfahren statt noch angelogen zu werden.

Antwort
von Belladonna1971, 60

Es ist eine menschliche Reaktion und ich kann es sehr gut verstehen!

Ich würde Dir vorschlagen, mit dem Arzt nochmal in Kontakt zu treten. Spreche ihn auf den Vorfall an. Erbitte Hilfe für Dich. Ich halte es für möglich, dass du in eine  sog. Co-Abhängigkeit geraten bist.

Deine Freundin hat ein starkes Umfeld aufgebaut, wo sie in ihrer Komfortzone (und ich meine es nicht negativ- diese Verhaltensmuster haben ihr Überleben im Alltag ermöglicht) getragen wird. Dagegen wirst Du nicht ankommen.

Du kannst aber gut für Dichsorgen lernen und andere Verhaltensweisen für den Alltag erlernen. Damit gesunde Grenzen rechtzeitig gezogen werden.

Alles Gute!

Kommentar von 121511 ,

Danke 

Antwort
von moopel, 41

Ich bin nicht ganz unparteiisch in dieser Situation, da ich selbst mit Magersucht zu kämpfen habe und deine Freundin sehr gut verstehen kann... Wenn Sie nur 46 kg bei 175 cm wiegt, dann ist das wenig, wenn du dann auch noch von Hungern sprichst und selbst noch Essstörung in die Themen aufnimmst erscheint mir einiges logisch.

Zum Beispiel mit dem Arzttermin. Ich kenne das selbst, wenn man die Termine nicht wahr nimmt. Man hat Angst, dass der Arzt etwas feststellt, was mit dem Gewicht zu tun hat. Oftmals weiß man selbst nicht, dass man eine Essstörung hat, aber trotzdem meidet man Ärzte. Ich dachte sogar, dass die meinen ich wäre Fettleibig. Zudem hatte ich so einen Scharm davor mich auszuziehen, weil ich mich so hässlich fand. Das sind nur Kurzschlussreaktionen. Und wenn Sie sogar weiß, dass Sie essgestört ist, dann will sie die Konfrontation meiden.

Sie lügt auch nicht, um dich zu ärgern oder so, sondern um sich selbst zu schützen. Wenn ich mir überlege wie sehr ich meine Eltern damals belogen haben. Ich habe mir sogar eine Freundin ausgedacht, damit ich raus kam. Da wo meine Eltern nicht anrufen konnten um zu fragen ob ich da bin und was gegessen habe. Stattdessen war ich draußen spazieren, joggen, alles um Essen zu umgehen. Teilweise habe ich mich auch draußen erbrochen. Das ging über Monate.

Ihr schlechte Laune ist auch eine Folge davon. Genauso wie die Isolation, nicht mehr raus gehen. Ich kenne jeden einzelnen Punkt zu gut. Doch man selbst nimmt das so nicht wahr.

Versteh mich nicht falsch. Du sollst es nicht so hinnehmen, nur war die Art nicht gerade die Beste. Mit einer Essstörung sind oft depressive Phasen verbunden, das Selbstbewusstsein ist bei null angekommen und man ist voll mit Selbsthass. Gerade dann ist eine Person die einen auffängt. Wenn es dann alles aus dir raussprudelt, ist es hart so etwas hinzunehmen. Mit einer psychischen Störung noch mehr. 

Sicherlich sollst du deine Befinden und deine Gedanken zum Ausdruck bringen. Besser gesagt du musst, unverschwiegen darfst du das nicht lassen. Nur sollte man das ruhig machen und mit Bedenken. Ändern kannst du es jetzt eh nicht mir, entschuldigen willst du dich ja so und so. Ich würde definitiv das Gespräch  suchen. Ihr solltet das nicht so im Raum stehen lassen, sondern eine Lösung suchen. Macht es ruhig und nicht im Streit.  

Kommentar von moopel ,

Habe mir den Text gerade noch einmal durchgelesen und hoffe nicht, dass du es falsch verstehst. Irgendwie klingt es jetzt so, als wärst du der Buhmann und an allem Schuld und hast alles falsch gemacht. Das wollte ich nicht zum Ausdruck bringen. Wollte nur sagen, dass ich deine Freundin verstehe und versucht das zu erklären. Viele können solche Gedanken leider nicht nachvollziehen.

