Frage von sweetmelonxx3, 46

Habe ich unrealistische Vorstellungen von meiner Zukunft?

Hi, ich stecke in einer Sinnkrise. Man könnte auch sagen, die quarterlife crisis. Ich muss mich jetzt endlich entscheiden, was ich machen will beruflich aber weiß es immer noch nicht richtig. Ich persönlich erwarte von einem Job, der für mich mein fast ganzes Leben sein wird, das er mich erfüllt und das ich Sinn sehe und ich möchte, das Gefühl haben, etwas gutes zu tun für die Gesellschaft nicht nur für mich, aber trotzdem ein Gutes Gehalt zu verdienen. Ist das Wunschdenken, zu unrealistisch oder einfach träumerisch und ich sollte realistisch werden, aber meine innere Einstellung ignorieren? Meine Eltern meinen immer, ein Job ist zum versorgen da, sie hätten auch keine riesen Erfüllung im Job , aber er zahlt halt. Ich weiß es stimmt ja, aber es hört sich so lieblos an und verbittert und ja. Ich möchte einfach meine Profession und Passion finden, aber ich weiß nicht, ob ich nicht in meiner Fantasie gefangen bin und einfach zu Potte kommen muss. Was denkt ihr?

Antwort
von TimmiEberhadt, 4

Warum deine Eltern dieser Ansicht sind, ist sehr interessant. 

Ihnen wurde von der Vorgeneration (deinen Großeltern) genau das weitergegeben - "Ein Job ist dau da, seinen Lebensunterhalt zu verdienen". Deine Großeltern hatten so "niedrige Ansprüche" an einen Beruf, da sie den zweiten Weltkrieg miterlebt haben und deshalb einfach gesagt zufrieden waren, wenn sie Leben durften. 

Deine Eltern hingegen hatten extremes Glück, denn sie sind in einer Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs aufgewachsen. Ein Studium hat quasi einen guten Job garantiert. 

Und genau daher kommt der Anspruch der "Generation Y" einen Job zu finden, der neben gutem Gehalt auch noch Selbsterfüllung bringt. Ein gutes Einkommen sehen wir als selbstverständlich an, da wir es von unseren Eltern gewohnt sind. 

Mehr dazu auf dem Blog waitbutwhy.

_______________________________________________

Dein Denken ist nur dann unrealistisches Wunschdenken, wenn du denkst, dass dir deine Berufung per Eingebung plötzlich zugeflogen kommt. Ich verspreche dir: Wenn du aktiv viele Dinge ausprobierst und alles gibst, kannst du genau diesen Beruf finden, der dir Spaß macht und mit dem du auch finanziell gut da stehst.

Die 2 wichtigsten Tipps:

  1. Probiere ganz viel über längere Zeit aus und sei dabei für alles offen.
  2. Eine gute Entscheidung jetzt ist besser als eine großartige Entscheidung später. Irgendwann musst du dich entscheiden.

Die meisten Menschen sind nicht bereit zu tun, was nötig ist um einen erfüllenden Beruf zu finden (oder zu erschaffen), der dazu noch gutes Geld bringt.

Buchempfehlung: "So good they can't ignore you" von Cal Newport. Hat mir die Augen geöffnet. 

Antwort
von Dahika, 24

Was möchtest du denn gerne machen? Das ist erst mal die erste Frage. Wobei, etwas Gutes für die Gesellschaft tust du unter Umständen ja auch als Sachbearbeiter/in im Finanzamt.

Wenn man Profession und Passion vereinen kann, ist das toll. Es gibt aber viele Berufe, wo das möglich ist. Vom Arzt, Lehrer, Psychotherapeut, Physiotherapeut, Tierpfleger, Polizeibeamter, Journalist, Koch, Hotelier, Landwirt, Schreiner, Automechaniker etc..

Aber jeder Beruf, wirklich jeder, enthält auch Anteile, die nichts mit Passion zu tun haben, die doof und langweilig sind.

Aber wat mutt, dat mutt.

Was für dich eine Passion sein könnte, kannst nur du wissen. Für mich wäre u.B. Juristin der absolute Antiberuf, weil ich dafür ungeeignet wäre. Aber so was von. Für andere ist es der Traumberuf.

