Frage von AnonyJS, 65

Habe ich eine Zwangsstörung entwickelt?

Der Titel ist extra so provokant. Jedenfalls hoffe ich auf eine oder sogar mehrere hilfreiche Antworten.

Ich bin in der achten Klasse und beschäftige mich mit Mathe in der Freizeit. Bisher habe ich wenig Probleme gehabt etwas in Mathe zu verstehen. Als ich mit dem Thema Mengenlehre anfing, vorerst leichte Verständnisprobleme gehabt, aber schnell weg und sind auch normal. Bei der leeren Menge hat es länger gedauert, nämlich das diese Teilmenge jeder beliebigen Menge ist. Als ich die nötige Erklärung erhielt, kam ein komischer Gedanke auf und ich prüfte nochmal ob ich es verstanden habe. Wieder alles gut. Doch dann wieder, wieder und wieder... Mittlerweile ist es sehr belastend und ich weiß nicht mehr ob ich es überhaupt verstanden habe.

Die Behauptung ist für mich offensichtlich, erst aber muss ich mir die aufschreiben und durchgehen. Dann hänge ich total lange daran herum und frage mich wieso ich so doof bin und das nicht checke. Zunächst verdränge ich den Gedanken und er kommt aber immer wieder und schneller. Nur wenn ich an die leere Menge denke bekomme ich ein unwohles Gefühl und irgendwie Angst.

Um dies mal zu erklären (Mathe, kann bei Bedarf übersprungen werden):

Es gilt die Aussage: Für Alle x in der leeren Menge gilt: x ist in B

So ist die Teilmenge definiert, überprüft man nun die leere Menge, so ist die erste Aussage "alle x in der leeren Menge" unwahr, nicht aber direkt falsch. Es handelt sich auch um eine Implikation.

Die Verneinung einer Allaussage ist logisch eine Existenzaussage, wenn die leere Menge also keine Teilmenge wäre, so existiert ein x in der leeren Menge was nicht in B ist. Da keins gefunden werden kann, ist die Aussage falsch und die Allaussage korrekt.


Was ist los? Wie bekomme ich das selbsständig weg?

Antwort
von Roach5, 12

Über das Internet Diagnosen zu machen, ist in den meisten Fällen nicht möglich. Dein Verhalten sieht in gewisser Weise wie eine Zwangsstörung aus, das kommt dann aber auf die Härte an. Wenn man ein Problem nicht versteht, weil man ein Brett vor dem Kopf hat, dann hat man dieses störende Gefühl, das einen nicht inruhelassen will und das leichtes Unbehagen über eine gewisse Zeit auslöst, das ist einfach so. Ich studiere selbst Mathe, und wenn ich mir Abends ein Problem angucke und das nicht gelöst bekomme, bevor ich ins Bett gehe, dann liegt man da und es stört einen halt. Das kommt, wenn du über das Problem nachdenkst, aber sollte nach einigen Minuten auch wieder weg gehen. Wenn du durch ein Problem tagelang gestresst bist und dich nicht konzentrieren kannst, vielleicht sogar Schlafprobleme hast, ist etwas schiefgelaufen, und du solltest mit jemandem reden. Zu einem "Seelenklempner" zu gehen ist nichts schlimmes, erstmal muss ja einmal festgestellt werden, ob du überhaupt ein Problem hast, und wenn ja, ist der Austausch die beste Möglichkeit, weil man die wenigsten Probleme alleine lösen kann.

LG

P.S.: Du bist in der achten Klasse. Es ist gut, dass du dich außerhalb der Schule mit deinen Interessen beschäftigst, aber du solltest Akzeptanz dafür haben, dass du manchmal einfach etwas nicht verstehst, und manchmal solltest du einfach halblang machen, man bekommt nur so viel an einem Tag in den Kopf rein. Mengenlehre kommt elementar im ersten Studienjahr und weiterführend im dritten Studienjahr, das ist kein einfaches Fach. Wenn du etwas nicht verstehst, dann musst du dich deshalb nicht schlecht fühlen, vielleicht kommt es sogar einfach mit der Zeit, denn es gibt Dinge, die kann man einfach nicht verstehen, bevor man etwas älter wird, deshalb steht Mengenlehre ja auch nicht mehr auf dem Lehrplan des Gymnasiums ;) Früher hat man das ganz elementar gemacht, erklärt was Mengen sind, was Vereinigung und Schnitt sind usw., aber es hat vielen (genau wie dir) mehr den Schlaf geraubt als wirklich geholfen.

Antwort
von Nashota, 31

Mathe war, ist und bleibt für mich ein Buch mit 7 Siegeln.

Was Zwangsgedanken sind, kann ich aber mitreden. Wenn du eine Sache immer und immer wiederholen oder dich vergewissern musst, dass du etwas getan oder auch nicht getan hast, und das ist der Punkt, dann ist das schon zwanghaft.

Wenn dann noch die Angst vor der Angst kommt, dass man es eigentlich nicht will, aber doch macht, um sich sicher zu fühlen, ist das der krönende Abschluss.

Wer merkt, dass er Dinge tut oder tun muss, die ihn aber belasten und in schweren Fällen Lebensqualität kostet, sollte, wenn er den Dreh nicht alleine hinbekommt, mit einem Arzt darüber reden.

Zwangshandlungen gibt es wie Sand am Meer. Es braucht also keiner denken, dass er mit dem Problem alleine ist.

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