In so einer Situation würde vielen der Kragen platzen, da spricht meist die Verzweiflung aus einem. Das verstehe ich ja auch. Deine Freundin auch. Ich glaube jeder von uns war mal an einem Punkt wo er explodiert ist, weil man eben nicht alles hinnehmen kann. Deswegen, entschuldige dich bei ihr, aber nicht wegen dem was du gesagt hast, sondern wie du reagiert hast und sprecht noch einmal miteinander und spreche auch mal deine Gefühlslage aus.

Antwort
von TheTrueSherlock, 25

Ja, du hast überreagiert und sie sehr verletzt. Allerdings kann ich deinen Gefühlsausbruch auch sehr gut verstehen und es war nur eine Frage der Zeit, bis der kommt! Es ist menschlich und völlig normal, dass man in so schweren Situationen mal die Kontrolle verliert. Sie ist psychisch krank und hat anscheinend eine Essstörung, oder? Das ist keine leichte Sache und gerade für Außenstehenden und Laien, ist das schwer zu begreifen und man hat einfach nicht immer die Gelassenheit, den Menschen immer zu unterstützen, immer feinfühlig zu sein etc.

Also ja, dein Ausbruch war nicht gut, aber auch verständlich! Ich verurteile dich nicht dafür.

Was du jetzt machen kannst:
Werde dir über einiges klar. Wie willst du weiter vorgehen? Okay, du willst dich entschuldigen. Wie soll es mit der Beziehung bzw. ihren Problemen weitergehen?

Du kannst dir noch etwas Zeit zum runterkommen und Nachdenken geben. Vereinbare dann mit deiner Lebensgefährtin ein Treffen und spricht euch aus. Sage es ganz ehrlich wie es war: Du wolltest sie nicht verletzen, allerdings kannst du auch nicht leugnen, wie sehr dich die Situation belastet. Du möchtest ihr helfen, aber weißt nicht wie.

Frage sie nach dem Grund, warum sie nicht zum Arzt gegangen ist. Ich bin mir sicher, sie wollte dich damit nicht ärgern, sondern hat vielleicht nur Angst gehabt! Tröste sie vielleicht, sag das ihr zusammen stark seid und biete ihr an, mit ihr gemeinsam zum Arzt zu gehen.

Sie sollte vielleicht auch eine Therapie machen. Mit Essstörungen ist nicht zu spaßen..

Es ist noch lange nicht alles verloren, keine Bange. Es kommt nur darauf an, wie du jetzt reagierst :)

Liebe Grüße :)

Antwort
von Darkvictory, 24

Ihre Reaktion zeigt doch, dass du ihr eben nicht auf die Art die Meinung hättest sagen sollen. 

Ich denke mal mit ihren Freundinnen redet sie offener und sie wissen besser wie es ihr geht, als deine Kumpels. Die wollen nämlich, wenn wir offen und ehrlich sind, dass es nur DIR gut geht. Deshalb steh ich da auf der Meinung ihrer Freundinnen, dass du ihr eben hättest nicht SO die Meinung sagen sollen.

Aber überhaupt kann hier keiner die Situation richtig einschätzen. Laut dem Text würde ich sagen, dass dieses Problem hätte anders gelöst werden können. Du hättest schon viel früher mit ihr reden sollen, da dich anscheinend mehr als nur der Arzttermin stört. Aber reden und nicht beleidigen. Es ist auch verständlich, dass bei einem Verkehrsunfall nicht nur das Opfer an sich leidet, sondern auch ihre Mitmenschen unter den entsprechenden Umständen mitleiden. Das hätte man aber wie gesagt anders lösen und Kompromisse finden können, so dass du für sie da sein kannst, aber gleichzeitig auch Zeit für dein privat leben hast (wenn es dich so doll stört nicht feiern zu gehen).