Antwort
von xMirage95, 14

Kann deine Gedanken gut nachvollziehen, so ging es mir nach der Schulzeit auch. :)

Aber halte dir eins vor Augen: Was auch immer du studierst oder machst - es wird nicht den Rest deines Lebens bestimmen. Halt lieber die Augen offen, wo sich in deiner Umgebung Chancen für Nebenjobs oder Erfahrungen ergeben und nutze sie. Mit jeder Erfahrung wirst du schlauer und wirst näher an das kommen, was dir wirklich liegt.

Und zum Thema etwas Gutes für die Gesellschaft tun: Vergiss nicht, dass du nur ein Mensch bist. Es ist schwer etwas zu finden, wo du wirklich großartige Veränderungen hervorrufen könntest. Und wenn es deinen Job betrifft wird das auch schnell etwas, was dir an die Nerven geht.

Mein Tipp an der Stelle: Such dir eine Arbeit, die dir in erster Linie Spaß macht, denn du verbringst einen Großteil deiner Lebenszeit damit. Eine Sache wo du mit Leidenschaft dabei bist. Nicht etwas, was "richtig" wäre, sondern etwas, wo dein Herz für brennt, wohl aber mit dem Gedanken, dass du zumindest genug Geld zum Überleben damit verdienen solltest.

Deinen Teil zum Wohl der Gesellschaft kannst du beitragen, indem du (u.a. dank einer guten Laune beim Job) Freude und Menschlichkeit in deiner direkten Umgebung verteilst. Pflege Freundschaften und Beziehungen, sei neuen Menschen aufgeschlossen gegenüber, strahle Motivation und Lebenslust aus.

Du brauchst nicht über deinen Job etwas Gutes tun. Vergiss nicht, dass das eine Beschäftigung ist. Ein Teil von dir, ja, aber nicht alles.

Wünsch dir alles Gute :)

Antwort
von christl10, 25

Zuerst solltest Du Dir Gedanken machen was Du werden willst. Meist paßt der Wunschjob nicht mit der Realität zusammen. Wenn die Schulnoten schlecht sind kann man überhaupt froh sein irgend einen Job zu bekommen. Dann muß man das lernen was der Markt hergibt. Vielleicht klappte es ja dann auf Umwege seinen Traumberuf zu bekommen. Persönlich habe ich mir damals kaum Gedanken um meinen zukünftigen Job gemacht. Es war jemand vom Arbeitsamt in der Schule und wir haben einen Test ausgefüllt. Daraufhin kam was kaufmännisches raus. Ich filterte den Versicherungskaufmann und den Bankkaufmann heraus und entschied mich dann für den Bankkaufmann. Ist doch was feines dachte ich mir, ohne zu wissen was der eingentlich alles für Aufgaben hat.Aber zumindest habe ich mich festgelegt. Informationen über die Berufe gab es kaum. Damals gab es kein Internet.  Auch machten wir damals kein Praktikum. Ich hatte auch keine großen Ansprüche, daher war ich mit meiner wahl zufrieden und habe mich dann beworben. Ich hatte als Realschüler Glück und bekam auch eine Zusage. Die einzigste von 13 Bewerbungen. Ich fing dann nach der Mittleren Reife bei der Bank an und es hat mir gefallen. Auch wenn der Umstieg von der Schule auf Ausbildung etwas schwierig war. Arbeiten ist halt mühsamer als Schule. Aber das werden viele Schüler von heute auch merken, daß Arbeiten kein Zuckerlecken ist und man viel mehr gefordert wird. Eigentlich wollte ich Menschen helfen. Aber ein sozialer Beruf kam bei mir nicht in Frage, denn ich wollte auch gut verdienen. Also dachte ich mir, dann helfe ich Menschen bei ihren Finanzproblemen. Dafür ist ja der Bankkaufmann da. Nach der Ausbildung kam ich dann zur Bundeswehr und wurde nach der Bundeswehr wieder eingestellt. Der Wiedereintritt in das Berufsleben war sehr schwer. Bin fast daran gescheitert. zum Glück konnte ich die Abteilung wechseln und habe mich dann auf Wertpapiere konzentriert. Von da an machte ich dann eine glanzvolle Karriere bis zum Prokuristen. Ich habe meine Erfüllung gefunden und war zufrieden. 

