Frage von kimala00, 68

Habe ich sonstige psychische Probleme/Störungen?

Heyy alle zusammen

Wie im Titel möchte ich euch fragen, ob jemand mehr Erfahrungen mit psychischen Problemen hat als ich.

Kurz zu mir: Ich ritze mich selbst, bin in einer Therapie seit Ende Januar, habe Selbstwahrnehmungsprobleme und meine Selbsteinschätzung ist auch nicht ganz 'normal' sage ich mal (mich unterbewerten, schlecht machen, nicht einsehen etc.). Meine früherigen Hobbys (Badminton spielen, Reiten, Klavier spielen) machen mir nicht mehr Spass und gehe auch nicht mehr viel - gar nicht mehr. Meine Anforderungen an mich selbst sind allgemein sehr hoch vorallem alles was mit Leistung zu tun hat (im Grunde genommen bei mir alles, Noten/Leistungen). Mit ritzen/selbstbestrafen kann ich mich wieder dazu aufrappeln mein Leben 'wieder zu akzeptieren'. Oft gibt es auch Momente,Tage, Wochen, wo ich am Morgen aufstehe und einfach heulend in einer Ecke meines Zimmer verkriechen will, überhaupt keinen Kontakt mit der Aussenwelt haben möchte und alle/alles mich nurnoch nervt (abf*ckt), mich noch mehr reizen und ich einfach in Ruhe gelassen werden will, schlechtes einschlafen und immer müde (Schule, zu Hause, Arbeit, Ausgang etc.) ... . Ausserdem habe ich vor etwa 3 Monaten in 4/5 Wochen fast 6kg abgenommen, da ich mich fett, hässlich, schwablich und einfach nicht schön finde. Jetzt habe ich wieder zugenommen da es mir wieder mal ein wenig besser ging. Aber mein Ziel, was ich jetzt wieder vor Augen habe, ist erstmal auf 48kg runter zu gehen und dann schaue ich mal..

Ich weiss sind viele Sachen und darum lange Rede kurzer Sinn: Habe ich sonstige Symptome/Anzeichen, 'Depressionen' etc. auf eine Krankheit, auch wenn man das nicht direkt so formulieren würde?

Ich bin übrigens jetzt 16 Jahre alt, 1,69m gross und wieder 54kg schwer (!).

Ich danke euch schon Mal im Voraus für die hilfreichen Tipps und Antworten!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von samm1917, Community-Experte für Depression, 15

Sicher ist dein Verhalten von psychiatrischen Auffälligkeiten geprägt, doch was für eine Diagnose/Beschwereden du hast, kann dir niemand hier beantworten.

Nur soviel: Ritzen ist kein typisches Symptom einer Depression (obwohl es auch da vorkommen kann), eher einer Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Damit es zu einer Diagnose Depression kommt, müssen bestimmte objektive bzw. wissenschaftliche Kriterien erfüllt werden. Diese sind im internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10 festgehalten. Also jenes Werk, auf welches sich auch Ärzte und Psychologen bei Erstabklärungen berufen.

Von einer Depression spricht man, wenn mind. 2 Haupt- und mind. 3 Nebensymptome während mind. 2 Wochen dauerhaft und in ausreichender Stärke vorhanden sind.

Hauptsymptome sind:
- Freudlosigkeit und/oder Interessensverlust
- Antriebslosigkeit und/oder erhöhte Ermüdbarkeit
- Depressive Grundstimmung (alles negativ sehen, hoffnunglos sein) in extremen Fällen bis hin zum Gefühl der Gefühlslosigkeit

Nebensymptome sind:
- Schlafstörungen
- Suizidgedanken
- Schuldgefühle
- Verminderte Konzentrationsfähigkeit
- Psychomotorische Aktiviertheit oder Hemmung
- Vermindertes Selbstwertgefühl/Selbstvertrauen
- Veränderung des Appetits mit enstprechender Gewichtsveränderung

Wie du also siehst, ist Ritzen (SVV) kein Kriterium einer Depression. Dennoch gibt es Menschen, die sich auch bei Depressionen ritzen. Zudem können Depressionen auch in Kombination mit anderen psychischen Erkrankungen vorkommen (Komorbidität).