Bezüglich des Arzttermines hast du allerdings etwas übertrieben. Es ist nur ein Termin zu dem sie nicht hingegangen ist und keine Affäre. Und hättest du normal nachgefragt und nachgehackt, statt ihr Vorwürfe zu machen, wüsstest du jetzt auch warum.

Wie gesagt, man kann das übers Internet nur schlecht einschätzen, aber mir persönlich würde es seltsam vorkommen, dass ein Mensch einen wichtigen Termin sausen lässt, ich würde mich da eher fragen wieso, als dass ich wütend wäre. Man kann ja einen zweiten Termin vereinbaren.

Antwort
von tiniwuzz, 51

Wo bleibt das Vertrauen in einer Beziehung, wenn man sich anlügt? Glaubst du, sie hat zum ersten Mal gelogen?
Und: Es ist ok, Rücksicht zu nehmen und den anderen mit Samthandschuhen anzufassen, solange man sich selbst dabei nicht aufgibt UND solange die Phase nicht zu lange dauert.
Was mir zu denken gibt ist ihr Essverhalten, das du erwähnst. Mir scheint, dass sie durch den Unfall in eine Negativ-Spirale gekommen ist, hat sie Depressionen? Kennst du die Symptome von Depressionen? Und die von Magersucht? Mir scheint, sie braucht einen ganz anderen Arzt bzw. einen Psychiater. Das muss sie aber selbst wollen. Dazu kann man sie nicht zwingen. An deiner Stelle würde ich sie um ein ernstes Gespräch bitten. Dass du dir Sorgen machst. Wie sie die Zukunft sieht. Und dass du normal leben und dich nicht selbst aufgeben willst.

Kommentar von 121511 ,

Ich sehe es an ihr Verhalten wenn sie lügt, da sie mir dann nicht in die Augen schauen kann und das war gestern seit langem wieder so. Sonst lügt sie nur wenn sie Schmerzen nicht zugeben möchte. 

Die Symptome von Depressionen kenne ich nicht. Was die Essstörung betrifft... es ist bereits wieder etwas besser geworden und sie isst wieder, aber nicht soviel das sie davon zunimmt. 

Antwort
von Leopatra, 92

So wie du die Situation beschreibst, hat sich (zumindest) von deiner Seite ganz viel Unausgesprochenes aufgestaut, was sich gestern entladen hat. Das ist allzu menschlich, aber für eine Partnerschaft Gift!

Vermutlich habt ihr beide noch unter den Folgen des Unfalls zu leiden, findet aber offensichtlich keinen Weg, euch darüber miteinander auszutauschen.

Hier würde ich ansetzen: suche das Gespräch mit ihr, versuche offen, aber ohne Vorwürfe über eure Probleme, die sich aus dem Unfall ergeben haben, zu reden!

Sollte das nicht klappen, wäre euch zu raten, Hilfe bei einem (Paar-)Therapeuten zu suchen.

Ich wünsche euch, dass ihr es schafft!

Kommentar von 121511 ,

Ich wollte es ihr eigentlich nie sagen, da ich ja sehe wie sie täglich zu kämpfen hat... bin gestern allerdings explodiert. 

Kommentar von Leopatra ,

Und das ist schon der falsche Ansatz! Du und deine Partnerin, ihr müsst über eure Probleme reden! Ansonsten passiert genau das, was gestern passiert ist.

Auch deine Partnerin wird bemerkt haben, dass es dir nicht gut geht und leidet vielleicht sogar (zusätzlich) darunter.

Teilt euch mit! Anders funktioniert es nicht!

Kommentar von 121511 ,

Sicherlich bemerkt sie es, dass es mir nicht gut geht und sie ist wahrscheinlich auch aus diesem Grund seit paar Wochen so ruhig geworden. 

Normalerweise bin ich immer mit ihr zu wichtige Arzttermine gegangen, aber gestern habe ich extra behauptet, dass ich arbeiten muss um nicht mitzugehen.

Kommentar von Leopatra ,

Warum?

Kommentar von 121511 ,

Die Arztbesuch sind für sie immer eine Qual und auch wenn sie für sie notwendig sind, ertrage ich es inzwischen nicht mehr sie sich so quälen zu sehen. Ich hab es einfach nicht mehr geschafft über mein Schatten zu springen. 

