Frage von Gym80951996, 98

Habe ich jetzt noch Anspruch auf das ALG?

Ich war/bin seit 57 Tagen arbeitslos, da ich eine kleine Pause einlegen wollte und auch in psychischer Behandlung war. Ich wohne auch noch zuhause (bin 20). Ich wusste nicht das ich Anspruch auf dieses Hilfsgeld habe und habe es dementsprechend nicht beantragt. Ich habe Freitag einen Arbeitsvertrag unterschrieben. Die Frau vom Arbeitsamt meinte Donnerstag glaube ich, dass ich wirklich nur so lange Anspruch auf die Nachzahlung hätte, wie ich arbeitslos bin. Die Stelle fängt jedoch erst Mittwoch an. Habe ich jetzt noch Anspruch auf das Geld oder nicht?

Antwort
von Makri1234, 20

Rückwirkend geht nicht,  aber du kannst trotzdem die Leistungen beantragen.  Dann hast du dir deinen Anspruch schon mal "gesichert" und kannst ihn bis zu 4 Jahren danach noch in Anspruch nehmen, wenn du bis dahin keinen neuen Anspruch erworben hast.

Und GGF. bekommst du noch für diese paar Tage jetzt auch noch ein bisschen ausgezahlt.

Kommentar von Gym80951996 ,

Ok vielen lieben Dank

Kommentar von Makri1234 ,

Sehr gerne :)

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Arbeitsamt & Arbeitslosengeld, 24

Selbst wenn du die Anwartschaftszeiten nach dem SGB - lll erfüllt hättest,also dem Grunde nach Anspruch auf Arbeitslosengeld erworben hättest,würdest du rückwirkend nichts bekommen !

Deinen Anspruch würdest du erst ab deiner persönlichen arbeitslos Meldung aktivieren,da du aber gleich gegen zwei Auflagen verstoßen hast ( Meldeversäumnis / Arbeit suchend Meldung rechtzeitig und dann persönliche arbeitslos Meldung ) ,würdest du 2 x 1 Woche Sperre deiner Leistungen bekommen.

Diese Sperre tritt dann ab der Meldung ein,da du aber dann am Mittwoch deine neue Beschäftigung aufnimmst,hättest du ab Mittwoch keinen Anspruch mehr.

Du hättest dich also schon vor über 2 Wochen persönlich arbeitslos melden müssen,dann hättest du nach Abzug der 2 Wochen vom Gesamtanspruch noch für ein paar Tage ALG - 1 bekommen.

Kommentar von Makri1234 ,

Bei allen deinen Antworten bin ich immer deiner Meinung, nur diesmal nicht so ganz, sorry^^ nimm es mir nicht übel. Kannst mich auch gerne noch mal korrigieren, ich lerne ja noch^^

ABER: Wenn überhaupt würde EINE Sperrzeit eintreten, die wegen verspäteter Arbeitsuchendmeldung. Wegen verspäteter persönlicher Arbeitslosenmeldung gibt es keine Sperrzeit, denn es ist jedem Arbeitslosen selbst überlassen, wann er die persönliche Meldung macht (gibt halt erst ab dann Geld). Und wegen Meldeversäumnis kann es in dem Fall auch keine Sperrzeit geben, da der FS ja nicht gemeldet war.  

Selbst die Sperrzeit wegen der verspäteten Arbeitssuchendmeldung ist nicht unbedingt gegeben, da es zum einen nach einer längeren Zeit ohne Nachweis und zum anderen ggf. ohne verschuldete Kenntnis nachgeholt wurde. 

Freue mich weiterhin auf deine Antworten zu diesem Thema  ;)

Kommentar von isomatte ,

Da gebe ich dir recht !

Nach § 159 Abs. 6 SGB - lll kann es eine Sperre von jeweils 1 Woche geben,bei Meldeversäumis bzw.verspäteter Arbeit suchend Meldung.

Ob dann eine Sperre eintreten würde oder nicht wird so oder so immer individuell geprüft,wenn ein wichtiger Grund vorliegt und nachgewiesen werden kann gibt es natürlich keine Sperre.

Du beziehst dich bei ,, ohne verschuldete Kenntnis nachgeholt wurde" doch sicher auf § 121 Abs.1 S.1 BGB ?

Kommentar von Makri1234 ,

§159 Abs. 1 Nr. 6 ist das Meldeversäumnis und  Nr. 7 die verspätete Arbeitssuchendmeldung. Ja, in Absatz 6 ist dann noch mal die Dauer von einer Woche fesgelegt.  

Aber Meldeversäumnis tritt ja nur ein, wenn jemand einen Termin mit Rechtsfolgenbelehrung nicht wahrnimmt. Und so einen Termin bekommt man ja erst nach der Arbeitsuchendmeldnung, also wird hinsichtlich dessen dem FS keine Sperrzeit drohen.

Wegen der Arbeitssuchendmeldung wird ja dann geprüft. Nicht verschuldeten UNkenntnis (hatte im anderen Kommentar das "un-" vergessen)  steht in der Geschäftsanweisung 159 Stand 08/2015 (siehe unten). § 121 Abs.1 S.1 BGB bezieht sich auf Anfechtung  (von Verträgen??). Es geht darum, dass jemand der noch nie arbeitslos war und in der Kündigung nicht auf die Meldung hingewiesen wurde i.d.R. nichts von der Meldepflicht weiß und somit nicht belangt werden soll.  Es gibt auch noch andere Ausnahmen. 