Aus Gründen die ich nicht nennen möchte, bin ich nach über 20 Berufsjahren nicht mehr arbeitstätig. Ich würde heutzutage auch keinem mehr raten sich als Bankkaufmann zu bewerben, denn die gute alte Zeit in der man sich noch in der Bank wohl gefühlt hat ist vorbei. Lasse Dir mit der Berufswahl nicht allzulange Zeit. Notfalls beginnst Du etwas und versucht was daraus zu machen statt zu Hause rumzuhängen. Viel Glück. 

Antwort
von Stellwerk, 27

Wenn Du jetzt schon das Gefühl hast, dass ein Job nur wegen des Geldes Dich nicht glücklich macht, dann wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch so sein. Ich beneide Menschen, die einfach täglich zu ihrer Arbeit gehen und zufrieden sind, damit Geld zu verdienen, aber keine Erfüllung oder sowas darin zu sehen.

Zum anderen: nimm Dir mal den Druck raus. Niemand hat heute noch einen Job "für's ganze Leben". Nie zuvor gab es soviele Möglichkeiten, Dich weiterzuqualifizieren, quer einzusteigen, andere Sachen auszuprobieren.

Überleg Dir, was genau Dir wichtig ist an der Arbeit: dass Du Deine Talente und Fähigkeiten einsetzen kannst? Dass Du konkret mit Menschen arbeiten kannst? Direkt sehen kannst, welche Wirkung Du mit Deinem Tun erzielst? Oder reicht Dir auch unmittelbare Wirkung?

Schau Dich mal auf der Seite thechanger.org um. Die beschäftigen sich sehr stark mit dem Thema "Jobs mit Sinn" und Du bekommst dort sicher einige Anregungen - und Stellenausschreibungen, die Dir eine Ahnung vermitteln, wie man bestimmte Aspekte kombinieren könnte:

http://thechanger.org/community/was-bedeutet-sinn-und-wie-findet-man-eine-sinnvo...

Antwort
von haku7, 6

Hallo sweetmelonxx3,

ich finde deine Vorstellungen von der beruflichen Zukunft realitätsfern.

Zunächst mal suchts du einen Beruf, der 5 Anforderungen gleichzeitig erfüllen soll:

erwartest vom Beruf,
1. das du diesen lebenslang auführen kannst
2. das er dich erfüllt
3. das du Sinn siehst
4. das Gefühl haben, etwas gutes zu tun für die Gesellschaft zu tun
5. ein Gutes Gehalt zu verdienen

Das all diese Merkmale gleichzeitig erfüllt werden gleicht meiner Ansicht nach einem 5 oder 6 im Lotto. Für ein paar Leute (1:X Mio.) ist es möglich, aber nicht für alle. Dies will ich hier begründen:

Durch unsere hochspezialisierte Gesellschaft ist es sehr schwer jedem Arbeiter einen tieferen Sinn (3) für seine Tätigkeit zu verleihen. Das er dich erfüllt (2) ist auch nur bedingt möglich, da nur Bruchstücke deiner Fähigkeiten, Interessen und Erfahrungen im Job benötigt werden.

Von vielen Berufen kriegt man kein direktes Gefühl etwas gutes zu tun (4). Entweder weil dieser eher schadet, oder weil dein Beitrag zu weit von der Wirkung entfernt ist.

Ein Job ist ein zeitlich begrenztes Vertragsverhältnis von jemanden der deine Fähigkeiten, Kenntnisse benötigt und die Mittel hat dich dafür zu entlohnen. Entweder kann er diese Aufgabe selber nicht ausführen, hat keine Lust oder Zeit dazu.

Unternehmen kommen und gehen, und damit die dort vorhandenen Stellen. Was du also beruflich machen kannst ist größtenteils außerhalb deines Einflusses. Du kannst dich lediglich anpassen ( Umzug, Umschulung, Phase der Arbeitslosigkeit, Berufswechsel). Eine längerfristige Perspektive für einen Job ist somit unrealistisch (1).

Und zuletzt das Gehalt (5). Die Preise für deine Arbeit diktiert das Unternehmen und der Markt allgemein. Wenn du nicht willst und nicht der einzige auf der Welt bist der das machen kann, findet man eben einen anderen.

Antwort
von Satiharu, 24

Es gibt unzählige Möglichkeiten! Viele machen sich selbstständig.