Kommentar von Leopatra ,

Furchtbar! Aber nun überlege doch mal: du erträgst ihre Qualen bei den Arztbesuchen nicht mehr und machst ihr einen Vorwurf, dass sie nicht hingegangen ist!????

Kommentar von 121511 ,

Es ist aber für ihre Gesundheit wichtig und sie ist stärker als ich. 

Antwort
von kaufi, 54

Eine Ferndiagnose zu stellen ist nicht leicht wenn man nicht dabei war. Ich denke du bist derjenige welcher Grund hätte einfach wegzurennen. Deine Lebensgefährtin verhält sich unreif und deren Freundinnen genauso. Den Partner anlügen geht garnicht, besonders nicht wenn er sich um die Gesundheit sorgt. Kommt noch hinzu das du täglich ihre Schmerzen, Launen etc ertragen musst.....was ja bestimmt zum großen Teil mit dem Unfall zu tun hat. Ihre Gesundheit beeinflusst auf jedenfall eure Beziehung negativ und da sie nichts für ihre Gesundheit zu tun scheint, handelt sie gleichzeitig gegen eure Beziehung. So seh ich das ! Ich weiß natürlich nicht inwiefern du sie verbal angegriffen hast. Insofern du nicht direkt beleidigend warst und nur Fakten ihr an den Kopf geknallt hast, war deine Handlung selbstverständlich und richtig. Wenn du dich jetzt mit Entschuldigungen einschleimst etc. dann gestehst du ihr zu, das du einen Fehler gemacht hast. Sie hat sich aber für ihre Lüge und ihrer Unverantwortlichkeit zu entschuldigen......nicht du !!! Ich würde entweder nach paar Tagen mich zu einem Gespräch verabreden und alles in Ruhe klären oder einen ausführlichen Brief schreiben.......Was Besonderes einfallen lassen ? Wieso ? Hat sie das verdient ? Hört sich nicht danach an. PS: Psychologische Hilfe sollte die Sache etwas unterstützen.


Kommentar von 121511 ,

Sie hat sich schon zurück ins Leben gekämpft und stand bereits paar Wochen nach dem Unfall  (gegen alle Erwartungen) wieder auf ihre eigene Beinen. Sie hatte zwischendurch auch mal paar Tiefs gehabt, wo sie keine Lust hatte bei der Physio oder Untersuchungen mitzuarbeiten, aber das war nur von kurzer Dauer. 

Das was sie gestern abgezogen hat ist von ihr neu und das geht mir schon etwas gegen den Strich. 

Ihre Freundinnen halten natürlich zu ihr. Das gleiche machen ja auch meine Freunde. 

Ich gebe mir halt die Schuld, dass ich sie so angegangen bin und das obwohl es ihr nicht gut geht. Hätte es vielleicht einfach erneut runterschlucken sollen. 

Die Entschuldigung ist schon nötig, da ich sie ganz schön runtergeputzt habe... selbst als sie bereits geweint hat.

Kommentar von kaufi ,

Du darfst niemals runterschlucken. Man kann eine Nacht drüber schlafen und manchmal sieht die Welt am nächsten Tag anderst aus. Dann kann man immernoch entscheiden ob es erwähnenswert ist oder nicht. Doch schlucken sollte man nicht.....vorallem nicht, wenn das Problem länger besteht. So natürlich ist das nicht....also meine Kumpels halten nur zu mir wenn ich im Recht bin.....

Antwort
von BigDreams007, 48

Hallo,

ich kann nachvollziehen, dass es für dich wichtig war die ganze angestaute Wut, Sorge mal rauszulassen.

Aber ich denke das du das zu einem ungünstigem Zeitpunkt gemacht hast. Auch die Art und Weise war wohl nicht die beste...

So wie sich das anhört ist deine Freundin momentan psychisch ziemlich instabil. Ob das die Folgen des Unfalls sind oder andere psychische Erkrankungen wie z.B eine Essstörung dahinter stecken kann ich nicht beurteilen.

