Frage von derSchlawiner, 27

Habe ich einen Fehler gemacht weil ich mich nicht aufgeregt habe, bzw gelassen geblieben bin?

Ich bin als Anlagentechniker tätig und muss diesen Beruf auch am Wochenende ausüben. Normalerweise nur 5 Tage in der Woche, manchmal auch 6 Tage und ganz selten 7 Tage. Am Wochenende kam es zu einer Ausnahmesituation. Ein Kollege fiel kurzfristig aus und ich wurde gefragt ob ich am Samstag einspringen könne. Ich hab ja gesagt und bin die 300 km per Firmenwagen zum Einsatzort (Großbaustelle) gefahren. Ich wurde dann dort im Laufe des Tages von meinem Vorgesetzten informiert, dass ich am darauffolgenden Sonntag ebenfalls gebraucht werde, sofern nicht kurzfristig Ersatz gefunden werden würde. Falls dies der Fall sein würde, würde man mich rechtzeitig per Anruf informieren, dass ich nicht mehr gebraucht werden würde. Also bin ich am Abend nach Hause gefahren und am Sonntag wieder hingefahren, da ich in dem Zeitrahmen keinen Anruf erhielt.

An meinem Arbeitsplatz angekommen waren alle sichtlich überrascht, da wenige Minuten zuvor ein Ersatzkollege für mich eingetroffen war und meinen Dienst übernehmen sollte. In der Erwartung, dass es gleich ein Riesendonnerwetter meinerseits geben würde, haben mir meine Kollegen ein Telefon, mit gewählter Nummer für unser Büro in die Hand gedrückt. Die Dame vom Büro war merklich bestürzt, als ich ihr erklärte, dass mir niemand bescheid gegeben hat, dass ich nicht in die Arbeit hätte kommen brauchen. Als sie sich zigmal entschuldigte, habe ich nur gemeint, dass das mal passieren könne, ihr einen angenehmen Dienst gewünscht und habe aufgelegt. All meine Kollegen haben mich entgeistert angestarrt, als das letzte Wort meinerseits gesprochen war. Was dann folgte, war, dass ich heftigst über meinen ruhigen Gemütszustand kritisiert wurde. Denn immerhin bin ich rund 300 km zu dem Einsatzort gefahren. Das ganze hat sich dann zu einer wilden Diskussion hochgeschaukelt und es hagelte etliche Schimpfwörter meiner Kollegen. Von meinen Kollegen wurde mir eine "Geisteskrankheit" bescheinigt und ich solle mich mal untersuchen lassen, denn sowas kann doch nicht normal sein. Weil es kann, laut deren Meinung, doch nicht sein, dass ich mich in dieser Causa überhaupt nicht ärgere. Ehrlich gesagt habe ich deswegen kein einziges Mal eine Wut gespürt auch nicht dann als ich beschimpft wurde. Da war interessanterweise überhaupt kein Gefühl, bzw nur eine leichte Belustigung meinerseits.

Jedenfalls lässt mich die Ganze Angelegenheit seither nicht mehr los und ich wollte mal eure Meinung hören, ob ich "richtig" reagiert habe oder ob ich aus der Haut fahren sollte. Bzw wie hättet ihr reagiert? Ich bin nicht (mehr) der Typ, der sich wegen jeder "Kleinigkeit" aufregt. Das habe ich schon hinter mir gelassen. Früher war das selbstverständlich anders. Da hat mich selbst ein kurzfristiger WLan-Ausfall beinahe zu einem Amokläufer mutieren lassen.

Antwort
von Bebish05, 10

Ich denke du hast ziemlich reif und weise gehandelt. Was hätte es dir gebracht wenn du ausgeflippt wärst? Es würde nur dir selber und deinem Umfeld schaden. Du hast erkannt, dass Menschen Fehler machen und du an der Situation sowieso nichts ändern konntest.
Es scheint eher so als hätten deine Kollegen ein Problem..

Was die Mehrheit denkt mag nicht immer stimmen. Lass dich nicht verunsichern :)

Antwort
von NameInUse, 9

Was hätte es gebracht die andere Person nieder zu machen? Was geht Deine Kollegen es an, wie Du damit umgehst?

Du warst bewundernswert souverän. Die verplemperte Zeit solltest Du Dir dennoch aufs Zeitkonto buchen lassen. Wenn Du ausgeflippt wärst, womöglich unfltige Worte gebrauchend hätte es womöglich eine Abmahnung gegeben, wenn sich die Dame am Telefon beleidigt gefühlt hätte.

Antwort
von adenosi, 8

Wenn deine Kollegen wütend werden weil du nicht wütend geworden bist, dann haben die leider ein Wutproblem.

Also wenn für dich nicht irgendein Nachteil oder so enstanden ist dann brauchst du ja auch nicht Wütend werden.

Antwort
von Superboy19j, 9

Achwas, da hast du genau richtig reagiert.

Die Arbeitszeit bzw. Fahrzeit lässt du dir natürlich anrechnen. Der Rest passiert, das ist menschlich.

Wenn das nicht jeden Tag passiert...
Wenn du dich aufregst ist das zwar vielleicht nachvollziehbar, aber es ändert die Situation selbst auch nicht. Schlimm ist eher das Verhalten von deinen Kollegen, hört sich an wie die nächste Generation von "ich schrei die Kinder mit dem Ball auf der Straße an wenn es zu laut ist"

Antwort
von DinoMath, 8

Hihi.

Nein ist nicht falsch.

Du hast deine Erfahrungen gemacht und dich so entwickelt.

Manchmal bewirkt aufregen das eine, nicht aufregen das andere und manchmal ist das eine besser als das andere, aber:

Wenn du so bist wie du bist ist das okay so.

Und wenn du da nicht selbst drunter leidest oder es anderes schadet, darfst du das gerne bleiben.

Ich finds cool, wie du reagiert hast.

Ich rege mich auch ungern auf...

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