Depressionen sowie andere psychische Erkrankungen müssen ernst genommen und behandelt werden. Wende dich, wenn du unter diesen Symptomen leidest an eine Fachperson (Psychiater/Psychologe). Du kannst dich auch zunächst an deinen Hausarzt wenden.

Hier noch ein Link zu Borderline. Interessant sind vor allem die Diagnosekriterien des DSM-V (DSM-5): https://de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung#Klassi...

Antwort
von DerITSupport, 22

Als erstes muss man natürlich klar machen, dass dieses Verhalten nicht deine Schuld ist. Auch wenn sowas oft gesagt wird und es theoretisch ja "Gefühle" sind, ist es praktisch doch nur ein Umwälzen der Hormone und des Stoffwechsels.

Leider kommen Jugendlich wie du immer häufiger vor. Anforderung die ein normaler Mensch niemals stemmen kann und auch nicht sollte!

Du bist noch sehr jung und sich zu verletzen finde ich unter aller Würde. Du bist ein lebender Mensch und wenn die Umwelt und dein Umfeld dir schon wehtut, dann tue es nicht noch selber.

Die Therapie ist ein sehr guter Ansatz. Leider trauen sich das nicht viele und da kannst du sehr stolz auf dich sein! Sich zu fragen und vorallem auch einzusehen, dass mit einem was nicht stimmt, ist ein sehr mutiger Ansatz!

Leider ist es sehr schwer ersteinmal aus einem Trott rauszukommen, wenn er sich eingefunden hat. Du sprichst hier von wiederkehrenden Abläufen.

Du solltest natürlich ein geregelten Lebensablauf haben. Jedoch sollten Spontanitäten dich nicht "übertrampeln".

Versuche viel Zeit mit verschiedenen leuten zu verbingen. Auch wenn du es erstmal nicht mags (womöglich). Einfach ein sozialer Kontakt muss vorhanden sein. Und das darf natürlich auch im Internet sein.

Suche auf Foren, Internetseiten nach Bekanntschaften oder Hobbys.

Versuche deine Hobbys sozial zu verbinden. Es findet sich immer ein anderer mit dem du reden kannst. Nicht zuletzt natürlich auch dein Therapeut.

Sich selbst Leistungsziele zu setzen ist super und leider sehr selten heutzutage. Versuche sie dir nur Schrittweise zu legen. Wenn du ein Ziel hast, veranschauliche es.

Schreibe es auf und schaue, welche Punkte dafür erfüllt sein müssen.

Du kannst kein Haus bauen, wenn die Grundfläche nicht steht. Und du merkst, dass wenn der erste Raum steht, das ein besseres Gefühl ist, als alles angefangen und nichts beendet zu haben. Hierfür gibt es auch gute Ratgeber. Deine Freunde können dir dabei auch sehr gut helfen.

Ich wünsche dir viel Erfolg für die Zukunft!

MfG. Der IT-Support

Antwort
von LittleMistery, 10

Woher sollen wir das wissen? Du bist doch in Therapie. Hast du keine Diagnosen oder was?

Kommentar von kimala00 ,

Ja ich bin in einer Therapie, aber in der Zwischenzeit hat sich auch wieder vieles verändert und ich getraue mich nicht alles zu sagen wie z.B. das ich Suizidgedanken habe, da dies schon Mal ein Thema war und meine Eltern + Therapeutin mir einen Klinikaufenthalt vorgeschlagen haben/als 'Notfallplan, was ich aber nicht kann/will. Deshalb habe ich gehofft hier etwas Erkenntnisse/Tipps zu finden.

Kommentar von LittleMistery ,

Wir können und dürfen dir aber nicht sagen, ob da noch was ist.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community