Ich selbst bin Krankenschwester und habe schon oft erlebt, dass sich Patienten so vor dem Termin drücken weil sie sich das Problem nicht eingestehen wollen. Mit dem Arztbesuch würde das Problem ja aufeinmal "real" werden.

Ich an deiner Stelle würde jetzt auf sie zugehen.
Sie braucht aufjedenfall deine Unterstüzung!
Das darfst du aber nicht mit bevormunden verwechseln. Ich weiß, dass es unglaublich schwer ist sich in solchen Situationen richtig zu verhalten. Dennoch wenn du sie liebst kämpfe um sie und um ihre Gesundheit.

Entschuldige dich für dein "drüber gehen" .... das hat sie wahrscheinlich zusätzlich noch total überfordert.

Und dann schau das du sie irgendwie ins Krankenhaus bringst. Mach das aber nicht so "du musst jetzt ins KH!" sondern rede mit ihr über ihre Ängste und versuche sie bei dem Schritt zu unterstüzen.

Ich möchte dich nicht beunruhigen aber das Gewicht deiner Freundin ist wirklich besorgniseregend und sie braucht dich jetzt!

Ich wünsche euch viel Kraft und alles Gute!

LG

Kommentar von 121511 ,

Danke 

Versuche heute Mittag mit ihr das Gespräch zu suchen und rauszubekommen was mit ihr los ist. Vielleicht hat sie sich auch davor gedrückt weil ich nicht mitgegangen bin (wie sonst). 

Sie ist sonst immer zu den Untersuchungen gegangen und die Ärzte gehen mit ihr sehr vorsichtig um (sie haben sie ja auch wieder zusammengeflickt) und deshalb verstehe ich ihr Verhalten nicht so ganz. 

Was ihr Gewicht angeht... ich mache mir schon länger deswegen Sorgen und versuche sie immer zum essen zu bringen und sie isst auch mit mir zusammen. Allerdings isst sie nichts wenn ich auf Arbeit bin. 

Kommentar von BigDreams007 ,

Gerne:) Evtl. könnte ed wirklich daran liegen, dass sie dich einfach braucht und es (noch) nicht schafft alleine zu dem Arzt Termin zu gehen. Je nach dem wie es in der Situation dann ist würde ich auch wirklich ganz offen ansprechen, dass du dir große Sorgen machst und gemeinsam mit ihr überlegen ob es nicht sinnvoll wäre deine Freundin mal beim Psychologen vorzustellen. Der behandelnde Arzt kann euch da sicher auch weiterhelfen.

Kommentar von 121511 ,

Ihr Arzt hat bereits das Thema Psychologe vorsichtig angesprochen. Sie hat dies sofort abgeblockt und ist ihm ausgewichen. 

Treffe mich nachher mit ihr im Kaffee und versuche mit ihr zu reden. Mal sehen ob sie mit mir spricht.

Kommentar von BigDreams007 ,

Puhh das ist wirklich eine schwierige Situation....ich hoffe du kannst zu ihr durchdringen! Viel Glück beim Gespräch!

Kommentar von 121511 ,

Sie ist zumindest wieder Zuhause. Redet aber nicht großartig mit mir.

Kommentar von BigDreams007 ,

Darf ich mal fragen wie alt ihr seid? Vielleicht solltest du die Mutter oder andere mit ins Boot holen damit deiner Freundin klar wird, dass sie hilfe braucht.

Kommentar von 121511 ,

Wir sind beide mitte/ende 20 und wohnen seit letztes Jahr zusammen. 

Sie hat meine Eltern als Ersatzeltern und sie vertraut ihnen. Mit ihre Eltern ist es etwas komplizierter. ;)

Antwort
von sojosa, 60

Ich versteh gut dass du ausgerastet bist und von daher war es auch nicht übertrieben sondern einfach nur menschlich. Aber dass sie sich verletzt fühlt, versteh ich genauso. Lass sie mal ne Weile in Ruhe aber zeig ihr dass du im Herzen bei ihr bist. Schreib ihr einfach dass du sie liebst, dass du für sie da bist, ohne sie zu bedrängen dass sie zurückkommen soll. Irgendwann wird sie wieder vor dir stehn und dann wird eine Paartherapie vielleicht sehr angebracht sein. Ich wünsch euch beiden alles Gute.