Auszug aus der Gesschäftsanweisung 159 stand 08/2015 

159.73 (3) Eine Sperrzeit tritt außerdem nicht ein, wenn sich der Arbeitslose aufgrund unverschuldeter Unkenntnis der Meldeobliegenheit nicht innerhalb des objektiv gebotenen Zeitraums gemeldet hat. Auf unverschuldete Unkenntnis kann sich nicht berufen, wer die Regelung zur frühzeitigen Arbeitsuchendmeldung kannte oder hätte kennen müssen. Ein „Kennen müssen“ liegt u. a. vor, wenn sich ein Hinweis auf die Meldeobliegenheit ergibt 

- aus dem Kündigungsschreiben oder dem Aufhebungsvertrag oder

- aus einem ab 7/2003 erstellten Aufhebungsbescheid / 

Leistungsnachweis

oder

- aus einem nach dem 30.6.2003 erhaltenen Merkblatt für Arbeitslose bzw. Hinweisblatt zur frühzeitigen Arbeitsuchendmeldung.

Kommentar von isomatte ,

Das meinte ich,dass eine Sperre nicht eintreten muss wenn man keine Kenntnis von der Meldepflicht hatte !

Dies war mir neu.

Antwort
von Tamtamy, 56

Der Zeitpunkt des Anspruchs auf ALG beginnt erst mit dem Datum der MELDUNG der Arbeitslosigkeit! Für davorliegende Zeiten gibt es keine Leistung.
Die Regelung macht ja auch Sinn unter dem Gesichtspunkt, dass du - ohne Kenntnis deiner Arbeitslosigkeit - auch nicht vermittelbar bist bzw. warst.


Kommentar von Gym80951996 ,

Also kriege ich es nicht mehr?

Kommentar von Siggy ,

Richtig!

Kommentar von Tamtamy ,

Wenn ich deine Zeitangaben richtig verstehe: Nein, du bekämst keine Leistungen.

Kommentar von Gym80951996 ,

Aber ich hätte es noch bekommen wenn ich den Vertrag Freitag nicht unterschrieben hätte????

Kommentar von Tamtamy ,

NICHT für die Zeit VOR dem Datum der Meldung.

Kommentar von Gym80951996 ,

Die Frau vom Arbeitsamt meint ich hätte Anspruch auf eine Rückzahlung von 57 Tagen

Kommentar von Tamtamy ,

SIE ist erst einmal die entscheidene Person in dieser Frage.
Dann kläre das bitte mit ihr.

Kommentar von DerHans ,

Die "Frau vom Arbeitsamt" hatte dann leider keine Ahnung. Wahrscheinlich irgend eine Studentin im CallCenter

Kommentar von Tamtamy ,

Das könnte in der Tat die Erklärung sein!

Kommentar von Gym80951996 ,

Da ich das Geld ja nie in Anspruch genommen hätte

Kommentar von DerHans ,

Der Anspruch entsteht erst mit der Meldung bei der Arbeitsagentur. Sonst könntest du ja ein Jahr später ankommen und behaupten, dass du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestanden hättest.

Antwort
von Kirschkerze, 36

Nachträglich beantragen geht nicht :/ Du hättest dich direkt ab Arbeitslosigkeit dort melden müssen sorry

Kommentar von Gym80951996 ,

Nicht im Ernst oder? 🙈😣

Kommentar von Gym80951996 ,

Sie meinte aber dass ich nocb Anspruch auf eine Nachzahlung hätte und der Vertrag ist ja erst Freitag zustande gekommen... Die Stelle beginnt ja auch erst Mittwoch also bin ich ja eigentlich noch arbeitslos...

Und das Arbeitsamt weiß ja auch nichts davon?

Kommentar von DerHans ,

Wenn du überhaupt Anspruch auf AlG 1 hast, dann nur für Freitag, Samstag und Montag.

Rückwirkend gibt es höchstens AlG 2. Dazu müsstest du aber die Bedürftigkeit belegen, da du noch bei deinen Eltern lebst.

Und wenn dann auch nur für den laufenden Antragsmonat.

Kommentar von isomatte ,

Und was ist mit dem Sonntag beim ALG - 1 Bezug ?

Wenn dieser nicht mit zählen würde,wie kommt man dann auf 30 Tage pro Monat,nach dem der Tagessatz berechnet wird ? 

Kommentar von Makri1234 ,

Sonntage und Feiertage werden mitgezählt. Ein ganzer Monat wird mit 30 Tagen berechnet unabhängig der Sonn- und Feiertage, sowie bei Teilmonaten die Anzahl de einzelnen Tage berechnet werden unabhängig von Sonn - und Feiertagen.

Antwort
von DerHans, 36

Dass du erst Mittwoch anfängst, liegt ja an dem Feiertag. Den erhältst du natürlich auch bezahlt.

AlG 1 wird nur auf Antrag und keinesfalls rückwirkend gezahlt. Hast du denn überhaupt die Anspruchsvoraussetzung von 12 Pflichtmonaten erfüllt?

Kommentar von Gym80951996 ,

Ja habe ich

Kommentar von DerHans ,

Trotzdem hättest du erst ab der Meldung Anspruch. Dieser fällt dann aber unter den Tisch, weil du eine Sperre wegen des Meldeversäumnis bekommst.

Antwort
von Siggy, 32

Anspruch besteht meines Wissens vom Tag der Anmeldung der Arbeitslosigkeit bis zu deren Ende.l Wenn du dich nicht arbeitslos meldest, giobt es keine Taler.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community