Arbeitszeit ist Lebenszeit und die soll schön sein.

Fantasie ist übrigens sehr wichtig um seine Ziele zu erreichen ! <3 (:

Antwort
von Sanja2, 27

ein Job hat immer auch Anteile die man nicht mag. Aber trotzdem kann man einen Job finden der einen ausfüllt, den man mag und wo man gerne ist. Ich mache meinen Job wirklich gerne, also wenn du das nicht zu rosarot siehst kannst du durchaus einen Job finden der dich erfüllt.

Antwort
von MarkusGenervt, 4

Du solltest erst einmal von dem Gedanken herunter kommen, viel Geld zu verdienen. Entweder Altruismus oder Reichtum – beides zusammen ist ungefähr so wahrscheinlich wie eine zweite Rockefeller-Karriere (vom Tellerwäscher zum Millionär). Außerdem gilt "Geld verdirbt den Charakter" und den brauchst Du für Deine altruistischen Ziele. Wenn Dir das nicht schmeckt, würde ich empfehlen, Dich vom Traum "was für die Gesellschaft tun" wieder zu verabschieden.

Dann aber solltest Du Dir vor Allem erst einmal darüber im Klaren werden, was überhaupt fachlich Deine Interessen, Hobbys, Fähigkeiten und Fertigkeiten sind. Wenn Du Dich z.B. mit Sprachen abquälen musst, wird es nichts bringen, als Übersetzer zu arbeiten. Mach einfach mal eine Checkliste.

Finde Dich selbst, sonst wirst Du für Kollegen und Hilfesuchende in allem was Du tust eher eine Belastung als eine Hilfe sein.

Und wenn das immer noch nichts bringt, dann geh zur Berufsberatung beim Arbeitsamt. Die können mit Dir zusammen analysiere, wer Du bist, was Du kannst und welche Jobs für Dich in Frage kommen. Zuallermindest wirst Du dort aber erfahren, was Du nicht möchtest.

Antwort
von datboi1, 27

Als artzt tust du was für die Gesellschaft und verdienst denk ich gut. Die frage ist, wie deine schulische Ausbildung aussieht und für welche Jobs du qualifiziert bist

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Ja aber leider kann fast keiner Arzt werden, bei dem Aufwand und dem NC. Ich habe Abi und studiere, aber nicht mein Traumfach.

Antwort
von Referendarwin, 21

Es gibt diese Jobs, dafür muss man aber entweder mit wenig Geld zufrieden sein oder sehr leistungsstark.

Wieviel willst du netto im Monat verdienen und welche Tätigkeit würdest du gern ausüben?

Welchen Abschluss hast du genau?

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Ich hab Abi und studiere momentan BWL, aber es erfüllt mich wie gesagt nicht. Ich weiß es hat einen Sinn , eben für Unternehmen, aber für mich persönlich ist es nicht Sinn des Lebens nur Gewinne zu maximieren. Ich habe immer mit Geisteswissenschaften geliebäugelt, aber die schlechten Berufsaussichten, haben mich davon abgehalten. Ich möchte aber aufjedenfall weiter studieren, falls ich wechsle.

Kommentar von Referendarwin ,

Die schlechten Berufsaussichten bei GeWis sind real, halte dich besser weiter davon fern.

Wie gut ist dein Abischnitt?

Mit BWL stehen dir nachher viele Sachen offen.

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Für mich persönlich ist er gut, aber für Studienverhältnisse eher schlecht (2,5) . Sonst wäre ich eher in WiPsy gegangen, aber bei den NCs momentan keine Chance und Alternativen seh ich nicht. Mich interessiert eben mehr der psychologische, soziale Aspekt. Mit BWL ist das Problem auch, dass für mich eigentlich nur Marketing oder Personal in Frage kommt, da ich trockene Sachen wie Controlling und Finanzen auf dauer nicht schlucken kann. Bekannterweise ist das Gehalt da ja nicht so gut. Und da fragt man sich ob sich überhaupt lohnt ein Fach mit weniger Interesse zu studieren, wenn dann nicht mal das Gehalt stimmt :/ . lg.

Kommentar von Referendarwin ,

Woran außer GeWis hast du denn überhaupt Interesse?

NC sollte man irgendwie deichseln können. Flexibilität, Klage, Ausland, Warten, es gibt viele Möglichkeiten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community