Antwort
von Caroline1234, 38

Guten Tag,

Zuerst einmal, Ich verstehe Dich voll und ganz, irgendwann ist jede Geduld zu Ende und auch Du hast ein Eben und auch Du bist wichtig und es kann sich nicht das ganze Leben lang alles nur um Dine Freundin drehen, weil Sie krank ist. Umso mehr nicht, da Si ja anscheinend nichts dazu beitragen will, diese Situation zu verbessern.

Gut, Wutausbrüche sind nie das Beste und bewirken meist auch nicht den erhofften Erfolg.

Ratsam wäre sicherlich, sich provessionelle Hilfe zu holen und allenfalls einen Psychologen beizuziehen bei dem Ihr auch gemeinsame Sitzungen hättet. Ich kann mir vorstellen, dass Deine Freundin nicht einwilligt. Du solltest jedoch ruhig und besonnen mitihr reden und ihr klarmachen, dass es so nicht weitergeht, weil ansonsten diese Situation dich krank macht und wenn ihr beide krank seit, nützt dies keinem mehr.

Als Aussenstehender ist es immer einfach einen guten Rat zu geben, ich weiss das es sehr viel Kraft braucht, diesen als Betroffenen durchzusetzen.

Ich wünsche Dir/Eich von Herzen alles Gute.

C

Antwort
von Nirakeni, 59

Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen. Du bist schon länger in dieser Situation, wie ich mich erinnere. Es ist ja ein psychisches Problem bei ihr, dass sie alles ablockt wenn es um ihre Magersucht geht. Das kannst du nicht lösen. Eine Möglichkeit wäre noch, dass ihr beide in eine Eheberatung geht. Sag ihr, dass DU Hilfe brauchst es um euch gemeinsam geht. Gar nichts über ihre Magersucht usw. sagen. Dort wird man mit Sicherheit (geschulte Psychologen und Sozialpädagogen) das Grundproblem aufgreifen. Dass du endlich mal Dampf abgelassen hast, ist gut. Sonst wirst du auch noch krank. Bestimmt wird sie zustimmen, denn es liegt ihr doch sicherlich viel an dir und will dich bestimmt nicht verlieren.

Wünsche dir alles Gute!

Antwort
von xTravellerx, 97

Es ist natürlich schwer etwas dazu  zu sagen, wenn man nicht dabei gewesen ist und auch nichts genaueres über die Leiden deiner Freundin weiß.

Aber grundsätzlich bin ich da schon eher bei deinen Freunden. Vielleicht hilft es deiner Freundin sogar, dass du sie mal ein wenig härter angefasst hast ( verbal). Ein sanfter Tritt in den Hintern, kann manchmal hilfreicher sein, als ein ständiges "betüddeln".

Kommentar von 121511 ,

Sie hat immer noch täglich Schmerzen und Probleme mit der Beweglichkeit. Außerdem regelmäßig Alpträume wegen dem Unfall.

Kommentar von Leopatra ,

Dann sollte sie einen Traumatherapeuten aufsuchen, um das Geschehene verarbeiten zu können.

Antwort
von woops00, 71

Du hättest vermutlich früher mal in Ruhe mit ihr reden sollen, statt sie in der Streitsituation wegen allem anzumachen was dich stört. Nun fühlt sie sich wahrscheinlich doppelt angeriffen: Erst wegen dem Arzt und dann wegen allem anderen.

Was den Arzt betrifft: Sie ist erwachsen und kann selbst entscheiden, ob sie hingehen will oder nicht. Welche Gründe hatte sie denn, den Arztbesuch zu unterlassen? Und selbst wenn sie keinen Grund hat ist es immer noch ihre Sache.

Kommentar von 121511 ,

Sie hat mir den Grund nicht gesagt warum sie nicht hingegangen ist. Ich denke aber, dass sie so langsam Ärztemüde ist und vielleicht auch Angst hat, dass erneut etwas festgestellt wird. 

Antwort
von amiliii, 60

also freund.. da deine freundin wohl sowieso nich so stabil ist psychisch geht sowas auf jdn fall gar nich klar.. sie braucht halt jmd, der sie unterstützt und ihr hilft und wenn du ihr das nich geben kannst oder willst solltest du mal drüber nachdenken, ob du der richtige für se bist
so wie du sie beschreibst braucht sie viel sellische unterstützung und das musst du ihr eben geben..
und mit geschrei und rumgestresse wirst du sie zwar verletzen aber menschen schalten da auf durchzug
das einzige was hilft ist da n klärendes gespräch, nich schnell reden, nich laut werden.. einfach auf einer ebene miteinander reden

Kommentar von Lapushish ,

Man muss sich aber nicht anlügen lassen und der Partner kann durch den Unfall seiner Freundin ebenso psychisch belastet werden. Außerdem ist er nicht ihr Fußabtreter.

Kommentar von amiliii ,

natürlich.

Kommentar von kannnixweissnix ,

@amiliii

"sie braucht halt jmd, der sie unterstützt und ihr hilft und wenn du ihr das nich geben kannst oder willst solltest du mal drüber nachdenken, ob du der richtige für se bist"

Also entschuldige mal bitte, aber du scheinst keine Ahnung zu haben, was der FS mit seiner Freundin durchgemacht hat, und ich glaube nicht, dass man ihm irgendwelche Vorwürfe machen kann. Ich lese mir jetzt seit ca 3 Std. seine Fragen durch und bin wirklich sehr berührt von diesem Schicksalsschlag und ziehe gedanklich meinen Hut vor ihm. Vielleicht solltest du dir das auch mal durchlesen.

@121511

Natürlich war es nicht richtig, dass du "ausgerastet" bist, aber ich glaube nach diesem ganzen Schlamassel mehr als verständlich. Ich würde sie ein 1-2 Tage in Ruhe lassen und dann das Gespräch suchen. Dabei würde ich ihr sagen, dass du dir jetzt schon seit 1,5 Jahren Sorgen machst und auch einfach nur ein Mensch bist und halt nicht mehr kannst. Ganz sicher braucht sie aufgrund des Unfalls und allem was danach kam psychologische Unterstützung, aber wenn sie nicht will, kannst du leider nichts weiter tun als für sie da zu sein. Allerdings hatte ich beim Lesen deiner Fragen manchmal den Eindruck, dass deine Freundin etwas ziemlich Selbstzerstörerisches an sich hat. Trotzdem: Bleib dran, ...nicht aufgeben! Ihr habt schon so viel miteinander erlebt und geschafft, das schafft ihr auch noch!

Alles Gute für Euch!

Kommentar von 121511 ,

@kannnixweissnix 

Sie ist sehr Selbstständigkeit vor dem Unfall gewesen und es musste immer alles perfekt sein. Außerdem war sie immer unterwegs und das wird ihr inzwischen fehlen. 

Sie war nie groß ein Mensch der wegen irgendwelche Wehwehchen sofort zum Arzt gegangen ist und ist sogar schon mal mit gebrochenen Fuß weiter Fahrrad gefahren. 

Seit paar Tagen oder besser gesagt Wochen ist sie aber verändert und ich weiß nicht wieso.

Kommentar von kannnixweissnix ,

Gerade wenn sie vorher ein sehr selbstbestimmter Mensch war, wird es für sie ein riesiger Makel in ihrem Leben sein, immer wieder anderen Menschen "ausgeliefert" gewesen zu sein: durch die Vollmacht hast du über sie bestimmt (ist ja auch Sinn und Zweck einer Patient-/ Vorsorgevollmacht), die Ärzte und Schwestern haben über ihre Vitalfunktionen gewacht und bestimmt (klar, ist ja deren Beruf) und ihr Ex hat über sie bestimmt, als es um die Vergewaltigung ging.

Und jetzt kommst du daher und "bestimmst" schon wieder über sie, nämlich, dass sie zu diesem Termin in´s Krankenhaus soll: Klar, auf jeden Fall sollte sie dahin! Aber ich glaube, dass es ihr in erster Linie darum geht, selbst zu bestimmen, wie ihr Leben zu laufen hat. Das zeigt sie ja ziemlich deutlich mit der Nicht-Einwilligung in diese eine OP (Mai 2015), mit ihrem geringem Körpergewicht (das hat nur sie in der Hand), Arme ritzen (sie bestimmt, ob sie Schmerzen und Narben hat oder nicht), Weglaufen (so, dass du erstmal nicht an sie rankommst) und eben nicht zu dem Krankenhaustermin gehen (auch wenn sie sich in erster Linie damit selbst in Gefahr bringen könnte).

Vielleicht fühlt sie sich zu sehr "bemuttert", und vielleicht solltest du dich ein bisschen mehr zurück halten, damit sie wieder das Gefühl von Selbstbestimmtheit zurück bekommt. Auch wenn es dir enorm schwer fällt!

Und vielleicht solltest du (wie hier schon einige Male geschrieben) vielleicht auch mal an eine Therapie für dich denken. Die letzten 1,5 Jahre haben nämlich bestimmt auch etwas mit dir gemacht. Und du würdest mit gutem Beispiel voran gehen, vielleicht kommt sie in ein paar Monaten oder auch noch später ja mit.

Aber um ein Gespräch miteinander kommt ihr beide wohl nicht drumherum. Lass sie noch ein bisschen, aber sag ihr dann auch mal deine Meinung! Pack sie nicht in Watte (sie ist schließlich eine Kämpferin), aber bleib ruhig und sachlich in Ton und Wortwahl. Ich könnte mir vorstellen, dass du sie am besten mit dem Argument kriegst, dass auch du es gut fändest, wenn sie wieder "ganz die alte (selbstbestimmte)" wird, die du von früher kennst, dass es aber bis dahin noch ein weiter Weg ist, auf dem auch sie zeigen muss, dass auf sie auch wieder Verlass ist, in Puncto körperliche und seelische Gesundheit. Du lässt sie wieder ihr Leben in die Hand nehmen, wenn sie dir zeigt, dass sie sich auch alleine drum kümmert!

Oha, wie pathetisch, ...glaube, habe mich etwas verzettelt...! ;)

Kommentar von 121511 ,

Sie ist jetzt wieder Zuhause und liegt eingemurmelt auf der Couch. Reden tut sie mit mir nur das Nötigste und essen verweigert sie momentan komplett. 

Ich habe ihr versucht zu erklären wieso ich so reagiert habe und das wir und vor allem ich ihr nichts böses wollen und wir ihr nur helfen möchten. Hab ihr auch gesagt, dass ich Angst um sie habe und ich deshalb so überreagiere. 

Sie kann ganz schön Dickköpfig sein und kämpft aber gleichzeitig. Wobei sie auch öfters mal ein paar Schrammen kassiert. 

Was das Ritzen angeht... sie hat damit zum Glück aufgehört, aber sie versteckt ihre Oberschenkel. Kann deshalb sein, dass die Oberschenkel daran glauben müssen. 

Mit dem Arzt habe ich heute nochmal telefoniert und er möchte sie morgen mal anrufen und ihr erklären wie wichtig die Untersuchungen sind.

Kommentar von kannnixweissnix ,

Gut so! Vielleicht sollten die ihr unangenehmen Gespräche lieber Andere mit ihr führen, dann hast du nicht immer den schwarzen Peter. Soll sie doch bei anderen "rumzicken", ich denke, die können wahrscheinlich sogar besser damit umgehen. Erstens haben sie mehr Abstand, sind objektiver und neutraler, dich trifft es doch bis in´s Mark, wenn sie sich so verhält. Und zweitens können sie vielleicht auch etwas professioneller damit umgehen als du, es wird bestimmt nicht das erste Mal sein, dass sie so eine Patientin haben. Und du bist dann nicht der "Buhmann", der es ja eigentlich nur gut mit ihr meint. 

Ich wünsche dir noch viel Kraft und Nerven wie Drahtseile!

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